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Perry Rhodan Nr. 2806: Aus dem Zeitriss

Autor: Christian Montillon

Inhalt

Während einer Pressekonferenz Ende Dezember 1517 NGZ, bei der es um den möglichen Anschluss des Olymp-Komplexes an das Neue Tamanium der Tefroder geht, erhält das Kaiserpaar eine dringende Nachricht von Jael Günebakan, dem Kommandanten der FÜRST DAGOREW. Das Omniträgerschiff der NEPTUN-Klasse gehört zu einer Flotte, die den Zeitriss beobachtet. Der Riss durchzieht die gesamte Milchstraße, kommt Olymp gefährlich nahe und wurde jetzt von drei gigantischen Walzenraumern durchquert. Indrè Capablanca und Martynas Deborin-Argyris ziehen sich unter einem Vorwand zurück, erfahren zuvor aber noch vom Tesqiren Yoqord, dass Matan Addaru Jabarim dem Abzug der Onryonenflotte aus dem System von Boscyks Stern zugestimmt hat - das war die Bedingung der Olympier für die Annahme des tefrodischen Angebots. Das Kaiserpaar begibt sich zur FÜRST DAGOREW. Kurz darauf meldet sich einer der Fremden per Funk. Er stellt sich als Caradocc Accoshai vor und behauptet, seine Schiffe seien vom "Raumriss" überrascht und verschlungen worden. Er gibt sich freundlich und spricht von technischen Problemen an Bord, die jedoch weitgehend unter Kontrolle seien. Hilfe werde nicht benötigt.

Tatsächlich haben die Tiuphoren den Zeitriss mit den Sterngewerken XOINATIU, MIDOXAI und PRUITENTIU durchquert, um neue Jagdgründe für ihre Banner-Kampagne zu erschließen. Obwohl sie dies verheimlichen, ist ihnen wohl bewusst, dass sie in eine weit entfernte Zukunft gelangt sind. Aufgrund des in dieser Epoche herrschenden höheren hyperphysikalischen Widerstandes haben sie mit unerwarteten Schwierigkeiten zu kämpfen. Es ist zu schweren Schäden in der XOINATIU und ihren Schwesterschiffen gekommen. Viele Systeme sind komplett ausgefallen und es ist noch unklar, ob sie überhaupt repariert werden können. Die Tiuphoren leiden vor allem darunter, dass die Sextadim-Banner ihrer Schiffe verstummt sind. Nur Chettcoim, das weibliche Orakel der XOINATIU, hat noch Kontakt mit den in den Bannern gefangenen Seelen. Chettcoim kann zu Accoshais Erleichterung melden, dass sich die Seelen langsam erholen. Sobald die Tiuphoren erst einmal erkannt haben, warum höherwertige Aggregate plötzlich nicht mehr funktionieren, können sie sich an die Wiederherstellung machen. Accoshai nimmt zu Recht an, dass die Olympier einen Inspektionstrupp entsenden werden. Diese Gelegenheit will er nutzen, um hilfreiche Erkenntnisse über die an die erhöhte Hyperimpedanz angepasste Technik der Milchstraßenvölker zu gewinnen.

