PR 2769
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Perry Rhodan Nr. 2769: Das Drachenblut-Kommando

Autor: Rainer Castor

Inhalt

Der Tesqire Toqoyd befindet sich mit seinem Raumschiff WIE EIN SPIEGEL IM LICHT ERSTRAHLT DER GEIST IM RECHT im Orbit des Planeten Ekhas. Seine Anwesenheit ist für die mit der LFT assoziierten Ekhoniden lästig, aber ebenso wenig akut bedrohlich wie der Aufmarsch eines aus mehreren hundert Schiffen bestehenden Onryonenclusters in nur zwei Lichtjahren Entfernung. Deshalb sind alle Krisensitzungen des regierenden Zwölferrates ergebnislos geblieben. Das ändert sich, als Toqoyd am 14. März 1517 NGZ frohgemut die baldige Errichtung einer Ordischen Stele auf Ekhas ankündigt. Koll-theym, der Aar-tua-Athor (Regierungsoberhaupt) der Ekhoniden, hat endgültig genug von den Worthülsen des Tesqiren. Sein Volk steht hinter ihm, als er beschließt, dass die Ekhoniden die Installation der Stele - also eines Symbols der Unterdrückung und nicht, wie Toqoyd meint, der Befreiung - mit allen Mitteln verhindern müssen. Ohne fremde Hilfe ist das aber nicht zu schaffen. Mit Billigung des Residenten der LFT und des Vorsitzenden des Neuen Galaktikums wendet sich Koll-theym deshalb an Monkey.

Der Hilferuf der Ekhoniden kommt dem Lordadmiral der vom Atopischen Tribunal als Terrororganisation verbotenen Neuen USO gerade recht, denn das Projekt Drachenblut ist praktisch abgeschlossen. Die Wissenschaftler der USO haben den von Monkey erbeuteten Linearraum-Torpedo in Quinto-Center gründlich untersucht. Ziel des nach einer Episode aus der Nibelungensage benannten Projekts ist die Entwicklung wirksamer Abwehrmaßnahmen gegen diese Waffe. Man hat die Erkenntnis gewonnen, dass die Torpedos eine relativ geringe Reichweite haben und durch den massenhaften Einsatz von Antidrohnen abgefangen werden können. Wichtigste Neuentwicklung der USO-Wissenschaftler ist jedoch der Librationszonen-Trugbildprojektor (LTP), der den Torpedos elf Scheinziele vorgaukeln kann. Die YART FULGEN, eine modifizierte modular aufgebaute LFT-BOX der QUASAR-Klasse, ausgerüstet mit einem verbesserten Hypertakt-Triebwerk und neues Flaggschiff der USO, sowie fünf ihrer abkoppelbaren VALET-Kampfblöcke werden mit mehreren LTPs ausgerüstet. Monkey will das Schiff persönlich in den ersten Einsatz führen. Die Vernichtung der für Ekhas bestimmten Stele soll zur Feuerprobe der YART FULGEN und der LTPs werden.

Inzwischen nähern sich der Raumvater WEEONER unter dem Kommando Notoi Kevcenners mit der Stele an Bord sowie 99 weitere onryonische Einheiten bereits ihrem Ziel. Koll-theym soll der USO etwas Zeit verschaffen. Er lädt Toqoyd zu einem Staatsbesuch ein und erhält die Erlaubnis, per Hyperfunk mit Kevcenner zu sprechen. Der Ekhonide hält seinen Gesprächspartner lange genug mit Argumenten gegen die Installation der Stele auf Ekhas hin, so dass der Standort des Konvois bestimmt werden kann. Diese Information wird umgehend an Monkey weitergegeben. Die YART FULGEN und 100 Fragmentraumer der Posbis greifen am 18. März an, aber die LTPs zeigen keinerlei Wirkung; alle Linearraumtorpedos nehmen direkten Kurs auf die echten, im Linearflug befindlichen Ziele. Diese fliehen sofort in den Normalraum. So gehen lediglich drei VALET-Module der YART FULGEN verloren.

