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Perry Rhodan Nr. 2819: Nacht über Phariske-Erigon

Autor: Uwe Anton

Inhalt

Alle im Mitraiasystem versammelten Raumschiffe der Tiuphoren wurden durch die mit der Versetzung Sheheenas verbundenen Schockwellen schwer beschädigt, viele Sterngewerke wurden sofort vernichtet. Der Kodex greift an und zerstört weitere tiuphorische Schiffe. Guckys Parafähigkeiten wurden durch den von Sol ausgesandten sechsdimensionalen Impuls kurzfristig verstärkt, so dass er das psionisch aufgeladene Skelett Avestry-Pasiks orten konnte. Gucky weiß nun ziemlich genau, wo in der TOIPOTAI der Lare gefangen gehalten wird. Da die TOIPOTAI nicht von der Hyperstenz geschützt wird, will Gucky die Gelegenheit nutzen, um Avestry-Pasik, Kniiten und Pey-Ceyan zu befreien. Gholdorodyn transportiert den Mausbiber, Grim Sternhell und die als Tiuphorin maskierte Posmi Aurelia sowie fünf TARA-IX-INSIDE per Kran in das Sterngewerk. Aurelia bringt in Erfahrung, dass sich Kniitens Seele bereits im Sextadim-Banner befindet. Der Proto-Hetoste ist bei einem Arenakampf gefallen.

Die Suche nach den beiden anderen Laren gestaltet sich schwierig, denn Gucky kann sie nicht mehr espern, außerdem greifen Tiuphoren und Kampfroboter an. Sie werden von dem Ausbilder Peccym Moaxec angeführt. Gucky macht die Tiuphoren unschädlich, die TARAS erledigen den Rest. Ein TARA findet Pey-Ceyans Gefängniszelle. Die Lebenslichte weiß auch nicht, wo Avestry-Pasik abgeblieben ist. Aurelia legt Moaxecs Kriegsornat an und greift auf die in der Brünne gespeicherten Daten zu. So kann sie Avestry-Pasik ausfindig machen, muss dann aber vorübergehend ihr Bewusstsein deaktivieren, um die Brünne wieder loszuwerden. Avestry-Pasik wird befreit und bekommt von Gucky telekinetisch eins über den Schädel gezogen, dann zieht sich das Team in die BJO BREISKOLL zurück. Moaxecs Brünne wird mitgenommen.

Inzwischen sind die Sterngewerke wieder kampffähig geworden. Möglicherweise wird der Kodex im Mitraiasystem siegreich bleiben, der Kampf um Phariske-Erigon ist aber nicht mehr zu gewinnen. Perry Rhodan sieht ein, dass er den Sieg der Tiuphoren nicht verhindern kann, und so fliegt die RAS TSCHUBAI zum Wegasystem. In den nächsten Wochen bis zum vereinbarten Treffen mit der LARHATOON kann die Besatzung nichts weiter tun, als die Schreckensmeldungen im Hyperfunk zu verfolgen. Den in Moaxecs Brünne gespeicherten Informationen zufolge befinden sich 80.000 Sterngewerke in der Galaxie! Goyro Shaccner meldet sich, um sich von Perry Rhodan zu verabschieden. Avestry-Pasik hüllt sich in Schweigen. Rhodan vertreibt sich die Zeit in Ogygia, indem er die Enten füttert.

Als die LARHATOON am 2. Januar 1518 NGZ RAS-TSCHUBAI-Bordzeit noch immer nicht eingetroffen ist, erklärt Rhodan die mit Hascannar-Baan getroffene Vereinbarung für hinfällig. Avestry-Pasik ist nicht überrascht. Er geht zu Recht davon aus, dass Rhodan sowieso wortbrüchig geworden wäre. ANANSI errechnet eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür, dass die LARHATOON bereits in die gleichnamige Galaxie unterwegs ist. Die RAS TSCHUBAI wird ihr folgen, unterwegs wird sie den beim Zeitriss zurückgelassenen Kreuzer einsammeln. ANANSI meldet, dass sich viele Sterngewerke aus unbekannten Gründen in einer bestimmten Milchstraßenregion versammelt haben und sich ruhig verhalten. Weitere machen sich offensichtlich für den Flug nach Larhatoon bereit. Rhodan verspürt Unbehagen bei dem Gedanken, dass er für eine erfolgreiche Invasion der Tiuphoren und für den Untergang der Ersten Larenzivilisation sorgen muss. Damit bekommt der Begriff "Hetork Tesser" eine ganz neue Bedeutung ...

