PR 2810
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Perry Rhodan Nr. 2810: Brückenkopf Laudhgast

Autor: Uwe Anton

Inhalt

Vier Wochen sind seit der Vernichtung der GALBRAITH DEIGHTON V vergangen und es hat keine weiteren Tiuphorensichtungen gegeben. Mancher zweifelt an der Gefährlichkeit der verbliebenen Sterngewerke, aber Anna Patoman lässt in ihrer Wachsamkeit nicht nach. Am 29. April 1518 NGZ tritt sie das Kommando über das Nachfolgeschiff mit der Nr. VI an. Es handelt sich um den Neubau eines Omniträgers der SATURN-Klasse mit einer Besonderheit. Zwei autarke positronische bzw. biopositronische Redundanzsysteme (genannt SLEEPER I und II), von deren Existenz der LPV keine Kenntnis hat, sollen im Falle einer Übernahme des Rechnernetzwerks durch feindliche Computerviren einspringen. Die Tiuphorenwacht wurde nach den jüngsten Verlusten wieder auf 181 Einheiten aufgestockt. Ihr Auftrag ist nun noch schwerer zu erfüllen als bisher, denn die Perforationspassagen bewegen sich entlang des Zeitrisses.

Derweil bereitet Accoshai die Eroberung der Milchstraße vor. In seiner 20 Millionen Jahre zurückliegenden Heimatzeit wird eine gewaltige Flotte an die Bedingungen der erhöhten Hyperimpedanz angepasst, dasselbe geschieht in der Gegenwart mit der XOINATIU und der MIDOXAI. Eine Kommunikation zwischen den Zeitebenen ist nur mit Hilfe des Catiuphats über die Sextadim-Banner möglich. Die Arbeiten werden in ungefähr zwei Wochen abgeschlossen sein, doch die erste Hundertschaft, so verspricht Caradocc Gorrot Pedosai von der MORRCROI, kann den Zeitriss schon früher passieren. Accoshai bezieht Stellung bei einer Perforationspassage in der Nähe des Laudhsystems. Mehr zum Zeitvertreib als aus strategischen Überlegungen heraus überfallen die Tiuphoren den Planeten Laudhgast. Rutan Argroncc hat das Oberkommando über die Landetruppen.

Auf Laudhgast leben Nachfahren von Lemurern, die während des Bestienkrieges mit einem einzigen Schiff - der KALLACTER - in dieser abgelegenen Gegend Zuflucht gesucht haben. Ein Bestienraumer ist seinerzeit im System aufgetaucht und hat den Mond Laudhgasts vernichtet. Seither stürzen immer wieder Trümmer des Trabanten auf den Planeten und richten schreckliche Verwüstungen an. Die Lemurerabkömmlinge haben ihre Vergangenheit weitgehend vergessen. Vor 300 Jahren haben die Galactic Guardians einen automatischen Notruf der kaum noch funktionsfähigen KALLACTER aufgefangen, ihr eigenes Schiff, die MONJACZA, im Asteroidenfeld geparkt und sich auf Laudhgast versteckt. Die MONJACZA zerstört seitdem alle größeren Asteroiden, die dem Planeten zu nahe kommen. So konnten die Laudhgäste eine frühindustrielle Zivilisation aufbauen. Infolge geschickter Manipulationen durch die Galactic Guardians glauben die Laudhgäste, dass die Asteroiden von den "Notgeistern" geschleudert werden und dass man die "Huldgeister" durch Anrufungen der Effektbeter dazu bewegen muss, rettend einzugreifen - was natürlich jedes Mal funktioniert, da die Nachkommen der Galactic Guardians als Eingeweihte in wichtigen Positionen unter der Bevölkerung leben und die technischen Hinterlassenschaften ihrer Vorfahren weiterhin bedienen können. Sie sorgen dafür, dass die Laudhgäste unwissend bleiben, um in Ruhe auf diesem Planeten leben zu können. Anführer der Eingeweihten ist Taman Oleksis Samoanoa, Ratsmeister der Metropole Shanaya, dessen Tochter Skoo sich in den an der Existenz der Geister zweifelnden Journalisten Ciphrian Pescrud verliebt hat. Als ein Sternspringer über Shanaya erscheint und Kriegskapseln absetzt, versagen die Effektbeter erstmals.

