PR 2826
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Perry Rhodan Nr. 2826: Der lichte Schatten

Autor: Uwe Anton

Inhalt

25. April 1518 NGZ: Die KRUSENSTERN hat das Solsystem erreicht und befindet sich im Neptunorbit. Viccor Bughassidow hat um ein Gespräch mit der Solaren Premier gebeten und muss nun strenge Sicherheitsvorkehrungen dulden. Eine hundertköpfige Raumlandeeinheit unter dem Kommando von Captain Madox Freeman und Oberleutnant Madox Parzinger bildet eine Art Brückenkopf in Bughassidows Schiff. Er übergibt ihnen eine gesicherte Probe der Balpirol-Proteindirigenten. Diese wird zur CLAUDIA CHABROL gebracht, einer hochspezialisierten Medo-Explorer-Einheit der NEPTUN-Klasse unter dem Kommando von Hector Jenner, der mit dem Kybernetiker Magnus Lunneberg zusammenarbeitet.

Cai Cheungs Besprechung mit Bughassidow verläuft unbefriedigend, denn die Solare Premier bekommt kaum Neuigkeiten zu hören. Dennoch genehmigt sie den Anflug der KRUSENSTERN auf den Jupitermond Europa. Bughassidows Verschlossenheit hat einen Grund, von dem niemand etwas ahnt. Er steht unter dem Einfluss des Mentalmodulators. Er nimmt ihn wie einen "lichten Schatten" in seinem Bewusstsein wahr und kann nichts tun oder sagen, was Eyyo oder die Eyleshioni in Gefahr bringen würde. Er kann den Planeten und das Volk nicht einmal erwähnen. Wenn er es trotzdem versucht, wird er von Schwindel und Herzrasen übermannt. Daher benimmt er sich nur so auffällig, wie es der lichte Schatten gerade noch zulässt. Unter anderem überträgt er Jatin für die Zeit seiner Abwesenheit das Kommando über die KRUSENSTERN. Wie erhofft schöpft Kommandant Marian Yonder Verdacht.

Voyc Lutreccer und Meechyl wollen die tief unter dem Ozean Europas liegende Bughassidow-Kaverne unbedingt mit eigenen Augen sehen, aber ihre Anwesenheit darf nicht bekannt werden. Durch ein Ablenkungsmanöver gelingt es Bughassidow, die beiden unbemerkt mitzunehmen. Zunächst stattet er Dinald Fry, dem Ersten Gemeinderat der Kuppelstadt Telephassa, einen Besuch ab. Matti Laurentiu, der Sprecher der Eigenhüter, wird hinzugebeten. Die Eigenhüter sind Umweltaktivisten, die in einer anderen Kuppelstadt leben. Es ist ihr Ziel, den Lebensformen im Ozean Europas eine eigenständige Entwicklung zu ermöglichen. Sie stehen Bughassidows Forschungen deshalb ablehnend gegenüber. Bughassidow provoziert Laurentiu absichtlich. Sobald er die Kaverne erreicht hat, versucht er den dortigen Kurator Seneca Loy mit Kodewörtern zu warnen. In der Kaverne sind außerdem Pattrok Beldech und Töyontur tätig. Der Terraner und der Gataser sind Kontakt-Orter in Bughassidows Diensten. Wenn sie nahe beisammen sind, haben sie die Parafähigkeit eines Orters, das heißt, sie können denkende Wesen lokalisieren. Auf diese Weise hat Bughassidow seinerzeit die Kaverne gefunden, denn das ungleiche Paar hat ein Gespinst aus PEW-Metall geortet. Dieses Gespinst bildet das Solsystem ab - aber mit elf Planeten!

Yonder veranlasst, dass Jatin unauffällig gescannt wird. Da er die Scans natürlich nicht in der Medoabteilung der KRUSENSTERN analysieren lassen kann, zieht er Jenner hinzu. Der kommt danach persönlich an Bord, denn er hat winzige pseudo-biogene Mikrogenten in Jatins Hirn entdeckt, welche künstliche Substanzen absondern. Somit ist klar, dass Jatin und höchstwahrscheinlich auch Bughassidow unter Fremdbeeinflussung stehen. Jenner hat bereits Cai Cheung informiert. Auch Freeman und Parzinger werden eingeweiht. Jatin wird kurzerhand paralysiert und operiert; der riskante Eingriff verläuft erfolgreich.

