PR 2773
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Perry Rhodan Nr. 2773: Der Kristalline Richter

Autor: Michael Marcus Thurner

Inhalt

Perry Rhodan und sein Team nehmen am Assaree Dymae teil und erleben die von Loitmahd großspurig angekündigte Ankunft des Kristallinen Richters mit. Der Atope sieht aus, als bestehe er aus teiltransparentem Kristall. In seinem Inneren wirbelt etwas, das an Schneeflocken erinnert. Das aus drei am Rücken zusammengewachsenen humanoiden Körpern bestehende Wesen hält "Einkehr": Es entzieht der Umgebung schlagartig Wärme. Die Neypashi gleichen das wieder aus. Kranke, verwundete und verkrüppelte Bittsteller aus den verschiedensten Völkern werden zum Richter vorgelassen. Er wählt einzelne aus, denen er "Inspiration" zuteilwerden lässt. Er nimmt sie in seinen Körper auf und entlässt sie vollständig geheilt. Sogar der verstorbene Cuurem-Prinz der Phudphogs wird wieder zum Leben erweckt. Die Menge tobt vor Begeisterung. Rhodan ist beeindruckt, denn die Heilkünste des Atopen kommen den Fähigkeiten einer Superintelligenz gleich. Als auch die tödlich verwundete Baucis Fender vom Kristallinen Richter geheilt wird, damit sie anschließend von Loitmahd in dessen Raumschiff STAULCETT bzw. auf Shyor verhört werden kann, muss Rhodan seine Einsatzplanung überdenken. Fender muss um jeden Preis befreit werden.

Derweil erstattet Rhodans wohlbehalten zur RAS TSCHUBAI zurückgekehrte Enkelin Bericht. Icho Tolot und Avan Tacrol werden umgehend mit einem Schiff der LAURIN-Staffel nach Vlaera entsandt. Sie landen unbemerkt, nehmen Kontakt mit Rhodan auf und sorgen in Velleshy Pattoshars Flaggschiff für genügend "Theaterdonner", so dass Rhodan und seine Begleiter unbemerkt in die STAULCETT eindringen können. Der tatendurstige Junghaluter Avan Tacrol übertreibt es ein wenig, so dass Pattoshars geliebter Ziehsohn Clocc Otym getötet wird. Der Kristalline Richter lehnt Pattoshars Bitte um Wiederbelebung Otyms ab. Daraufhin schießt sie sich in den Kopf, kommt aber wenig später wieder zu sich - der Atope hat sie ins Leben zurückgeholt. Sie soll "der Gerechtigkeit ihren Raum bereiten", so der Richter, dann bestehe die Chance für eine spätere "Inspiration" Otyms.

Heimlich verfolgt vom LAURIN-Schiff fliegt die STAULCETT zum Planeten Shyor im Khochd-System. Gucky espert und bringt einiges in Erfahrung. Unzählige Onryonenschiffe bewachen den Kristallinen Richter, der sich bereits dort befindet - oder vielmehr: Der den Planeten nie verlassen hat. Er beherrscht die Kunst der Multilokation, kann sich also an mehreren Orten zugleich aufhalten. Damit ist klar, dass er - wie Rhodan schon zuvor befürchtet hat - sehr wahrscheinlich gar kein Raumschiff besitzt. Shyor wird von zwei mondgroßen Objekten umkreist. Den Gedankenbildern der Onryonen zufolge sind diese Kosmogloben das Herzstück des Atopischen Tribunals in Larhatoon.

Kringels Meinung:

MMT stellt einmal mehr seinen Ideenreichtum unter Beweis. Leider schießt er dabei über das Ziel hinaus: Rhodan und all seine Begleiter mampfen mitten im dicksten Gewühl fröhlich vor sich hin. Gucky schlägt sich den Wanst derart voll, dass er rülpsen muss. Ein Onryone dreht sich um und guckt missbilligend. Ich muss euch hoffentlich nicht erst erklären, warum das ein fetter Kontinuitätsfehler ist. Nicht zum ersten Mal fällt mir auf, dass PR-Autoren solch grundsätzliche Dinge nach einer gewissen Zeit einfach ignorieren bzw. nicht mehr daran denken. Und natürlich muss ich mich fragen, warum Rhodan nicht gleich mit einem LAURIN-Schiff nach Vlaera geflogen ist. Einen vernünftigen Grund für die ganze Aktion sehe ich jedenfalls nicht.

