PR 2831
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Perry Rhodan Nr. 2831: Der Pensor

Autor: Marc A. Herren

Inhalt

Atlan und seine Begleiter durchwandern die alternativen Versionen der WEYD'SHAN. Dabei begegnen sie immer wieder den Cherrenped'shan. Von manchen werden sie angegriffen, von anderen wird ihnen geholfen, nachdem sie wertvolle Hilfe bei Reparaturarbeiten geleistet haben. Atlan wird zu einem Atopischen Synaptor geführt, in dem er Kontakt mit einem Fauthen erhält, oder zumindest mit einem Überrest eines dieser unbegreiflichen Wesen. Unter der Voraussetzung, dass er den Balg zerstört, der sich als Bedrohung für das Atopenschiff erwiesen hat, erhält Atlan die mit einer Warnung verbundene Erlaubnis, einen Zellaktivator aus der WEYD'SHAN mitzunehmen. Die hiesigen Aktivatoren sehen aus wie sechs Zentimeter lange Sanduhren. Eine enthält blaue Kügelchen, die andere rote. Atlan muss seine Wahl weise treffen, denn nur eines der Geräte erfüllt die für den Flug durch die Zehrzone möglicherweise benötigte Funktion. Das andere spendet kein Leben, sondern raubt Vitalenergie.

Diesen Umstand nutzt Atlan, um Veyqen auszutricksen, der plötzlich erscheint und Shukard Ziellos als Geisel nimmt. Atlan gibt die Warnung des Fauthen mit abgewandeltem Wortlaut wieder, so dass sich Veyqen für den Zellaktivator mit roten Kügelchen entscheidet. Prompt zerfällt er zu Staub. Atlan nimmt den mit blauen Kügelchen gefüllten Zellaktivator an sich und macht sich unter der Führung eines Cherrenped'shan auf den Weg zum Pensor. Shukard, Gosgad Hehrer von Trynn und Amtum Hehre von Orbagosd bleiben zurück. Als sie wieder einmal von Cherrenped'shan angegriffen werden und in Todesgefahr geraten, meldet sich der besiegt geglaubte Balg bei Shukard. Das Wesen bietet dem Transterraner seine Hilfe an. Shukard lässt zu, dass sich der Balg mit seinem Körper verbindet. Durch die Fähigkeiten des Balgs wird Shukard zu einem unüberwindlichen Kämpfer. Er gerät in einen Tötungsrausch und metzelt alle Stelzenwürmer nieder. Anschließend muss er feststellen, dass er den Balg nicht wieder loswird. Das Wesen verfolgt eigene Ziele ...

In der Zentrale der WEYD'SHAN steht Atlan endlich dem Pensor gegenüber, einem über drei Meter großen Humanoiden, der einen klobigen schwarzgrauen und mit hellblau leuchtenden Hieroglyphen übersäten Anzug trägt. Das unter einer transparenten Helmblase erkennbare Gesicht wirkt puppenhaft. Der Pensor erkennt, dass Atlan jenseits der Materiequellen war, und ist bereit, ihn anzuhören. Als Atlan erklärt, er müsse mit Thez sprechen, erhält er vom Pensor eine Lehrstunde in Kosmologie. Dem Pensor zufolge ist das Universum ein achtdimensionales Gefäß, dessen achte Dimension es ihm ermöglicht, sich selbst zu enthalten. Vereinfacht ausgedrückt sind die Materiequellen und -senken für jemanden wie Atlan dasselbe, was ein Turm und ein Schacht für die Bewohner einer zweidimensionalen Welt wären. Die 2D-Wesen könnten zwar den Umfang des Turmes ermitteln, aber sie wären nicht in der Lage, seine Höhe zu erkennen. Die Ausdehnung eines Objekts im dreidimensionalen Raum, der immer da ist, den sie aber nicht wahrnehmen können, ist für sie rein hypothetisch. Die Superintelligenzen wären die Fundamente solcher Türme und die Kosmokraten/Chaotarchen sowohl ihre Eingeborenen als auch ihre Hausmeister. Sie sind die Türme, haben sich aber von ihnen gelöst und können durch den für die 2D-Wesen unbegreiflichen 3D-Raum reisen. Das heißt: Die Kosmokraten stellen eine Weiterentwicklung der Materiequellen dar und sind daran interessiert, sie zu erhalten oder gar zu vergrößern. Die Kosmokraten/Chaotarchen sind bei weitem nicht der Endpunkt derartiger Entwicklungen. Thez hat sich schon weiterentwickelt - er ist dem Horizont des GESETZES ein gutes Stück näher. Der Pensor scheint sich schon darauf zu freuen, Atlans Wunsch zu erfüllen. Die WEYD'SHAN wird für alle Zukunft den Cherrenped'shan übergeben. Ein Wagen wird bereit gemacht, der den Pensor, Atlan und dessen Begleiter in die ATLANC bringen soll.