Meechyl aktiviert das von Lutreccer als Ziquama-Artefakt bezeichnete PEW-Gespinst. Eine Botschaft der Larin Brea-Sil an die Kerouten wird abgespielt. Diese Nachricht enthält einen Datensatz mit Koordinaten, an denen sich Sheheena nach der Versetzung durch die Purpur-Teufe ungefähr befinden müsste. Da greifen die Eigenhüter an. Bughassidows Provokation hat gewirkt! Sie blockieren zwar nur vorübergehend den Eingang, doch es gelingt Bughassidow, sich selbst so sehr in Panik zu versetzen, dass der Mentalmodulator verwirrt wird. Mit dem Codewort "Potemkin" veranlasst Bughassidow Loy zum Eingreifen, dann verliert er das Bewusstsein. Als er wieder zu sich kommt, ist Loy tot. Meechyl und Lutreccer haben sich gegen ihn verteidigt, dabei ist es zu einem bedauerlichen Unfall gekommen. Die Anoree und der Eyleshioni wollen nun nach Sheheena fliegen. Sie meinen, dort verberge sich die letzte Chance für die Milchstraße. Die Kontakt-Orter kommen mit zur KRUSENSTERN. Zurück an Bord werden Meechyl und Lutreccer paralysiert, sie landen in Arrestzellen. Bughassidows Mentalmodulator wird entfernt.

Am 3. Mai erscheint Cai Cheung mit Staatssekretär Rai Mo in der KRUSENSTERN. Jetzt kann Bughassidow frei sprechen. Er gibt der Solaren Premier alle Daten über Eyyo. Im Gegenzug erfährt er, was über die Tiuphoren bekannt ist. Cheung wird demnächst eine Delegation nach Eyyo schicken, um ihnen einen Pakt gegen die Tiuphoren vorzuschlagen. Die KRUSENSTERN wird offiziell mit der Suche nach Sheheena beauftragt. Meechyl und Lutreccer sowie die Raumsoldaten bleiben an Bord, ebenso die beiden Kontakt-Orter. Die TOMASON, die ALFRED WEGENER und die TSCHENG HO, ein Omniträger der JUPITER-Klasse und zwei Kampfschiffe der SATURN-Klasse, folgen dem alten Fragmentraumer in einigem Abstand, denn man möchte bei den Bewohnern Sheheenas - falls diese noch leben - nicht mit der Tür ins Haus fallen.

Kringels Meinung:

Uwe Anton muss erzählen, wie Bughassidow an Sheheenas Koordinaten gelangt. Die Daten warten in einer Kaverne auf ihn, die zu seinem Grundbesitz gehört und die er daher aufsuchen kann, wann immer er will. Die Kaverne befindet sich auf einem gut erschlossenen Mond, auf dem keinerlei Gefahren lauern. Der Mond gehört zum Solsystem, das ausschließlich von Freunden bevölkert und obendrein durch den Kristallschirm geschützt ist, der jegliche Gefährdung zum Beispiel durch die Tiuphoren ausschließt. Wie konnte Uwe Anton seinen Job also erledigen, ohne schon nach drei Seiten fertig zu sein? Nun, er lässt viele Beschreibungen von Europa, Telephassa und den Menschen dort sowie von den Lebensformen im Eisozean einfließen. Anton versucht die Datenblattqualität dieser Abschnitte abzumildern, in dem er beschreibt, wie das alles auf Bughassidow wirkt, was er zum Beispiel beim Anblick der Oberfläche Europas empfindet. Der Leser soll dieselbe Faszination spüren.