Kringels Meinung:

Trotz des Untergangs einer Galaxie hat Uwe Anton nur wenig zu erzählen. Viele Seiten werden mit langweiligem Geballer bei der Befreiung Avestry-Pasiks und Pey-Ceyans gefüllt. Nicht nur Avestry-Pasik schweigt wie ein Grab. Was die neuen Fähigkeiten des Laren und die Frage angeht, wie er die Zeitreise planen konnte, macht Anton dasselbe. Ansonsten hagelt es Wiederholungen aus früheren Romanen, Datenblattauszüge und vor allem lange Überlegungen Perrys darüber, dass er wegen der Übermacht der Tiuphoren und der Gefahr eines Zeitparadoxons nichts tun kann. Wenn ich mir vor Augen führe, was Perry bis jetzt schon alles angerichtet hat, dann würde ich sagen: Für solche Überlegungen ist es ein bisschen spät! Wenigstens beteiligt sich Perry nicht schon wieder persönlich an einem riskanten Kommandoeinsatz.

Letzte Woche habe ich geschrieben, dass mich die Reaktion unserer Helden auf die Taten der Tiuphoren mehr stört als die Taten an sich. Rhodans Meinung, Mitleid oder Rücksichtnahme im Umgang mit einem gefangenen Tiuphoren seien fehl am Platz, habe ich als reaktionär bezeichnet. Diese Woche empfindet Perry angesichts des Todes von Millionen Lebewesen in den vom Sheheena-Versetzungsschock vernichteten Sterngewerken Befriedigung. Er rechtfertigt das vor sich selbst damit, dass die Tiuphoren aus seiner Sicht sowieso schon seit 20 Millionen Jahren tot sind. Daran, so meint er, kann und darf er nichts ändern. Ach so? Von den Tiuphoren angegriffene Planeten zu retten ist OK, aber die Tiuphoren dürfen ruhig abkratzen? Ich sehe ja ein, dass Perrys Hände im Moment gebunden sind, aber ich finde seine wetterwendische Denkweise zumindest befremdlich.

Inzwischen frage ich mich, warum Perry die Proto-Hetosten eigentlich immer noch aufhalten will. Perry weiß jetzt, dass sie nicht wie zunächst angenommen dafür sorgen wollen, dass sich das Volk des Hetork Tesser, also des Zerstörers des Konzils der Sieben, gar nicht erst entwickelt. Sie wollen nur den Untergang der Ersten Larenzivilisation ungeschehen machen. Diese Zivilisation befindet sich in der weit entfernten Galaxie Larhatoon. Alle noch in der Milchstraße befindlichen Ur-Laren wollen sich in die Heimat zurückziehen. Die Proto-Hetosten müssen also nach Larhatoon fliegen, um das zu verhindern, was zum Verschwinden der Ersten Larenzivilisation geführt hat bzw. führen wird. Nach neuesten Erkenntnissen dürfte das eine Invasion der Tiuphoren sein. Na, und inwieweit soll denn eine im fernen Larhatoon weiterexistierende Erste Larenzivilisation die Milchstraße bedrohen, insbesondere die Menschheit? Die Alt-Laren sind schließlich viel umgänglicher als jene Vogelnestköpfe, die sich dem Konzil der Sieben angeschlossen haben. Die Erklärung für die Ansammlung von Sterngewerken in einem bestimmten Milchstraßenabschnitt ist einfach. Das ist die Flotte, die den Zeitriss Richtung Zukunft/Handlungsgegenwart durchqueren soll. Ist das nicht witzig? Rhodan verzettelt sich bei (meiner Ansicht nach sinnlosen) Aktionen in Larhatoon, während sich in der Milchstraße eine ganz konkrete Gefahr für seine Zeit zusammenbraut. Darum hätte er sich mal kümmern sollen!