Doch dort stehen die Dinge nicht zum Besten. Da der Toloceste Vor der Atomwacht nur Lua Virtanen und Vogel Ziellos mit in Sektor T genommen hat, von wo aus die Reise ins wahre Innere der Synkavernen weitergehen soll, muss sich Guineva Sternenwaag allein mit den radikalen Pionieren befassen. Beim Kampf gegen diese Infininauten wird Guinevas geliebter Schlitten zerstört. Die fast schon zum Bestandteil ihres Körpers gewordene Hightech-Rüstung wird schwer beschädigt. Guineva muss feststellen, dass selbst erfahrene CyboGen-Transterraner wie Tabea Sehnsuchtsquell auf der Seite der Infininauten stehen, obwohl deren Machenschaften bereits zu katastrophalen Veränderungen in den Introversen Gefilden geführt haben. Sie begegnet den Sudpurun Anh und Bahr. Die beiden sprechen von der "Geborenen des ANC", die möglicherweise alles wieder ins Lot bringen kann. Da die Geborene des ANC noch nicht eingetroffen ist, führen die Sudpurun Guineva zu den Klonfabriken der Pioniere, in denen auch ihre "Schwester" Morgaine erschaffen wurde. Dort ist inzwischen eine ganze Armee optimierter Klone entstanden. Hinter alldem steckt Guinevas tot geglaubter Elter Arthemia Sternenwaag, dem sie jetzt gegenübersteht.

Kringels Meinung:

Endlich ein Lichtblick nach dreiwöchiger Durststrecke! Marc lässt die Katze allerdings erst am Ende des Romans aus dem Sack, zuvor müssen wir durch das etwas langwierige Hin und Her mit den mal freundlichen, mal feindlichen Cherrenped'shan hindurch. Langeweile stellt sich dabei jedoch nicht ein, denn immer wenn es sich zu ziehen beginnt, wird in die ATLANC umgeblendet, wo Guineva Sternenwaag auf sich allein gestellt gegen die Infininauten vorgehen muss. Anscheinend waren ihre bisherigen Bemühungen (siehe PR 2821) doch nicht so erfolgreich wie gedacht. Man muss übrigens bedenken, dass seitdem auch schon wieder zwei Jahre Handlungszeit vergangen sind. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass nur Bruchteile der Synkavernen erforscht wurden, so ist es kein Wunder, dass da jemand unbemerkt alle möglichen Vorbereitungen treffen und die ATLANC an den Rand des Abgrunds bringen konnte. Die Motivation dieser Leute wurde ja schon ausreichend erklärt.

Da wird Atlan aber gucken, wenn er zurückkommt - jetzt hat er jemanden mit der Legitimation zum Weiterflug dabei, möglicherweise aber kein Schiff mehr! Doch zunächst einmal ist da ja noch der Balg. Sein vermeintliches Ende ist mir gleich verdächtig vorgekommen, denn dass diese Dinger nicht so leicht zu vernichten sind, wissen wir seit PR 2703. Der Balg hat von Matan Addaru Dannoer den Auftrag erhalten, Atlan unter allen Umständen aufzuhalten. Sicherlich wird der Kampf gegen diese Kreatur Thema des nächsten Romans sein - der Titel lässt darauf schließen. Ich vermute, dass der Pensor dabei ein Wörtchen mitzureden haben wird. Noch wissen wir nicht, über welche Machtmittel er verfügt. Ich war überrascht, wie schnell der Pensor bereit war, mit Atlan zu gehen und ihn womöglich sogar in die Jenzeitigen Lande zu bringen. Warum sollte er das tun? Aus reiner Abenteuerlust? Hier müsste eine Erklärung nachgereicht werden.

