PR 2808
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Perry Rhodan Nr. 2808: Tiuphorenwacht

Autor: Marc A. Herren

Inhalt

Die Terraner reagieren auf die von den Tiuphoren ausgehende Bedrohung, indem sie eine gemischte terranisch/arkonidische Flotte zusammenstellen die die drei Sterngewerke aufspüren soll. Oberst Anna Patoman wird am 15. Januar 1518 NGZ zur Beauftragten für die Tiuphorenfrage ernannt und prägt selbst den Namen für die aus 20 Superschlachtschiffen der NEPTUN-Klasse, 50 posbischen Fragmentraumern und 130 arkonidischen EPPRIK-Raumern bestehende Flotte: Tiuphorenwacht. Patoman arbeitet mit der Arkonidin Heydaran Albragin zusammen. Die so genannte "Robotregentin" ist zuständig für die Steuerung der vollrobotisierten Schiffe der EPPRIK-Klasse. Mit zum Team gehört Pino Gunnyverda, der auf Swoofon Erfahrungen aus erster Hand über die durch den Zeitriss gekommenen Aggressoren sammeln konnte. Der Mann ist ein fähiger USO-Agent und stellt sein Gehabe als großspuriger "Informationshändler" nur aus Tarnungsgründen zur Schau. Informationen über den Zeitriss soll Patoman von Armand Sentaire erhalten, einem algustranischen Experten für temporale Phänomene, Professor an der Waringer-Akademie und derzeit wissenschaftlicher Leiter einer Flotte, die die 630.000 Kilometer lange Perforationspassage des Zeitrisses erforscht und nach weiteren ähnlichen Zonen suchen soll.

Mit der GALBRAITH DEIGTHON V fliegt Patoman zum Rendezvouspunkt. Sie versteht sich auf Anhieb bestens mit der "Robotregentin". Dennoch hat sie gemischte Gefühle, denn zu Sentaires Team gehört Taran Nesser, ein Wissenschaftler, mit dem sie mehr als fünfzig Jahre lang verheiratet war. Die Beziehung ist im Jahre 1468 NGZ in die Brüche gegangen, denn Nesser hat sich heimlich eine Eizelle seiner Frau beschafft, um einen genmanipulierten Klon Sato Ambushs zu erschaffen. Patoman hatte wegen des Skandals den Dienst bei der Flotte quittiert, Nesser ist aus der Akademie ausgestoßen worden. Für Patoman ist das 50 Jahre her, aber für Nesser und dessen geklonten "Sohn" Troy sind nur 16 Jahre vergangen, denn sie waren bei der Versetzung des Solsystems auf Terra. Sentaire setzt Patoman über die neuesten Erkenntnisse ins Bild. Demnach fließt die Zeit salopp ausgedrückt aus Richtung Vergangenheit in die Gegenwart, so dass der Zeitriss vom 16. Jahrhundert NGZ aus nicht passiert werden kann, auch nicht mit einem überlichtschnell fliegenden Schiff. Aus der Vergangenheit könnten dagegen jederzeit neue unfreundliche Besucher kommen.

Die drei Sterngewerke sind nach dem Angriff auf Swoofon spurlos verschwunden. Nach zwei Monaten vergeblichen Wartens auf Nachrichten über neue Tiuphorenangriffe verfolgen Patoman und ihre Leute eine neue Strategie. Sie gehen davon aus, dass die Tiuphoren ähnlich vorgehen werden wie im Swaft-System. Deshalb werden die galaktischen Nachrichten nach entsprechenden Auffälligkeiten durchforstet. Danach stehen mehrere mögliche Angriffsziele fest. Patoman vertraut auf ihren Instinkt und begibt sich mit der gesamten Tiuphorenwacht zur Freihandelswelt Vaar im nur von schwachen onryonischen Streitkräften gesicherten Pharyxsystem. Der hauptsächlich von Jülziish bewohnte Planet ist reich an Bodenschätzen, vor allem gibt es dort ergiebige Hyperkristallminen - und das Forschungsschiff TZADHÜ, ein Gataser-Diskus mit einem Geheimauftrag des Kongresses von Vaar-gesamt, ist überfällig. Patoman nimmt zu Recht an, dass das Schiff von den Tiuphoren zum Trojanischen Pferd umfunktioniert wurde. Hotorr Traccax, Kommandant des zur PRUITENTIU gehörenden Sternspringers PYTANNOC, hat das 500 Meter durchmessende Bluesschiff gekapert.