Argroncc erkennt, was wirklich auf Laudghast vorgeht, und nutzt den Geisterglauben, um die langweilige Ausrottung der rückständigen Planetarier etwas origineller zu gestalten. Er gibt sich als Gesandter der Huldgeister aus und lässt Armeen von Laudhgästen gegeneinander kämpfen. Die Sieger haben die Ehre, ins Sextadim-Banner aufgenommen zu werden. Den Eingeweihten ist klar, dass eine Invasion durch technisch überlegene Feinde stattgefunden hat, aber sie können wenig tun. Oleksis hört den gegnerischen Funkverkehr ab. Er rettet seine Tochter und Ciphrian in letzter Minute vor einem tiuphorischen Tötungskommando, schenkt ihnen reinen Wein ein und schart die Eingeweihten um sich. So viele Laudhgäste wie möglich sollen in lemurischen Tiefbunkern in Sicherheit gebracht werden. Eine Space-Jet der MONJACZA befindet sich auf Laudhgast. Damit fliegen Oleksis, Skoo, Ciphrian und zwei weitere Eingeweihte zum Asteroidenfeld. Das bleibt den Tiuphoren nicht verborgen, das Beiboot wird verfolgt. Oleksis opfert die MONJACZA und die Space-Jet, um die Feinde abzulenken. In ihren SERUNS erreichen Oleksis und seine Begleiter die KALLACTER, in der sich schon seit einiger Zeit Eingeweihte befinden. Das alte Lemurerschiff ist startbereit. Als die ersten Sterngewerke am 2. Mai über Laudhgast erscheinen, flieht die KALLACTER aus dem System, um die LFT zu warnen. Nach einer kurzen Linearetappe fällt der Antrieb aus. Ein Notruf wird abgesetzt. Die Tiuphoren konnten nicht abgeschüttelt werden; ein Sternspringer nimmt das Lemurerschiff unter Beschuss. Da erscheint die Tiuphorenwacht und vertreibt den Sternspringer.

Am Folgetag treffen sich Oleksis, seine Tochter und Ciphrian in Anna Patomans Flaggschiff. Die LFT weiß nun zwar, wo sich die Tiuphoren sammeln, aber deren Übermacht ist zu groß. Die Tiuphorenwacht allein kann nichts gegen die Aggressoren ausrichten...

Kringels Meinung:

...und das dürfte auch schon die einzige Erkenntnis sein, die uns dieser Roman gebracht hat: Ohne starke Verbündete haben die Terraner oder auch das Galaktikum keine Chance gegen die Tiuphoren. 20.000 Sterngewerke oder mehr werden demnächst durch den Zeitriss kommen, jedes einzelne Kampfschiff ist im Zustand der Hyperstenz fast unangreifbar. Es kann kein Zweifel mehr daran bestehen, dass die Tiuphoren zur neuen großen Bedrohung des Zyklus aufgebaut werden sollen. Mit 20.000 Sterngewerken und deren Sternspringer-Flottillen wären sie das definitiv - und das wäre nur die erste Welle! Wenn die LFT nicht riskieren will, die Spur der Tiuphoren wieder zu verlieren, dann muss sie schnell zuschlagen. Wer käme als Verbündeter in Betracht? Das Neue Tamanium? Das Atopische Tribunal? Terraner, Tefroder und Onryonen Seite an Seite gegen einen gemeinsamen Feind - das könnte zu interessanten Konstellationen führen! Trotzdem bin ich nicht glücklich über diese Entwicklung, denn die Zyklushandlung kehrt zum Schema "Invasionsgeschichte" zurück.

