PR 2825
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Perry Rhodan Nr. 2825: Unter dem Sternenbaldachin

Autor: Robert Corvus

Inhalt

Die infizierten Posbis greifen die drei Cheborparnerschiffe mit der BRUSSSILOW I an. Das Beiboot wird vernichtet. Madame Ratgeber übersteht die Explosion, wenn auch schwer beschädigt, und wird später geborgen. Da sich Marian Yonder kooperationsbereit gibt, wird die KRUSENSTERN vorerst verschont.

Viccor Bughassidow und Jatin werden zu einem Treffen mit der vergleichsweise zugänglichen Syntharchin Tammal Zeygast nach Eyyo gebracht. Die Eyleshioni leben in enger Verbundenheit mit der Pflanzenwelt ihres Planeten. Die sonnenlose Welt erhält Licht und Wärme von den sieben Sternenbaldachinen. Diese wenige Meter dicken, aber am Äquator knapp 4000 Kilometer breiten Bahnen sind an Trägern aufgehängt, die sich an den Polen in mehr als 130 Kilometer Höhe erheben. Die Sternenbaldachine schirmen große Teile der Planetenoberfläche ab und regeln zudem die Tages- sowie Jahreszeiten. Etwa hundert Anoree leben auf Eyyo, ansonsten ist der Planet für Fremde tabu. Voyc Lutreccer würde Bughassidow und Jatin am liebsten so schnell wie möglich wieder loswerden, zumal die schlimmsten Befürchtungen seines Volkes wahr geworden sind: Tiuphoren wurden in der Milchstraße gesichtet. Bughassidow und Jatin erfahren, dass die Eyleshioni vor dieser tödlichen Bedrohung vor langer Zeit geflohen sind.

Eyyo wurde seinerzeit von einer Purpur-Teufe durch Zeit und Raum versetzt, vor 132.000 Jahren ist der Planet rematerialisiert. Um sich vor den Tiuphoren zu verstecken und auf der noch nicht durch Sternenbaldachine geschützten Welt überleben zu können, haben die Eyleshioni drastische Schritte eingeleitet. Die Gesamtpopulation wurde auf 10 Millionen Individuen begrenzt. Die Benutzung von Hypertechnik wurde verboten. Bis auf wenige Ausnahmen wurde allen Eyleshioni Angst vor dem Weltraum angezüchtet. Nur einzelne Agenten haben den Planeten seitdem verlassen, um Informationen über die Lage in der Milchstraße einzuholen. Vor 357 Jahren ist es zur Kontaktaufnahme mit den Anoree gekommen. Die Eyleshioni waren beeindruckt von der durch die Cantaro bewirkten Abschirmung der Milchstraße - etwas Ähnliches wollten sie für Eyyo haben. Die Eyleshioni bezeichnen die durch all diese Maßnahmen erzielte totale Isolation als Hyper-Versunkenheit.

Doch das ist noch nicht alles. Die Balpirol-Proteindirigenten wurden tatsächlich von den Eyleshioni zusammen mit den Anoree entwickelt, sind aber im Grunde keine gegen die Posbis gerichtete Waffe. Eigentliches Ziel sind die Indoktrinatoren, jene Allzweck-Nanomaschinen, auf denen die militärische Überlegenheit der Tiuphoren zumindest teilweise basiert. Die Posbis sind nur Testobjekte. Den Tefrodern wurden die Balpirol-Proteindirigenten aus dem einfachen Grund zur Verfügung gestellt, weil sie mit den Onryonen zusammenarbeiten, denen - beziehungsweise deren Vorfahren, den Rayonen - die Eyleshioni schon zu Zeiten des Kodex vertraut haben. Durch den Einsatz der Balpirol-Proteindirigenten wollen sich die Eyleshioni Zeit für die Flucht vor den Tiuphoren erkaufen, denn Flucht ist ihrer Meinung nach die einzige Option. Die hierfür benötigten Schiffe sollen von den Cheborparnern zur Verfügung gestellt werden, mit denen die Eyleshioni seit etwa 260 Jahren kooperieren.

