PR 2783
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Perry Rhodan Nr. 2783: Retter der Laren

Autor: Hubert Haensel

Inhalt

Der Schwarze Bacctou hält sich nach wie vor für den echten Perry Rhodan. Selbst Gucky hat zunächst Schwierigkeiten, Original und Kopie voneinander zu unterscheiden, denn der "Wesens-Rohling" im Bewusstsein Bacctous bildet sich zurück. Dann stellt der Ilt fest, dass sich Bacctou immer noch verändert. Außerdem espert Gucky, dass sich Bacctou an etwas erinnert, das der echte Rhodan nicht erlebt haben kann. Bacctou hat einige Tage vor Rhodans Ankunft in der CHEMMA DHURGA ein Gerücht aufgeschnappt, dem zufolge sich im Schiff der Atopin Saeqaer ein Relikt der Ur-Laren, eine Hinterlassenschaft der ersten Larenzivilisation, befinden soll. Wegen Rhodans Ankunft konnte das Kunstwesen dieser Sache nicht weiter nachgehen.

Am 28. März 1517 NGZ kehrt die EDMOND PONTONAC zur RAS TSCHUBAI zurück. Reginald Bulls Mission war erfolgreich. Perry Rhodan wird das Gefühl nicht los, dass man ihm etwas verschweigt - er erfährt zunächst nichts vom endgültigen Tod seiner in ES aufgegangenen Tochter Suzan. Da mit Atlan ein geeigneter Kandidat zur Steuerung eines Atopen-Raumschiffes gefunden werden konnte, wird nun die Eroberung der CHEMMA DHURGA geplant. Allen ist klar, dass ein zweiter Überraschungsangriff keinen Erfolg haben würde. Die Terraner brauchen Verbündete. Nach Rhodans Meinung kommen hierfür nur die Proto-Hetosten in Betracht. Rhodan hat sich nicht in Freundschaft von Avestry-Pasik getrennt und es ist ohnehin nicht bekannt, wo sich das Oberhaupt der larischen Rebellen aufhält. Beim Abhören des Funkverkehrs stößt ANANSI jedoch auf die Nachricht, dass einige Proto-Hetosten dem Atopischen Tribunal in die Falle gegangen sind und demnächst auf einer Welt namens 50.000, dem vierten Planeten des Praveniosystems am Rand der Subdomäne der Provconer, vor ein Gericht aus Ordischen Stelen gestellt werden sollen. Rhodan plant die Befreiung der Proto-Hetosten, um mit ihrer Hilfe den Kontakt zu Avestry-Pasik herzustellen.

Zunächst bringt sich Rhodan in Sachen Bostich auf den neuesten Stand. Der arkonidische Ex-Imperator wünscht sich mehr Mitspracherecht und soll am Einsatz auf 50.000 teilnehmen. Aufgrund seiner körperlichen Veränderungen könnte er zum Sicherheitsrisiko werden. Die Bordmediker geben zumindest teilweise Entwarnung. Zwar wächst im Körper des Arkoniden eine Art zweites Nervensystem mit Mikrohirnen heran (er hört manchmal Stimmen, die nicht dem Extrasinn zuzuordnen sind), aber der Zellaktivator interpretiert dies nicht als schädlich. Außerdem hat Bostich luzide Momente. Dann sind all seine Sinne geschärft und alles läuft für ihn wie in Zeitlupe ab.

Als die RAS TSCHUBAI am 12. April in der Nähe des Praveniosystems ankommt und sich in den Ortungsschutz der Sonne Lonely Star begibt, haben die Kelosker den Kran in Gemeinschaftsarbeit mit Sichu Dorksteigers Team verbessert und Peilbojen entwickelt, die auf larische Körperschwingungen abgestimmt sind. Wer einen solchen aus synthetischem Schwingquarz bestehenden "Winker" trägt, kann über zwei Lichtstunden hinweg vom Kran aufgespürt und abgeholt werden. Rhodan nimmt 100 Stück mit, als er mit einem Schweren Kreuzer nach 50.000 aufbricht. Er und seine Begleiter, zu denen auch Gucky gehört, nutzen die Mimikry-Suiten ihrer SERUNS und verwandeln sich in Ningen. Diese schwarzhäutigen Humanoiden mit Facettenaugen und einem Atemorgan auf der Brust sind die Ureinwohner des Praveniosystems. Auf 50.000 herrscht Partystimmung. Auch wenn nicht alle Laren gut auf die Onryonen zu sprechen sind, so ist der Status quo in Larhatoon doch ganz erträglich. Niemand hat etwas gegen die Verurteilung proto-hetostischer Terroristen einzuwenden, die diesen Frieden stören. Unzählige Schaulustige wollen die öffentliche Verhandlung besuchen. Gucky muss telekinetisch tricksen, um Karten für die Überfahrt zur Insel Tshoctar zu ergattern.

