PR 2788
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Perry Rhodan Nr. 2788: Die drei Tage der Manta

Autor: Christian Montillon

Inhalt

Volven Hagadasz, Hochrangermittler der gäanischen Sozialgarde, und seine neue Partnerin Philomena untersuchen einen Mord. Ein hochrangiger tefrodischer Diplomat wurde tot in NOVA MESSINA aufgefunden, einer Weltraumstadt im Orbit des in der Dunkelwolke Provcon-Faust gelegenen Planeten Gäa. Besondere Brisanz erhält der Fall durch die Tatsache, dass Vetris-Molaud an diesem Tag - es ist der 29. Juni 1517 NGZ - auf Gäa erwartet wird. Hagadasz und Philomena sind verdeckt operierende USO-Spezialisten. Ihr Chef Monkey schaltet sich persönlich in die Ermittlungen ein. Er nimmt die Tarnidentität eines Missionars der Dunkelträger-Sekte namens "Bruder Mo" an, denn er weiß, dass es eine Verbindung zwischen den Dunkelträgern (Anhängern der vincranischen Hauptgöttin "Schwarze Manta") und dem Mordopfer gibt. Monkey hat erfahren, dass die Vincraner mit ihren besonderen Sinnen die Anwesenheit eines großen verborgenen Objekts in der Nähe Gäas festgestellt haben. Der Oxtorner geht davon aus, dass es sich um die 232-COLPCOR handelt. Über seine Stellvertreterin, die Cheborparnerin Linoiyl Lithychiszeroth (LiLith), bittet er Perry Rhodan um Unterstützung. Rhodan und Atlan lassen sich von Farye Sepheroa mit der LAURIN IV nach Gäa fliegen.

Vetris-Molaud kommt in Begleitung seiner Lieblingsfrau Amyon Kial nach Gäa, allerdings nicht mit seinem Flaggschiff VOHRATA, sondern mit dem 770-Meter-Raumer SOSFALAM, denn sein Besuch soll angeblich der Völkerverständigung dienen. Der Maghan gibt bekannt, er werde den Bewohnern der Provcon-Faust die Aufnahme ins Neue Tamanium anbieten. Vetris-Molaud und sein Gefolge, zu dem der telepathisch begabte Leibwächter Poord Baucor gehört, residieren im Palazzo Zankla im NOVA MESSINA - Orbital. Das Gebäude wurde schon vor Ankunft der Tefroder verwanzt. Mit Hilfe des aus zehntausenden autarken Mini-Sonden und einem in Monkeys Operationszentrale installierten Rezeptor bestehenden Mosaikvisiers können die USO-Spezialisten alles sehen und hören, was in Vetris-Molauds Privaträumen vorgeht. Bruder Mo nimmt sich den Vincraner Teren zur Brust. Dieser ist einer der schillerndsten Anhänger der Schwarzen Manta. Er spricht von einer Verschwörung gegen Vetris-Molaud, die bis in die provconischen Regierungskreise hineinreicht. Die für Telepathen nicht "lesbaren" vincranischen Mitarbeiter des Sicherheitsdiensts sollen ebenfalls etwas damit zu tun haben. Außerdem warnt Teren vor der Schwarzen Manta - eine Unbekannte hat den Namen der Göttin angenommen und zieht im Hintergrund die Fäden.

Am 30. Juni trifft sich Perry Rhodan mit Äneas Catinat, der die Suche der RAS TSCHUBAI nach der 232-COLPCOR billigt. Der Gäaner ist Mitglied der Provconischen Triarchie und somit einer von drei Herrschern der Provcon-Faust. Für den späten Abend ist ein informelles Treffen Catinats mit Vetris-Molaud geplant. In Maske begleitet Rhodan den Gäaner dorthin und wird Zeuge, wie Vetris-Molaud bei einem Attentat lebensgefährlich verletzt wird. Catinat trägt eine weniger schwere Verletzung davon. Hagadasz stellt einen der anwesenden vincranischen Leibwächter zur Rede. Dieser gibt zu, dass die Anhänger der Schwarzen Manta den tefrodischen Diplomaten ermordet haben, weil er zu viel wusste. Es kommt zum Kampf. Hagadasz ist gezwungen, den Mann zu erschießen. Kurz nach dem Attentat - inzwischen ist der 1. Juli angebrochen - setzt sich die 232-COLPCOR in Bewegung. Matan Addaru Jabarim erscheint im Orbital und dringt bis zu Vetris-Molaud vor, der in die SOSFALAM zurückgebracht wurde. Zuvor von Hagadasz deponierte Spionsonden zeichnen alles auf. Der Atope macht wortlos kehrt, nachdem er den Tefroder mit dem Glivtor berührt hat.