Wer weiß, vielleicht wären die Ur-Laren so mächtig geworden, dass es den Konzilsgründern nicht gelungen wäre, sie zur Mitarbeit zu zwingen. Perry geht sogar davon aus, dass das Konzil ohne die Laren nicht entstanden wäre! Das ist eine etwas gewagte Annahme, gleichwohl wäre es vermutlich nicht zur Eroberung der Milchstraße durch das Konzil gekommen. Zugegeben, in diesem Fall müsste ein beträchtlicher Teil der Geschichte des Perryversums neu geschrieben werden. Ohne Hetos-Invasion kein Zusammenbruch des Solaren Imperiums, keine Versetzung Terras in den Mahlstrom, keine Aphilie, keine Entvölkerung der Erde, kein Kontakt mit BARDIOC und der Kaiserin von Therm, womöglich also auch keine Suche nach der Materiequelle, keine Begegnung mit Laire und so weiter und so fort hui! Sollte so etwa der Plan der Expokraten aussehen? Das könnte richtig interessant werden! Aber nein, so weit wird es wohl nicht kommen.

Mir ist im Moment nicht klar, ob im Perryversum immer noch der "Es-geschieht-weil-es-geschah"-Grundsatz gilt. Wenn ja, dann müsste sich Perry keine Sorgen machen. Egal ob er die Proto-Hetosten stoppen kann oder nicht: ein Zeitparadoxon wäre unmöglich, denn alle Geschehnisse im Jahre 20.103.191 hätten aus seiner Sicht bereits stattgefunden - man wusste es bisher nur noch nicht. Und noch ist ja nichts geschehen, was gesicherten geschichtlichen Daten widersprechen würde. Sollten die Expokraten allerdings den EGWEG-Grundsatz ignorieren, ist natürlich alles möglich!

Ach übrigens: Habt ihr in den letzten Wochen mal meine andere Page besucht? Die hat jetzt ein neues Design. Es würde mich interessieren, wie euch das gefällt.

J. Kreis, 29.08.2015


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Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


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Phil (31.08.2015):

@ Dr. Seufert:

Mag ja sein, dass ein paar Fässer zu viel aufgemacht wurden, ja, und auch mir geht diese Ansammlung von zu vielen Fragen und Themen, die erst mal nur angerissen, aber nicht gelöst werden, manchmal gegen den Strich.
Aber keine Panik, ich glaube nicht, dass Toufec, der Techno-Madhi, die Stadt Allerorten etc. jetzt einfach vergessen werden - diese Dinge und Personen sind nun einfach mal da. Und dann wird mit ihnen hin und wieder gespielt. Gibt es nichts dran auszusetzen. Seit Ende der Neunziger ist eben die Zeit der Horizontalen Erzählweise angebrochen, beginnend bei Fernsehserien (mit den "Sopranos", wenn ich mich nicht täusche), übergreifend auf Romanserien ("Harry Potter", "Song of Ice and Fire") bis eben auch hin zu Perry Rhodan. Erfordert einen Langen Atem (von den Autoren wie auch den Lesern), ist ein wenig anspruchsvoller und nicht so dauer-kurzzeit-befriedigend wie eine Entscheidungsschlacht in jedem zweiten Heft, dafür aber tiefergehender und epischer. Und am Ende wird man (in der Regel) belohnt.
Warum diese Handlungsführung aber "unglaubwürdig" sein soll, also unglaubwürdiger als früher wie etwa bei den MDI, erschließt sich mir ganz und gar nicht. Himmel, wenn wir bei einer Space-Opera wie PR mit Begriffen anfangen wie "unglaubwürdig", ist es wohl besser nur noch Sachbücher zu lesen.
Und dieser Focus auf Band 3000, oder auf das, was bis dahin zu geschehen oder nicht zu geschehen hat, ist nicht gerade hillfreich, sich scheuklappenfrei auf die gegenwärtige Handlung einzulassen, das nur so als Tipp, Herr Doktor.
Und verdammt, NATÜRLICH kommt es auf den Einzelroman an. Das Gegenteil zu behaupten, ist ja fast schon fahrlässig gegenüber jedweden Literaturverständnisses, Serie hin oder her. (siehe auch meinen eigenen Rant weiter unten, der hoffentlich klarmacht, dass ich das hier nicht mit rosaroter Perry-Brille schreibe.)

