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Perry Rhodan Nr. 2785: Der Ritter und die Richterin

Autor: Leo Lukas

Inhalt

Atlan und seine Begleiter werden in die Steuerzentrale der CHEMMA DHURGA eingelassen. Der Ritter der Tiefe erhält sogar die Erlaubnis, sein Glück als Pilot des Richterschiffes zu versuchen, wird aber vom Weißen Bacctou gewarnt. Zur Steuerung des Raumschiffes wird ein Mentaler Schlüssel benötigt, den Atlan nicht besitzt. Prompt bekommt Atlan Probleme, als er die Warnung ignoriert, und auch das Schiff selbst gerät in Schwierigkeiten. Da erscheint Pend 109. Er verkündet, das Schiff habe bereits einen Piloten, nämlich Saeqaer. Da er nicht daran interessiert ist, dass seine Wahlheimat zerrissen wird, versetzt Pend Atlan für ein paar Momente in ein Paralleluniversum, in dem der Arkonide tatsächlich die Kontrolle über das Richterschiff übernehmen kann. Auf diese Weise wird die Gefahr gebannt. Pend verschwindet, dafür erscheint Saeqaer. Atlan bittet um freies Geleit. Im Gegenzug verspricht er, die CHEMMA DHURGA in Ruhe zu lassen. Saeqaer räumt den Eindringlingen eine Frist von einem Tag ein. Sollten sie dann nicht abgezogen sein, wird die CHEMMA DHURGA sie bekämpfen. Perry Rhodan, Sichu Dorksteiger, Gucky, Avestry-Pasik und Gholdorodyn versetzen sich mit dem Kran in den zweiten Globus.

Atlan kommt nicht so leicht davon; er muss sich der Richterin für ein Plauderstündchen zur Verfügung stellen. Saeqaer ist fasziniert vom letzten Ritter der Tiefe und die Zuneigung beruht auf Gegenseitigkeit. Die beiden erzählen sich ihre Lebensgeschichten. Atlan erfährt mehr über das Infinitum. In ferner Zukunft besitzt Larhatoon nach mehreren chronoarchitektonischen Eingriffen eine eigene, vom restlichen Universum abgeschottete solide Raumzeit und ist von einem undurchdringlichen Wall umhüllt. Es herrscht Friede im Infinitum, alle kosmischen Rätsel sind gelöst. In 70 Milliarden Jahren wird Saeqaer in einem Sarg gefunden, der aus einem Riss im Raum-Zeit-Kontinuum fällt. Die vermeintlich Tote ist eine achronale Person. Sie erwacht zum Leben, erhält deshalb einen Namen, der so viel bedeutet wie "Hoffnung über den Tod hinaus" und wird stetig jünger. Irgendwann stellt sie fest, dass sie schwanger ist und mentalen Kontakt mit dem Ungeborenen aufnehmen kann, bei dem es sich um ihre eigene Mutter handelt. Eines Tages ergeht das Geheiß von Thez an Saeqaer. Sie begibt sich in die Jenzeitigen Lande und kehrt als atopische Richterin zurück, ausgestattet mit der CHEMMA DHURGA. Allerdings wird sie nicht ins Infinitum zurückgeschickt, sondern landet in der Vergangenheit, wo sie gemeinsam mit dem Kristallinen Richter den Untergang Larhatoons verhindert und jene Ereignisse in Gang setzt, die einst dazu führen werden, dass Larhatoon zum Infinitum wird.

Avestry-Pasik trennt sich von Rhodans Gruppe, um auf eigene Faust nach dem Artefakt der ersten Larenzivilisation zu suchen. Die anderen müssen feststellen, dass ihr trojanisches Pferd (die ECELLU) unter fremden Einfluss geraten ist und auf die Schmiege zurast. Die Atreoponten Struugh und Pi Ta Äl-Khen befinden sich im Inneren des Schweren Kreuzers, um zu klären, was die Quelle der für Saeqaer so interessanten 6D-Strahlung ist. Sie haben nicht bemerkt, dass sich das "Fahrende Volk" des angeblichen Wracks bemächtigt hat. Diese aus verschiedenen Völkern stammenden Vagabunden treiben schon seit geraumer Zeit ihr Unwesen in der CHEMMA DHURGA. Sie wurden von einem parasitären Kollektivwesen unterwandert und haben auf dessen Betreiben die Kontrolle über die ECELLU übernommen. Als sich der Kreuzer der Schmiege nähert, werden die Veszi aktiv. Mit ihren Parafähigkeiten vernichten sie die TARA-X-T-Kampfroboter und bringen die ECELLU zum Absturz. Die Atreoponten fliehen (Gucky verhilft ihnen telekinetisch zu einer sanften Landung), aber Struugh wird schwer verwundet und stirbt einige Zeit später. Pi Ta Äl-Khen erhält von Saeqaer die Erlaubnis, mit den Galaktikern zusammenzuarbeiten, um die Quelle der 6D-Strahlung zu bergen, aber die Richterin greift nicht selbst ein - womöglich hat sie die Veszi nicht ganz unter Kontrolle.

