PR 2835
© Pabel-Moewig
Verlag KG, Rastatt



Perrypedia



Archiv-Startseite
PR - Übersicht
Heftromane
Zyklus-Übersicht
« PR 2834 «
» PR 2836 »
Perry Rhodan Nr. 2835: Die Purpur-Teufe

Autor: Michael Marcus Thurner

Inhalt

Der Tiuphore Chuccoy Xunn versucht mit einem Sternenpendel von Noular zu fliehen. Da er Informationen über den SVE-Raumer LARHATOON erbeutet hat, muss er unbedingt aufgehalten werden. Mit Maan-Moohemis Erlaubnis macht sich die TATJANA MICHALOWNA an die Verfolgung und schießt das Sternenpendel schrottreif.

Perry Rhodan spricht mit Avestry-Pasik, der sich geläutert gibt und anschließend zusammen mit dem Terraner bei der Helaar vorspricht, um einen neuen Vorschlag zu machen. Die Zeitrevolution ist gescheitert, bevor sie beginnen konnte, denn die tiuphorische Invasion ist in vollem Gange. Aufgrund des Zeitdrucks ist es jetzt nur noch möglich, einen einzigen von den Ur-Laren besiedelten Planeten zu retten, und zwar durch den Einsatz einer Purpur-Teufe. Die RAS TSCHUBAI und die LARHATOON sollen umgehend nach Phariske-Erigon fliegen und die sechs Purpur-Bojen einer Teufe beschaffen. Avestry-Pasik möchte auf Noular verweilen, Pey-Ceyan soll bei ihm bleiben. Rhodan muss sich Maan-Moohemis Entscheidung beugen und dies gestatten.

Am 12. Februar 1518 NGZ Bordzeit erreichen die Schiffe die Alten Sternenlande. Schnell wird deutlich, dass die Völker des Kodex geschlagen sind. Die Tiuphoren verbreiten überall fast ungehindert Tod und Verderben. Jetzt muss Rhodan entscheiden, welchen für die Versetzung durch eine Purpur-Teufe vorgesehenen Planeten er der Vernichtung preisgeben möchte. Die Wahl fällt auf Palynkarare im Khangsystem, den Archivplaneten des Kodex, denn dieser wurde bereits weitgehend evakuiert.

Nur noch wenige zehntausend Teshgefero leben auf Palynkarare. Diese Flugwesen archivieren Daten und Artefakte unzähliger Kodexvölker. Ob-Archivar Pauntes Deshgii glaubt an eine Rettung seiner Welt durch die noch im Aufbau befindliche Purpur-Teufe, doch die so genannten Archiv-Meuterer wollen nicht so lange warten. Mit der DHUPNUR, einem im Orbit befindlichen Raumschiff der Nuhluten (Schlangenwesen mit acht Stummelbeinen), wollen sie sich selbst und so viele archivierte Relikte wie möglich in Sicherheit bringen. Die DHUPNUR wird dann zu einer dreihundertjährigen Reise in die Nachbargalaxie Claccpher (Andromeda) aufbrechen. Ohne Wissen des Ob-Archivars haben die Meuterer bereits alles in die Wege geleitet. Dass diese Maßnahme nur zu berechtigt war, zeigt sich, als das von Sucyth Accopherm kommandierte Sterngewerk ROOKOKAI in nur 20 Lichtjahren Entfernung von Palynkarare auftaucht und zum Angriff übergeht. Die rayonischen Verteidiger der Archivwelt werden aufgerieben, ihr Befehlshaber Toeccer Vaplyc fällt.

Perry Rhodan entwickelt einen mehrstufigen Einsatzplan: Die plophosische Waffentheoretikerin Teema Ysenburg macht zusammen mit Sichu Dorksteiger den Aagenfelt-Blitz einsatzklar. Dieser soll gegen die tiuphorischen Sterngewerke eingesetzt werden, sobald er an die niedrigere Hyperimpedanz angepasst wurde. Da es Rhodan so vorkommt, als habe Hascannar-Baan Gefallen daran gefunden, das Sagen zu haben, soll sich Major Ferridan Wackström, stellvertretender Kommandant des 2. Raumlandebataillons der RAS TSCHUBAI, zur Erstürmung der LARHATOON bereithalten. Deren Positroniken sollen im Falle eines Falles mit Hilfe des Infiltrationsprogramms "Neuer Hausmeister" übernommen werden. ANANSI meint zwar, die Purpur-Teufe allein steuern zu können, doch Rhodan will versuchen, die mit dem Raumschiff ZERQUEM im Khangsystem operierenden Ziquama zur Mitarbeit zu bewegen.