Die Analyse des Vorfalls zeigt, dass die LTPs sabotiert wurden. Monkey hatte schon zuvor verdächtige Verhaltensweisen bei Orninc Lycett festgestellt, einem Wissenschaftler des Projekts Drachenblut. Man stellt Lycett eine Falle, in die der Terraner prompt hineintappt. Es wird schnell klar, dass Lycett von den ebenfalls zum Projektteam gehörenden Mooffs suggestiv beeinflusst worden ist. Diese nichthumanoiden Wesen glauben, dass das Atopische Tribunal die von der sich in der Milchstraße abzeichnenden Kleinstaaterei ausgehende Gefahr bannen und dauerhaften Frieden herstellen kann. Deshalb durfte das Projekt Drachenblut keinen Erfolg haben.

Nachdem die Mooffs hinter HÜ-Schirmen gefangen gesetzt und somit unschädlich gemacht worden sind, erfolgt am 20. März der zweite Angriff. Dieser hat überwältigenden Erfolg. Alle 100 Onryonenschiffe werden vernichtet, mit ihnen die Stele. Dabei verlieren die Galaktiker nur einen weiteren VALET-Würfel. Dennoch empfindet die gesamte Besatzung der YART FULGEN plötzlich furchtbare Scham und Reue.

Kringels Meinung:

Die Vernichtung einer Ordischen Stele hat also unerwünschte Nebenwirkungen - man darf gespannt sein, ob Monkey und die Seinen dauerhafte Folgeschäden davontragen werden! Dass sie wirklich eingesehen haben, einen schrecklichen Fehler gemacht zu haben, glaube ich nicht. Wahrscheinlicher ist, dass sie von der Stele beeinflusst wurden. Oder vielleicht sind die Mooffs freigekommen? Denn deren Ansicht ist gar nicht so verkehrt. Zumindest zeichnet sich ab, dass es wirklich zu dem von ihnen befürchteten Wettrüsten mit anschließenden verlustreichen Massenschlachten kommen wird. Die Mooffs hatten gehofft, genau das verhindern zu können.

Stattdessen dürfen sich all jene Leser die Hände reiben, die die Terraner siegen sehen wollen, die schon lange darauf gewartet haben, dass den Onryonen ein ordentlicher Tritt in den Allerwertesten versetzt wird und die sich wünschen, dass das Atopische Tribunal bald besiegt werden möge. Denn es sieht mehr und mehr danach aus, dass letzteres zum Zyklus-Ende geschehen wird. Jetzt wurden also wirksame Abwehrwaffen gegen die Linearraum-Torpedos entwickelt. Es wäre wohl zu viel gesagt, dass die militärische Überlegenheit der Onryonen mit den Torpedos steht und fällt. Schließlich wissen wir noch immer nicht, über wie viele Basen sie eigentlich verfügen, d.h. wie groß ihre Flotten wirklich sind. Außerdem müssen nur genug Torpedos auf alle Ziele abgefeuert werden - einer wird dann schon treffen. Dennoch dürfte die stärkste Waffe des onryonischen Arsenals bald ihren Schrecken verlieren: Begrenzte Reichweite, Abfangmöglichkeit durch so genannte "Librodrohnen", LTPs...

Zudem kommen die Galaktiker jetzt langsam dahinter, wie die Onryonen den Hyperraum nutzen. Ich bin mir nicht sicher, ob das in einem früheren Roman schon einmal so deutlich gesagt wurde wie hier. Onryonische Raumschiffe bewegen sich durch das "höhere Niveau des Transpositorischen Raumes" (also des Hyperraums, wenn ich das richtig verstanden habe). Den Linearraum bezeichnen sie als "unteres Niveau" und sie können ihn beobachten sowie dort befindliche Ziele unter Feuer nehmen. Den Galaktikern ist es zurzeit noch nicht möglich, den Hyperraum auf diese Weise als Transportmedium zu nutzen. Das könnte sich bald ändern.

