PR 2779
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Perry Rhodan Nr. 2779: Schattenspiel der Ewigkeit

Autor: Michael Marcus Thurner

Inhalt

Quick Silver schnappt sich Ossoyr und dringt in das Schiff der Yothoy ein, indem er vorgibt, den Apukamuy als Geisel ausliefern zu wollen. Geist hält sich für unbesiegbar, ist in Wahrheit aber schwach und kann sich nicht wehren, als Quick Silver seinen Zerfall von innen heraus in Gang setzt. Toidha Zyonaro und sein Jagdtrupp richten auf Wanderer Zerstörungen an, werden aber durch ES-Bewusstseinssplitter abgelenkt und in die Irre geführt.

Währenddessen werden Reginald Bull und seine Begleiter zu Atlan geführt. Der Arkonide "heilt" geschädigte Bestandteile der Superintelligenz, die quasi sich selbst verloren haben, indem er von ES in sein fotografisches Gedächtnis eingespeiste Erinnerungen auf sie überträgt. Das macht er schon seit Jahrzehnten, und es wird womöglich noch Jahrhunderte dauern, bis diese Aufgabe abgeschlossen ist. Auch Suzan Betty Rhodan gehört zu den in Gefahr geratenen Bewusstseinssplittern. Damit steht Bull vor einem Dilemma. Wenn es ihm gelingt, Atlan zum Verlassen der Scheibenwelt zu bewegen, dann ist das gleichbedeutend mit Suzans endgültigem Ende. Atlans Hingabe an seine Aufgabe gerät etwas ins Wanken, als er erkennen muss, dass er von Homunk dumm gehalten wurde. Der Arkonide hatte bisher keine Ahnung von den Schwierigkeiten, in denen die Milchstraße schon seit Jahren steckt.

Atlan, Bull und Toio Zindher erfahren, dass Ernst Ellert einst als Abgesandter von ES zu den Vögten der Ländereien von Thez gereist ist - ebenso wie Emissäre zahlreicher anderer positiver und negativer Superintelligenzen. Die Vögte, Beherrscher der Ländereien, hatten die Absicht, die legendäre Erste Superintelligenz zu finden und wollten zu diesem Zweck einen zeitlosen Ort erschaffen: Eine Atopie. Ellert hatte eine Beteiligung von ES an diesem Projekt abgelehnt. Möglicherweise war das die Entstehungsstunde des Atopischen Tribunals. Allerdings ist der Wahrheitsgehalt dieser Information unsicher, denn Ellerts Erinnerungen an das Gespräch wurden bei der Abreise aus den Ländereien von Thez weitestgehend gelöscht.

Außerdem hat Bull durch das Nacherleben dieses Ereignisses zu viel Zeit verloren. Die 62-Stunden-Frist ist fast zu Ende. Nur eine Zelldusche kann ihn retten, aber die Yothoy belagern inzwischen das Physiotron. Jetzt endlich wehrt sich ES. Verwirrte Bewusstseinssplitter greifen Toidha Zyonaro an, der sich daraufhin gegen die eigenen Leute wendet und sich schließlich in Nichts auflöst. Die anderen Jäger strecken die Waffen. Homunk ziert sich ein wenig, aber Atlan setzt durch, dass Bull und Ossoyr (der bei den Kämpfen schwer verletzt wurde) das Physiotron benutzen dürfen. ES wiederum besteht darauf, dass auch Toio Zindher eine Zelldusche erhält. Wie sich herausstellt, will ES selbst, dass Atlan mit Bull geht. Auch Suzan hat nichts dagegen. Bevor sie vergeht, informiert sie Toio darüber, dass Mory Abro, Perry Rhodans zweite Frau, bei der Abspaltung TALINS ihr Ende gefunden hat. Bull beschließt später, Rhodan hiervon nichts zu sagen. Außerdem lässt Suzan ausrichten, dass die Mission der SOL gescheitert ist und Michael Rhodan die Hilfe seines Vaters braucht.

