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Perry Rhodan Nr. 2770: Die Para-Paladine

Autor: Christian Montillon

Inhalt

Vetris-Molaud kehrt am 22. März 1517 NGZ nach Tefor zurück, um an der schon seit vier Wochen tagenden Großen Ordo-Konferenz des Atopischen Tribunals teilzunehmen und seine erneut schwangere Frau Amyon Kial zu besuchen. Nach dem Verlust ihres ersten Kindes hat sie sich immer mehr aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und eine Art Paranoia entwickelt. Das zweite Kind befindet sich aus diesem Grund in einer künstlichen Gebärmutter. Nur zögernd erklärt sie sich bereit, mit ihrem Mann zur Konferenz zu gehen.

Dass Amyon Kials Misstrauen gerechtfertigt ist, zeigt sich schon kurz nach der Landung der VOHRATA. Niaben da Thoctar, die neue Herrscherin der Sternenbaronie Phan, begleitet den Maghan mit ihrem Flaggschiff GOTHOR DA PHAN. Vier Rebellen, die gegen den Anschluss der Baronie ans Neue Tamanium sind, besetzen einen Geschützstand des phanarkonidischen Schiffes und eröffnen das Feuer auf die bereits ausgestiegene Baronin. Das Attentat schlägt jedoch fehl, die Rebellen begehen Selbstmord. Noch am selben Tag unterzeichnet Niaben da Thoctar die Beitrittsurkunde.

Dhayqe leitet die Ordo-Konferenz und hat schon konkrete Pläne für die Aufteilung der Milchstraße in Domänen und Subdomänen parat, kommt aber nicht so recht weiter, weil die Versammlung von den großen Milchstraßenvölkern boykottiert wird. Den Onryonen soll eine eigene Domäne, genannt die "Alten Sternenlande", in der Milchstraßen-Southside zugesprochen werden. Dorthin sollen auch die Onryonen aus Larhatoon übersiedeln. Am Rande der Konferenz trifft sich Vetris-Molaud mit Roton Horcay, dem Abgesandten der Asporcos. Dieses Volk soll in die Domäne der Arkoniden eingegliedert werden, würde sich aber lieber dem Neuen Tamanium anschließen. Vetris-Molaud unterstützt diesen Wunsch.

Vetris-Molaud schickt Lan Meota zur Schule der Gnade, der Mutantenakademie von Apashem, die er sogar vor dem Atopischen Tribunal geheim hält. Die drei Pilztürme der Akademie stehen auf einer Insel in der subplanetaren Stadt Bylunet auf Tefor und sind als "Institut zum Austausch geistiger Güter" (IAGG) getarnt. Unter der Leitung Shanu Starcuuts, die selbst eine Parafähigkeit besitzt - sie ist "Gradientin" und kann Paragaben erkennen - werden dort fünf neue Anwärter für das Tefrodische Mutantenkorps trainiert: Der Nahdistanz-Teleporter Balgen Orgudd, der schwache Telekinet Yaalon Tua, die Traumschlafinduktorin Ejery Vyndor, der Positronikleser Dienbacer und Assan-Assoul, der Starschüler der Akademie. Niemand, nicht einmal er selbst, weiß genau, über welche Kräfte Assan-Assoul wirklich verfügt. Klar ist nur, dass er sich fremde Paragaben aneignen kann, wenn er sich in der Nähe der betreffenden Person befindet. Derjenige wird dadurch vorübergehend geschwächt. Lan Meota lässt sich die Kräfte der Schüler demonstrieren und erklärt ihnen, wie wichtig sie sind, seit die Vier Eroberer praktisch nicht mehr existieren. Sie sollen zu Para-Paladinen werden (der Name stammt von Amyon Kial) und Vetris-Molauds Vision von einem neuen tefrodischen Großreich verwirklichen.

Die TLD-Agenten Guy Granduciel und Ossos-B4 sind inkognito auf Tefor aktiv. Granduciel tritt als Sternekoch auf, der die Konferenzteilnehmer mit erlesenen Speisen verwöhnt. Der Barniter Ossos-B4 spielt seinen Manager. Mit Unterstützung Meires-Pharrems, eines Geheimagenten des noch unabhängigen Tefroderstaates Vritham, decken sie das Geheimnis des IAGG auf. Granduciel trifft sich "zufällig" mit Yaalon Tua, manipuliert dessen Multikom und hängt ihm eine als Insekt getarnte Spionsonde an. Als Ossos-B4 zur selben Zeit den echten Yaalon Tua bewusstlos in dessen Wohnung vorfindet, wird klar, dass ein Jaj in die Rolle des jungen Mutanten geschlüpft ist. Er ist bereits unterwegs zur Akademie. Die TLD-Agenten geben der Gläsernen Insel einen anonymen Hinweis, aber Shanu Starcuut erkennt selbst, dass mit Yaalon Tua etwas nicht stimmt. Der echte Telekinet hat zwar manchmal "taube Tage", an denen er seine Gabe nicht nutzen kann, aber der Jaj weist keinerlei Psi-Potential auf. Der enttarnte Gestaltwandler wird von Kampfrobotern angegriffen. Er schützt sich mit tt-Progenitoren und flieht. Assan-Assoul nutzt die Kräfte seiner Mitschüler, um ihn zu verfolgen und zu stellen. Seine unbekannten Fähigkeiten erlauben es Assan-Assoul, den Jaj buchstäblich zerfließen zu lassen. Er könnte sogar die wahre Gestalt des Jaj zum Vorschein bringen.

