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Perry Rhodan Nr. 2774: Der Kosmoglobus

Autor: Hubert Haensel

Inhalt

Die STAULCETT fliegt zum Planeten Shyor. Perry Rhodan und seine Begleiter sind als Blinde Passagiere an Bord. Icho Tolot und Avan Tacrol folgen mit der ortungsgeschützten TONDAR GHI. Die RAS TSCHUBAI nähert sich dem Khochd-System in einigem Abstand. Prompt erscheinen zwei Raumrudel der Onryonen, aber das ist nur Zufall - das terranische Schiff bleibt unentdeckt. Benner beschäftigt sich mit den Bordsystemen des Spochanenschiffes und sammelt Erkenntnisse über die Kosmogloben, die auch vom Wissenschaftlerteam der RAS TSCHUBAI gewonnen werden. Demnach sind die beiden je 1883 Kilometer durchmessenden Kosmogloben nichts anderes als Miniatur-Universen, vergleichbar mit dem Chaotender ZENTAPHER. Sie weisen eine von Null verschiedene Strangeness auf, in ihrem Inneren haben sie vermutlich eine viel größere Ausdehnung und höchstwahrscheinlich auch einen völlig anderen Zeitablauf. Kosmoglobus I stellt die Verbindung zu den Jenzeitigen Landen dar und wird vom innersten Planeten Penparzen aus justiert. Nur Atopenschiffe können in ihn einfliegen Kosmoglobus II dient der "Ernte", in seinem Inneren können auch Spochanenschiffe navigieren. Von seiner Steuerwelt aus, dem dritten Planeten Vangtermachd, wird das Atopische Portal erzeugt, ein drei Kilometer durchmessender energetischer Ring, der den Durchflug ermöglicht.

Als die STAULCETT einen Ernteauftrag erhält und sich anschickt, das Atopische Portal zu durchqueren, ergreift Rhodan die Gelegenheit beim Schopf. Er verzichtet darauf, die vollständig genesene Baucis Fender sofort zu befreien. Stattdessen tarnen er und Gucky sich als Onryonen, sobald die Strangeness-Effekte abgeklungen sind, und nehmen an der "Ernte" teil, um weitere Informationen zu sammeln. Die STAULCETT geht bei einem uralten Walzenraumer längsseits, der sich mit halber Lichtgeschwindigkeit durch das Mini-Universum bewegt. Es ist die HAND VOLLER LICHT, ein Generationenschiff der Ur-Laren, das vermutlich gleichzeitig mit mehreren Schwesterschiffen vor vielen Jahrtausenden von der Heimatwelt Noular aufgebrochen, später von den Atopen oder ihren Handlangern entführt, in eine andere Zeit versetzt und schließlich ins Innere des Kosmoglobus gebracht worden ist. Die HAND VOLLER LICHT wird seit ungezählten Generationen immer wieder von "Weggästen" wie der STAULCETT besucht und erhält von ihnen frische Vorräte sowie technische Hilfe. Die vom Uralten Hoonushur angeführte onryonische Delegation kümmert sich außerdem um die "Unfertigen". Diese Ur-Laren sind infolge der Strangeness mutiert und müssen in Überlebenstanks gehalten werden. Die Onryonen lindern die Qualen der Unfertigen mit Glasfrost (Gucky entwendet eine Kapsel telekinetisch) und nehmen sie mit. Sie wurden nach ihrem Entdecker Toycott Jajorric benannt - es sind Jaj.

Damit hat die STAULCETT ihren Auftrag erfüllt und verlässt den Kosmoglobus. Bruce Cattai und Tacitus Drake haben inzwischen Fenders Gefängnis ausfindig gemacht. Sie wird befreit, für Ablenkung sorgt die Sprengung einer spochanischen Rettungskapsel. Rhodan und seine Begleiter werden von der TONDAR GHI aufgenommen und zusammen mit den Halutern per Transmitter zur RAS TSCHUBAI versetzt, denn die Space-Jet wird natürlich sofort angegriffen und vernichtet. ANANSI analysiert die gesammelten Daten und behauptet, die Ur-Laren seien damals nicht entführt, sondern vor einer von der Milchstraße ausgehenden Gefahr in Sicherheit gebracht worden. ANANSI will nicht verraten, welcher Art die Verbindung zwischen Milchstraße und Larhatoon damals war.