Rainer Castor liefert massenhaft technische Daten, Personalaktenauszüge, Rückblicke und geschichtliche Infos sowie sonstige Beschreibungen. Für Handlung bleibt da nur wenig Platz. Musterbeispiel ist der Angriff auf den onryonischen Konvoi mit Fehlschlag, Suche nach den Saboteuren und so weiter. Da hätte Castor recht viel Spannung herausholen können, stattdessen wird alles auf ganz wenigen Seiten abgehandelt. Trotzdem hat mir der Roman gar nicht so schlecht gefallen. Ich wusste ja, was mich erwartet (siehe z.B. meine Kommentare zu PR 2515, 2568 und 2576) und konnte mich darauf einstellen. Ich habe mir viel Zeit für das Heft genommen und mich auf die guten Ansätze konzentriert, zum Beispiel Monkeys Versuch, nach Tekeners und Gyr Boskaides Tod mehr Verständnis für seine Mitmenschen aufzubringen. Sehr schön ist ein kurzes Kapitel, in dem Monkey ein aufgezeichnetes Pokerspiel mit Tekener abruft. Zitat Tek: "Die Ewigkeit ist nur eine windige Ebene in der Nacht. Lassen wir die Ewigkeit Ewigkeit sein. Genießen wir unsere kurze Zeit im Licht". Da kriege ich jetzt noch Gänsehaut!

J. Kreis, 13.09.2014


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Gastkommentare


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Friedrich (23.09.2014):

@Chris
Hehe - ok - die USO hat den Überfall schon so geplant, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit gewinnt… aber im Ekhas-System hat die USO ja nicht nur gewonnen, sondern die Onryonen haben keinen einzigen Abschuss erzielt - und ganz nebenbei hat man auch keinen einzigen Onryonen entkommen lassen (ganz schön hart - kennt man sonst so nicht?!).
Übrigens haben wir erfahren, dass die Onryonen über so eine Art Transformkanone mit bis zu 5 Gigatonnen TNT verfügen - also das zehnfache dessen, was die Galaktiker derzeit so zu Schlägereien mitbringen. Etwas mehr Widerstand wäre also schon möglich gewesen - zumal die Onryonen spätestens seit dem ersten Zusammenstoß mit der YART gewarnt waren und wussten, dass das mit den Linearraumtorpedos vllt kein Homerun wird... ne?

Übrigens kommt mir da noch eine andere -äh- Unklarheit: Wieso verraten die Moofs die USO überhaupt? Wenn sie lieber mit den Atopen arbeiten wollen - warum tun sie's dann nicht einfach? Ich meine - wenn ICH meinen Arbeitgeber wechsele, dann verabschiede ich mich auch nicht mit einer Bombe in der Tiefgarage?! Schließlich begegnet man sich immer zweimal. Und Überleben scheint ja die oberste Priorität der Moofs zu sein. Mit Ihrem Verrat aber haben sie sich für die USO (und überhaupt jeden potentiellen anderen zukünftigen Verbündeten, einschließlich der Onryonen) für immer disqualifiziert, denn alle wissen, dass die Moofs umkippen, sobald ein Gegner nur mächtig genug erscheint (ich gehe jetzt mal davon aus, dass der Verrat der Moofs in der Milchstraße schnell die Runde machen wird…).

..also in der Story sind insgesamt schon noch ne Menge logische Quirks. Ich hoffe die Autoren biegen das wieder gerade.


Chris (19.09.2014):

@ friedrich
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im LINEARRAUM wird der Zielmechanismus der Onryonen-Torpedos gestört. Aber bei Kämpfen im Normalraum sind die Raumväter der Onryonen noch immer in jeder Beziehung mindestens ebenbürtig (Waffentechnisch, abwehrtechnisch, antriebstechnisch, materialtechnisch, etc.etc.). Das konnte ich hier jetzt aber nicht herauslesen?!
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Es sind nicht alles Raumväter in einem Raumrudel genauso wie eine Flugzeugträgerkampfgruppe nicht nur aus Flugzeugträgern besteht.
Es gab da irgendwo die Info, dass ca. 20 Raumväter gesichtet wurden.
Die anderen Schiffe sind die kleineren Klassen welche die Aufgaben übernehmen die heute von zb. Fregatten, U-Booten, Zerstörern erledigt werden.
Die USO hat hingegen 100 Posbi Raumer benutzt welche alle zu der schwersten Klasse zählen und zusätzlich (es lohnt sich manchmal das technoblabla zu lesen :) ) über Waffen verfügten die darauf optimiert waren Paratronschirme zu knacken (die Raumschaalen der Onryonen entsprechen weitgehend Paratonrschirmen).