Und noch was Persönliches am Ende: Texte - insbesondere Briefe - zu lesen (noch dazu so lange), die aus nichts anderem bestehen als aus Ausrufezeichen, ermüdet mehr als jedwedes herbeigequatschtes Tohuwabohu.


Dr. Herbert Seufert (30.08.2015):

Lieber Jo Kreis, liebe Mitkommentatoren!

Ich will heute gar nicht viel schreiben, Ihr habt das Meiste, auf das es ankommt, sehr präzise benannt!
Auch habe ich mich selbst erst vor kurzer Zeit hier im Forum ausführlich geäußert!

Ja, es kommt schon gar nicht mehr auf den Einzelroman an - bisweilen sind die durchaus noch unterhaltend und stellen schöne Einzelleistungen dar - , sondern vielmehr hätte am Anfang eines solchen Großzyklus klar sein müssen, wo will ich hin bis zum Band 3000 Erstauflage! Welchen Markstein will ich dann gesetzt haben! Was will ich eingerissen haben von der PR-Historie und warum?!!! Das Gesamtkonzept, wenn überhaupt zu Beginn grob vorhanden, ist inzwischen auch dem gewieftesten Perry-Experten nicht mehr kenntlich oder vermittelbar!
Die Ausgangssituation war der angeblich zu erwartende Einblick in kosmische Sachverhalte, die das bisherige Perryversum auf den Kopf stellen würden!


Und die zu erwartende vollständige Änderung Rhodans als Persönlichkeit und in seiner Sicht auf alles Gewesene und Seiende!
Dann wurden - gefühlt - 1000 000 Fässer aufgemacht! Dinge, Historien, Völker, Einzelpersonen kurz angerissen und wieder in den Orkus des Zwischen- oder Endlagers verstoßen, ein Ronald Tekener ohne Handlungsrelevanz als Kollateralschaden gemeuchelt, ein Gucky umgebaut und wieder revidiert, eine Deus ex machina-Lösung namens keloskischer Kran eingeführt, ein Projekt-San auf die Karte des Mittagstisches gesetzt und praktisch wieder entsorgt, ein Toufec vergessen, Polyport abgeschaltet und Ferne Stätten ins Nirwana geschickt!
Dazwischen wurde immer mal von gescheiterter Sol-Mission geschwurbelt und Allerorten als Konzept in die Handlung geträufelt! Einen Schritt vor, zwei zurück und umgekehrt! Zweieinhalb Jahre nach Ankündigung jetzt demnächst erstmals was von den Dunkelplaneten! Techno-Madhi: Fehlanzeige!
Komische Nebenwirkungen von VMs Zellaktivator: Geheimnisvolle Andeutungen, Leserspekulationen und dann ad acta gelegt! Grundsätzlich ist jeder beliebige Gegner galaktischer Militärtechnologie überlegen, obwohl die Terraner inzwischen ein kosmisches Hintergrundswissen haben, welches das mancher Superintelligenz übersteigen könnte!
Grundsätzlich haben praktisch nur Galaktiker mit Schwierigkeiten zu kämpfen und sind dadurch behindert, wenn's mal zum Knall beim Gegner kommt, wie im letzten und diesem Heft, ist das seltene Ausnahme oder Pyrrhussieg!
Alles in summa komplett unglaubwürdig!
Die sog. Auflösung dieses Großzyklus wird eines Tages, ich wage die Prognose, dünn und rudimentär sein!
Und fehlerhaft!
Ich denke, man hat lange Zeit am Anfang einfach munter losgeschwurbelt und manche kleine Lösung nachgestrickt, weil kein Fahrplan vorlag, schon gar nicht über 300 Bände! Möglicherweise werden "Lösungen" auch dahingehend abgeändert, dass sie nicht mit dem übereinstimmen, was Leser inzwischen herausgekniffelt haben, denn das wäre ansonsten der Gipfel der Langweile!