Anhand der vom Mosaikvisier übermittelten Bilder erkennt Monkey, was wirklich hinter dem Attentat steckt. Amyon Kial ist mit der Schwarzen Manta sowie der Gründerin der Gruppe Sorgfalt identisch. Nicht Vetris-Molaud wurde verwundet, sondern sein Doppelgänger. Das von Amyon Kial eingefädelte Attentat dient als Vorwand für die Annektierung der Provcon-Faust. Sie selbst übernimmt im Namen des Neuen Tamaniums die Provconische Triarchie. Kampfschiffe der Gruppe Sorgfalt fliegen in die Dunkelwolke ein. Für Rhodan steht fest, dass Amyon Kial nicht beabsichtigt, die Provcon-Faust dauerhaft zu halten, sondern dass sie nur Fakten schaffen wollte, durch die Vetris-Molaud zu einer insgesamt härteren Vorgehensweise gezwungen werden soll. Der tefrodische Sorgfaltsminister Baios Corm verkündet noch am selben Tag, dem Maghan sei selbstverständlich nicht daran gelegen, die Triarchone zu entmachten.

Hagadasz setzt Poord Baucor über Amyon Kials Machenschaften ins Bild, wobei er es so aussehen lässt, als stammten diese Erkenntnisse von der gäanischen Sozialgarde. Der echte Vetris-Molaud erfährt wenig später von Oc Shozdor, was seine Lieblingsfrau getan hat. Sie hat eine Heilphase ausgenutzt, die er trotz des Zellaktivators wegen der Folgen seiner Krankheit (Morbus Schaspander) immer wieder über sich ergehen lassen muss. Es dauert dann stets drei Tage, bis er von seinen Technoskorpionen buchstäblich zerlegt und neu zusammengesetzt worden ist. Obwohl ihm klar ist, dass Amyon Kial aus Liebe zu ihm gehandelt hat, veranlasst er ihre Beseitigung. Sie erlebt die Geburt ihrer Tochter Saliana nicht mit, denn das Kind ist in einer künstlichen Gebärmutter herangereift. Vetris-Molaud hat seine Lektion gelernt - er darf niemandem vertrauen. Für ihn ist der Versuch, LFT-Mitgliedsstaaten ins Neue Tamanium zu integrieren, endgültig gescheitert.

Monkey fordert Gucky an. Der Oxtorner will Sinn und Zweck der tefrodischen Strategie weiter auskundschaften und zu diesem Zweck einen sehr speziellen Einsatzort aufsuchen.

Kringels Meinung:

Ist das jetzt die zweite Hälfte eines Doppelromans oder einfach der zweite Roman in Folge, der rein zufällig vom selben Autor geschrieben wurde? Für letzteres spricht, dass die Story so gut wie nichts mit dem vorherigen Heft zu tun hat. Jedenfalls wird die Handlung von PR 2787 nicht fortgesetzt. Weiß Perry etwa nicht, was er als nächstes tun soll? Noch vor ein paar Tagen musste unbedingt untersucht werden, welche Beziehung es zwischen Larhatoon und der Milchstraße gibt und Perry war total fasziniert von einem Bild, das zeigt, dass die Laren vor Millionen von Jahren schon im Solsystem waren. Das scheint er jetzt nicht mehr so spannend zu finden, von alldem ist plötzlich überhaupt nicht mehr die Rede. Übrigens wird zu Beginn des Romans erwähnt, eine LFT-Einsatzflotte, angeführt von Anna Patomans GALBRAITH DEIGHTON V, sei unterwegs zur Provcon-Faust. Auch das gerät im Roman in Vergessenheit.

Zugegeben, Perry erhält im aktuellen Heft eine aufregende Nachricht, die schnelles Handeln erfordert, so dass andere Dinge schon mal in den Hintergrund rücken können. Die 232-COLPCOR ist zum Greifen nahe! Was liegt also näher, als mit der getarnten RAS TSCHUBAI in die Provcon-Faust zu fliegen, um dort nach dem Atopenschiff zu suchen - oder noch besser: Erst einmal einen vernünftigen Plan zur Eroberung des Schiffes zu schmieden? Ach was, Pläne brauchen wir nicht. Die lästige Tatsache, dass der Besitzer der 232-COLPCOR ein absolut unangreifbares Wesen ist, wie im vorliegenden Roman ja erneut gezeigt wird, können wir getrost ignorieren. Sicher wird zu gegebener Zeit irgend so ein Superwesen aus fremder Dimension (wie Pend) auftauchen und Perry helfen. Zur Not wird Gholdorodyn eben ein weiteres Zubehörteil für den Kran zusammenkleben, mit dessen Hilfe man Matan Addaru Jabarim aus sicherer Entfernung ins Nirwana schießen kann.

Nein, stattdessen lassen wir Perry und Atlan lieber (schon wieder maskiert - mehr dazu unten) nach Gäa fliegen, weil sich dort Monkey aufhält, der genauer weiß, wo die 232-COLPCOR versteckt ist. Vor Ort stecken Perry und Atlan ihre Nasen dann in Dinge, mit denen sich Monkey längst befasst, unternehmen aber nicht den geringsten Versuch, den ebenfalls auf Gäa agierenden Atopen zu fassen, genauer zu beobachten, ihm eine Wanze anzuhängen oder was auch immer. Wenigstens holt Perry die Erlaubnis zum Einsatz von Sonden ein. Warum diese Erlaubnis erforderlich ist, erschließt sich mir nicht. Apropos - Monkey wusste, dass das Atopenschiff nicht irgendwo in der Dunkelwolke geparkt wurde, sondern direkt bei Gäa. Warum hat er der Cheborparnerin diese Information verschwiegen? Hätte Perry das gleich gewusst, dann hätte er sich die ganze Aktion sparen können. Die Geheimniskrämerei ist völlig sinnlos.

