PR 2802
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Perry Rhodan Nr. 2802: Bastion der Sternenmark

Autor: Hubert Haensel

Inhalt

Perry Rhodan fliegt mit der BJO BREISKOLL zur Sternenmark-Bastion Vennbacc im Cyoterrisystem. Die RAS TSCHUBAI folgt mit einigem Abstand. Vennbacc ist ein erdähnlicher Planet im Randbereich des rayonischen Sternenstaates Rayonat. Goyro Shaccner befindet sich mit der TICCNYT bereits dort, als die Terraner ankommen. Der Schlachtkreuzer landet am 26. November 1517 NGZ Bordzeit auf dem zur Stadt Mictorry gehörenden Raumhafen Micto Vier. Die Regierungsmitglieder, mit denen sich Rhodan treffen soll, werden erst in zwei Tagen erwartet. Bis dahin sollen die Terraner in ihrem Schiff bleiben. Shaccner ist jedoch bereit, Rhodan und Farye Sepheroa zu einem Stadtrundflug mitzunehmen. Dass sich Gucky, Sichu Dorksteiger und Licco Yukawa (Kommandant der BJO BREISKOLL) ebenfalls in der Stadt umsehen, ahnen die Rayonen nicht. Der Mausbiber espert fleißig. Er liest die Gedanken mehrerer Personen, die voller Dankbarkeit für die Laren sind, weil diese den Kodex im Kampf gegen die Tiuphoren unterstützen. Auch auf Vennbacc wurden Laren gesehen. Es gelingt Gucky, die Laren aufzuspüren. Es sind Besatzungsmitglieder der LARHATOON, Pey-Ceyan befindet sich unter ihnen. Gucky findet heraus, dass die LARHATOON auf dem Raumhafen Micto zwei steht.

Währenddessen erhält Rhodan Einblicke in die aktuellen Verhältnisse in Phariske-Erigon. Wegen der vom Imperium der Empörer ausgehenden Gefahr möchten sich immer mehr Bedrohte dem Kodex anschließen, was eine schwere Belastung für die zurzeit 100 Völker umfassende Gemeinschaft darstellt. Auf Testwelten wie Vennbacc werden die Integrationsmöglichkeiten für neue Völker geprüft. Entsprechend viel Betrieb herrscht auf Vennbacc. Die Hüter der Zeiten bilden seit ungefähr einem halben Jahr eine Art Frühwarnsystem. Im Umsichtigen Gremium, der Regierung der Rayonen, haben sich zwei Lager herausgebildet. Je ein Vertreter beider Lager ist unterwegs nach Vennbacc: Blaccter Koyshan ist Bastionist. Diese Gruppe propagiert den Rückzug auf wenige leicht zu verteidigende Welten. Vennbacc soll zu einer solchen Bastion ausgebaut werden. Vecctur Mocell gehört zu den Emigristen, die eine Evakuierung ihres Volkes in den Leerraum anstreben. Shaccner erwähnt außerdem das geheime On-Projekt, verrät hierzu aber keine Details. Die Stadtrundfahrt endet am Palast der Tiefe, einem 200 Meter durchmessenden flachen Kuppelbau, der als Regierungssitz dient und sich über 200 subplanetare Etagen erstreckt. Dort werden Koyshan und Mocell sowie der Pyzhurg Conntor Kouccoy mit Rhodan zusammentreffen. In dieser Epoche ist der Pyzhurg eine vom Umsichtigen Gremium gewählte Person, deren Votum bei Stimmengleichheit den Ausschlag gibt. Von Gucky erfährt Rhodan später, dass die Regierungsmitglieder keineswegs seinetwegen nach Vennbacc kommen. Es geht ihnen vielmehr darum, mit den Laren von der LARHATOON, deren wahre Herkunft sie nicht kennen, über den Kampf gegen das Imperium der Empörer zu sprechen.