Zumindest teilweise ist das gelungen, was aber auch daran liegen kann, dass ich vor einiger Zeit den Film Europa Report gesehen habe und mir somit gut vorstellen kann, was Bughassidow sieht. Auch die beiden Madoxe haben es mir irgendwie angetan. Es kommt mir so vor, als hätten Personen aus der realen Welt bei diesem Pärchen Pate gestanden. Ich komme nur nicht drauf, wer gemeint sein könnte. Ansonsten konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Bughassidow den Mentalmodulator nur aus einem einzigen Grund eingesetzt bekommen hat: Die Reise zur Bughassidow-Kaverne sollte ihm ein bisschen schwerer gemacht werden. Zugegeben, sein inneres Ringen wird ganz gut dargestellt. Dadurch wird die sehr, sehr, sehr dünne Handlung letzten Endes aber nur gestreckt, bis Anton durch alberne Aktionen mit echten und holografischen Hummern noch einen draufsetzt.

Die Paranoia der Eyleshioni ist ja verständlich. Aber die Erkenntnis, dass der Versuch, sich in einer von den Tiuphoren überrannten Galaxie (die Eyleshioni gehen fest davon aus, dass es dazu kommen wird) dauerhaft vor dem Feind zu verstecken, möglicherweise zum Scheitern verurteilt sein wird, kommt ihnen ein bisschen spät. Wenn sie wirklich absolut sicher gehen wollen, hätten ihre Kundschafter die Dunkelwolke niemals verlassen dürfen. Sie hätten niemandem, auch nicht den Cheborparnern, den geringsten Hinweis auf den Standort Eyyos oder des benachbarten Kontaktmondes geben dürfen. Und natürlich hätten sie Bughassidow / Jatin nicht gehen lassen dürfen, Mentalmodulator hin oder her. Jetzt ist das Kind doch sowieso in den Brunnen gefallen. Der Kurs der KRUSENSTERN lässt sich zurückverfolgen, die Verwicklung von Cheborparnern und Eyleshioni in die Sache mit der Posbi-Paranoia ist längst bekannt. Warum also die ganze Heimlichtuerei? Vermutlich fällt es ihnen einfach schwer, jahrhundertealte Gewohnheiten abzulegen.

Der Mentalmodulator ist wieder mal so ein Beispiel für Wundertechnik, die man einfach hinnehmen muss, weil nie genau erklärt wird, wie sie eigentlich funktioniert. Die Mentalmodulatoren müssen quasi die Parafähigkeiten von Telepathen und Hypnos in sich vereinen. Außerdem müssen sie so intelligent sein, dass sie eigenständig erkennen können, welche Bedeutung die Gedanken des Trägers überhaupt haben. Wann er die Wahrheit denkt, wann er lügt und wie sich Wahrheit oder Lüge auf Wohl und Wehe der Eyleshioni auswirken könnten. Das alles ist schwer zu akzeptieren.

J. Kreis, 18.10.2015


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Gastkommentare


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Michael (21.10.2015):

Immer wieder faszinierend, wie unterschiedlich Geschmäcker sein können und wie unterschiedlich dadurch z.B. die Bewertung eines Romans sein kann. Die letzten Romane an Bord der Krusenstern haben mir persönlich nämlich ausgesprochen gut gefallen. Sie enthalten alles, was ich an Perry Rhodan Romanen mag. Auch der vorliegende Band macht da keine Ausnahme, sondern erzählt die Geschichte kurzweilig und flüssig weiter. Zwar kein herausragender Roman, aber an einigen Stellen doch so spannend, dass ich gefesselt war und wissen wollte wie es weitergeht. Nach den Atlan-Abenteuern auf der ATLANC und auf Andrabasch, die mir überhaupt nicht gefallen haben und durch die ich mich regelrecht habe durchquälen müssen, eine willkommene Abwechslung.
Übrigens eine gut gelungene Titelbild-Reminiszenz an Johnny Bruck, die nostalgische Gefühle in mir wachruft.