Kringels Meinung:

Eigensinnige Computer, die sich weigern, Befehle auszuführen - das kann ich ebenso wenig leiden wie in Rätseln sprechende Beauftragte höherer Mächte. Aber das ist auch schon alles, was ich an diesem Roman auszusetzen habe. Haensel vermittelt "technische" Informationen über die Kosmogloben, die Hintergrundgeschichte der Jaj und dergleichen, ohne ein trockenes Datenblatt zu schreiben. Stattdessen wird alles in eine spannende Handlung eingebunden, gewürzt mit dem gut geschilderten Überlebenskampf der im Generationenschiff gefangenen Ur-Laren. Allerdings frage ich mich, warum sich die Besatzung der HAND VOLLER LICHT so klaglos mit ihrem Schicksal abfindet, zumal allen klar sein dürfte, dass ihre Mission (deren Grund sie nicht mehr zu kennen scheinen) ziemlich sinnlos ist; durch die Existenz überlichtschneller Schiffe, von denen die HAND VOLLER LICHT immer wieder besucht wird, wurde schließlich alles ad absurdum geführt. Trotzdem machen die Ur-Laren keinen Versuch, etwa per Anhalter bei ihren "Weggästen" mitzufliegen oder ihnen wenigstens ein paar Fragen zu stellen.

Im Moment läuft für Perry alles wie am Schnürchen. Antworten auf wichtige Fragen werden ihm auf dem Silbertablett präsentiert und er steht bereits vor dem Tor zu den Jenzeitigen Landen. Das geht für meinen Geschmack alles zu glatt. Aber immerhin befinden sich zehntausende Onryonenschiffe im Khochd-System. Da wäre mit militärischer Stärke selbst dann nichts auszurichten, wenn die RAS TSCHUBAI Verstärkung aus der Milchstraße oder von den Proto-Hetosten hinzuziehen könnte. Also wird wohl wieder mal ein grenzwertiges Husarenstückchen fällig sein. Zum Beispiel: Rhodan gibt sich als seine eigene Kopie aus, kehrt in die CHEMMA DHURGA zurück und kapert dieses Schiffchen doch noch. Das sollte machbar sein, schließlich wird uns ja auch in diesem Roman wieder deutlich vor Augen geführt, dass Bacctou-Rhodan praktisch nicht als Fälschung identifizierbar ist und selbst glaubt, das Original zu sein. Aber der Feind weiß jetzt, dass Fremde vor Ort sind. Da wäre mal eine Reaktion fällig.

Die Jaj sind also durch Strangeness mutierte Ur-Laren. Ur-Laren wiederum sind schlankere Versionen der uns bekannten Laren, angepasst an das Leben auf einem Planeten mit niedriger Schwerkraft. Welcher Art die Gefahr gewesen sein mag, die seinerzeit von der Milchstraße ausgegangen sein soll, ist mir noch nicht klar. Da kommt vieles in Betracht, aber noch ist die zeitliche Einordnung nicht möglich. Zeitreisen scheinen für die Atopen zum Alltagsgeschäft zu gehören. Ich vermute, dass Kosmoglobus I nicht nur einen Ein-/Ausgang hat, sondern sehr viele - in Vergangenheit und Zukunft. Die Wichtigkeit der Kosmogloben für Larhatoon und die Milchstraße wird in diesem Roman betont. Klar: Ohne Zugang zu anderen Zeitebenen könnten die Atopen nicht mehr so schlau daherreden...

J. Kreis, 19.10.2014


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Bernd (24.10.2014):

Zu den duldsamen Laren: Haensel beschreibt schon, dass die Ur-Laren gerne die überlichtschnelle Technik hätten, aber immer wenn sie danach fragen wollen, stützt sich der Uralte Hoonushur auf seinen Stock und die Fragen "wollen" plötzlich einfach nicht mehr gestellt werden. So oft wie Haensel den Stock auf wenigen Seiten erwähnt, könnte man annehmen, dass die Ur-Laren in irgendeiner Form durch Hoonushur (oder seinen Stock?) beeinflusst werden.


Michael (19.10.2014):

Schön, dass in diesem Roman auf den Schwarzen Bacctou eingegangen wird und auch seine Anwesenheit in der Zentrale erklärt sich nun.
Guter Roman, in einem Rutsch durchgelesen. Da kam bei mir keine Langeweile auf.
Sehr duldsam diese Ur-Laren. Sie wagen noch nicht einmal die Frage nach dem Prinzip des Überlichtantriebes oder nach einem Gegenbesuch an Bord der STAULCETT?
Warum Baucis Fender als Gefangene allerdings noch Zugriff auf ihren SERUN hat...



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