Na egal. Es gibt ja viele nette Stellen in dem Roman. Es macht Spaß, die Haluter durch die Augen der Onryonen zu sehen. Es muss wirklich ein unglaublich beängstigendes Erlebnis sein, gegen diese wahnsinnig starken, schnellen und fast unbesiegbaren Bestien zu kämpfen. Durch die panischen Reaktionen der Onryonen auf den Angriff der Haluter und die bruchstückhaften Berichte, die Pattoshar erhält, wird das viel besser deutlich, als wenn MMT die von Icho Tolot und Avan Tacrol angerichteten Zerstörungen minutiös geschildert hätte. Nett fand ich auch, dass Kommandantin Jawna Togoya sowohl Farye Sepheroa (die wieder mal mit dem Fuß aufstampft und mit in den Einsatz gehen will) als auch Bostich in die Schranken weist. Aber was hat der falsche Rhodan in der Zentrale der RAS TSCHUBAI verloren? Selbst wenn der gute Mann immer noch der Überzeugung sein sollte, der echte Rhodan zu sein - wer weiß, was in seinem Inneren / in seinem Geist schlummert? Er gehört in eine Arrestzelle, am besten eine, die von einem Energieschirm umhüllt wird. Aber nicht an einen der verwundbarsten Punkte des Schiffes.

In einer Veranstaltung, die der Show eines amerikanischen Fernsehpredigers verblüffend ähnelt, vollbringt der Kristalline Richter einige Wunderheilungen. Ich dachte erst: Holt er vielleicht die gesunden Pendants der Bittsteller aus einem Nichtigen Universum? Das scheint aber doch nicht der Fall zu sein, jedenfalls hat Gucky nichts geespert, was darauf schließen ließe, dass Baucis Fender nicht "echt" sein könnte. Wie jeder Atope ist auch die kristalline Wesenheit einzigartig, hat phantastische Fähigkeiten und tritt öffentlichkeitswirksam auf, scheint aber bemerkenswert wenig mit der Verwaltung der Domänen und anderen Tätigkeiten zu tun zu haben, die man bei einem solchen Herrscher erwarten würde. Sind die Atopen überhaupt die Machthaber? Oder eher Leute wie Loitmahd? Wir werden es womöglich bald erfahren, denn Perry ist ja jetzt (auf viel zu einfache Art und Weise übrigens) ins Zentrum der Macht der verschlossenen Domäne gelangt.

J. Kreis, 12.10.2014


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Michael (12.10.2014):

Stimmt, der falsche Rhodan hat in der Zentrale nichts zu suchen! Dabei kam mir aber ein Gedanke. Vielleicht ist ja der "falsche" Rhodan doch der "echte" Rhodan? Schon klar, Gucky hat ja einen "dunklen Kern" ausgemacht, den der "echte" Rhodan nicht hat. Sicherlich könnten die Autoren das aber irgendwie erklären. Ansonsten sind die beiden Personen ja nicht voneinander zu unterscheiden. Wäre doch bemerkenswert, wenn die Expeditionsleitung die ganze Zeit über eigentlich der ehemalige Schwarze Bacctou inne hat. Das wäre mal eine interessante Wendung.

Und noch eine alternative Idee: Der "echte" Perry Rhodan stirbt und der Schwarze Bacctou wird sein Ersatz und kämpft fortan mit seinem dunklen Kern. An der Haaren herbeigezogen? Na ja, Atlan ist ja auch nicht mehr der Original-Atlan, sondern eine 1225 NGZ erzeugte alternative Version seiner selbst.

Ok, das hat mit einer Kritik am vorliegenden Band nichts zu tun, ich hör ja schon auf...



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