PR 2767
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Perry Rhodan Nr. 2767: Die Engel der Schmiege

Autorin: Caroline Brandt

Inhalt

Pend aus dem Kapselsystem von Fho ist ein multiversales Wesen. Oder vielmehr: Er ist die Verkörperung aller Versionen dieses Wesens aus allen Universen. Er wandert durch Raum und Zeit, schwebt im stochastischen Sturm, sieht alles, weiß alles, spielt mit Elementarteilchen und interessiert sich für Perry Rhodan. Seit seinem Schiffbruch und der Rettung durch Saeqaer hält sich Pend 70 mehr oder weniger freiwillig in der CHEMMA DHURGA auf, denn er schuldet der Richterin Dank-Rache. Mehrmals stattet er Rhodan, der in einem kleinen Raum innerhalb von Globus eins gefangen gehalten wird, unbemerkt Besuche ab. Einmal zeigt er sich sogar. Rhodan nimmt ein ungefähr zwei Meter großes, muskulöses, geschupptes Wesen mit zwölf schwächlichen Armen, einem Schwanz und sehr großen Augen wahr, das eine Rüstung und einen Strahler trägt. Zu einer Kommunikation kommt es nicht. Mit Saeqaer dagegen spricht Rhodan mehrmals. Sie eröffnet ihm, dass jemand in Globus zwei eingedrungen ist, möglicherweise ein Rettungskommando. Die Atopin versichert, nichts und niemand könne die Schmiege passieren, jene Grenzfläche, an der sich die Globen berühren. Sie zeigt dem Terraner, warum sie davon so fest überzeugt ist. In der Schmiege sind Karduuhls gefangen. Saeqaer bezeichnet sie als "Veszi" (die Wertvollen). Sie dienen ihr als Wächter der Schmiege und erhalten den Auftrag, auf mentalem Wege nach den Eindringlingen zu suchen.

Das Rettungsteam, bestehend aus Gucky, Sichu Dorksteiger, Icho Tolot und Avan Tacrol findet die Absturzstelle von Rhodans selbstgebautem Flugzeug. Sie kommen zu der Überzeugung, dass Rhodan noch lebt, aber in der anderen Kugelzelle sein muss. Gucky liest die Gedankenbilder der Wesen, die den Hüllenbruch reparieren. Sie sind Sorgfalter aus dem Volk der Gmoda, nichthumanoide Wesen mit vier Säulenbeinen, auf denen eine Art Schildkrötenpanzer liegt. Die Galaktiker sprechen mit einem von ihnen namens Mrego. Die Gmoda singen gern bei der Arbeit und lassen sich von ihren Besuchern ein Ständchen bringen. Sie finden die Sangeskünste der Haluter lediglich "interessant", doch Sichus gesummtes Duett mit Avan Tacrol gefällt ihnen gut. Zufällig ist Mrego über die Existenz der Schmiege im Bilde. Er hat einst an einem Angriff der freiheitsliebenden Baduthec auf dieses Gebilde teilgenommen, der von den Karduuhls mühelos abgewehrt worden ist. Mrego führt die Galaktiker zu einer Stätte, an der man dem allwissenden Pend begegnen kann.

Es dauert nicht lange, bis Pend erscheint. Seine Präsenz ist für Gucky ebenso faszinierend wie quälend. Gucky erfährt, dass Pend das Standarduniversum für sehr eigenartig hält. Er bezeichnet es als "komplexdimensional plus eins". Es gelingt dem Mausbiber, Pend davon zu überzeugen, dass Rhodans Befreiung eine gute Möglichkeit wäre, die Racheschuld zu begleichen. Pend nutzt seinen Zugriff auf die Polyrealität, um den Angriff der Baduthec auf die Karduuhls zu wiederholen und zu variieren. Während sich beide Seiten dezimieren, wird Rhodan aus der Zelle geholt. Pend versetzt ihn und das Rettungsteam durch einen Seitenzweig eines retrochronalen Paralleluniversums in der Zeit zurück, so dass sie die OLF STAGGE erreichen, bevor sie vernichtet wird, und durch den dortigen Transmitter zur RAS TSCHUBAI fliehen können. Dort tauschen Rhodan und Reginald Bull ihre Erkenntnisse aus. Ein Vorstoß zur Domäne Shyoricc wird geplant. Quick Silver bietet den Terranern an, mit Bull über eine in Larhatoon befindliche Breviatur zur Stadt Allerorten zu reisen und nach Atlan zu suchen. Im Gegenzug sollen die Terraner ihm den Weißen Raum offiziell übereignen. Nach dieser Besprechung sucht Rhodan seinen Doppelgänger auf. Er muss eine wichtige Unterhaltung mit ihm führen.