Warum heißt der Zyklus eigentlich nicht "Die Tiuphoren"? Elf Wochen nichts anderes als Tiuphorengeballer. Diese galaktischen Heuschrecken sollen offensichtlich nicht nur die für das Invasionsgeschichtenschema unverzichtbaren übermächtigen Aggressoren sein, sie sollen auch BÖSE sein. Das habe ich schon vor Wochen begriffen. Da hätte es keine hämisch grinsenden Killerkommandos auf der Jagd nach armen hilflosen Lemurerabkömmlingen im Rahmen eines sinnfreien Kriegsspiels gebraucht. Das ist der Tiefpunkt des Romans, den ich als belanglos, langweilig und vollkommen vorhersehbar empfunden habe, soweit ich mich überhaupt noch daran erinnern kann. Ich habe ihn vor zwei Wochen im Urlaub in Griechenland gelesen und er hat keinen bleibenden Eindruck in meiner Erinnerung hinterlassen. Die Handlung findet hauptsächlich auf Laudhgast statt. Obwohl diese Handlungsebene den Löwenanteil des Texts einnimmt, sind mir die Hauptfiguren gleichgültig geblieben. Das Szenario mit den Lemurerabkömmlingen, die von Nachkommen der Galactic Guardians dumm gehalten werden, ist an sich nicht schlecht, es wurde nur nicht gut umgesetzt.

Ein Kontinuitätsfehler hat sich auch noch eingeschlichen. In PR 2809 steht geschrieben, dass sich die Zentralkugel der GALBRAITH DEIGHTON V nach der Evakuierung selbst vernichtet hat. Jetzt wird behauptet, sie sei im Leerraum gestrandet und von den Tiuphoren geborgen worden. Das klingt vielleicht nach einem vernachlässigbaren Lapsus, der Unterschied könnte dennoch enorm sein, denn mit der Zentralkugel eines hochgezüchteten modernen Kampfschiffes hätten die Tiuphoren genau die Top-Secret-Informationen gewonnen, die sie brauchen. Obwohl - eigentlich brauchen sie die Infos gar nicht mehr. Sie zaubern Lösungen für Hyperimpedanzprobleme, an denen die Terraner jahrzehntelang geknabbert haben, innerhalb von ein paar Wochen aus dem Hut.
Nachtrag vom 15.07.2015: Eric hat mich auf einen Fehler hingewiesen. Nicht die Tiuphoren, sondern die Tiuphorenwacht hat die Zentralkugel im Leerraum geborgen. Da könnt ihr mal sehen, wie aufmerksam ich den Roman im Urlaub gelesen habe. Dennoch bleibt's ein Kontinuitätsfehler und ich überlege, ob der nicht sogar schlimmer ist. Schließlich müssten die Indoktrinatoren immer noch in der Zentralkugel sein...

J. Kreis, 10.07.2015


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Gastkommentare


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Eric (15.07.2015):

Kleiner Fehler: Die Zentralkugel der GAL wurde nicht von den Tiuphoren sondern von der Tiuphorenwacht geborgen.


Jonas Hoffmann (13.07.2015):

Diesen Roman hätte es nicht gebraucht. Nix passiert, die Tiuphoren dürfen weiter schlachten und ich verstehe beim besten Willen nicht warum man nicht von der Space-Jet einen Rafferspruch an die Kallacter sendet, anstatt sich auf dem Präsentierteller als weitere Opfer anzubieten. Des Weiteren ist es mir absolut unverständlich, warum die Tiuphoren ausgerechnet ein bewohntes System als Bassis brauchen, wo sie doch Planeten an sich schon meiden wie der Teufel das Weihwasser. Das macht doch keinerlei Sinn.


Reiner (10.07.2015):

So sehe ich das auch !

Jetzt kommen endlich die 2 Eschbach Romane !!!

PS. Bin gespannt auf einen Kommentar zu Deinem diesjährigen Griechenland Urlaub. Als langjährigem Kenner dieses Landes hast Du bestimmt aktuell interessante Erfahrungen sammeln können.



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