Indrè Capablanca leitet die Inspektion persönlich. Sie nutzt hierzu die CLOSSTERMAN, ein 40-Meter-Beiboot der FÜRST DAGOREW. Yoqord wird informiert und nimmt ebenfalls teil. Er gibt vor, noch nie etwas von den Tiuphoren gehört zu haben. Auch Pason Passaic, der onryonische Clusterkommandant vor Ort, lässt sich nichts anmerken, als er mit dem Kaiserpaar über den am 31. Dezember 1517 NGZ unmittelbar bevorstehenden Abzug seiner Schiffe spricht und Kenntnis von der Ankunft der Tiuphoren erhält. Schon beim Anflug auf das Sterngewerk merkt Indrè Capablanca, dass etwas nicht stimmt. Ihr Symbiont Ftempar spürt die Qualen der in den Sextadim-Bannern gefangenen Seelen und übermittelt ihr diese Gefühle. Die Kaiserin, der Tesqire und einige Soldaten lassen sich von Accoshais Stellvertreter durch die XOINATIU führen. Chefingenieur Mahum Wiland bleibt mit drei Besatzungsmitgliedern in der CLOSSTERMAN zurück. Im Beiboot wurden zwei Fluchttransmitter versteckt, die so eingestellt sind, dass sie nicht von Tiuphoren genutzt werden können. Die Kaiserin und ihre Begleiter gehen in eine Falle. Ihre SERUNS werden von Mikro-Indoktrinatoren befallen, die auch unbemerkt in das Beiboot eindringen. Diese aus einem Masse-Energie-Gewebe bestehenden Roboter können Fremdtechnik sondieren und manipulieren. Somit stehen die Olympier auf verlorenem Posten und können zudem keinen Funkkontakt mit der FÜRST DAGOREW aufnehmen, als vorbereitete Bomben explodieren, wodurch das Team getrennt wird. Beide Gruppen werden wenig später von Tiuphoren und Kampfrobotern angegriffen.

Accoshai spricht von einem Unfall, zu dem es durch die noch nicht ganz überwundenen technischen Probleme gekommen sei, doch der Kaiser von Olymp lässt sich nicht täuschen. Er stellt dem Caradocc ein Ultimatum und beordert die Wachflotte herbei. Nun lässt Accoshai die Maske fallen und kündigt an, er werde die Kaiserin töten, falls sich die gegnerische Flotte nicht zurückziehen sollte. Indrè Capablanca ergibt sich zum Schein, um Ftempar die Gelegenheit zu geben, alle Angreifer mit psionischen Schockwellen außer Gefecht zu setzen. Die Kaiserin und ihre Begleiter fliehen zur CLOSSTERMAN. Nur einem Soldaten der zweiten Gruppe gelingt es, sich zu ihnen durchzuschlagen. Sie verlieren Zeit, denn das Schiff wurde größtenteils von den Indoktrinatoren übernommen. Die dort zurückgebliebenen Olympier wurden durch Überschlagsblitze getötet. Da feststeht, dass irgendeine Art von Virus am Werk gewesen sein muss, lassen die Olympier ihre SERUNS zurück, als sie durch den Transmitter fliehen, und aktivieren die Selbstzerstörungsanlage. Die Tiuphoren erleiden bei der Explosion der CLOSSTERMAN zwar keinen Schaden, doch nun ist es ihnen nicht mehr möglich, die Technik der Olympier zu analysieren. Es konnten nur Daten über die aktuellen Verhältnisse in der Milchstraße erbeutet werden.

Die olympische Flotte greift an, doch es ist schon zu spät. Die Sterngewerke wechseln in die Hyperstenz, so dass sie unangreifbar sind. Accoshai sichtet die erbeuteten Daten und entscheidet sich für ein interessantes neues Ziel: Die Swoon...

Kringels Meinung:

Zeitreisen aus der Handlungsgegenwart in die Vergangenheit oder in die Zukunft - das hatten wir schon oft. Aber dass Besucher aus der Vergangenheit in die Handlungsgegenwart kommen? Das dürfte Seltenheitswert haben. Die Reaktionen Yoqords und Passaics auf die Ankunft der Tiuphoren finde ich interessant. Verstellen sie sich nur sehr gut oder haben sie wirklich keine Ahnung, wer die Tiuphoren sind? Im Falle des Clusterkommandanten gehe ich von letzterem aus, denn die in der Milchstraße tätigen Onryonen sind ja durch die Bank "missionsgeboren", das heißt, sie waren nie auf den onryonischen Dunkelwelten und haben nur äußerst vage Informationen über die eigene Vergangenheit. Der Tesqire ist schwerer einzuschätzen. Ich wüsste gern, was Matan Addaru Jabarim über die Sache denkt und ob er von der Entstehung des Zeitrisses wohl ebenso überrascht wurde wie die Galaktiker...