Kringels Meinung:

Caroline Brandt ist ein Pseudonym. Die Autorin (oder der Autor?) möchte unerkannt bleiben. Warum eigentlich? So schlecht ist der Roman nun auch wieder nicht. Abgesehen von etwas zu viel Universen-Hantiererei ist er gut lesbar. Ich habe mich im positiven Sinne an Hartmut Kaspers Stil erinnert gefühlt. Mir gefällt nur die Entwicklung des Zyklus nicht.

Könnt ihr euch singende Haluter vorstellen? Passend dazu muss ich leider wieder einmal das alte Lied von den Autoren singen, die sich schon oft über die angeblich zu komplexe Kosmologie des Perryversums beklagt haben, aber immer wieder neue, noch abgedrehtere Elemente hinzufügen wie jetzt Pend. Manchmal ohne Not, gern aber vor allem dann, wenn sie sich zuvor selbst ein Bein gestellt und einen weit überlegenen Gegner eingeführt haben, den unsere Helden aus eigener Kraft niemals bezwingen könnten. Ich weiß nicht, ob das Geschwurbel von den Universen, in denen sich Pend herumtreibt, insbesondere von der "Komplexdimensionalität plus eins" des Standarduniversums, noch irgendwie von Bedeutung für die PR-Serie werden wird, aber all das kann sowieso nicht darüber hinwegtäuschen, dass Pend nichts anderes ist als der x-te Deus ex machina, ein aus dem Nichts herbeigezaubertes Superwesen, das zu Rhodans Rettung gebraucht wird. Ohne Pend wäre die ganze Aktion zum Scheitern verurteilt gewesen. Wenn er so wahnsinnig mächtig ist, wie konnte er dann überhaupt Schiffbruch erleiden?

Ich finde es schon unwahrscheinlich genug, dass das Team genau dem einen Individuum (Mrego) begegnet, das Ahnung von der Existenz der Schmiege hat. Aber was hier mit Pend veranstaltet wird, hat nicht das allergeringste mit schlüssigem, glaubwürdigem Handlungsaufbau zu tun. Die ganze Rhodan-Entführungs-Episode hatte doch ohnehin nur einen einzigen Zweck: Auf diese Weise wurden den Terranern jene Informationen in die Hand gespielt, die sie brauchen, um die Atopen besiegen können. Nach alledem beschleicht mich die Befürchtung, dass der Zyklus, der bisher so erfrischend anders abgelaufen ist als die vielen, vielen Invasionsgeschichten der letzten Jahre, jetzt doch noch in die altbekannten Bahnen einschwenkt.

J. Kreis, 31.08.2014


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Gastkommentare


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Phil (03.09.2014):

Was war das denn? Ich weiß ja nicht, ob diese Seite auch dazu gedacht ist, die Kommentare anderer zu kritisieren, aber gerade eben bleibt mir gar nichts anderes übrig.
Ich meine, ich bin ja jetzt schon einige Zeit auf dieser Seite unterwegs und gebe auch öfter meinen Senf dazu, und manchmal (insbesondere bei Romanen von Mr. Pulp Christian Montillon) werde ich auch mal länger und, sagen wir, erregter... aber so ein verstrahltes Pamphlet wie von Mr. Zufall habe ich echt noch nie gelesen. Ganz kurz dachte ich, das sei Ironie. Kurz habe ich gar gelacht. Aber zu meinem Erschrecken ist es wohl ernst gemeint. Ganz davon abgesehen, dass ich nicht eine einzige "Schlussfolgerung" auch nur ansatzweise nachvollziehen kann (Verklemmt? Ältere Frau mit Enkeln? Bitte??!), macht mir viel mehr die Motivation Sorgen. Ich meine, wie ist jemand drauf, der SOWAS schreibt? WARUM schreibt er sowas? WARUM macht er sich überhaupt Gedanken über so etwas?
Falls Sie das hier lesen, Frau Brandt: Keine Sorge, die große Mehrheit der PR-Leser hat vielleicht nicht unbedingt Freud und Jung studiert, ist dafür aber ganz normal und lacht sich wahrscheinlich beim Lesen von Zufalls Zufallsanalyse schlapp. Und apropos "Unterbewusstsein" (ich schmeiß mich weg, ehrlich): Ich möchte echt nicht wissen, was bei Mr. Zufall da alles unbewusst verdrängt und verschoben wird.