Zusammenfassend gesagt, ist inzwischen eine konzeptarme Verwirrung "ALLERORTEN" entstanden, ein riesiges Tohuwabohu!
Wo das enden könnte, weiß ich: In Band 3000!
Wenn wir Glück haben!


Patrick (30.08.2015):

Sie fragen, wie eine weit entfernte Laren-Zivilisation die Milchstraße bedrohen könnte. Die Frage ist berechtigt. Um den Plot zu verteidigen: Wenn die Tiuphoren von der Milchstraße aus die Laren-Galaxie angreifen, dann könnten es zu einer Gegeninvasion im Falle des Überlebens der Larenzivilisation kommen. Stellen Sie es sich vor: Die Milchstraße wird zum Schlachtfeld. Dabei könnte es zu Kampfhandlungen im Sol-System kommen, bei denen Terra zerstört oder der terranische Genpool beeinträchtigt wird. Oder: Arkon wird zerstört. Perry Rhodan findet auf dem Mond kein Raumschiff. Die Menschheit vernichtet sich in einem nuklearen Weltkrieg. Natürlich müssen die Planeten nicht gleich untergehen. Was ist, wenn sie von Laren kolonisiert würden? Logik: Wenn die Laren damals untergegangen sind, dann müssen sie es wieder tun, um (Straf-)Expeditionen in die Galaxie der Aggressoren "auf ewig" auszuschließen. Oder würden Sie nie nachschauen wollen, wo die mörderische Bedrohung herkam?

"Rhodan verzettelt sich (...) in Larhatoon, während sich in der Milchstraße eine ganz konkrete Gefahr für seine Zeit zusammenbraut. Darum hätte er sich mal kümmern sollen!"
- Hat er nicht letztens eine Sonde in die Zukunft geschickt?

Ansonsten teile ich die Kritik. Um ehrlich zu sein finde ich Zeitreisen als Handlungselement unerträglich. Neben den logischen und moralischen Wirrheiten, die auch hier zu besichtigen sind, finde ich das Zeitreisen eine Geschichte entwerten. Ich meine, was kümmert es uns denn, wenn der Planet XYZ vernichtet oder die Person ABC getötet wird, wenn man es durch eine Zeitreise theoretisch beheben könnte? Hinzu kommt dass es verwundert, dass nicht ständig Leute aus der Zukunft auftauchen und an der Geschichte drehen wollen. Allein die Milchstraße wird noch Milliarden Jahre Leben bergen können. Insbesondere wüsste ich gerne wieso das Atopische Tribunal für diese Begebenheiten augenscheinlich blind ist und den ziemlich aufgeschmissenen Rhodan nicht dingfest macht. Gut, es ist nicht die Schuld der heutigen Autoren, dass es in diesem Kosmos Zeitreisen gibt. Dieses üble Ei wurde, wie bei Star Trek, früh ins Nest gelegt und man wird es nicht los.

Was Ihre andere Webpage betrifft so bin ich kein Experte für solche Fragen. Ich darf Ihnen aber sagen, dass es für eine private Seite sehr ansprechend und zudem übersichtlich ist. Wenn Sie das selbst erstellt haben, dann Gratulation.