Bughassidow wird operiert und an eine Vorrichtung angeschlossen, die es ihm ermöglicht, die Geschichte der Eyleshioni teilweise nachzuerleben. Die Prozedur ist nicht ausgereift und bringt Bughassidow an den Rand des Todes. Nachdem er sich wieder erholt hat, schmieden er und Jatin neue Fluchtpläne. Meechyl hat dabei eine wichtige Rolle zu spielen, denn sie hat erklärt, dass es eine Heilmöglichkeit für die Posbi-Paranoia gibt. Man müsste die Posbis mit modifizierten Balpirol-Proteindirigenten impfen, die die Wirkung der ersten Infektion aufheben. Jatin verabreicht Meechyl Prionen, die die Technoimplantate der Anoree befallen. Auf diese Weise wird Meechyl willfährig gemacht. Bughassidow zieht die richtigen Schlüsse aus den in den letzten Tagen gewonnenen Informationen. Die Flucht der Eyleshioni hat vor 20 Millionen Jahren stattgefunden. Auf dieses Alter wurden die Artefakte in der Bughassidow-Kaverne auf dem Jupitermond Europa geschätzt und den Datenbanken der Eyleshioni zufolge wurde Sheheena, ein Planet des Mitraiasystems, ebenfalls vor 20 Millionen Jahren von einer Purpur-Teufe versetzt. Sheheena, so nimmt Bughassidow an, ist mit der von ihm so lange gesuchten Dunkelwelt Medusa identisch.

Doch Bughassidow und Jatin fliegen auf, ihre Pläne scheitern. Die beiden werden fünf Syntharchen vorgeführt. Dabei wird entschieden, dass ihnen Mentalmodulatoren implantiert werden sollen, mit denen verhindert wird, dass sie etwas tun, das den Eyleshioni schaden würde. Sie hätten danach keinen freien Willen mehr. Meechyl bereitet den Eingriff vor.

Am 3. April 1518 NGZ kehren Bughassidow und Jatin zur KRUSENSTERN zurück. Sie werden von Meechyl und Voyc Lutreccer begleitet. Bughassidows nächstes Ziel ist das Solsystem. Er muss sich die Kavernen von Europa noch einmal genauer ansehen, denn jetzt hat er eine neue Spur in Sachen Medusa.

Kringels Meinung:

Ach, jetzt will Bughassidow die Balpirol-Proteindirigenten, die sich ja wohl mit Sicherheit immer noch in der KRUSENSTERN befinden (zumindest Madame Ratgeber ist infiziert), auch noch ins Solsystem einschleppen? Soviel zum Thema Quarantäne! Mir will übrigens nicht so recht einleuchten, warum ausgerechnet die Posbis Versuchskaninchen für die angeblich gegen tiuphorische Indoktrinatoren gedachten Prionen spielen mussten. Sind die Indoktrinatoren genauso oder wenigstens ähnlich aufgebaut wie die Posbis, bestehen sie also aus Positroniken und lebendem Plasma? Wohl kaum! Weiß überhaupt irgendwer außer den Tiuphoren, wie die Indoktrinatoren funktionieren und somit, wie sie angegriffen werden können? Woher wollen die Eyleshioni/Anoree also wissen, dass sie mit den Prionen auch nur das allergeringste gegen die Indoktrinatoren ausrichten können? Ebenso gut hätten sie beliebige andere Rechner für Tests einsetzen können, das Ergebnis wäre genauso sinnlos gewesen wie die Verseuchung der Posbis. Im Nachhinein kann ich die Posbi-Paranoia somit nur als billige Effekthascherei bezeichnen.

Dafür kann Robert Corvus natürlich nichts. Leider gefällt mir die zweite Hälfte des Doppelromans aber auch unabhängig davon nicht annähernd so gut wie die erste. Das liegt vor allem an einem Kunstgriff, den die Autoren immer wieder einsetzen, wenn sie Informationen vermitteln sollen, die sie nicht vernünftig in die Handlung einbetten können. Da werden irgendwelche Lebensgeschichten erzählt oder jemand wird in eine Scheinwelt versetzt, in der er - wie hier - entscheidende Ereignisse nacherlebt. Ich finde das diesmal sogar doppelt ärgerlich, denn einerseits erfahren wir im Grunde nichts, was wir uns nicht sowieso schon zusammenreimen konnten. Dass die Eyleshioni Kontakt mit den Lkandonern hatten ist nur ein Querverweis zu den aktuellen Hörspielen. Wir wissen jetzt, dass sie zu Zeiten der Methankriege, des Schwarms sowie kurz nach der Monos-Herrschaft unterwegs waren und sogar in Erwägung gezogen haben, sich aus Gründen des Selbstschutzes der mächtigen Terminalen Kolonne TRAITOR anzuschließen. So what?