Tshoctar ist der Standort der fünf Ordischen Stelen. Dort werden die 52 Proto-Hetosten gefangen gehalten. Gucky stellt fest, dass einige Rebellen telepathisch nur sehr schwer erfassbar sind. Darüber hinaus bemerken Bostich und der Mausbiber, dass diese Laren immer wieder Momente absoluter Synchronizität erleben. Das Team dringt ins Gefängnis ein. Dort lauscht Rhodan einem Lied, in dem der "Hetork Rehaan" erwähnt wird. Laut Than-Deneec hat dieser uralte Begriff mythische Bedeutung. Der Hetork Rehaan ist ein Retter oder Beschützer und somit das Gegenteil des Hetork Tesser. Am Vorabend der Verhandlung spricht Rhodan heimlich mit zwei Gefangenen, die von Gucky als Anführer identifiziert wurden. Rhodans Gesprächspartner ist Nonon-Kior, ein ungewöhnlich großer, hagerer Lare mit sehr hellen Haaren und einer Gesichtstätowierung in Form einer Schlange. Der Terraner gibt sich ihm als Hetork Tesser zu erkennen. Nonon-Kior bleibt skeptisch, obwohl er schon von ihm gehört hat, nimmt aber die von Rhodan angebotenen Winker an. Allerdings sollen diese gemäß Nonon-Kiors Wunsch erst nach dem Urteilsspruch der Stelen aktiviert werden.

Die Verhandlung findet am 16. April statt. Die Angeklagten erhalten die Erlaubnis, sich zu den gegen sie erhobenen Vorwürfen zu äußern. Anntet-Taak, der zweite Anführer, hält eine leidenschaftliche Rede. Plötzlich beginnen er und elf weitere Proto-Hetosten sich synchron zu bewegen. Blitze brechen aus ihren Köpfen hervor, schlagen in die Stelen ein und vernichten diese. Im selben Moment gibt Nonon-Kior ein mit Rhodan vereinbartes Zeichen. Die Winker werden aktiviert. Nur mit ANANSIS Hilfe gelingt es den Keloskern, die Laren in die RAS TSCHUBAI zu versetzen, denn auf 50.000 tobt ein hyperenergetisches Chaos. 30 Laren überleben den Transfer nicht, zwölf davon kommen nur als formlose Gewebeklumpen an. Der Kran kann sie nicht aus dem Schiff entfernen, denn sie sind hyperenergetisch "verschmiert". Im Praveniosystem herrscht Alarmzustand. Rhodans Kreuzer startet verbotswidrig. Die Laren nehmen das Schiff nicht unter Feuer, als Rhodan behauptet, der Hetork-Rehaan sei an Bord. Als ein onryonisches Schiff eintrifft, ist der Kreuzer schon in Sicherheit.

Rhodan stellt Nonon-Kior zur Rede. Der Lare gibt zu, dass die ganze Aktion ein gegen die Ordischen Stelen gerichtetes Selbstmordkommando war. Er verrät nicht, in welcher Weise Anntet-Taak und die elf anderen Attentäter präpariert waren. Die RAS TSCHUBAI fliegt einem Hinweis Nonon-Kiors folgend weiter zum Sevv-System am Rand der Lajuures-Subdomäne, wo sie am 10. Mai ankommt. Auf Sevcora-Collnyz, dem einzigen Planeten, hält sich Avestry-Pasik auf. Rhodan und Bostich erhalten die Erlaubnis, auf dem Planeten zu landen. Gucky hatte zuvor schon geespert, dass dort etwas entsteht, das zu einem Fanal werden soll. Nun erfahren Rhodan und Bostich, dass auf Sevcora-Collnyz ein Kontrafaktisches Museum gebaut wird. Darin soll gezeigt werden, wie sich das Schicksal Larhatoons entwickelt hätte, wenn die erste Larenzivilisation nicht untergegangen wäre. Glück für Rhodan, denn das ist der Hebel, den er ansetzen kann, um Avestry-Pasik zur Mitarbeit zu bewegen. Schließlich befindet sich auf der CHEMMA DHURGA, die Rhodan mit Hilfe der Proto-Hetosten erobern will, ein Relikt eben jener Zivilisation. Avestry-Pasik sichert seine Kooperation zu. Bostich warnt Rhodan. Angeblich hat er von seinen inneren Stimmen erfahren, dass die Proto-Hetosten Verrat im Sinn haben.

Kringels Meinung:

Ein Roman mit recht hohem Informationsgehalt, in dem die Weichen für kommende Ereignisse gestellt werden. Laren mit Psi-Fähigkeiten, die im Parablock in der Lage sind, gleich fünf ordische Stelen zu vernichten? Unerhört! Im Gegensatz zu ihren "normalen" Artgenossen verwandeln sie sich beim Transport mit dem Kran in eine deformierte, pulsierende Masse. Da musste ich an die "Rohmasse" denken, aus der die Jaj verschiedene Körper bilden können. Die Jaj stammen bekanntlich von Ur-Laren ab. Hm!