Somit ist die Tiuphorenwacht im Schutz der Schattenschirme unbemerkt vor Ort, als die Tiuphoren am 28. März zum Angriff übergehen. Die von Traccax geführten Landetruppen schlagen schnell jeglichen Widerstand in der Hauptstadt nieder, dann erscheinen alle drei Sterngewerke und fegen die Onryonen aus dem All. Patoman zögert nicht - sie greift mit ihrer gesamten Flotte ein, hat gegen die durch die Hyperstenz geschützten Sterngewerke und deren Sternspringer jedoch einen schweren Stand. Einige Sternspringer werden vernichtet, doch auch die Galaktiker erleiden Verluste und es ist abzusehen, dass sie unterliegen werden. Sentaires Einheiten sind der Tiuphorenwacht gefolgt, sollen sich aber zurückhalten. Dennoch nähert sich Nesser dem Kampfgebiet mit einer Kleinst-Space-Jet. Troy ist ebenfalls an Bord. Die PRUITENTIU reißt die auf Vaar installierte Ordische Stele aus ihrer Verankerung und nimmt sie an Bord. Kurz danach vollführt das Sterngewerk erratische Manöver, was von den Galaktikern sofort ausgenutzt wird. Der riesige Walzenraumer muss Wirkungstreffer einstecken und vernichtet sich schließlich selbst. Dabei wird auch die Stele zerstört, woraufhin alle Anwesenden die bereits bekannten Schuldgefühle empfinden. Die verbleibenden Tiuphorenraumer fliehen.

Die Galaktiker bleiben im Paryxsystem und leisten Aufbauhilfe. Patoman informiert die Solare Premier und überlässt Cai Cheung die Entscheidung über die weitere Vorgehensweise. Dann trifft sie sich mit Troy. Der Klon besitzt ähnliche Fähigkeiten wie Sato Ambush (den er als seinen "ersten Vater" betrachtet) und hat erkannt, dass es eine Wechselwirkung zwischen dem Sextadim-Banner des Sterngewerks und der Ordischen Stele gegeben hat. Das hat letztlich zur Selbstvernichtung des Schiffes geführt. Nach dem Gespräch versetzt sich Troy in eine Pararealität, um seinen ersten Vater zu suchen.

Die Tiuphoren sind angeschlagen, dennoch ist Accoshai zuversichtlich. Dem Orakel ist es gelungen, eine Stelle ausfindig zu machen, an der man mit der Vergangenheit in Kontakt treten kann. Funkverbindung ist in beide Richtungen möglich. Accoshai empfängt eine Nachricht vom Sterngewerk MORRCROI und übermittelt seinerseits alle Erkenntnisse, die er über die erhöhte Hyperimpedanz gesammelt hat. Verstärkung wird bald kommen - und sie wird vorbereitet sein...

Kringels Meinung:

Der Zeitriss ist also keineswegs eine Einbahnstraße, wie Sentaire glaubt. Objekte können nicht in die Vergangenheit gelangen, aber Funknachrichten können in beiden Richtungen ausgetauscht werden. Das führt mich zu einer Frage, die noch nicht beantwortet wurde: Existiert der Zeitriss nur im Jahre 20.103.191 und in der Relativgegenwart? Oder auch in allen Jahren dazwischen? Wenn letzteres der Fall ist, dann müsste die Relativgegenwart doch bald eine Invasion von Besuchern aus der Vergangenheit erleben, oder? Denn zwanzig Millionen Jahre sind eine verdammt lange Zeit, und ich kann mir nicht vorstellen, dass die in all diesen Jahren in der Vergangenheit entstandenen und wieder vergangenen Hochkulturen den Riss nicht bemerkt haben sollen. Ich denke da vor allem an die Lemurer. Oder an die Terraner früherer Zeiten, die auch schon in der Nähe der Perforationspassage unterwegs waren, schließlich war Olymp mal der Warenumschlagsplatz schlechthin. Oder die Terraner des Jahres 1517 NGZ, für die das Jahr 1518 NGZ ja nun in der Zukunft liegt... Jedenfalls steht jetzt wohl fest, dass Rhodan die Perforationspassage nutzen könnte, um nach Hause zurückzukehren.

Die Tiuphoren brauchen nur gut acht Wochen, um die Auswirkungen der erhöhten Hyperimpedanz zu überwinden und eine Flotte, zu der immerhin 20 moderne Superschlachtschiffe gehören, mit nur drei Sterngewerken (OK, die Sternspringer darf man nicht vergessen) aufzureiben? Das wäre ihnen ja sicherlich gelungen, wenn es die höchst interessante Interaktion zwischen Stele und Banner nicht gegeben hätte. Ich kann mich nur wiederholen: Das ist unglaubwürdig. Wieder einmal werden festgeschriebene Gegebenheiten des Perryversums einfach ignoriert. Man hätte uns wenigstens irgendeine Erklärung präsentieren können, etwa dass die Tiuphorentechnik besonders robust ist oder so - aber die Beschreibungen in PR 2806 lesen sich ganz anders. Man musste annehmen, in den Sterngewerken funktioniere so gut wie nichts, was irgendwie mit Hyperenergie zu tun hat. Und jetzt ist davon keine Rede mehr. Das ist wirklich dumm gelaufen.