Jedenfalls haben wir jetzt - ich hatte es befürchtet - auch Tiuphorengeballer in der Handlungsgegenwart. Und wie zu erwarten war, haben die Tiuphoren Probleme mit der erhöhten Hyperimpedanz. Was mich überrascht, ist die Geschwindigkeit, mit der sie diese Schwierigkeiten überwinden. Denkt doch bitte mal an den Zyklus Der Sternenozean zurück. Wenn ich mich daran erinnere, was 1331 NGZ direkt nach dem Hyperschock los war, dann kann ich mich jetzt nur wundern! Zwar wird lang und breit geschildert, wie übel es in der XOINATIU aussieht, aber am Schluss des Romans spielt das alles schon keine Rolle mehr. Die Sterngewerke können trotz Hyperimpedanz-Erhöhung in den Zustand der Hyperstenz wechseln und mit Überlichtgeschwindigkeit nach Swoofon fliegen. Und das ganz aus eigener Kraft, also ohne aus Beutetechnik gelernt zu haben. Das finde ich mindestens ebenso unglaubwürdig wie die Tatsache, dass die Kaiserin persönlich zum Schiff von möglicherweise feindlich eingestellten Unbekannten fliegt und sich diesen somit selbst als denkbar beste Geisel ausliefert!

Hier folgen ein paar Beckmessereien. Wer nicht gern nach Krümeln sucht, sollte jetzt nicht weiterlesen.

Der Kommandant der FÜRST DAGOREW meint, dass viele Millionen Schiffe nötig wären, wollte man den Abschnitt des Zeitrisses in der Nähe von Olymp absichern. Das ist wohl ein ganz klein wenig übertrieben. Mit Hyperortung und überlichtschnellen Raumschiffen reicht es völlig aus, das Ding von Olymp aus zu beobachten (deshalb halte ich es übrigens für unwahrscheinlich, dass niemand außer der FÜRST DAGOREW die Ankunft der Tiuphoren bemerkt haben soll) und die Flotte zu gegebener Zeit in Marsch zu setzen. Das hat ja auch funktioniert: Als der Kaiser sein Ultimatum verkündet, ruft er die Wachflotte herbei und die trifft kurz danach ein. Richtig wäre die Annahme nur, wenn es um die Überwachung des kompletten Risses ginge.

Accoshai beobachtet von der XOINATIU aus einen vorbeiziehenden großen Kugelkörper mit blinkenden Lichtern. Das ist die FÜRST ROGER, ein 1,5 km durchmessendes Raumschiff. Wohlgemerkt: Accoshai sieht das Ding, er ortet es nicht etwa mit technischen Hilfsmitteln. Später heißt es, die FÜRST ROGER habe Sonden ausgeschickt, die sich den Sterngewerken nur bis auf 1000 Kilometer genähert hätten. Die FÜRST ROGER muss also sehr viel mehr als 1000 Kilometer von der XOINATIU entfernt gewesen sein. Alter Schwede, was haben die Tiuphoren für gute Augen!

Beim allerersten Funkkontakt zwischen Tiuphoren und Olympiern wird Accoshai sofort verstanden. Seit wann können die Olympier tiuphorisch? Oder haben die Tiuphoren Interkosmo gelernt? Wenn ja, warum wundert sich niemand darüber, dass sie diese Sprache beherrschen?

Tierschutz scheint bei den Olympiern nicht besonders groß geschrieben zu werden. 108 exotische Tierarten werden für ein vollkommen sinnloses Täuschungsmanöver in die CLOSSTERMAN verfrachtet. Grund: Einer von zwei Fluchttransmitter wird zur Tarnung zerlegt. Die Tiuphoren sollen denken, es handele sich um Einrichtungsgegenstände des Bordzoos (!) - auf so eine Idee muss man erst mal kommen. Man denke nur an den logistischen Aufwand, der zur artgerechten Versorgung der Viecher betrieben werden müsste. Außerdem war doch klar, dass das ein sehr riskanter Einsatz werden würde, sonst wären keine Fluchttransmitter installiert worden. Offensichtlich wurde also in Kauf genommen, dass die armen Tiere den Tiuphoren in die Hände fallen. Es kommt sogar noch schlimmer: Alle müssen sterben.