Wäre die Situation so, wie sie sich jetzt darstellt, über einen längeren Zeitraum hinweg aufgebaut und weiterentwickelt worden, dann hätte ich wahrscheinlich gesagt: Super gemacht, da passt ein Puzzlestück zum anderen. Leider ist dem nicht so. Stattdessen wird uns in diesem Roman eine Kette miteinander verknüpfter "Zufälle" präsentiert, die allzu günstig für Perry ausfallen. 1.: Auf der CHEMMA DHURGA gibt es ein Relikt der ersten Larenzivilisation. Davon war nie zuvor die Rede. 2.: Die Rhodan-Kopie erinnert sich zum genau richtigen Zeitpunkt daran, etwas von diesem Relikt gehört zu haben. Warum erinnert er sich jetzt plötzlich an etwas aus seiner Bacctou-Vergangenheit - das ist vorher noch nie passiert - und warum ist es ausgerechnet dieses Ereignis? 3.: Die Laren bauen ein Kontrafaktisches Museum auf Sevcora-Collnyz. Woher haben sie die dafür benötigte Technik? Was glauben sie damit erreichen zu können? Zu Propagandazwecken können sie es nicht einsetzen, denn sobald die Onryonen Wind davon bekommen, dürfte das letzte Stündlein des Planeten geschlagen haben. 4.: Um das Museum bauen zu können, brauchen die Laren das in der CHEMMA DHURGA befindliche Relikt. Warum eigentlich? Wenn die Laren das Relikt brauchen, von dessen Existenz sie bis dato nichts gewusst haben, warum haben sie den Bau des Museums dann schon in Angriff genommen? Niemand weiß, ob an dem von Bacctou aufgeschnappten Gerücht überhaupt etwas dran ist und um was für ein Artefakt es sich handelt. Könnte ja etwas so sinnvolles wie ein Klodeckel sein. Es wird einfach mal als gegeben angenommen, dass das Ding superwichtig ist. 5.: Weil alles so gut zusammenpasst, sind Perry und Avestry-Pasik jetzt wieder Verbündete. Nennt mich pingelig, aber mir kommt das alles viel zu konstruiert und herbeigezwungen vor. Von der Sache mit dem Hetork-Rehaan ganz zu schweigen.

Zudem wird das Verwirrspiel um Rhodan und Bacctou-Rhodan allmählich lästig. Man weiß doch, wer wer ist. Warum also wurde Bacctou nicht längst irgendwie gekennzeichnet, zum Beispiel durch einen implantierten, nicht entfernbaren Peilsender? Es würde sogar reichen, ihm mit Permanentmarker ein X auf die Stirn zu malen. Stattdessen kommt Gucky auf die geniale Idee, dem echten Rhodan einen Farbklecks zu verpassen, bevor er sich mit ihm in Bacctous Quartier begibt. Prompt versucht Bacctou (vermutlich unbewusst) den Fleck nachzubilden. Das kommt mir merkwürdig vor. Anscheinend kann Bacctou nicht zwischen echten Hautveränderungen und einer solchen Markierung unterscheiden. Da kann er froh sein, dass Perry kein Make-up trägt, sonst hätte er ganz schön was zu tun... Es wäre übrigens interessant zu wissen, ob Bacctou ein Unikat ist. Wenn nicht, liegt die Vermutung nahe, dass in Larhatoon (vielleicht sogar in der Milchstraße) schon so manche Kopie unterwegs ist, die sich für das Original hält!

Und schon wieder müssen wir Leser uns veräppeln lassen wie zuletzt von Michelle Stern in PR 2781. Diesmal erlebt Perry mit, wie Sol zur Nova wird. Die Welten seines Heimatsystems vergehen im Sonnenfeuer. Ach nein, doch nicht, Perry hat nur geträumt. Wenig später irrt Perry auf einer Dschungelwelt durchs Grünzeug und wird von einem Saurier gefressen. Halt, Stopp! Es war nur eine Simulation. Auf sowas kann ich verzichten.

J. Kreis, 20.12.2014


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Gastkommentare


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Eric (31.12.2014):

Wächst Bostich vielleicht ein Planhirn?


Michael (28.12.2014):

Ich finde es gut, dass in diesem Roman viele lose Enden aufgegriffen wurden, bei denen ich mich fragte, wie es weitergeht: Bostich und seine Veränderung, Than-Deneec, die Kelosker und ihr Kran/Fiktivtransmitter, der Schwarze Bacctou (das kurzzeitige Misstrauen des Mausbibers brachte mich zum Schmunzeln, siehe mein Kommentar zu 2773), Baucis Fender, sogar wer der eigentliche Expeditionsleiter an Bord der Ras Tschubai ist, wurde kurz andiskutiert. Außerdem gab es ein Wiedersehen zwischen Perry Rhodan und Atlan und sogar mit Avestry-Pasik. Und alles in einem Roman. Wow.

@JK:. "Um das Museum bauen zu können, brauchen die Laren das in der CHEMMA DHURGA befindliche Relikt." - Das hatte ich nicht so gelesen, vielmehr ist im Roman nur von einem generellen Interesse von Avestry-Pasik bezüglich der ersten Laren-Zivilisation die Rede.



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