Die RAS TSCHUBAI und die LARHATOON erreichen das Khangsystem, als die Raumschlacht der Rayonen gegen die ROOKOKAI schon fast zu Ende ist. Rhodan kann nicht riskieren, hier noch einzugreifen. Poungari meldet, dass 50 weitere Sterngewerke vermutlich bald eintreffen werden. Hascannar-Baan ist der Meinung, dass Rhodan zu lange zaudert. Er verlangt, dass sich der Terraner seinem Kommando unterstellt. Die Purpur-Bojen will sich der Proto-Hetoste notfalls mit Gewalt aneignen. Daraufhin ordnet Rhodan die Installation des Neuen Hausmeisters an. Gucky und Vetulon Culsander erledigen diese Aufgabe unbemerkt.

Kurz danach kommt es zum Großangriff der Tiuphoren. Um keine Zeit mit Verhandlungen verschwenden zu müssen, ersinnt Rhodan eine Täuschung. Poungari gibt sich gegenüber den Rayonen, Ziquama und Teshgefero als hochrangige Vertreterin des Kodex aus. Sie behauptet, Palynkarare sei nicht mehr zu retten. Die Purpur-Bojen müssten von zwei Experimentalschiffen des Kodex übernommen werden. Die RAS TSCHUBAI setzt den Aagenfelt-Blitz erfolgreich gegen das erste tiuphorische Kontingent ein und erzielt einige Abschüsse. Gleichzeitig werden Gucky, Culsander, Wackströms Raumlandesoldaten und einige Posbis per Kran in die LARHATOON versetzt. Der Neue Hausmeister wird aktiviert, die larische Besatzung wird matt gesetzt. Gucky tritt Hascannar-Baan wortwörtlich auf die Füße, Wackström übernimmt das Kommando. Die Tiuphoren werden solange hingehalten, bis alle Purpur-Bojen verladen sind. Da die Ziquama zögern, sich den angeblichen Kodex-Experimentalschiffen anzuschließen, soll Gucky einige ihrer Spezialisten entführen. Damit hat er keinen Erfolg, denn die Ziquama stellen sich quer. Schließlich wird die ZERQUEM von den Tiuphoren vernichtet. Die RAS TSCHUBAI und die LARHATOON verlassen das System.

Palynkarare konnte rechtzeitig evakuiert werden. Nur Pauntes Deshgii bleibt zurück, um zu sterben. Er wird von Sucyth Accopherm abgeholt.

Kringels Meinung:

Eigentlich lese ich MMTs Romane ja ganz gern, aber irgendwie wiederholen sich seit einiger Zeit immer dieselben Schemata. Die obligatorischen Beschreibungen fremder Wesen und dergleichen sind phantasievoll, ähneln sich inzwischen aber sehr und sind für mich oft schon deshalb uninteressant, weil besagte Wesen - diesmal die Teshgefero und die Nuhluten - fast immer nur in einem Roman bzw. Doppelroman vorkommen, danach aber nie wieder eine Rolle spielen. Gleiches gilt für andere Produkte von MMTs Ideenreichtum, namentlich für die auf Palynkarare archivierten Artefakte. Wahrscheinlich alles irrelevant. Aber auf dem Planeten stehen steinerne Statuen, die von einer verschollenen Zivilisation erschaffen worden sein sollen. Die Teshgefero gehen davon aus, dass es sich bei den unbekannten Künstlern um die ersten intelligenten Wesen Phariske-Erigons (also der Milchstraße) gehandelt hat. Hm! Wer könnte das gewesen sein?