PS: Meine Antwort auf Erics Kommentar vom 06.06.2015: Stimmmt, der Kommandant spricht nicht von "vielen Millionen" Schiffen, sondern von einer halben Million. Ich zitiere: "Sogar dieser vergleichsweise winzige Teilbereich des Phänomens maß beachtliche 630.000 Kilometer... und damit mehr, als die gesamte Heimatflotte absichern könnte. Gewiss - die FÜRST DAGOREW war ein beeindruckendes Schiff mit ihren 1500 Metern Durchmesser, ein durchaus mächtiger Raumer. Dennoch müsste man etwa eine halbe Million solcher Raumschiffe nebeneinander aufreihen, um den Streckenabschnitt zu bilden, in dem sich der Zeitriss derart aktiv zeigte." Zitat Ende. Mir ist schon klar, dass damit nicht gemeint ist, eine halbe Million Schiffe seien nötig, den Riss zu überwachen. Ich finde es einfach unpassend, dass ein Raumschiffskommandant überhaupt solche Überlegungen anstellt. Günebakan glaubt ja laut Zitat tatsächlich, die gesamte Heimatflotte könne den Riss nicht absichern. Und das halte ich für reinen Unsinn.

J. Kreis, 29.05.2015


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Gastkommentare


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Felix Zufall (14.06.2015):

Hoi Herr Herren -

auch wenn die Nach-Frage wohl (oder übel) nur rhetorisch(-polemisch) da-steht (ich habe nichts gegen gute Polemik - nebenbei, diesbezüglich: Hut ab vor Phil!), ich will sie trotzdem beantworten. Es gab hier bloß zwei Ansatzpunkte für meine spekulativen Überlegungen:

(1) "Uwe Anton, der diese Tätigkeit im Frühjahr 2009 ursprünglich als Vertretung für den schwer erkrankten Robert Feldhoff übernommen hatte, gibt die Exposéarbeit ab Band 2699 ab. »Ich möchte mich stärker auf das Schreiben meiner eigenen Romane konzentrieren«, sagt der PERRY RHODAN-Autor." perry-rhodan.net/news - "Neues Team übernimmt die PERRY RHODAN-Exposés" - 30.10.2012

(2) "Geschlagen geben wollen sich die Macher von "Perry Rhodan" aber noch nicht. Mit immer neuen Formaten kämpft der Verlag Pabel-Moewig - eine Tochter der Bauer Media Group ("Bravo", "Cosmopolitan", "Golf World") - darum, seinen unsterblichen Helden vor dem geschäftlichen Ableben zu bewahren." Christoph Neßhöver: "Kein Sex - lieber mehr Außerirdische" - 16.05.2013 / http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/a-900064-2.html

zu (1) "von dieser Tätigkeit total eingenommen" sagt eigentlich dasselbe, aber viel höflicher.

zu (2) "KEINERLEI" - dieses Dementi zeigt mir (erst jetzt, im Nachhinein), daß ich mich da völlig verformuliert habe: ich wollte nicht sagen, die Redaktion denke 'freiwillig' über eine Einstellung nach, sondern gezwungenermaßen (Stichwort: sinkende Auflagenzahl), sie plant es nicht (konkret, aktuell), sondern muß damit rechnen.

Im übrigen, um hier nicht mißverstanden zu werden, verehrter Marc - ich gönne der Serie ihre relative Unsterblichkeit.


Marc A. Herren (12.06.2015):

Zitat:
"Felix Zufall (31.05.2015):

Vermutlich steht der Autor unter großem Druck - hat nicht schon der letzte Expokrat, Uwe Anton, so sehr darunter gelitten, mit wahrscheinlich vielen Schreibblockaden, daß er die Expokraten-Krone wieder ablegte? Die Ausblendung der Tiuphorenschiffe 2 und 3 scheint mir dafür ein Zeichen - als ob Montillon nicht die Zeit habe, allzuviele Handlungsfiguren ans Team weiter zu geben.