Avestry-Pasik nimmt sich ein Mitglied des Fahrenden Volkes zur Brust, das am Landeplatz der ECELLU zurückgeblieben ist, und findet mit seiner Hilfe das Artefakt. Es ist eine stark verkleinerte Rippe, die zu dem Fingerknochen im Vektorion passt. Währenddessen geht das Psychospiel zwischen Atlan und Saeqaer in die nächste Runde. Der Arkonide hat durch seine jüngsten Erlebnisse genug Erkenntnisse gewonnen, um einen Bluff zu wagen. So erfährt er, dass die CHEMMA DHURGA mit einem besonderen Antriebssystem ausgestattet ist: Der Trans-Chronale Treiber ermöglicht es ihr, über die Synchronie jede beliebige Zeit zu erreichen. Saeqaer hat schon angedeutet, dass sie sich nach dem Infinitum sehnt. Durch das Gespräch mit Atlan kommt sie zu dem Entschluss, mit der CHEMMA DHURGA dorthin zurückzukehren. Rhodans Leute haben keine Chance gegen die Veszi. Es ist nur den Leichnamen der Proto-Hetosten (oder dem, was sich in ihnen eingenistet hat) zu verdanken, dass sie überleben. Sobald sie aus dem Kreuzer geschafft wurden, erzeugen die Überreste der toten Proto-Hetosten einen energetischen Tunnel, in dem die Gruppe sicher ist. Die Veszi vernichten lediglich die ECELLU und ziehen sich dann in die Schmiege zurück. Mit dieser Tat ist die Energie des von den Ordischen Stelen auf die Proto-Hetosten übergegangenen ÜBSEF-Äquivalents erschöpft, es findet sein endgültiges Ende.

Zurück in der RAS TSCHUBAI wird ein Resümee gezogen. Bei seinem Aufenthalt im Paralleluniversum hat Atlan den Mentalen Schlüssel (ein komplexes Gedankenbild) erfahren. ANANSI kopiert den Schlüssel mittels des SEMT-Verfahrens aus Atlans Bewusstsein. Da in Larhatoon nichts mehr zu holen ist - Saeqaer ist wie angekündigt mit der CHEMMA DHURGA verschwunden und der Kristalline Richter besitzt kein eigenes Raumschiff - wird die Rückkehr zur Milchstraße vorbereitet. Gholdorodyn und Eldhoverd werden die Reise mitmachen. Es ist nun klar, dass sich der Pilot des Richterschiffes, also der Richter selbst, nicht an Bord befinden darf, wenn das Schiff von Atlan übernommen werden soll. Atlan hat noch etwas zu berichten. Beim verzögerten Kran-Transfer ist das Fragment einer verschüttet gewesenen Erinnerung in ihm erwacht. Er weiß jetzt wieder, dass er einst im Transkosmischen Territorium war. Dies ist möglicherweise eine andere Bezeichnung für den Ort jenseits der Materiequellen. Atlan meint, er müsse eines Tages dorthin zurückkehren...

Kringels Meinung:

Ich mag den Zyklus immer noch und ich finde Romane von Leo Lukas fast immer sehr unterhaltsam. Diesmal übertreibt er es nur ein bisschen mit dem Humor. Ich meine die teils im Netslang gehaltenen Unterhaltungen der Vagabunden, die wahrscheinlich als Veralberung der mit Twitter, in Foren usw. kommunizierenden Netzgemeinde gemeint sind. Diese Kapitel sind witzig, aber etwas zu albern.

Und ein bisschen zäh verläuft die Handlung zurzeit schon, oder? Da wird ein Riesenaufwand betrieben, es wird ein neues Super-Fernraumschiff auf Kiel gelegt, und dann? Der Versuch, ein Richterschiff zu erobern, aufgebaut über viele Heftromane hinweg, verpufft ergebnislos. Zugegeben. Ganz sinnlos war das alles nicht, denn Perry wurde heimgeholt (d.h. zu Hause ist er noch nicht - wer weiß, was unterwegs noch alles passieren wird) und Atlan ist zurück in der Handlung. Er kennt außerdem ein Passwort. Das aus einem Paralleluniversum stammt. Wo es Zugang zu den Systemen der CHEMMA DHURGA gewährt. Hm! Wer sagt, dass dasselbe Passwort auch im Standarduniversum gültig ist, und zwar nicht nur für die CD, sondern auch für andere Atopenschiffe? Aber nicht genug damit. Wieder einmal musste ein Deus ex Machina (Pend) bemüht werden, damit es überhaupt so weit kommt. Am Ende muss sogar noch ein zweiter Deus ex Machina eingreifen (der Bewusstseinsrest der Ordischen Stelen), damit unsere Helden mit dem Leben davonkommen. Ach ja, und Avestry-Pasik besitzt nun ein Rippchen, passend zum Fingerknöchelchen. Beides vermutlich aus der Urheimat der Laren stammend. Toll!