Doch halt! Ganz sinnlos ist sie nicht. Denn auf diese Weise können mal wieder ein paar Leute aus der Mottenkiste hervorgeholt werden, die ansonsten verdammt wenig zu tun haben. Zum Beispiel Farye Sepheroa. Sie darf ihren Opa und Atlan nach Gäa schippern. Wenn sie nicht ab und zu am Steuerknüppel eines beliebigen Raumschiffes sitzen würde, könnte man die junge Dame ebenso gut aus der Serie streichen. Inzwischen frage ich mich, warum sie überhaupt erst eingeführt wurde. Leider gilt ähnliches für Atlan. Der Arkonide musste vermutlich in die Handlung geholt werden, weil sich die Leser seine Rückkehr gewünscht haben. Dummerweise wissen die Autoren noch weniger mit ihm anzufangen als mit Perry. Und so muss er jetzt auf Gäa herumirren und am Ende feststellen, dass der Typ, den er die ganze Zeit gesucht hat (Monkey), schon längst mit Perry im Einsatz war. Sich untereinander absprechen oder laufend gegenseitig informieren? Das scheinen unsere Helden nicht für nötig zu halten.

Und alle Mann tragen Masken. Richtige Masken, keine von Hightech-SERUNS erzeugten Tarnungshologramme, wie sie in diesem Zyklus schon öfters zum Einsatz gekommen sind. Wieder so ein Feature, das jetzt ignoriert wird. Warum immer diese Maskerade? Was will man damit erreichen? Gut, es ist bald wieder Mainzer Fassenacht und Kölner Karneval. Aber allmählich muss ich mich doch über die Naivität der PR-Autoren wundern, die zu glauben scheinen, ein bisschen Biomolplast und Schminke reiche aus, um Sicherheitsbehörden, Geheimdienste und Ortungsanlagen des 16. Jahrhunderts NGZ zu täuschen. Jedenfalls führt der Maskenball diesmal zu der absurden Situation, dass der maskierte Perry dem verkleideten Monkey begegnet und ihn sofort erkennt (!!!), aber nicht Klartext mit ihm reden kann, weil der Oxtorner von den beiden USO-Spezialisten begleitet wird, von denen Perry nicht weiß, ob sie wissen, dass Monkey maskiert ist, und denen er sich vorsichtshalber nicht zu erkennen geben möchte. Er kann ja nicht ahnen, dass es sich um Undercover-USO-Spezialisten handelt. Also redet man schön um den heißen Brei herum, statt die Situation zu klären.

Welchen Sinn hat dieser Roman? Von Handlungsfortschritt kann man nicht reden - und das so kurz vor Ende des Zyklus! Vermutlich sollte die tefrodische Gruppe Sorgfalt endgültig abserviert werden. Tut mir Leid, aber die Art und Weise, wie das geschehen ist, überzeugt mich nicht. Angeblich ist Vetris-Molaud doch wahnsinnig misstrauisch, er hat einen allgegenwärtigen Geheimdienst und obendrein einen telepathisch begabten Leibwächter. Da soll es ihm nicht aufgefallen sein, dass seine Lieblingsfrau schon vor Monaten (Jahren?) nicht nur eine weit verzweigte Geheimorganisation aufgebaut hat, die mächtig genug ist, um kleine Flotten in den Einsatz zu schicken und supermoderne Waffensysteme (SHIVAS FAUST) in ihren Besitz zu bringen, sondern darüber hinaus auch noch an der Spitze einer Untergrundorganisation steht, die ja nun nicht gerade vor der Haustür der Tefroder agiert, so dass die gute Frau oft für längere Zeit hätte verreisen müssen? Wann hat sie das alles unbemerkt gemacht? So etwas muss man erzählerisch über einen längeren Zeitraum hinweg vorbereiten, aber das ist definitiv nicht geschehen. Es wurde nur gesagt, Amyon Kial habe sich nach dem Verlust ihres ersten Kindes sehr zurückgezogen. Tja, da wird sie wohl im stillen Kämmerlein finstere Ränke geschmiedet haben.

Abgesehen davon ist Amyon Kials Motivation für mich nicht glaubwürdig. Sie soll das alles aus Liebe getan haben oder besser gesagt um zu erreichen, dass Vetris-Molaud sie liebt. Also wirklich! Wenn ich mir die wenigen Textstellen vergegenwärtige, in denen das Verhältnis der beiden beschrieben wird, dann ist da immer von tiefer Liebe und absolutem Vertrauen die Rede. Ein Autor, der den von ihm selbst erfundenen Figuren ein wenig Wertschätzung entgegenbringt, sollte sich derartige Widersprüche nicht leisten.

J. Kreis, 25.01.2015


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