Bei dieser ewig-langen Fortsetzung denkt wahrscheinlich kaum einer mehr daran, daß es plötzlich enden kann (wie kürzlich mit der Serie 'Sternenfaust'), doch hat gewiß das Perry-Rhodan-Team diese ständige Drohung im Nacken, die Verlagsentscheidung zur Einstellung der Heft-Serie. Zumindest wird seitens der Redaktion schon seit Jahren darüber nachgedacht die gedruckten Hefte einzustellen, sie durch ausschließlich digitale Medien zu ersetzen"
Zitat Ende

Felix. Ich weiß nicht, woher du das alles wissen willst, aber es ist kreuzfalsch.

Fakt ist, dass man als Expokrat von dieser Tätigkeit total eingenommen wird. Robert hat jahrelang nichts anderes gemacht als Expos zu schreiben und ein- bis zweimal im Jahr einen Roman. Uwe, der bspw auch noch Übersetzer ist, wollte dies nicht und hat den Stab übergeben. Das jetzige Expo-Team macht m.E. einen guten Job und ergänzt sich auch perfekt. Zudem ist es CM hoch anzurechnen, dass er sich nicht einfach die Rosinen herauspickt. Er hat sich weder den Jubiläumsband noch den Eschbach-Doppelband gekrallt sondern den beiden Damen die Gelegenheit gegeben zu brillieren.

Und seitens der Redaktion gibt es KEINERLEI Überlegungen, die Hefte einzustellen. Die Romanhefte sind nach wie vor das Standbein, auf dem ALLE Publikationen stehen. Es ist aber nur logisch und wirtschaftlich sinnvoll, neue Vertriebsweg auszuprobieren. Die elektronischen Produkte werden zwar laufend wichtiger, aber bis sie die Druckprodukte ernsthaft gefährden können, werden noch Jahrzehnte vergehen, m.E..

Also verbreite bitte nicht solche Unwahrheiten.

Und jetzt: viel Spaß mit dem 2808er! : )


Jonas Hoffmann (11.06.2015):

Der Roman fällt im Vergleich zu den Vorgängern klar ab. Die Flucht zum Ende hin war völlig daneben, undurchdacht ohne Ende.

Woher kamen eigentlich die Tiere für den Zoo so plötzlich her?

Und wieso konnten die Tiuphoren in die Hyperstenz und waren dort geschützt? Überhaupt wie haben sie die Hyperimpedanz so schnell überwinden können? Anscheinend haben die Autoren (die den Sternenozean nicht als Autoren kennen) nicht recherchiert. Da haben Sie was verpasst.

Fragen über Fragen aber keine Antworten. Nur eine gegenseitige durchschaubare Scharade. Was ich nicht verstehe, hab allerdings auch lange ausgesetzt, warum sind da nicht sofort Onryonen und Atopen vor Ort? Die wissen doch sonst immer alles, dachte ich?


Eric (06.06.2015):

Da ist Dir jetzt aber auch ein kleiner Fehler unterlaufen: Die halbe Million Raumschiffe sind laut Günebakan nicht nötig, um den Riss-Abschnitt zu überwachen, sondern wären aneinandergereiht so lang wie dieser.


Reiner (31.05.2015):

Die üblichen kleinen Fehler. Das mit den Ortungsmöglichkeiten war mir auch sofort aufgefallen. Ein normaler Roman am Anfang eines neuen Handlungskreises. Das Beste war diesmal allerdings das Titelbild, hat mir außerordentlich gut gefallen.


Felix Zufall (31.05.2015):

Den hab ich auch gelesen, als ersten Roman des Expokraten, in Erwartung einer großen neuen Weichenstellung ... war dann aber nur kleinmütig, passabler Plot, doch sehr bescheidener Handlungskomplex, zudem, da kann ich Dir nur zustimmen, ziemlich schlampig ausgeführt.

Vermutlich steht der Autor unter großem Druck - hat nicht schon der letzte Expokrat, Uwe Anton, so sehr darunter gelitten, mit wahrscheinlich vielen Schreibblockaden, daß er die Expokraten-Krone wieder ablegte? Die Ausblendung der Tiuphorenschiffe 2 und 3 scheint mir dafür ein Zeichen - als ob Montillon nicht die Zeit habe, allzuviele Handlungsfiguren ans Team weiter zu geben.

