PR 2821
© Pabel-Moewig
Verlag KG, Rastatt



Perrypedia



Archiv-Startseite
PR - Übersicht
Heftromane
Zyklus-Übersicht
« PR 2820 «
» PR 2822 »
Perry Rhodan Nr. 2821: Im Unsteten Turm

Autor: Marc A. Herren

Inhalt

Die Spur der entführten Jugendlichen führt in jenen Sektor der ATLANC, der Zugänge in die Synkavernen enthält und von den Tolocesten bewohnt wird. Da es Atlan schwer fällt, an eine Verwicklung der Tolocesten in die Angelegenheit zu glauben, zitiert er Guineva Sternenwaag herbei, die Sprecherin der Pioniere. Die stolze CyboGen-Transterranerin weist jede Schuld von sich, ist aber bereit, Atlan und seine Begleiter, die Gen-Architektin Oona Fahrenhayd sowie den Haluter Avan Tacrol, in die Synkavernen zu führen. Man geht inzwischen davon aus, dass Lua Virtanen, Shukard Ziellos und Vogel Ziellos dort festgehalten werden. Außerdem spricht das ANC von seltsamen Vorgängen in den Synkavernen. Angeblich wird dort der Toloceste Schaum auf Zeitwellen vermisst. Kaum hat Atlan die Synkavernen betreten, da geht es ihm viel besser. Der schädliche Einfluss der Zehrzone ist hier nicht zu spüren.

Vom ANC erfahren Atlan und seine Begleiter, dass die Pioniere nicht die ersten Lebewesen sind, die sich einen Lebensraum in den Synkavernen geschaffen haben. Als die ATLANC noch die MAYDHANC war, sind viele damalige Besatzungsmitglieder (die Sudpurun) dorthin übergesiedelt. Von diesen Wesen sind jetzt nur noch paramaterielle Echos übrig. Die Sudpurun Anh und Bahr, deren "Körper" aus verschiedenen, sich ständig verändernden geometrischen Formen bestehen, kontaktieren Atlan. Sie sind hilfsbereit, denn die ATLANC ist in Gefahr. Das Schiff folgt den Schatten autokausaler Ereignisse und droht vernichtet zu werden. Atlan muss versprechen, in die Jenzeitigen Lande zu reisen und die ATLANC einem Atopen zu übergeben, denn nur so kann die Katastrophe verhindert werden. Ein Zwischenstopp auf Andrabasch ist obligatorisch. Doch jemand will dies verhindern - die ATLANC soll offenbar für immer in der Synchronie bleiben. Die Forderungen der Sudpurun decken sich mit Atlans Plänen, also stimmt er zu. Die Sudpurun erklären, dass sich die Gesuchten im Unsteten Turm befinden. Dieses über einen Kilometer große Gebilde besteht aus mehr als 21.000 würfelförmigen Kammern, die ihre Position wie bei einem dreidimensionalen Schiebebild ständig verändern. Transterraner haben den Turm in ihre Gewalt gebracht.

Das Gemach der Zeit ist der einzige stete Raum im Turm. Dort befinden sich die Jugendlichen. Es gibt Fenster, durch die man in Vergangenheit und Zukunft blicken kann. So erfahren die Jugendlichen viel über die Geschehnisse während der siebenhundertjährigen Reise der ATLANC. Atlan und seine Begleiter erkennen, dass nur Kammern, die mit Zahlen aus der Fibonacci-Folge beschriftet sind, im Turm nach oben fahren. So gelingt es ihnen, das Gemach der Zeit zu erreichen. Unterwegs begegnen sie Schaum auf Zeitwellen. Er wurde von einer Splittergruppe der Pioniere entführt, die ihn und die Geniferen-Azubis missbrauchen wollen, um zu verhindern, dass die ATLANC die Synchronie verlässt. Das Richterschiff soll auf die infinite Reise gehen, damit die Pioniere für alle Zeit so weiterleben können wie bisher. Die Jugendlichen haben gesehen, dass Atlan von Morgaine Sternenwaag besiegt werden wird, Guinevas Klonschwester, von deren Existenz die Sprecherin der Pioniere bisher nichts wusste. Morgaine will Atlan beseitigen und selbst Pilotin der ATLANC werden. Es kommt tatsächlich zum Kampf, aber mit seinem Wissen über die potentielle Zukunft gelingt es Vogel Ziellos, den Ablauf der Geschehnisse zu verändern. Somit entgeht Atlan dem Schicksal, von einer Eisernen Jungfrau verschluckt zu werden.

Der Unstete Turm bricht zusammen. Avan Tacrol opfert sich, um seine Freunde zu retten und Morgaine mit in den Untergang zu reißen. Anschließend räumt Guineva bei den Pionieren auf, zerschlägt die Verschwörung und schließt die Genfabriken, in denen Morgaine und die Chimären erschaffen worden sind. Die Lage in der ATLANC stabilisiert sich. Lua Virtanen als kommissarische Sprecherin der Markleute und Deena Ledoyen, die Vertreterin der übrigen Schiffsbürger, reichen sich die Hand. Die Vertreter aller Sektoren schließen einen Pakt mit Atlan. Andrabasch soll angesteuert werden, und sobald klar ist, welche Konsequenzen die Weiterreise hätte, wird weiterverhandelt. Atlan muss zur Kenntnis nehmen, dass die Bewohner der ATLANC nur ihr eigenes Wohl im Sinn haben. Die von Atlans Erfolg in den Jenzeitigen Landen abhängende Freiheit der Milchstraßenvölker ist für sie bedeutungslos.