Im aktuellen Zyklus kommt erschwerend hinzu, dass MMT es nicht lassen kann, die Tiuphoren als hassenswerte Gegner zu charakterisieren und ausgerechnet Rhodan diesen Hass empfinden zu lassen. Ja ich weiß, die Tiuphoren begehen unaussprechliche Grausamkeiten. Aber es ist eine Sache, ihre Taten zu schildern und eine andere, sie als ultraböse Superschurken darzustellen, die man bedenkenlos massakrieren darf. Bei der Raumschlacht gegen die Sterngewerke denkt Rhodan (Zitat): "Kein Erbarmen. Keine Gnade. Nicht bei diesem Feind." Kurz danach freut er sich über die Vernichtung eines Sterngewerkes. Ich bin es müde, gebetsmühlenartig zu wiederholen, dass Sterngewerke Generationenschiffe sind, auf denen sicher nicht nur Kämpfer leben, sondern auch ganz normale Zivilisten. Alte Leute. Kinder. Wie praktisch ist es in diesem Zusammenhang doch, dass Chuccoy Xunn allein im Sternenpendel ist. Da muss sich Rhodan gar nicht wegen Kollateralschäden grämen. Noch praktischer: Rhodan kann eine Purpur-Teufe klauen, ohne sich die Hände schmutzig zu machen, weil der Planet sowieso schon evakuiert wurde. Muss ich das noch kommentieren?

Und zu "guter" Letzt nervt Rhodans ewiges Herumgeeiere. Mal zaudert er, weil er keine Zeitparadoxa auslösen will, im nächsten Moment greift er persönlich massiv ein. Diesmal schlägt er selbst den Einsatz einer Purpur-Teufe vor, dann hat er wieder Zweifel, weil er damit in die Geschichte eingreift.

Auf der Habenseite kann der Humor verbucht werden. Der geht teils auf Guckys Konto, zum Glück ohne übertriebene Albernheiten. Zum anderen Teil ist Teema Ysenburg dafür verantwortlich. Mit ihrer Angewohnheit, ihre Gesprächspartner ständig zu unterbrechen, bringt sie Rhodan solange zur Weißglut, bis er auf den Tisch haut. Das kenne ich! Gegen das Nervpotential solcher Leute ist also nicht mal ein Unsterblicher mit mehrtausendjähriger Lebenserfahrung immun!

J. Kreis, 17.12.2015


« PR 2834 «
» PR 2836 »






Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


Gastkommentare werden nicht von J. Kreis verfasst und dürfen nicht auf anderen Homepages oder in Printmedien weiterverwendet werden.


Patrick (19.12.2015):

Die Kritik ist korrekt und oft scheint es, dass die Autorenmannschaft es versäumt hat, sich auf eine klare Linie festzulegen. Ich meine das insbesondere mit Bezug auf das "Herumgeiere".

Was die Tiuphoren betrifft so frage ich mich immer noch, ob mit deren Darstellung etwas bezweckt wird. Schließlich soll Rhodan irgendwann und irgendwie den Weltenbrand der Milchstraße auslösen. Ein Zeitriss mit Tiuphoren-Invasion würde sich dafür natürlich blendend eignen. Dann hätten die Autoren ein Interesse daran, die Tiuphoren als so bösartig wie irgend möglich darzustellen, um die Handlungen des Atopischen Tribunals berechtigt erscheinen zu lassen.

Hierbei drängt sich übrigens die Frage auf, wer der dritte Kardinal-Fraktor ist. (Neben Rhodan und Bostich ist es auch Avestry-Pasik.) "Der Adaurest" scheint nicht Atlan zu sein. Ich habe mich gefragt, ob es Vetris-Molaud ist und ob es eine Verbindung zu den Tiuphoren geben könnte. Er könnte sich mit ihnen verbünden oder von ihrer Invasion profitieren.

Dass Rhodan über die Vernichtung von Sterngewerken erfreut ist, ist ein massiver Missgriff, da bei dem Charakter unangemessen. Ich halte es aber nicht für sinnig, um die Angelegenheit moralische Diskussionen hochzuziehen. So ist das Sterben von Tiuphoren mit Fragen behaftet: Band 2803 deutet an, dass das Bewusstsein der Tiuphoren ihren Tod überdauert. Darüber hinaus stellt sich sowieso die Frage, ob die Tiuphoren als Spezies eine Gefahr darstellen, die (jedenfalls unter den gegebenen Umständen) nur durch ihre Vernichtung behoben werden könnte. (Der letzte Band legt Gegenteiliges nahe.) In dem Fall wäre ein Völkermord sogar ethisch gerechtfertigt, auch wenn ich es für unterirdisch halten würde, eine Handlung um so eine Prämisse aufzubauen. So oder so finde ich ganz losgelöst von moralischen Fragen, nicht, dass sich Rhodan dafür begeistern könnte.



Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)