Kurz nach der Ankunft der Regierungsmitglieder erscheinen zwei Sterngewerke und gehen sofort zum Angriff auf Vennbacc über. Shaccner ist gegen eine Einmischung durch Fremde (die Laren halten sich denn auch aus der Sache heraus), aber Perry Rhodan legt das Verbot weit aus und gibt der RAS TSCHUBAI den Angriffsbefehl, zumal sich herausstellt, dass die rayonische Systemverteidigung den Tiuphoren nicht gewachsen ist. Die Tiuphoren fliehen, als die RAS TSCHUBAI ihre Hyperpuls-Werfer gegen das Sextadim-Banner eines Sterngewerks einsetzt, aber einige Sternspringer bleiben im System. Alle werden vernichtet, doch einem gelingt es, Beiboote auszuschleusen, die auf Vennbacc landen. Somit kommt es erneut zu Bodenkämpfen. Die Tiuphoren sind überraschend starke Gegner. Gucky espert, dass ihre Kriegsornate so etwas wie einen Extrasinn in sich tragen. Wenn ein Tiuphore im Kampf "inhörig" wird, kann er eine Symbiose mit diesem Conmentum eingehen, wodurch sich seine Reaktionsschnelligkeit vervielfacht. Die Tiuphoren dringen in den Palast der Tiefe ein. Rhodan beordert das von Licco Yukawa angeführte Raumlandebataillon dorthin und lässt sich von Gucky direkt in den Kuppelbau teleportieren, um Shaccner und die Regierungsmitglieder zu retten. Shaccner ist verwundet. Gucky teleportiert ihn in die BJO BREISKOLL. Auch Rhodan wird in Sicherheit gebracht, sobald die Raumlandesoldaten eingetroffen sind. Diese schalten die Tiuphoren nach hartem Kampf aus. Die Rayonen haben sich in tiefere Etagen zurückgezogen. Sie werden gerettet, aber Koyshan ist bereits tot.

Nach dem Ende der Kämpfe meldet sich Conntor Kouccoy bei Rhodan. Er bedankt sich und beraumt ein Treffen für den nächsten Tag an. Anschließend spricht der Pyzhurg per Funk mit Shaccner, der sich immer noch in der Medostation des Kreuzers befindet. Die beiden fragen sich, warum das Frühwarnsystem der Hüter der Zeiten versagt hat. Shaccner erfährt, dass das Rayonat bei den Ziquama offiziell um eine Purpur-Teufe für das Cyoterrisystem gebeten hat.

Kringels Meinung:

Hubert Haensel hatte vermutlich den Auftrag, ein ganzes Bündel von Informationen zu vermitteln. Es war sicher nicht ganz einfach, eine einigermaßen ansprechende Handlung darum herum zusammenzuschrauben. Besonders spannend ist die Story nicht, aber die Infos sind faszinierend genug, um den ansonsten in den üblichen Handlungsmustern erstarrenden Roman lesenswert zu machen. Es wäre vielleicht geschickter gewesen, nicht zwei Romane mit der ausufernden Beschreibung von Raum- und Bodenschlachten aufeinander folgen zu lassen, und auch die Informationsbeschaffung durch "Agenteneinsätze" (diesmal wenigstens ohne Karnevalsmaskerade) ist in den letzten Monaten ein paarmal zu oft eingesetzt worden.

Dennoch habe ich den Roman mit Interesse gelesen, zumal Haensel einen guten Einstieg findet. Zu Beginn des Romans sinnieren Rhodan und Gucky über alte Zeiten und den von ihnen selbst empfundenen Sense of Wonder bei der Erkundung des Weltalls. Ein Gefühl, das ihnen beim Vorstoß in immer weiter entfernte Regionen des Kosmos ein wenig abhandengekommen ist. Da spricht mir Rhodan bzw. Haensel richtig aus der Seele! Die Terraner haben sich in Paralleluniversen, zur Großen Leere und sogar auf die andere Seite des universalen Möbiusbandes gewagt, dabei aber den eigenen Vorgarten (die Milchstraßen-Southside) sträflich vernachlässigt. Über die Southside ist kaum etwas bekannt. Das rächt sich jetzt. Ich mag solche Momente des Innehaltens, wenn die Protagonisten mal erkennen lassen, dass sie nicht nur leere Hüllen sind. Leider endet es wieder damit, dass Gucky die Tiuphoren als Verrückte, Killer, Mörder und Perverse bezeichnet. Jaja, so langsam habe ich begriffen, dass die Tius die Bösewichte dieses Zyklus sind, und dass es völlig in Ordnung ist, wenn man sie allesamt umbringt. Wenn sie das nicht gleich selbst tun, sobald eine Niederlage droht. Wieder macht sich Rhodan keinerlei Gedanken über die Konsequenzen seiner Taten. Wahrscheinlich steht es im Exposee geschrieben, dass es keine Zeitparadoxa geben wird, weil alles, was Rhodan und Konsorten in der Vergangenheit tun, aus Sicht des 16. Jahrhunderts NGZ schon geschichtliche Tatsache ist. Aber es wäre doch schön, wenn unsere Helden etwas mehr Zurückhaltung an den Tag legen würden.