Kringels Meinung:

Es zeichnet sich ab, dass die ATLANC nicht allzu bald an ihrem Ziel ankommen wird. Müssen wir befürchten, dass sich die Reise zu einer ebenso langwierigen wie langweiligen Odyssee ausweitet, zum uninteressanten Abklappern diverser Schauplätze und zur Aneinanderreihung irrelevanter Einzelepisoden? Etwa so wie Atlans Reise mit dem Kombi-Trans-Geschwader damals im Zyklus TERRANOVA? Das kann natürlich immer noch so werden, aber zumindest den Auftakt finde ich gelungen. Schon der Vierteiler "Die falsche Welt" hat mir gefallen - rückschauend und im Vergleich mit dem Tiuphoren-Hauptzyklus betrachtet sogar noch besser als während der Lektüre - und ich fand die Art und Weise klasse, in der Michelle Stern letzte Woche die neue ATLANC vorgestellt hat.

Marc reicht nun jene Erklärungen nach, die Michelle "unterschlagen" hat. Ganz ehrlich? Das wäre nicht nötig gewesen. Es wird nur ausformuliert, was ich mir ohnehin schon zusammenreimen konnte. Bei ihren Blicken in die Vergangenheit sehen die Jugendlichen, wie es zur ersten In-Vitro-Zeugung eines terranisch-onryonischen Kindes kommt. Das Erbgut der Besatzungsmitglieder zerfällt unter dem Einfluss der Synchronie, es kommt zu Mutationen, die Kinder sterben früh. Daher steuert Atlan Genmaterial bei, das von Chuv in vier Tresoren gelagert worden ist. Viele Menschen wandern in die Synkavernen aus, wo der schädliche Einfluss der Synchronie nicht wirksam ist, und lösen sich noch mehr von ihren Wurzeln als die im Schiff zurückgebliebenen Besatzungsmitglieder. So durchlaufen die ehemaligen Terraner eine Entwicklung, durch die sie in etwas völlig neues verwandelt werden. Somit ist ihr Wunsch, den Lebensraum ATLANC zu erhalten, völlig verständlich. Atlan muss natürlich immer noch seine Mission erfüllen, aber er muss auch die Interessen der Solaner berücksichtigen. Pardon! Natürlich meine ich die Transterraner, aber wie letzte Woche schon gesagt sind Parallelen zum Atlan-Zyklus "Die Abenteuer der SOL" unübersehbar. Dieser Zyklus hat sich irgendwann gezogen wie zu lange gekauter Kaugummi, dem jegliches Aroma abhandengekommen ist. Hoffen wir, dass es mit der Reise in die Jenzeitigen Lande nicht genauso wird.

Abgesehen von den aus meiner Sicht überflüssigen Rückblicken in die Schiffsvergangenheit hat mir der Roman gut gefallen. Im Zentrum stehen die Synkavernen, ein faszinierender Schauplatz. Dort herrschen noch phantastischere Verhältnisse als in der ATLANC, die Pioniere wirken angemessen fremdartig. Marc beschreibt alles recht eindrucksvoll. Ich habe nur nicht verstanden, warum der Unstete Turm ausgerechnet so aufgebaut sein muss wie das Gefängnis aus dem Film "Cube", das heißt, welchen Nutzen das 3D-Schiebebild hat. Die Sudpurun halten sich diesbezüglich bedeckt. Am Ende kracht das ganze Gebilde zusammen, ein Schaden für die Synkavernen oder gar die ATLANC scheint dadurch aber nicht zu entstehen. So wichtig kann der Turm denn doch nicht gewesen sein. Am Ende des Romans geht's Schlag auf Schlag, alle Probleme werden in Windeseile beseitigt. Guineva gibt sich als Morgaine aus, macht die Splittergruppe bei den Pionieren unschädlich und schwört den Rest auf Atlan ein. Die verfeindeten Sektoren schließen von jetzt auf gleich Frieden, alle haben sich wieder lieb. Das alles findet auf den allerletzten Seiten statt und wird für meinen Geschmack zu schnell abgehandelt.

J. Kreis, 13.09.2015


« PR 2820 «
» PR 2822 »






Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


Gastkommentare werden nicht von J. Kreis verfasst und dürfen nicht auf anderen Homepages oder in Printmedien weiterverwendet werden.


"grenzdebiler Asozialer" (13.09.2015):

Marcs 2821 war wie Michelles 2820 sehr angenehm zu lesen und ich freue mich auf die beiden folgenden Romane dieses Handlungsfadens.

Es verbleiben meine Kritik am mutmaßlich mit 2999 endenden leseunfreundlichen Großzyklus mit seinen bisherigen noch nicht abgeschlossenen und seinen mutmaßlich noch folgenden Unterzyklen und meine Kritik an vielfältigen Inkonsistenzen des Exposes.



Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)