Wir haben es hier also mit massivster Feuerkraftübermacht seitens der USO. Dumm natürlich, dass der Autor vergessen hat, dass der USO verband ebenso kleinere Schiffe benötigt und entsprechend sehr viel grösser sein müsste bei 100 Schlachschiffen. Aber naja..militärtechnisch haben die heutigen PR Autoren nix drauf, da muss man schon zu Verschollenen Flotte greifen.


Friedrich (17.09.2014):

Der Versuch der Figur "Monkey" etwas mehr Tiefe zu verleihen, hat mir auch gut gefallen.

Das ganze Tech-Babbel - naja - da fliegen die Onryonen also etwas höher im Linearraum (ist ja logisch, dass sie von da oben andere beim Linearflug beobachten können).
Und dann die YART FULGEN: VALET-Boxen *seufz* Die YART ist wohl so eine Art "Mini-Praetoria"? Dieses Konzept der Schiffs-Cluster überzeugt mich nicht im Geringsten. Nicht bei PRAETORIA, nicht bei der unglücklichen GILGAMESCH (wer erinnert sich noch an den komischen Kasten?) und bei der YART auch nicht.
Warum? Ganz einfach - wenn jede Komponente ein eigenständiges Schiff ist, wird es im Cluster z.B. nie seinen Antrieb und seine Bewaffnung voll einsetzen können - schon allein deswegen nicht, weil 1/3 bis 1/2 seiner Oberfläche mit anderen Clusterschiffen "verklebt" ist, so dass Aufbauten und Aussenanlagen / Antennen nicht oder nur sehr eingeschränkt nutzbar sind. Von der miesen Statik ganz zu schweigen.

Ausserdem nehme ich zur Kenntnis, dass es im Galaktikum offensichtlich fast keinen Technologietransfer gibt?! Die RAS hätte z.B. dieses Linearraum-ECM auch gut brauchen können - und die YART eine Aagenfeld-Barriere / A-Blitz. Ausserdem habe ich nicht verstanden, wieso der Kampf mit dem Transport-Konvoi zum Schluß für die Galaktiker nur noch wie ein Tontaubenschießen war. OK - im LINEARRAUM wird der Zielmechanismus der Onryonen-Torpedos gestört. Aber bei Kämpfen im Normalraum sind die Raumväter der Onryonen noch immer in jeder Beziehung mindestens ebenbürtig (Waffentechnisch, abwehrtechnisch, antriebstechnisch, materialtechnisch, etc.etc.). Das konnte ich hier jetzt aber nicht herauslesen?!

Naja - ist ja vielleicht wie bei der Frequenzmonarchie - die hatten ja auch plötzlich nichts mehr auf die Reihe bekommen.
Oder anders gesagt: Waffen gut, alles gut! *kopfschüttel*

Und noch ein kleiner Nachbrenner zum Thema Cluster- und Modul-Raumschiffe:
# Cluster-Schiffe, d.h. vollwertige Schiffe die durch physisches Zusammenkoppeln irgendwie besser werden: Das halte ich für Quatsch (s. meinen vorherigen Kommentar)
# Modul-Schiffe: Ja - gute Idee, d.h. Schiffe die durch spezialisierte Module einsatzspezifisch ausgerüstet werden.

Eigentlich hätte ich sowieso als Ergebnis der erhöhten Hyperimpedanz erwartet, dass wir mehr Spezialraumschiffe sehen würden, also keine Fern-Schlachtschiffe der Trägerklasse (was für mich klingt wie:
"Langstrecken-Schwerlaster-Renn-Trecker für Komfort-Personentransport mit Brückenbau-Funktion").



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