P.S.: Mit dem Wörtchen "reaktionär" wäre ich sehr vorsichtig. Zwar ist das als persönliche Bewertung völlig in Ordnung und in dem Fall begrüßenswert, aber dieses Wort fällt auffallend oft wenn Leute meinen, Gegenwart und Zukunft zu besitzen. Es wurde sowohl vom NS-Regime wie auch von der SED-Diktatur gebraucht. (Und der spätere Kanzler Schröder bezeichnet ein geeintes Deutschland noch im September 1989 als "gefährlich reaktionäre" Idee.) Nun will ich keine Worte verbieten, weise aber darauf hin dass dieses hier häufig von Personen gebraucht wird, die gründlich daneben liegen. Ich habe letzte Woche daran gezweifelt, dass Rhodans Verhalten unserem Zeitgeist tatsächlich widerspricht. Ob Rhodan sich in Widerspruch zu seinem Zeitgeist setzt wird er besser wissen als ich. Ich persönlich finde, das Verhalten passt nicht zu ihm. Und das ist keine persönliche und eventuell moralinsaure Sicht, sondern der objektiven Prüfung zugänglich. Es könnte ein ziemlich platter Versuch gewesen sein, die eigentlich unantastbare Person "menschlich" erscheinen zu lassen; dies würde aber die Frage aufwerfen, was man von den Lesern hält. Und was die vernichteten Sterngewerke anbelangt: Die sind (auch) Kriegsschiffe, und die des Aggressors. Angesichts deren Zerstörung zufrieden zu sein ist ethisch etwas vertretbarer als die Rechte von (jedenfalls scheinbar) unbewaffneten Gefangen zu verletzen. In die Vergangenheit zu Lasten der Tiuphoren eingreifen hätte er allerdings trotzdem nicht gedurft.


"grenzdebiler Asozialer" (30.08.2015):

Uwe Antons Arbeit mag als solche OK sein, das Zeitgeschwurbel, viel zu viele offene Handlungsstränge, ungezählte Inkonsistenzen, aus ihrer Situation heraus unlogisch handelnde Charaktere, Deus ex Machinas ... hingegen sind nicht OK. Statt eines unüberschaubaren Großzyklus von 200 oder 300 Heften wären überschaubare Zyklen von 50 oder maximal 100 Heften sinnvoller gewesen. Mag sein, das Expose schließt in und im Vorfeld von Heft 2899 oder 2999 die Haupthandlungsfäden einigermaßen plausibel ab. Der Weg dorthin enthielt bisher jedoch wesentlich mehr Lesefrust als Leselust.


Phil (30.08.2015):