Atlans Lehrstunde in Kosmologie bringt im Grunde keine neuen Erkenntnisse, liefert aber ein sehr schönes und anschaulich formuliertes Sinnbild für die Entwicklung des Lebens im Perryversum, also eine Ergänzung des Zwiebelschalenmodells oder vielmehr eine alternative Version desselben, die die Erkenntnismöglichkeiten der Wesen in den jeweiligen Zwiebelschalen berücksichtigt. Besonders interessant ist dabei natürlich die Behauptung, dass sich die Kosmokraten/Chaotarchen immer noch weiterentwickeln. Somit wäre Thez (also ein Vogt der Ländereien von Thez?) ein ehemaliger Kosmokrat (oder Chaotarch), der zuvor eine Materiequelle war, welche sich aus einer Superintelligenz entwickelt hat, die die Bewusstseinsinhalte unzähliger intelligenter Lebewesen in sich vereinigt. Und selbst Thez ist noch nicht der Endpunkt. Es gibt einen "Horizont des GESETZES", zu dem hin sich alles Leben entwickelt. Ist das GESETZ somit die letzte Grenze dessen, was aus dem Leben in diesem Universum werden kann? Und was kommt jenseits des GESETZES? Gott? Wenn dem so wäre, dann wäre dies die Antwort auf die Dritte Ultimate Frage: Gott hat das GESETZ initiiert und es bewirkt, dass es keine anderen Götter geben kann.

J. Kreis, 22.11.2015


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Gastkommentare


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Patrick (23.11.2015):

"Atlans Lehrstunde in Kosmologie bringt im Grunde keine neuen Erkenntnisse"
Tatsächlich? Bislang war doch unklar, wie viele Dimensionen das Universum hat. Jetzt sollen es acht sein. Ich frage mich, warum man sich dazu veranlasst sah, diese Festlegung zu treffen, und wie verbindlich sie ist - "Die Koltonen nutzten noch höhere Dimensionen, mit den elfdimensionalen Gyshon-Dimensionsfalten mindestens bis zur 11. Dimension. (PR 744)"

"Besonders interessant ist dabei natürlich die Behauptung, dass sich die Kosmokraten/Chaotarchen immer noch weiterentwickeln."
Das wurde doch schon vorher angedeutet? Allerdings eröffnet das Ansprechen dieses Themas für PR ein ganz neues Feld, wobei man befürchten muss, wieder einen surrealen Gigantismus zu erleben. Wie, bitte, sollen wir uns ein Wesen vorstellen, dass noch mächtiger als Kosmokraten/Chaotarchen ist?

"Somit wäre Thez (also ein Vogt der Ländereien von Thez?)"
Wer ist Thez? Entweder der Herrscher dieser Ländereien war (und die Vögte nur seine Diener) oder Thez ist durch Bewusstseinsfusion der Vögte entstanden - also so wie sich Individuen zu Superintelligenzen vereinigen.

"Ist das GESETZ somit die letzte Grenze dessen, was aus dem Leben in diesem Universum werden kann?"
Ich betrachte das GESETZ als die Summe der Naturgesetze im Universum bzw Multiversum. Sein Horizont wäre damit die Grenze zwischen "im Rahmen der Naturgesetze möglich" und "transzendent". Hinter dem Horizont spielen sich also Dinge ab, die nichts mehr mit dem GESETZ zu tun haben.