Aber abgesehen von diesem sicherlich dem Exposee geschuldeten Detail ist Marc A. Herrens Roman ein echter Genuss. Dabei geschieht eigentlich gar nicht so viel abgesehen vom x-ten Tiuphorenangriff in Folge. Ich weiß nicht, wie ich die Sache mit Stele und Banner einordnen soll. Ist das die entscheidende Information, die mit dem Roman vermittelt werden soll? Deutet sich hier der letzte Woche von mir postulierte Zusammenhang an? Oder war das nur ein zur Rettung der Tiuphorenwacht benötigter Deus ex Machina? Jedenfalls nutzt Marc die Freiräume gut, die ihm der Roman bietet, und bettet die Schlacht in schöne Subplots ein. Anna Patoman, eine der meiner bescheidenen Meinung nach gar nicht so wenigen starken Frauenfiguren, die in den letzten Jahren eingeführt wurden, steht ganz im Mittelpunkt. Wir erfahren mehr über ihre Vergangenheit. Ihr Exmann hat sich von Experimenten inspirieren lassen, die ein gewisser Paspatern durchgeführt hat. Diese Ereignisse können in PR Extra Nr. 6 nachgelesen werden. Troy ist eine interessante neue Figur. Erleben wir hier etwa die Reinkarnation Sato Ambushs?

Patoman überlegt, ob es eine gute Idee wäre, mit den Onryonen gegen die Tiuphoren zu paktieren. Ich würde sagen: Die Terraner wären dumm, wenn sie diese Gelegenheit nicht beim Schopf ergreifen würden. Und allmählich ist es wirklich mal an der Zeit, dass das Atopische Tribunal reagiert. Die Atopen müssten von sich aus aktiv werden, sofern ihre berühmte Ordo mehr ist als nur leeres Geschwätz!

J. Kreis, 14.06.2015


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Gastkommentare


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Jonas Hoffmann (24.06.2015):

Bei diesem Roman bin ich (fast) ganz bei deiner Meinung. Auch ich finde es sehr unglaubwürdig wie gut und schnell die Tiuphoren die gestiegene HI überstanden haben. Eigentlich sollten denen einfach die Hyperkristalle ausgegangen sein. Da sollte die neue Expokratie schon ein wenig mehr Wert drauf legen, bei der Kontinuität. Ebenso die Erkenntnisse die die Tiuphoren innerhalb weniger Wochen über den Riss in Erfahrung gebracht haben. Das geht viel zu schnell.

Was die Kontinuität des Risses angeht. Ich denke er geht von Zeitpunkt A nach Zeitpunkt B und bewegt sich nun parallel zur Zeitachse mit. Er "fächert" also nicht auf. Ansonsten wäre er ja schon da gewesen bevor Rhodan angeflogen wäre. Das hätte sicher jemand gemerkt ;-) Des Weiteren war er ja zur Zeit von Archetim schon nicht mehr da, was ebenso für meine Theorie spricht.

Das interessanteste am Roman war die Interferenz die Stele und Banner ausgelöst haben. Sind die Stelen ehemals als passive Abwehrwaffen gegen die Tiuphoren entwickelt worden. Anscheinend haben sie ja eine überladende Wirkung auf die Matrix. Kann natürlich aber auch Zufall sein.

Zum Kampf hast du alles gesagt. M.E. war das völlig daneben, aber, da die Zahlen so genau aufgezählt wurden, wohl eine Vorgabe der Expokratie. Erinnert mich alles gar zu sehr an Affen, stinkende Metallarmträger oder Schlangenköpfige Traitoristas. Schema F(eldhoff) halt.

Nun hoffe ich, dass im 9. Heft des Zykluses nicht das gefühlt 10. Gefecht gegen überlegene Tiuphoren ansteht. Das wird dann nämlich langsam langweilig.


Reiner (14.06.2015):

Mir hat der Roman auch gut gefallen. Angefangen von den Ereignissen im Jahr 1468 war es logisch, dass sich Mutter und Sohn irgendwann treffen würden. Wie immer in PR werden familiäre Dinge, erste Treffen etc. eher etwas dilettantisch dargestellt, das hat leider Tradition. Was der neue Mutant kann wird sich zeigen, er kommt natürlich zur rechten Zeit. Zeit ist ja insgesamt das Thema, über die Ontyonen, die derzeit recht passiv sind, spricht kaum einer mehr. Der Zeitriss insgesamt ist mir etwas dick aufgetragen, scheint wirklich nur die Rückkehr Rhodans zu bezwecken. Damit er nicht ganz sinnlos ist tauchen die Tiuphoren auf, die wollen die Galaxis erobern mit drei, zwei, dann vielleicht doch wieder drei Schiffen? Von wann nach wann der Zeitriss besteht ist tatsächlich eine Frage, ich vermute nur zwischen den beiden Jahren. Trotzdem ein schönes Heft, die Akteure fand ich interessant, bin auf die Fortsetzung in der nächsten Woche gespannt.


MAH (14.06.2015):

Schöne Besprechung. :) Die für die Tius verhängnisvolle Wechselwirkung zwischen Banner und Stele wird sicherlich noch zu reden geben. Es gibt aber noch eine zweite Stelle im Roman, die einen dunklen Schatten vorauswirft. Sie ist absichtlich so angelegt, dass man sie einfach überlesen kann; aber wenn man sich genau überlegt, was da gerade geschah, sollte diese Szene mindestens zu einem Stirnrunzeln führen.

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