Ich weiß nicht. Ich hatte nicht gedacht, dass bei der Aktion nicht viel mehr herauskommen würde als ein Plausch zwischen Atlan und Saeqaer. Ich unke ja oft, wenn Schwarzweißmalerei betrieben wird oder wenn die Handlung in klischeehaften Schemata verharrt. Deshalb finde ich es ganz amüsant, dass die beiden keine Feinde sind und sich nicht bekämpfen, sondern gemütlich Erinnerungen austauschen. Aber ganz ehrlich? Von Atlan hätte ich etwas anderes erwartet als ein Schwätzchen auf der Couch. Er wurde als Pilot der CD anerkannt. Er besitzt den Schlüssel. Er weiß, dass Saeqaer beseitigt werden muss, weil die CD nur einen Piloten akzeptiert. Was hätte der Atlan früherer Tage, Pragmatiker der er ist (bzw. war), in dieser Situation wohl getan? Das überlasse ich eurer Phantasie. Ich sage nur: Mirona Thetin! Tja, und dass sich Saeqaer entschließt, ihren Schutzbefohlenen in der Galaxie Larhatoon einfach mal den Rücken zu kehren, kommt dann doch etwas… überraschend. Um nicht zu sagen: Das ist so unglaubwürdig, dass ich erst dachte, die nette Richterin wolle Atlan austricksen. Aber dem scheint nicht so zu sein. Immerhin scheint festzustehen, dass Atlan nicht der dritte Kardinalfraktor ist. Saeqaer kommt zu diesem Ergebnis.

Nebenbei erfahren wir so einiges. Sofern die Atopen weitermachen wie bisher, wird aus Larhatoon in 70 Milliarden Jahren etwas werden, das die Kosmokraten wahrscheinlich für sehr erstrebenswert halten würden: Eine Zone (fast) absoluter Ordnung. Was aber auch bedeutet, dass dort annähernd totale Stagnation herrscht. Die Völker des Infinitums leben in Frieden, entwickeln sich jedoch nicht weiter. Ist das nicht genau dasselbe Ziel, auf das die Kosmokraten hinarbeiten, welches sie aber nie erreichen dürfen, damit das kosmische Gleichgewicht gewahrt bleibt? Das und die Tatsache, dass Atlans Ritterstatus ihm Tür und Tor öffnet (lustig übrigens, wie Perry abgekanzelt wird, als er es wagt, auch mal den Mund aufzumachen), könnte der Spekulation Nahrung geben, dass die Atopen von den Kosmokraten unterstützt werden - sofern sie nicht, wie ich schon einmal vermutet habe, sogar das kosmokratische Gegenstück zur Terminalen Kolonne TRAITOR sind.

Woher Saeqaer und ihre Mutter/Tochter (das habe ich nicht so recht verstanden) wirklich kommen, bleibt ungeklärt. Fest steht jedoch, dass es kein Atopen-Volk gibt. Jeder kann zum atopischen Richter berufen werden. Mit Saeqaer ist es so gewesen, und sie meint, Atlan könne womöglich einst selbst Richter werden. Richterschiffe sind zugleich Zeitmaschinen. Und Atlan erinnert sich jetzt vielleicht doch noch an seinen Aufenthalt jenseits der Materiequellen. Dagegen ist nichts einzuwenden, sofern die Autoren es schaffen, aus dieser Thematik spannende Geschichten herauszuholen. Ich bezweifle es, denn Expokraten und Autoren waren schon immer besser in der Andeutung von Geheimnissen als in der Auflösung derselben. Und ich verstehe nicht, warum die Autoren immer wieder auf den kosmischen Überbau des Perryversums zurückkommen, wenn sie doch selbst sagen, dass sie ihn als störend empfinden. Meinen sie, dass die Leser das wünschen? Nun, hier ist zumindest einer, der darauf verzichten kann.

J. Kreis, 02.01.2015


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Phil (05.01.2015):

Was mir gegen Ende des Zyklus noch mehr Sorgen bereitet als das gegenwärtige Ausfransen und leicht ziellose Mäandern der Handlung, ist die Tatsache, dass die besten Autoren im Team immer weniger Romane schreiben. WV hat im gesamten zweiten Teil des Zyklus (ab 2750) nur einen Roman geschrieben, wenn ich richtig zähle, Marc Herren ebenso. (Dafür sagt die Vorschau Doppelromane von Christian Montillon und Uwe Anton voraus ... *graus*). Weiß hier zufällig jemand, was mit Marc und Wim los ist? Mache mir schon fast ein wenig Sorgen ...



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