Andererseits gibt es überhaupt keinen Grund für die Eyleshioni, Bughassidow dieser Behandlung zu unterziehen. Die kommt mir ohnehin recht sinnfrei vor. Wenn der Proband die Prozedur mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht überlebt, ist der ganze Aufwand doch für die Katz. Und was haben die Eyleshioni jetzt davon? Bughassidow weiß, dass sie panische Angst vor den Tiuphoren haben. Warum sie solche Angst haben, weiß er dagegen nicht, denn er hat die von den Tiuphoren verübten Gräuel eben nicht "aus erster Hand" nacherlebt. Das wäre doch viel wichtiger gewesen. Die Eyleshioni hätten Bughassidow also auch einfach sagen können, was Sache ist! Aber nein, es mussten ja ein paar Dutzend Seiten mit kurzen Rückblicken und noch kürzeren Kapiteln gefüllt werden, in denen sich Jatin wegen Bughassidows Gesundheitszustand grämt. Spannend war das nicht.

Mit der totalen Isolation der Eyleshioni ist es in Wahrheit auch nicht besonders weit her. Was bringt es, den Planeten hinter einem Verzerrerfeld und in einer Dunkelwolke zu verstecken, wenn es doch immer wieder Einzelpersonen gibt, die seinen Standort kennen und in die Galaxis hinausgehen? Die Cheborparner scheinen sogar regelmäßig zum Kontaktmond zu fliegen, kennen die Koordinaten also auch. Sobald die Tiuphoren erst einmal diesen Mond gefunden haben, haben sie auch Eyyo entdeckt. Sind die Eyleshioni denn nie auf den Gedanken gekommen, dass sie gerade aufgrund ihrer Heimlichtuerei besonders lohnende Beute für die Tiuphoren sein könnten? Diese Typen freuen sich doch immer, wenn ihre Gegner es ihnen schwer machen!

Eine Frage bleibt offen. Haben Bughassidow und Jatin ihren freien Willen verloren oder hat Meechyl, die ja doch ein bisschen auf ihrer Seite zu stehen scheint, etwas dagegen unternommen?

J. Kreis, 11.10.2015


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Rainer Fürstenfeld (16.10.2015):

Ich stimme JK zu: die Erlebnisse, die Bughassidow vermittelt wurden, fand ich auch eher ungeeignet, die Angst der Eyleshioni vor den Tiuphoren zu erklären. Wahrscheinlich sollen Bughassidow zu diesem Zeitpunkt des Zyklus keine genaueren Informationen über die Tiuphoren in die Hände fallen.
Aber warum sollen die Balpirol-Proteindirigenten einentlich nicht gegen die Indoktrinatoren helfen? Wir können ja nicht ausschließen, dass die Eyleshioni seinerzeit zu entscheidenden Erkenntnissen gelangt sind. Vielleicht konnten sie eine Brünne erbeuten oder einen Tiuphoren gefangen nehmen? Wie muss man sich eigentlich die Wirkung vorstellen, leidet dann die Brünne an Paranoia und richtet sich gegen ihren Träger? Oder werden gar die Tiuphoren direkt befallen und laufen zu Vetris-Molaud über? Der könnte dann der staunenden Galaxis verkünden, er wäre zum Tomcca-Caradocc ernannt worden und alle Tiuphoren hören auf sein Kommando...
Etwas halte ich für noch unwahrscheinlicher: die geplante Flucht der Eyleshioni mit Raumschiffen. Abgesehen von der nötigen Logistik für 10 Millionen Leute, man züchtet sich doch keine Raumangst an, um dann genau dorthin zu fliehen. Außerdem: wohin denn eigentlich genau? Haben die schon einen Zielplaneten? Und womit wollen die eigentlich die Flotte bezahlen? Sie treiben doch keinen Handel, außer vielleicht in geringem Maß mit den Cheboparnern?
Nun, wir wissen jetzt, dass Eyyo rund 20 Millionen Jahre übersprungen hat, beim Gang durch die Purpur-Teufe. Mich würde es daher nicht wundern, wenn Sheheena/Medusa noch 1518 NGZ auftaucht, und unsere lieben Chalicotherien, kaum dass sie angekommen sind, die Wende im Kampf gegen die Tiuphoren bringen müssen.



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