PR 2766
© Pabel-Moewig
Verlag GmbH,
Rastatt



Perrypedia



Archiv-Startseite
PR - Übersicht
Heftromane
Zyklus-Übersicht
« PR 2765 «
» PR 2767 »
Perry Rhodan Nr. 2766: Ein Rhodan zuviel

Autor: Hubert Haensel

Inhalt

Das Verhältnis zwischen Reginald Bull und Perry Rhodan verschlechtert sich weiter. Bull hat zwar keine stichhaltigen Beweise dafür, dass ein falscher Rhodan in die RAS TSCHUBAI gekommen ist, aber die Chemie zwischen den alten Freunden stimmt einfach nicht mehr. Die Berechnungen des mit ANANSI zusammengeschlossenen Kontracomputers bestätigen Bulls Verdacht, allerdings wird eine mindestens ebenso hohe Wahrscheinlichkeit dafür errechnet, dass mit Bull etwas nicht stimmt. Rhodan wiederum erträgt die tagelange erzwungene Untätigkeit nicht. Niemand von der Schiffsführung will mit ihm reden, er hat keine Aufgaben im Schiff. Rhodan kommt zu der Überzeugung, dass Bull einem unbekannten schädlichen Einfluss unterliegt. Das Misstrauen der beiden Männer färbt allmählich auf ihre Umgebung ab.

Rhodan erhält die Erlaubnis, an einer Besprechung teilzunehmen. Die Larin Than-Deneec ist einigermaßen wohlauf und berichtet von der larischen Genforschung. Sie begegnet erstmals dem Haluter Icho Tolot, dessen Erbgut sie ebenso in sich trägt wie Bostich, dem Tolot weiterhin Asyl in der FANCAN TEIK II gewährt. Bull befürchtet, dass Tolot eine Art "Mutterkomplex" entwickeln könnte. Rhodan schaut sich in der RAS TSCHUBAI um, fühlt sich jedoch verfolgt. Schließlich sucht er die Vitaltelepathin Toio Zindher auf und bittet sie, Bulls Zellaktivator zu überprüfen. Die Tefroderin amüsiert sich, denn von Farye Sepheroa wurde sie kurz zuvor gebeten, genau dasselbe mit Rhodans Aktivator zu tun. Toio Zindher kann zwar keine Auffälligkeiten an den lebensspendenden Geräten feststellen, aber sie erhält den Eindruck, dass sie sich abstoßen. Es kommt ihr so vor, als könnten sich die beiden ZAs nicht leiden!

Farye Sepheroa spricht hierüber mit den beiden Halutern, Gucky, Jawna Togoya und ANANSI. Um jede denkbare Gefährdung für die RAS TSCHUBAI auszuschließen, muss festgestellt werden, was mit Bull und Rhodan wirklich los ist. Bull wird zur Rede gestellt und muss nun endlich damit herausrücken, dass sein ZA in der Stadt Allerorten umgeprägt wurde. Dann wird Rhodan hinzugebeten. Gucky soll die Angelegenheit mit seinen neuen Fähigkeiten klären. Der Mausbiber erforscht die Gedankenwelt der Männer und bestätigt, dass beide echt sind. Erst als Rhodan gegangen ist, schränkt Gucky sein Attest etwas ein: Rhodan ist von der eigenen Echtheit überzeugt, aber er ist ein Doppelgänger. Manche Erinnerungen des Mannes wirken so, als habe er sie erlernt, außerdem schlummert tief in seinem Bewusstsein ein fremder Kern. Der falsche Rhodan wird im Glauben gelassen, dass man ihm jetzt endlich vertraut. Bull bezieht ihn in die vorgebliche weitere Planung mit ein. Die CHEMMA DHURGA soll erobert werden. Zu diesem Zweck soll sich Rhodan bei Saeqaer melden und behaupten, er wolle sich ausliefern und sei bereit, die nächsten 500 Jahre in Larhatoon im Exil zu bleiben. Sobald die CHEMMA DHURGA einen Transmitter aktiviert, um Rhodan zu holen, sollen Raumlandeeinheiten zum Richterschiff hinübergeschickt werden und dieses erobern.