Am 27. März bestellt Vetris-Molaud den Tesqiren ein, um den Vorfall zu besprechen. Im Interesse der gemeinsamen Sache lässt der Maghan die Angelegenheit auf sich beruhen, macht aber klar, dass die Mutantenschule für das Atopische Tribunal tabu ist. Anschließend entsendet er Lan Meota und die fünf neuen Mutanten mit der LAHMU zum Torbu-System. In den Trümmern des Planeten Torbutan, behauptet Vetris-Molaud, muss sich eine weitere Statue Zeno Kortins befinden. Vetris-Molaud muss alle Statuen in seinen Besitz bringen, damit diese ihr Geheimnis freigeben.

Dank der eingeschleusten Drohne sind Granduciel und Ossos-B4 über den Kampf Assan-Assouls gegen den Jaj im Bilde. Ihr Chef Attilar Leccore erscheint persönlich auf Tefor, um sie für diesen Erfolg zu loben. Er meint, Assan-Assoul sei so wichtig, dass man mehr tun müsse, als ihn nur im Auge zu behalten...

Kringels Meinung:

Vetris-Molaud ist eine der interessantesten Figuren seit vielen Jahren und ein wahrhaft ernst zu nehmender Gegner für die Terraner. Wohlgemerkt: Ich rede hier nicht von Sympathie. Der selbst ernannte Maghan ist bereits über Millionen von Leichen gegangen, er lügt, betrügt und nutzt jedes noch so niederträchtige Mittel, um seine Ziele zu erreichen. Das ist natürlich verwerflich. Aber wir reden hier bitteschön über eine Romanfigur, und als solche finde ich Vetris-Molaud toll. Offensichtlich können die Autoren mit ihm viel mehr anfangen als zum Beispiel mit Perry Rhodan! Christian Montillon zeichnet ein ambivalentes Bild des tefrodischen Herrschers. Auf der einen Seite der Machtmensch, der sogar noch das gescheiterte Attentat auf Niaben da Thoctar und den Selbstmord der Rebellen nutzt, um sich in ein gutes Licht zu rücken, auf der anderen der um die geliebte Frau besorgte Ehemann. Die Autoren tun gut daran, Vetris-Molaud nicht nur als finsteren Bösewicht hinzustellen. Ich fürchte jedoch, dass er das Ende des Zyklus nicht überleben wird.

Vetris-Molaud ist ein sehr gefährlicher Mann. Das muss dem Atopischen Tribunal, insbesondere dem angeblich besonders an den Tefrodern interessierten Richter Matan Addaru Jabarim, spätestens jetzt klar sein, nachdem Vetris-Molaud gezeigt hat, dass er nicht vorbehaltlos mit dem Atopischen Tribunal zusammenarbeitet. Die ehrgeizigen Ziele des Maghans sind ja sowieso kein Geheimnis. Warum also lässt man ihn gewähren? Wäre es nicht längst an der Zeit, ihm einen kleinen Dämpfer zu verpassen? Offensichtlich hat Vetris-Molaud völlig freie Hand, kein Tesqire, kein Onryone und kein Atope redet ihm drein, wenn er wieder mal ein Massaker anrichtet, die Posbis zum Hass auf die Terraner aufstachelt und sich sonstige Kriegstreibereien leistet (ich gehe davon aus, dass diese Aktionen dem Tribunal bekannt sind). Ist das im Sinne der Atopischen Ordo? Oder anders gefragt: Welchen Nutzen hat das Tribunal von einem immer weiter erstarkenden Neuen Tamanium im Allgemeinen und von einem unsterblichen Alleinherrscher mit Machtmitteln wie den Kristallkrallen, den neuen Mutanten und wer weiß was sonst noch im Besonderen?

Welchem Geheimnis glaubt Vetris-Molaud durch die Suche nach den Zeno-Kortin-Statuen auf den Grund gehen zu können, d.h. woher weiß er, dass es ein solches Geheimnis (sowie mehrere Statuen) überhaupt gibt? Wir erinnern uns: In PR Lemuria 5 wird beschrieben, wie Torbutan von den Bestien vernichtet wird. Die Lemurer haben dort ca. 50.000 v.Chr. einen Zeittransmitter konstruiert und Levian Paronn ist dort dem zeitgereisten Icho Tolot begegnet. Hatte Zeno Kortin etwas mit der Arbeit am Zeittransmitter zu tun - sind es womöglich die Konstruktionsdaten für dieses Gerät, an die Vetris-Molaud herankommen will?

Christian Montillon stellt einige Weichen, und das macht den Roman, der ansonsten eher zur Rubrik "schnell gelesen, schnell wieder vergessen" gehört, doch noch spannend. Da wäre zunächst einmal das tefrodische Mutantenkorps. Ohne seine Mutanten wäre Perry Rhodan seinerzeit wahrscheinlich nicht besonders weit gekommen - jetzt baut Vetris-Molaud eine vergleichbare Truppe auf. Attilar Leccore hat genau erkannt, was das bedeutet. Dann ist da noch die Ordo-Konferenz. Dhayqe stellt sich das so vor: Das Neue Tamanium bildet eine Domäne mit dem Vritham und der Transgenetischen Allianz als Subdomänen. Alle Jülziish-Völker sollen in einer einzigen Domäne mit beliebig vielen Subdomänen zusammengefasst werden. Das Atopische Tribunal wird weitere Bruderkriege verhindern. Die LFT und ihre assoziierten Staatenbünde sowie die Arkoniden sollen ebenfalls je eine Domäne erhalten. Und der Knaller: Alle Onryonen, auch die aus Larhatoon, bilden eine Domäne in der Milchstraße! Will das Atopische Tribunal Larhatoon aufgeben, oder wie ist das zu verstehen? Die Lage in der Milchstraße bleibt auf jeden Fall interessant!

J. Kreis, 19.09.2014


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