Felix Zufall (02.09.2014):

Ich lese ja nur noch ab und an einen PR-Roman, deine Zusammenfassungen aber in letzter Zeit oft. Zuletzt habe ich Nr. 2756 gelesen - fand ihn auch "unterhaltsam", wie du sagtest. 'Die Engel der Schmiege' reizte mich nun auch, besonders der komische Titel, dann als Fortsetzung zu 2756, und schließlich, daß es eine neue und unbekannte Autorin ist (zwar hat fast jeder PR-Autor ein Pseudonym, dieses aber ist, bis jetzt, ein wirklich verdeckendes). Mit deinem Urteil kann ich nicht ganz übereinstimmen: m.E. ist dieser Roman geradezu grauenhaft schlecht geschrieben.

Velleicht kann ich ein wenig zur Person von Caroline Brandt sagen:
1. Sie ist (sehr wahrscheinlich) wirklich eine Frau. Es gibt viele typisch feminine Textstellen - z.B. "Was ist?. sagte der Terraner irritiert. Gefalle ich euch auf einmal nicht mehr?" [S.5] / ein männlicher Autor würde (in aller Regel) so einen Satz nur einem weiblichen Protagonisten in den Mund legen.
2. Sie ist keine 'echte' Schriftstellerin. Zwar kann sie, immerhin, einigermaßen gut zwischen männlichen und weiblichen Parts unterscheiden, aber eine Charakterisierung gelingt ihr nicht - hier agieren nur Pappmaschee-Figuren. Nimm Nr. 2700 als Gegenbeispiel, wie ein 'echter' Schriftsteller seinen Figuren glaubhaftes Leben einhauchen kann.
3. Sie ist nicht mehr jung, und hat wenigstens zwei Kinder (oder sogar Enkelkinder), ca. 8 - 12 Jahre alt. Das Thema 'Engel', der Hinweis zu John Steinbeck sind Indizien, vor allem jedoch ist auffällig: das Kindergarten-Niveau ihrer Dialoge. Ganz besonders schlimm werden diese, wenn es um das Thema Sexualität geht! Der Hays-Code im Perryversum mag da zwar im Weg stehen, das reicht aber nicht als Begründung solcher sexueller Verklemmtheit, wie sie Caroline Brandt aufzeigt. Z.B.: [Gucky] "Wer ist der Mann oder die Frau an ihrer Seite?" [Sichu] "Das ist alles Privatsache. Und es gehört nicht hierher." [S. 28f.] [Rhodan] "Wie lange bist du schon schwanger?" [Saequer] "Das geht dich nichts an!" [S. 38]- - So törichte Reaktionen können manchmal bei Kindern beobachtet werden; auch die Idee mit der unsinnigen Gesangsprobe sieht kindisch aus. Vielleicht stecken hinter dem Namen Caroline Brandt eine Sammlung von Kinder-Äußerungen?
4. Ihre geistes-wissenschaftliche Bildung ist mangelhaft. Ein Beispiel: "Vor allem wusste sie, welche Inhalte sie sang: Sie symbolisierte das Unterbewusstsein des Mannes, die Versuche, ihm das Scheitern vor Augen zu halten, die Tragik des Simusense-Netzes, in dem alles Lug und Trug war, während die fleischlichen Körper verfielen." [S.33] - Da stimmt einiges nicht. Sie, die wußte, welche Inhalte sie sang ... heißt Sichu Dorksteiger, aber wer ist die 'Sie', die das Unterbewußtsein des Mannes symbolisierte? Nehmen wir an, es sind die 'Inhalte', der Liedtext; und nehmen wir weiter an, die 'Versuche' beziehen sich ebenso darauf, daß also der Liedtext ihm, dem Mann, alles folgende vor Augen hält: Scheitern, Tragik, Lug und Trug, Körper-Verfall; übersehen wir großzügig das unpassende 'während' - es bleibt der Begriff 'Unterbewußtsein', der völlig unerklärt, ja ganz sinnlos da steht bzw. sinnverwirrend. Der Begriff 'Unterbewußtsein' wurde von Pierre Janet geprägt, Sigmund Freud wollte ihn ersetzt wissen durch das 'Unbewußte', um unmißverständlich auszudrücken, daß hier ein Nicht-Bewußtsein gemeint ist, nicht etwa ein (zweites) Bewußtsein unter dem Bewußtsein; nachfolgend verwendete Carl Gustav Jung, welch bittere Ironie, den Begriff 'Unbewußtes' in genau dem Sinnverständnis, das Freud beim Gebrauch des Wortes 'Unterbewußtsein' befürchtete. Was sich Caroline Brandt bei dieser Wortverwendung dachte, gar noch 'symbolisiert‘, bleibt mir rätselhaft - doch vermute ich, daß sie es aus einem umgangssprachlichen Kontext herausnahm, nicht aus einem wissenschaftlichen, und daß sie sich nicht viel dabei dachte.