Egal. Wie gesagt erfahren wir so einiges über den Kodex und die Rayonen. Vermutlich haben sich beide Lager durchgesetzt, also Bastionisten und Emigristen. Schließlich leben die Onryonen der Gegenwart sowohl auf einzelnen Dunkelwelt-Basen im Leerraum als auch in ihren Raumschiffsclustern. Die von den Emigristen angedachten Fluchtschiffpulks waren wohl die Vorläufer der onryonischen Raumrudel. Die Völker des Kodex kennen das kosmische Zwiebelschalenmodell noch nicht. Sie hatten noch keine Begegnungen mit Superintelligenzen oder den Hohen Mächten. Außerdem waren sie noch nicht in Andromeda. Bei ihnen heißt die Nachbargalaxie Claccpher und sie glauben, dass die Laren von dort gekommen sind.

Nicht zum ersten Mal im neuen Zyklus fällt mir Guckys flapsige, teils mit umgangssprachlichen Formulierungen vermengte Ausdrucksweise auf. Dazu dann noch die neuen alten Parafähigkeiten, die diesmal prompt durch Störfelder beeinträchtigt werden müssen, weil der Multimutant sonst zu mächtig wäre und die Bodenkämpfe schnell hätte beenden können... wurden da etwa die Wünsche von Lesern wahr gemacht, die den alten Gucky wiederhaben wollten?

J. Kreis, 02.05.2015


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Gastkommentare


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Rainer Fürstenfeld (04.05.2015):

Hallo Johannes,
erstmal zu meiner Person: ich bin 44 J. alt und seit meiner Jugend SF Fan (Star Treck, Captain Future und nat. PR). Ich habe zunächst mit den Silberbänden begonnen und dann vereinzelt Heftromane der Erstauflage gelesen. Um zur aktuellen Nr. aufzuschliessen zu können, habe ich mich aber hauptsächlich deiner Zusammenfassungen und Kommentare bedient. An dieser Stelle möchte ich dir für deine unermüdliche und wertvolle Arbeit meinen herzlichen Dank sagen.

Zu PR 2802: Die erste Hälfte des Romans besteht fast nur aus Unterhaltungen. Richtig langweilig war das zwar nicht, aber da hätten auch ein paar Seiten weniger gereicht. Auf Vennbacc nimmt die Handlung dann Fahrt auf. Am spannendsten fand ich den Part, als Gucky die Laren verfolgt hat.
Hellhörig wurde ich zu Beginn von Seite 52, da beschreibt Gucky wie er einen Tiuphoren esperte, der plötzlich "inhörig" wurde, und somit das "Conmentum" verstand, eine Art mentaler Widerhall. Erst danach war er glücklich und schoß wie verrückt um sich.
Vielleicht sind die Tiuphoren gar nicht von Natur aus so aufs Töten fixiert, sondern werden erst durch das "Conmentum" dahingehend beeinflußt? Dann wäre es interessant zu erfahren, was dieses Conmentum ist, und ob es möglicherweise von einer bisher unbekannten Partei eingesetzt wird, um die Tiuphoren zu manipulieren. Vielleicht sind die Tiuphoren nicht von Natur aus die bösen Aggressoren, als die sie bisher geschildert wurden. Ich bin jedenfalls gespannt.

Gruß, Rainer F.


"grenzdebiler Asozialer" (03.05.2015):

Neue Handlung mag, wenn man akzeptiert, dass es sich um Trivialliteratur handelt, OK sein. Was stört, das sind die vielen offenen Nebenhandlungsstränge aus der ersten Hälfte des vorherigen Zyklus. Besser wäre gewesen, entweder weniger Nebenhandlungsstränge zu beginnen oder wenigstens einige in der zweiten Zyklushälfte zu beenden. Es stört den Lesefluss, wenn nach zwei oder mehr Jahren ein offener Nebenhandlungsstrang fortgesetzt wird.



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