Was die Handlung an sich angeht, kann ich Jo Kreis' Meinung nicht viel hinzufügen, außer vielleicht unterstreichen, dass auch mir die Entscheidung Rhodans, jetzt nach Larhatoon zu fliegen, dermaßen motivationslos (=plot-driven) erscheint, dass es schon beinahe schmerzt. Ich sehe nicht einen wirklichen Grund dafür. Die Laren wollen also mit EINEM Raumschiff die Invasion der Tiuphoren aufhalten? Bitteschön. Und morgen sorge ich für den Weltfrieden, indem ich eine Geranie mehr auf meinem Balkon anpflanze... aber lassen wir das, ich merke, dass mir dieses Zeitparadoxon-oder-doch-nicht-Thema mittlerweile so schwer auf den Senkel geht, dass es mich fast schon gar nicht mehr interessiert.
Somit also zu meinem üblichen Thema: Stil und Handwerk. Und auch hier musste ich die letzten drei Wochen so viel schlucken, dass ich mal wieder Luft ablassen muss:
Da hatten wir also zuerst wieder einen Castor-Roman; dazu muss ich wohl nicht mehr viel sagen. Ein zähe, völlig emotionslose 60-Seiten-Dürre ohne Flow und Rhythmus und mit so viel Spannung wie eine Montieranleitung von Ikea in Mandarin. Gefolgt von einem typischen CM-Machwerk, pulpigster Pulp mit Doppel- und Dreifacherklärungen, Reißbrettdialogen und Textstellen, die so leicht mit der Lustlosigkeit (als Alibi formuliert: dem Zeitdruck) des Autors zu assoziieren sind, dass es schon eine Unverfrorenheit ist. Auf eine davon hat schon hairybird in der letzten Woche hingewiesen (Der Pseudo-Dialog zum belanglosen Quatschen in Stresssituationen; hier wollte CM wohl - im besten Falle - so etwas wie leise Selbstironie versuchen, herausgekommen ist aber lediglich ein durchschaubares Ablenkungsmanöver von der eigenen Phantasielosigkeit), ein anderes Beispiel wäre die wiederholte Einlassung darüber, dass "Raumschiffsgänge immer und überall gleich aussehen". Nun, wenn man an Fantasie- bzw. Lustlosigkeit (sorry: ich meinte natürlich Zeitdruck) leidet, ist das ganz sicher so. Aber zu CM habe ich mich schon oft genug ausgelassen, also belassen wir es hierbei.
Dann kam diese Woche Uwe Anton. Ich weiß nicht, ob nur ich diesen Eindruck habe, aber kann es sein, dass U.A. von Roman zu Roman nachlässt? Oder hat er schon immer so repetitiv und aufblasend geschrieben? Dieses andauernde Wiederholen von Sachverhalten und Gedanken innerhalb eines Romans oft sogar in ein- und denselben Textbausteinen ist wirklich peinlich. Wenn ihr wollt, vergleicht mal diverse Innere Monologe Perrys vom Anfang des Hefts mit anderen aus der Mitte oder am Ende... Das ist schon beinahe Abschreiben von sich selbst! Dieses Mal wurden am Ende sogar ALLE Gedanken noch mal wiederholt, die im Laufe des Heftes jemals Perry oder Gucky durch den Kopf gingen, und zwar in einem völlig sinn- und motivationslosen, seitenlangen Dialog, einem Dialog, der sich irgendwie las wie eine Rechtfertigung. Eine Rechtfertigung des Autors vor sich selbst, die Helden Dinge tun zu lassen, die er selbst total bekloppt findet. (Womit wir wieder ganz am Anfang wären: Die sinnlose Entscheidung nach Larhatoon zu fliegen.) Und überhaupt, diese letzten 10 Seiten nach dem Einsatz: Offenbar hatte U.A. vor, die Ohnmacht Perrys greifbar zu machen, das Gefühl, völlig machtlos zusehen zu müssen, wie die Milchstraße untergeht, und so eine düstere Atmosphäre der Ausweglosigkeit zu schaffen (siehe auch der leider nur Behauptung gebliebene Titel). So eine Atmosphäre schafft man aber nicht, indem man seitenlange sinnlose Dialoge von sich selbst abschreibt, sich in pathetischen Inneren Monologen ergeht und dann zwischendurch Perry einmal feuchte Augen bekommen und dann höchstplakativ eine Träne über die Wange kullern lässt. Ich hab mal einen schönen Satz gelesen, den ich U.A. hier nicht vorenthalten möchte: Atmosphäre erschafft man durch Kerzen auf dem Rand der Badewanne nicht durch einen Wohnungsbrand.
Ich weiß nicht, ich weiß nicht... ich merke, dass meine Perry-Laune tatsächlich immer mehr von den einzelnen Autoren abhängt. Insofern hoffe ich, dass bald mal wieder Mr. Herren oder Mr. Vandemann oder Ms Themsen am Zug sind, bevor meine Laune noch vollends in den Keller geht.


BerndK (29.08.2015):

Mich haben an diesem Roman vor allem die nervigen Wiederholungen (so wird z.B. erklärend geschrieben, dass Sichu Dorksteiger die Chefwissenschaftlerin der Liga ist, wow die Info muss man natürlich nochmal haben) und viele kleine Fehler gestört: so wird z.B. im letzten Roman geschrieben, dass die Schockwelle viel weiter als das geplante eine Lichtjahr reichte, hier läuft sie nach einem Lichtjahr wieder aus . . . noch ärgerlicher: auf der TOIPOTAI leben in der größten "Stadt" 100 oder eben 150 Tausend Einwohner, das könne man halt nicht genau zählen . . .. ach so, auf einem solch überlegenen Raumer sind die Bordrechner also nicht in der Lage zu zählen, na dann kann Perry mit seinem Sieben-Spur-olalal-laola-Denker nur noch gewinnen . . .



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