Natürlich weiß ich: einen Hintertreppenroman soll man nicht mit hochliterarischen Maßstäben messen, er soll nur billige Unterhaltung sein. Doch logische Glaubwürdigkeit ist auch hier ein wichtiges Moment. Und damit siehts hier nicht gut aus, Du sagst es selbst. Was mir aufgefallen ist:
- zuerst wird großer Wert auf Tarnvorrichtungen gelegt [S. 9], auch die Exkursion startet mit Deflektorschutz [S. 13], der dann unvermittelt nicht mehr wirksam ist [S. 29f.]; dasselbe geschieht noch einmal, der Deflektorschutz wird nochmal angeschaltet (obwohl gar nicht mehr nötig, weil die Gruppe schon unter dem Schutz von Pend steht) [S. 50], trotzdem kann Perry Rhodan die Gruppe kurz darauf problemlos sehen [S. 53].
- die kindische Aufnahmeprüfung bei den singenden Arbeitern zwecks Informationsbeschaffung ist bereits deshalb unnötig, da Mrego vorher schon bereitwillig Fragen beantwortet [S. 30], und darüber hinaus natürlich insgesamt ganz unglaubwürdig. (Wenig gefällt mir dabei auch Frau Brandts Idee, die schwarzen Baumwoll-Sklaven als Muster zu nehmen.)
- als Perry Rhodan wegen der schießwütigen Erscheinung [S. 24] (die ich übrigens nicht als Pend identifizieren kann - der braucht gar keine Strahlenpistole) die Richterin ruft, wäre zu erwarten gewesen, daß er dieses Ereignis thematisiert, stattdessen offeriert er ihr, wie ein dummer Junge, seine momentan einzige Trumpfkarte Atlan, verrät ihr alles [S. 37f.].

Einiges muß natürlich nicht die Schuld von Caroline Brandt sein, schließlich ist sie gezwungen, die Vorgaben des Exposés zu übernehmen - und daß die neuen PR-Expokraten mit der Logik auf Kriegsfuß stehen, ist ja Deinen Kommentaren häufig zu entnehmen.

Felix Zufall


Michael (02.09.2014):

Der Meinung von JK kann ich nur zustimmen. Ohne Pend, von dem wir mit hoher Wahrscheinlichkeit nie wieder etwas hören werden, wäre das Unternehmen zum Scheitern verurteilt gewesen. Warum nicht versucht wurde - wie Friedrich letzte Woche bemerkte - zumindest eine zweite Gruppe in die Kommandokugel einzuschleusen, ist mir ein Rätsel.

Ein Satz hat mich allerdings richtig enttäuscht: Bully bietet Rhodan das Kommando an- einfach so. Mal abgesehen davon, dass er beim Pseudo-Rhodan ein riesiges Aufhebens darum gemacht hat- wieso eigentlich? Was hat sich denn zum vorherigen Roman geändert? Bully ist doch noch immer die Person, die von der LFT mit der Expeditionsleitung betraut ist. Was ist mit seinen Bedenken wegen Bostich? Nun muss er sich ja Rhodans Meinung zu diesem Thema beugen.

Es hätte ja auch gereicht, wenn er die Expeditionsleitung mit Rhodan zusammen ausübt oder ihn als Berater der Expeditionsleitung vorschlägt mit ähnlichen Machtbefugnissen, wie Bully selbst.
Stattdessen setzt er sich selbst in die zweite(?) Reihe und die Autoren vertun eine grandiose und erfrischende Chance, Bully quasi zum Vorgesetzten von Rhodan zu machen. Auch hätte sich, wie in den letzten beiden Wochen zwischen Pseudo-Rhodan und Bully schon angedeutet, wunderbar ein gewisses Konfliktpotential ergeben. Also wieder die gleiche Schublade wie immer. Schade. Wirklich sehr schade!


Friedrich (02.09.2014):

Hab schon gedacht, dass mal wieder ein "Upgrade" für Gucky geplant wäre indem er einen der Schmiege-Karduuhls/Veszi zu fassen bekommt. ;)

Ansonsten haben wir gelernt, dass...
..die Atopen immernoch unterschätzt werden
..sich die Atopen immernoch überschätzen
..das unser Universum echt IRRE kompliziert ist im Vergleich zu allen anderen Universen - quasi knifflig + 1 (na gut - wer schon mal bei Starbucks "einen Kaffee" bestellt hat, der wusste das schon vorher)

Ansonsten hat sich der Roman überraschend gut gelesen! Ich glaube, mit Caroline Brand hat die PR-Redaktion einen guten Griff getan.



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