Phil (17.10.2015):

Nicht zu fassen, was ein Schrott. Eine Unverfrorenheit. Ich könnte jetzt hier anfangen, den gesamten Roman auseinanderzunehmen, aber das würde den Rahmen sprengen, deswegen exemplarisch für all die handwerklichen Stümpereien nur mal das siebte Kapitel:
- Mutanten (Orter), deren Fähigkeiten innerhalb von drei Seiten mehrmals völlig anders beschrieben werden.
- Dialogführungen, so inkonsistent, dass man einen Schreibkurs abhalten könnte, wie man es NICHT macht. (Zuerst weiß Lutreccer nicht, was PEW ist, einen Satz später weiter weiß er es; Bughassidow erzählt völlig motivationslos eine Geschichte über einen geschäftlichen Konkurrenten, eine Geschichte, die dann nicht einmal ein Ende besitzt außer: "Wir einigten uns, naja, vielleicht hatte ich ein wenig nachgeholfen.." (hä?)
- Personen, die einfach mal im Raum vergessen werden (Seneca Loy)
- Personen werden "plötzlich" erschöpft", ziehen sich in Zelte (!) zurück, um eine Minute später wieder fit herumzuschreien: "Wir werden angegriffen!" (das waren übrigens wieder die Orter, die jetzt plötzlich offenbar doch Telepathie können; und dann auch noch fehlerhaft, denn es war ja kein Angriff...ahhh, die Katze beißt sich selbst in den Schwanz...)
- Zwei Außerirdische, die zuerst Schutzanzüge mit undurchsichtigen Helmen tragen, da man sie ja nicht erkennen darf, die dann aber "plötzlich" offenbar keine mehr tragen, da man ihnen in die Augen sehen kann, da sie "Zeigefinger" benutzen und tief durchatmen etc. (wodurch übrigens die KOMPLETTE Szene in sich unlogisch wird, da Bughassidow dann gar nicht mit seinem Modulator hätte ringen müssen und auch Seneca Loy längst eingegriffen hätte... ahhh, aber der wurde ja drei Seiten lang vergessen...aaah, okay, aber zumindest die Orter hätten eingreifen können... ach nein, die waren ja plötzlich erschöpft...mannmannmann, jetzt bin ich selbst verwirrt.)
- Ein Pseudo-Deus-Mechanika (plötzlich gibt es noch ein Code-Wort: "Potemkin"), der aber auch nichts bringt (außer, dass Seneca wieder dabei ist) und gleich darauf durch einen (unbschriebenen, quasi im "off") Unfall sterben darf.
- unbeschreibbar dämliche innere Monologe (Bughassidows erster Gedanke nach dem Gefasel des Larenlogos in Alt-Larisch: "Diese Worte hatte er noch nie gehört". A.C.H. W.A.S.!) Etc...
Dann wie üblich bei U.A. diese mehrmaligen Wiederholugen ein- und derselben Textbausteine über die gesamte Heftlänge... das Aufweichen der selbst geschaffenenen Struktur in die beiden personellen Er-Erzähler Bughassidow und Yonder, als plötzlich völlig ohne Not eine halbe Seite aus Sicht von Freeman erzählt wird (unter der Kapitelüberschrift "Marian Yonder")...logische Fehler noch und noch... Dialoge, so grottig und um sich selbst kreisend, dass ich mich fremdschämen musste... eine Dramaturgie, die diesen Namen nicht mal ansatzweise verdient... und die Figurenzeichnung...hatte ich bei Robert Corvus noch klar vor Augen, wer und wie Jatin/Lutreccer/Meechyl sind, so waren alle jetzt so hohl und austauschbar wie drei monochrome Taras...
Ach, scheiß auf mehr Beispiele.
Die einzigen Textstellen, die halbwegs was taugten, waren die Beschreibungen von Europa; aber die gingen höchstwahrscheinlich auf das Konto von Rainer Castor (und U.As Copy-and-Paste-Finger).
Ich bin wahrlich stinksauer. Ich habe keine Ahnung, was U.A. reitet, so ein lustloses Gestümper abzugeben (und das war innerhalb der letzten ca 50 Bände wahrlich nicht das erste Mal, siehe z.B. 2819 oder auch 2786), aber selbst für ein 2.10 Euro-Groschenheft ist das schlicht und einfach eine Frechheit. Wenn er keine Lust mehr auf Perry hat, soll er es doch einfach bleiben lassen.



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