Bei dieser ewig-langen Fortsetzung denkt wahrscheinlich kaum einer mehr daran, daß es plötzlich enden kann (wie kürzlich mit der Serie 'Sternenfaust'), doch hat gewiß das Perry-Rhodan-Team diese ständige Drohung im Nacken, die Verlagsentscheidung zur Einstellung der Heft-Serie. Zumindest wird seitens der Redaktion schon seit Jahren darüber nachgedacht die gedruckten Hefte einzustellen, sie durch ausschließlich digitale Medien zu ersetzen (was wahrscheinlich ein Denkfehler ist - das Ende des Printmediums kann auch das Ende der digitalen Form nach sich ziehen, zumindest als regelmäßig-wöchentliche Erscheinung) -- siehe:
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/a-900064.html --
Unter solchem Gesichtspunkt wäre Perry Rhodan Neo ein Wiederbelebungsversuch noch vor dem Absterben.

Noch ein Krümel zu Deiner Sammlung:

Der Olymp-Kaiser stellt den Tiuphoren ein Ultimatum: "eine halbe Stunde" - ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, daß eine solche Zeitangabe für einen Fremden völlig unverständlich sein muß bzw. sollte. Doch der Tiuphoren-Häuptling antwortet munter mit einem Gegen-Ultimatum von "zehn Minuten".

Wenig ehrenhaft für einen 'Edelmann' läßt dann der Kaiser nach der gesunden Rückkehr seiner Gemahlin ohne weitere Warnung die Waffen sprechen.

Das erinnert mich an Barry Malzbergs bitterböse Schilderung der Leiden eines SF-Trivialromanschreibers ('Herovits Welt'); immer wieder aufs neue muß Schriftsteller Jonathan Herovit seinen stupiden Weltraumhelden Mack Miller in wilde Abenteuer schicken.
--
"Mack hatte Erfahrung und erkannte die Gefahr, wenn er sie sah. Er gehörte nicht zur 'besseren Gesellschaft', verstand nichts von Soziologie, aber er wußte, wann es brenzlig wurde. / Auch hatte er ein Gespür für feindselige Absichten. Durch die Verstärkeranlage an Bord konnte er die Hufschläge des näherkommenden Meldeberanin hören, und er schaltete den Lautsprecher ein und rief das galaktische Haltsignal, das selbst den rückständigsten unter den intelligenten Rassen bekannt war. / Der Fremde machte nicht halt, genau wie Miller vermutet hatte, und so schoß er ihn mit dem Laserstrahl nieder." --

Die Szene mit dem tiuphorischen Kind-Austragen war sehr komisch, aber halt leider zugleich furchtbar haarsträubend - ist da dem Autor ein Kängeruh über die Leber gehüpft?! 'Natürlich' fehlt jede tiefergehende soziologische Einlassung: wie ist die Rechtslage der Beziehung Mann-Frau, Familie, Kindererziehung, Schulbildung etc.

Christian Montillon sagte, in einer seiner Vorab-Werbebotschaften, der Zeitriß würde alles verändern. Schon denkbar, sogar eine gute Möglichkeit das Perryversum damit ganz neu aufzumischen, fraglich ist nur, ob die Expokraten tiefere Einschnitte wagen, oder nicht doch wieder den Zeitriß bald schließen (diese Option haben sie ja jederzeit). Auch beim MDI-Zyklus gab es eine Pendel-Verbindung zwischen Lemurern der Vergangenheit und Tefrodern der Zukunft bzw. 'Gegenwart', die sogleich nach dem Ende des Abenteuers wieder spurlos verschwand.


"grenzdebiler Asozialer" (31.05.2015):

Oberflächlich gelesen nett. Bei näherer Betrachtung unlogisch handelnde Charaktere, sachliche Fehler. So nicht, Herr Exposeautor! Das qualitative Niveau unzähliger Arbeiten jugendlicher HobbyautorInnen bei fanfiktion.de ist wesentlich höher als das qualitative Niveau dieser Arbeit eines Germanisten und professionellen Autors.



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