Das Schiff der Richterin und 200 onryonische Einheiten befinden sich im System der Haos-Sonnen bei Kaidhan. Die RAS TSCHUBAI trifft dort am 26. Februar 1517 NGZ ein. Der Kontakt wird hergestellt, Saeqaer zeigt sich kooperationsbereit. Sobald Rhodan sein Angebot unterbreitet, schlägt Bull zu. TARA-IX-Inside-Roboter nehmen Rhodan fest, gleichzeitig wird der Aagenfelt-Blitz ausgelöst. Diese experimentelle Waffe bringt den Schutzschirm der CHEMMA DHURGA zum Zusammenbruch. Sofort fliegt die durch einen Paros-Schattenschirm getarnte Space-Jet OLF STAGGE mit Gucky, Tolot und einem TARA-X-T an Bord auf das Richterschiff zu. Ihnen voraus rast der unbemannte Schwere Kreuzer RT-SK 20 wie ein Geschoss mitten in die Außenhülle der größeren Kugelsphäre des Richterschiffes hinein, wobei er vernichtet wird. Die OLF STAGGE dringt durch das Leck, das sich schon wieder zu schließen beginnt, in die CHEMMA DHURGA ein. Auftrag: Befreiung des echten Perry Rhodan!

Kringels Meinung:

Wäre dieser Roman ein Film, dann könnte man ihn als Kammerspiel bezeichnen, denn der größte Teil der Handlung findet innerhalb der RAS TSCHUBAI statt und besteht größtenteils aus Dialogen und "innerer Rede". Bis auf die actionreichen letzten Seiten mit dem überraschenden Husarenstück der OLF STAGGE geschieht praktisch überhaupt nichts, trotzdem ist der Roman von Anfang bis Ende fesselnd. Der Schlagabtausch zwischen Rhodan und Bull, das gegenseitige Belauern, das nicht nur bei den beiden Männern immer weiter wachsende Misstrauen - das ist toll gemacht! Ich hätte wirklich nicht sagen können, wer von beiden nun "echt" ist und wer nicht. Der falsche Rhodan ist ja voll und ganz von der eigenen Identität überzeugt, irgendwie wurden die Erinnerungen des echten Rhodan in ihn übertragen. Philip K. Dick lässt schön grüßen!

Außerdem trägt der falsche Rhodan wirklich einen Zellaktivator - es sei denn, Toio Zindher hätte gelogen. Wenn sich Rhodans ZA und Bullys Chip wirklich abstoßen, dann muss das aber nicht unbedingt an der Umprägung auf die Chaotarchen liegen. Schließlich scheint es derartige Abstoßungsreaktionen mit Guckys und Tolots ZAC ja nicht zu geben. Vielleicht liegt es eher daran, dass "Rhodans" ZA eine Fälschung ist.

Jedenfalls waren meine Überlegungen von letzter Woche zumindest teilweise richtig. Man kann sich fragen: Ist das, was jetzt geschieht, immer noch Bestandteil von Saeqaers Plan? Oder wurde sie doch überrascht?

Nebenbei erfahren wir noch ein bisschen was über die larische Vergangenheit. Witzig: Die Laren haben sich während der Konzilszeit für so perfekt gehalten, dass Gentechnik bei ihnen kein Thema war. Erst nach dem Ende des Konzils hat sich das geändert...

J. Kreis, 24.08.2014


« PR 2765 «
» PR 2767 »






Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


Gastkommentare werden nicht von J. Kreis verfasst und dürfen nicht auf anderen Homepages oder in Printmedien weiterverwendet werden.


Holger (30.08.2014):

Ich fand den Roman insgesamt weniger gelungen. An welchen Kleinigkeiten Bully und Co. bemerkt haben wollen, dass es sich um einen beeinflussten bzw. falschen Rhodan handeln soll, ist für mich völlig unglaubwürdig umgesetzt worden. Selbst wenn man sich bereits Jahrtausende kennt, sind die Gedanken der beteiligten Personen und die daraus resultierenden, teils extremen Reaktionen nur aufgrund der im Roman geschilderten "Indizien" nicht nachvollziehbar.

Ebenfalls nicht nachvollziehbar ist für mich, wie Toio Zindher eine andere Prägung des ZA von Bully erkannt haben will. Ich kann verstehen, dass sie aufgrund ihrer Parafähigkeit irgendeine Änderung erkennen kann (im Vergleich zu was bliebe noch die Frage). Aber gleich eine "Umprägung" erkennen zu wollen, ist ja doch etwas weit hergeholt.

Dass seit Band 2700 das Morden in unserer Serie deutlich zugenommen hat, ist bedauerlich, aber für plumpe verkaufsfördernde Action wohl gewollt. Da überstimmen marktwirtschaftliche Überlegungen wohl alle ideologischen. Trotzdem: Hunderte oder sogar tausende Lebewesen zu opfern, nur, um im Rahmen einer Rettungsaktion für Perry in das Raumschiff der Richterin eindringen zu können, ist kein Husarenstück, sondern völliger Blödsinn.