"Gott?"
Als Frage natürlich in Ordnung, aber trotzdem ein Fehler. Wenn Menschen mit etwas konfrontiert werden, das sie nicht verstehen, dann heißt es immer "Gott war's". Ich denke nicht, dass wir es je erfahren werden. Die Annahme eines Gottes widerspricht aus meiner Sicht auch dem Geist, der PR innewohnt.
(Mein Tipp: Gott ist ein Großrechner, der das GESETZ initiiert hat, um eine Gleichung zu testen!)

"Gott hat das GESETZ initiiert und es bewirkt, dass es keine anderen Götter geben kann."
Wieso nur ein Gott? Sie haben hier auch den Monotheismus übernommen. Außerdem: Wenn das die Antwort wäre, wie können Sie und ich noch weiterleben? Perry Rhodan ging davon aus, dass die Antwort auf die dritte Frage seinen Verstand zerstören würde; wogegen KOLTOROC (angeblich) in der Lage war, die Antwort geistig zu verarbeiten. Deswegen glaube ich nicht, dass wir die Antwort je erfahren werden, und die Beschäftigung mit diesen letzten Geheimnissen ist daher auch müßig; man wird schwer wieder von der Feststellung, die dritte Frage überschreite den menschlichen Verstand, wegkommen. In Wahrheit bekommen wir die Antwort nie, weil damit die Serie faktisch am Ende angelangt wäre - irgendein Geheimnis und irgendetwas Unbegreifliches muss es immer geben.
Die Perrypedia spekuliert ohne Quellenangabe, das GESETZ sei der Moralische Kode, der jedoch soweit ich weiß nur das Multiversum betrifft, und das Multiversum ist ein Gebilde aus mehreren Universen, jedoch nur eines unter vielen. Setzt man das GESETZ mit dem Moralischen Kode gleich, so müsste es mehrere GESETZE geben. ("Rund eine Milliarde solcher Universen bilden zusammen eine Kugel, das so genannte Hauptuniversum oder Multiversum. Dieses bewegt sich mit Lichtgeschwindigkeit zusammen mit anderen Hauptuniversen, die Billionen von Lichtjahren voneinander getrennt sind, bis ans Ende der Zeit (sic!) im unendlichen Hyperraum. (PR 269) Das Multiversum wird vom Moralischen Kode durchzogen. Die Hohen Mächte des Multiversums wie Chaotarchen, Kosmokraten und Si kitu sind in verschiedenen Universen des Multiversums aktiv. Eine Bemerkung Lotho Keraetes kann so gedeutet werden, dass die Hierarchie nach oben offen ist, es also noch Gefilde gibt, die mehrere Multiversen umfassen, usw. ad infinitum.")
Der Logik nach wären, sofern die Autoren diesen Definitionen folgen, Kosmokraten und Chaotarchen an das GESETZ und damit ein Multiversum gebunden; alles hinter dem Horizont des GESETZES könnte über ein Multiversum hinaus operieren. Und ein derartiger äußerer Akteur könnte dementsprechend auch das GESETZ initiiert haben.

Hier sei noch an die drei Ultimaten Fragen des Atopischen Tribunals erinnert:
- Was ereignet sich hinter dem Horizont des GESETZES? (Sic!)
- Auf welcher Seite des Spiegels der Schöpfung existiert der Fragesteller?
- Wem gehört die Zeit?

Ich würde gerne auf ein Problem verweisen, das nicht angesprochen wurde. Bisher war es, von diffusen Ausnahmen abgesehen, doch so, dass es eine positive wie negative Entwicklung gibt. Also Ordnung und Chaos. Wird daran festgehalten und wenn ja, wo ordnet sich Thez ein?

Abschließend möchte ich sagen, dass ich den Verantwortlichen hier gratulieren muss. Es war nach so langer Zeit ein geradezu revolutionärer und mutiger Akt, sich mal wieder mit kosmischen Fragen zu befassen, denn diese prägen das Perryversum wie kein anderes Thema, bestimmen sie doch letztlich die Handlungsoptionen und die Möglichkeiten für neue Zyklen. Mutig ist es deswegen, weil man das Gesagte schwer wieder zurücknehmen kann. Ich frage mich aber, ob man die Angelegenheit vielleicht zukünftig doch wieder verwirft oder ignoriert.



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