Man kehrt zur RYTRALL zurück. Ossoyr, der auf Wanderer einiges gelernt hat, staucht seinen Vater derart zusammen, dass Omwayd Bull nicht weiter behelligt. Atlan setzt seinem Freund den Zellaktivator wieder ein. Mit Tann als Zwischenstopp geht die Reise weiter nach Pha Gashapar, wo Atlan aufgrund seiner Ritteraura mit überschwänglicher Begeisterung begrüßt wird. Atlan legt seine Autorität als Ritter der Tiefe in die Waagschale, um Quick Silvers Rehabilitierung zu erwirken. Toio Zindher bittet um Asyl in der Stadt Allerorten. Das soll ihr erst gewährt werden, wenn sie für eine Weile mit Quick Silver (der bald neue Aufträge erhalten soll) kooperiert und wenn er danach für sie stimmt. Vorerst kehrt Toio mit Bull und Atlan zur Sigolatwelt zurück. Im Orbit wartet die EDMOND PONTONAC auf sie.

Kringels Meinung:

Wie ich schon mehrmals sagte, lese ich MMTs Romane aufgrund der Ideenvielfalt und des Humors gern. Am Handlungsaufbau liegt das aber nicht, und was das angeht, wird meine Geduld durch den Abschluss der aktuellen MMT-Trilogie auf eine harte Probe gestellt. Da wird in den Vorbänden eine wahnsinnig gefährliche Bedrohung postuliert. Ein übermächtiges Chaotarchenschiff will Wanderer und Bull vernichten! Jetzt kommen auch noch "Yamawal-Waffen" aus dem Fundus der Superintelligenz KOIMBRA hinzu, mit denen die Yothoy sogar ein Kosmokratenschiff knacken könnten. Hier geht MMT definitiv zu weit. Ich weiß nicht, was die Autoren mit der Stadt Allerorten und den dort gelagerten Artefakten noch alles vorhaben, aber ich kann mich nur wiederholen: Solche Wundertüten, deren Eigenschaften niemals festgelegt werden und aus denen bei jeder passenden Gelegenheit alles Mögliche und Unmögliche hervorgezaubert werden kann, gefallen mir überhaupt nicht. Quick Silver fällt ja auch in diese Kategorie. Chaotarchenschiffe und Superintelligenzenwummen - warum immer diese Übertreibungen?

Der Leser soll also fleißig um Bull und seine Gefährten bangen. Da jedoch feststeht, dass unseren Helden nichts geschehen darf, muss MMT einen beliebten Autorentrick anwenden und so tun, als sei die Bedrohung nie so groß gewesen wie gedacht. Geist löst sich praktisch von selbst in Wohlgefallen auf und Toidha Zyonaro rennt aufgrund purer Selbstüberschätzung und reiner Doofheit selbst ins Verderben. Aber damit ist es immer noch nicht genug. Nein, es muss mal wieder die olle "Zellaktivatorträger hat nur noch Minuten zu leben" - Geschichte aus der Mottenkiste hervorgekramt werden. Zugegeben: MMT hat schon Ronald Tekener um die Ecke gebracht. Aber welcher Leser soll denn bitte ernsthaft daran glauben, dass Reginald Bull, ein Eckpfeiler der Serie von Beginn an, in diesem Roman zu Staub zerfallen wird? Das hätte MMT sich sparen können, Spannung entsteht dadurch jedenfalls nicht.

Die Informationen über die Vögte der Ländereien von Thez sind mit Vorsicht zu genießen, außerdem sind sie recht mager. Die Vögte haben nach der Ersten Superintelligenz gesucht, was sie - wenn es stimmt, dass Superintelligenzen zwangsläufig irgendwann zu Materiequellen bzw. -senken werden oder sterben - natürlich nur in der Vergangenheit tun konnten. Möglicherweise wurde die Erste SI gefunden und hat das Tribunal gegründet, vielleicht war aber auch der Zusammenschluss mehrerer Superintelligenzen zum Zwecke der Suche gleichbedeutend mit der Entstehung des Tribunals. So what? Ich hatte gehofft, in diesem Zyklus von SI-Geschwurbel und dergleichen verschont zu bleiben. Pustekuchen! Immerhin wird die SOL endlich mal wieder erwähnt. Ich glaube aber nicht, dass das noch im laufenden Zyklus fortgesetzt wird.