Was wäre denn nun, wenn Rhodan sich in dem zerstörten Sektor aufgehalten hätte und eines der Opfer geworden wäre?

Sichu Dorksteiger zeigt sich betroffen, Gucky klingt bedrückt, Tolot versteckt sich hinter Bullys Entscheidung: "Bull hat die Toten akzeptiert, weil ihm keine andere Wahl bleibt". Aha. Wenn diese kurzen Einschübe zeigen sollen, dass die drei Unsterblichen (Bull, Gucky, Tolot) moralisch noch integer bleiben, ist das in meinen Augen nicht gelungen und bleibt eine äußerst schwache Rechtfertigung. Schade.


Chris (26.08.2014):

Ha, da hab ich doch glatt vor 3 heften oder so fast richtig spekuliert mit Bullys ZA.
Rhodans ZA muss irgendwie *echt* sein sonst würde er ja bereits zu Staub zerfallen sein wenn die Kopie so absolut ist.
Wieso Bullys v. Rhodan ZA und kein Problem bei Guckys oder Tolots?
Wenn ich mich recht erinnere sind die ZA von Rhodan und Atlan als einzige in Auftrag der Kosmokraten speziall geprägt, die anderen hingegen nicht.
Wenn das allerdings stimmt dann wird es auch bei Bully und Atlan probleme geben wenn dieser mal auftaucht.


Friedrich (25.08.2014):

Da kann ich Dir nur zustimmen, Johannes: Ein gelungener Roman! Perry und Bully durchschauen einander und am Ende gewinnt der (mutmaßlich) etwas weniger manipulierte der beiden. Einzig das Entermanöver hat mich nicht so recht überzeugt. Immerhin hat man in der Milchstraße allergrößte Geheimhaltung bei Bau und Start der RAS eingehalten und in Larhatoon? Bei erster Gelegenheit wird voll "auf die Sahne gehauen": Große Enthüllung der RAS vor dem Richterschiff und 200 Oryonenschiffen, kurze Palaver-Pause damit der Gegner die RAS auch ordentlich vermessen kann, anschließend feierlicher Einsatz der stre-heng geheimen Primärwaffe (A-Blitz), dann "Öffnen" des Richterschiffs per Robotkreuzer (geht sowas nicht effizienter, genauer und ökonomischer per Torpedo?) und Entern der "Besucher-Zelle" des Richterschiffes mit einer Laurin (wäre da nicht die Kommando-Kugel - oder beide Kugeln mit zwei Enterkommandos - die logischere Wahl gewesen?).
Wie? Ging ja nicht anders? Hm - wie wär's denn so: Perry nimmt Kontakt mit der Richterin von einem MARS-Kreuzer aus auf, die RAS enttarnt sich nicht komplett, sondern schaltet nur den Paros-Schirm aus, damit sie den K-Blitz einsetzen kann. Öffnen des Richterschiffes per Torpedo an zwei (oder mehr) Stellen (so dass es nicht gleich so aussieht, als habe man nur ein Enterkommando einschleusen wollen) und Einschleusen von zwei Enterkommandos in der Kommando- und der Gäste-Kugel. Nur mal so als spontaner Vorschlag für's nächste Mal...
Ach ja - und dann ist da noch die Sache mit Bostichs schlauem Arm. Hahaha - also ich muss schon sagen, da musste ich lachen. Mir kam spontan der Gedanke, dass auch die PR-Autoren ihre Romane manchmal von den Mikro-Hirnen ihrer Haluterarme schreiben lassen.
Aber nicht diesmal! Wie gesagt - hat mir gut gefallen, wie die Mistrauens-Athmo entwickelt wird. Vor Allem da der Leser ja von Anfang an weiss - oder wenigstens ahnt - dass beide Recht haben! Nur anfangs (ging mir zumindest so) hält man die Manipulation von Bullys ZA für verhaltensneutral und daher zunächstmal harmlos, während man als Leser Perry gleich für eine eingeschleuste Kopie hält. Durch die Ego-Perspektive des falschen, aber von sich überzeugten Rhodan beginnt man sich aber zusehends zu fragen, ob das nicht vllt doch der echte Perry ist, dessen Befreiungsgeschichte evtl. noch nachgeschoben wird?! Und Bullys Umprägung - tja - die ist u.U. eben doch tiefgreifender als gedacht, denn sogar der Koko hatte Bully in Verdacht!



Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)