Und dann das Hin und Her rund um Quick Silver und Atlan. Mal will der Roboter alles daransetzen, sich das Physiotron unter den Nagel zu reißen, dann lässt er dieses Vorhaben mit einer fadenscheinigen Erklärung (um es mal vorsichtig auszudrücken) wieder fallen. Mal ist der Arkonide auf Wanderer unabkömmlich, mal will ES selbst, dass er geht. Wieder mal werden irgendwelche längst toten Figuren wiederbelebt, die dann sehr bald wieder verschwinden... für immer? Das kann man in der PR-Serie nicht sagen. Einer Wiederkehr Ronald Tekeners steht nichts im Wege, denn wenn wie's scheint jeder Terraner von ES aufgenommen wird, kann Tek ja irgendwann wieder freigesetzt werden. Sorry, aber das geht gar nicht. Liebe Autoren! Wenn ihr euch dafür entscheidet, eine Hauptfigur umzubringen und den Mut beweist, das auch wirklich durchzuziehen, dann belasst es doch bitte dabei. Durch solche Wiederauferstehungen entwertet ihr eure vorherige mutige Entscheidung für alle Zeiten. Und überhaupt: Es gibt noch einen anderen unsterblichen Arkoniden mit fotografischem Gedächtnis. Warum kann Atlan Suzan nicht noch etwas aufpäppeln und sich dann von Bostich ablösen lassen?

MMT schreibt, Toio Zindher habe durch die Zelldusche mehr Lebenszeit gewonnen. Das stimmt so nicht, eher könnte man sagen, dass ihre Lebenserwartung verkürzt wurde. Toio wird 62 Jahre lang nicht altern, dann aber an explosivem Zellverfall sterben, sofern sie keine weitere Zelldusche erhält. Wie alt ist Toio denn und welche durchschnittliche Lebenserwartung hat ein Tefroder?

J. Kreis, 23.11.2014


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Gastkommentare


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Michael (26.11.2014):

Auf die Idee, dass Bully statt Atlan auf Wanderer zurückbleibt, ist das Exposee Team wohl nicht gekommen. Wenn als notwendige Voraussetzung,um ES zu helfen die Gabe "fotografisches Gedächtnis" von vornherein weggelassen worden wäre, wäre es sicherlich interessant gewesen, den Zwiespalt in Bully zu beschreiben, an Atlans Stelle zu treten. Aber es sollte so eben nicht sein, was mich zu einem anderen Punkt bringt.

Manchmal komme ich mir vor wie in einer Folge von LOST: Wieso wird nicht beschrieben, wie diskutiert wird, wie verschiedene Möglichkeiten abgewogen werden, ehe dann eine Vorgehensweise favorisiert wird? Das muss ja nicht über mehrere Seiten geschehen, aber mal Möglichkeiten aufzählen, mal FRAGEN ob es nicht auch anders geht, es Alternativen gibt. So habe ich das Gefühl, dass die Personen streng nach Vorgabe agieren, eben nach Exposee-Skript. Es geht gar nicht anders, gibt keine andere Möglichkeit, also braucht das auch nicht diskutiert bzw. im Roman beschrieben werden. Falsch, so werden die Akteure lebendiger, ich als Leser kann die Motivation besser nachvollziehen, wenn auch "echte" Alternativen beratschlagt werden. Und wir reden hier von Gestalten, die Jahrtausende an Lebenserfahrung haben, da gibt es fast immer Alternativen behaupte ich mal.

In diesem Roman macht Bully auf mich die Figur eines Getriebenen. Wo trifft er den eine eigenständige Entscheidung, wo wägt er ab, wo wählt er bewusst einen von mehreren möglichen Wegen? Das kommt zumindest bei mir nicht an.

Einige Alternativen sind auf dieser Seite schon genannt worden: Bostich als Ersatz für Atlan? Warum nicht H. G. Adams holen, der erfüllt doch auch alle Voraussetzungen? Wieso kann Atlan nicht noch etwas bleiben um Suzan Betty Rhodan zu stabilisieren? Kann ja ggf. alles begründet werden, warum das nicht geht (hoffentlich), aber diese Eingleisigkeit mit der sich die Handlung bzw. die Akteure bewegen und sich dem Schicksal beugen, ohne Alternativen wenigstens "anzudenken", ist manchmal schon richtig deprimierend. Da möchte ich die Personen im Roman gerne mal an den Schultern durchrütteln. Vielleicht mach ich das ja, dann aber bei den Autoren während der nächsten PR-CON.


alf (24.11.2014):

Ich weiss nicht warum so viele mit SI's bzw den HM Probleme haben. Das ist unter anderem das was PR ausmacht, eben auch den viel zitierten SoW. Mein Unwort der letzten Jahre ist in diesem Zusammenhang das Wort "bodenständig". Wenn ich sowas lesen will dann lese ich Western oder Jerry Cotton, etc.


Phil (23.11.2014):

Auch ich hatte so meine Probleme, mit dieser... nennen wir es: wachsweichen Wanderer-Wendehalsdramaturgie. Da wurden munter und vollkommen motivations- und sinnlos die Schauplätze gewechselt, mal oberirdisch, mal unterirdisch, mal in der Luft gekämpft, Wundertüten aus- und gleich wieder eingepackt wie es beliebte, Gegner hoch- und gleich wieder runtergeschrieben, wie man es gerade brauchte, und ES blieb die nervtötende, billige Exposé-Allzweckwaffe wie immer. (Exposésitzung: "Wir sollten den Lesern mal wieder etwas an Hintergrund-Information geben." - "Ja, aber nicht zu viel! Wir wollen sie ja für die Zukunft anteasern!" - "Gut, was machen wir?" - "Na klar! Wir lassen mal wieder ES auftauchen und mit Andeutungen um sich werfen!"). Mein Gott, so abgetreten wie ein Läufer im Flur eines Puffs in Bahnhofsnähe.
Weshalb ich die Trilogie alles in allem trotzdem in einem Rutsch durchlesen konnte und mich meistens sogar unterhalten fühlte, lag an den vier Hauptfiguren: Diese Konstellation aus Quick Silver, Toio, Bully und später dem Yothoy war einfach herrlich. Und wahrscheinlich lag es vor allem daran, dass ein Autor mal drei Bände am Stück mit den gleichen Charakteren arbeiten konnte, dass diese sogar eine gewisse Entwicklung durchmachten, etwas, was ich in PR meistens schmerzlich vermisse. Alle vier standen mir beim Lesen klar vor Augen, alle vier konnte ich begleiten, und die "zwischenmenschlichen" (sorry, ihr Nicht-Terraner) Interaktionen zwischen ihnen waren spannend und meistens auch plausibel. Da sieht man es mal wieder: Das Wichtigste sind IMMER die Figuren, vollkommen egal, ob es sich um Dostojewski, Fix und Foxi oder PR handelt, da sage ich wohl nichts Neues. Leider musste unter der Präsenz der vier eine Figur leiden, die ich eigentlich sehr mag: Atlan. Der kam so blass und eindimendional rüber, im Film würde man wohl sagen, er wurde von den anderen glatt an die Wand gespielt.
Im Übrigen reiche ich hiermit eine Petition an die Expokarten ein: Wenn Ihr schon nach potenziellen Opfern unter den Unsterblichen sucht, dann nehmt doch den größten von allen: ES. Wenn der alte Nervsack endlich weg wäre, hättet ihr alle Probleme mit Glaubwürdigkeit, Schwurbeleien und Pseudo-Dramaturgie mit einem Schlag beseitigt. Yeeha.


Chris (23.11.2014):

Zu Zeiten der MdI wurde die tefrodische Lebenserwartung mit 150 Jahren angegeben.
Zu aktueller Zeit dürfte sie, wie bei Terranern auch so um die 200 Jahre liegen.
Es ist nicht bekannt wie alt Toio ist aber vermutlich doch deutlich jünger als 150.
Es ist aber auch nicht klar ob man nach ablauf der Zelldusche zerfällt oder nur schlagartig das *richtige* Alter erreicht da alle vorherigen Benutzer ja mehrfache Duschen hinter sich hatten und somit weit über das *normale* Alter hinaus waren.

Wäre aber schade sie so zu Verschwenden oder in Allerorten entsorgen (wie es mit Satwa am Ende des Frequenzmonarchi Zyklus passierte).



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