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Perry Rhodan Nr. 2760: Posbi-Paranoia

Autor: Leo Lukas

Inhalt

Irgendwo im Leerraum, mehr als 100.000 Lichtjahre von der Milchstraße entfernt, muss die KRUSENSTERN wegen eines Hypersturms einen Orientierungsstopp einlegen, außerdem verliert sie den Leitstrahl der BOX-20125. Der Fragmentraumer ist nicht mehr zu orten, ebenso wenig die VOHRATA, deren Anwesenheit der Besatzung der KRUSENSTERN nicht verborgen geblieben ist. ADAM, der Plasmakommandant der KRUSENSTERN, hat eine Erklärung für das Verschwinden der BOX. Ihr Ziel kann nur der geheime Werftplanet Everblack sein. Diese Dunkelwelt ist von einem Energiedämpfungsfeld umgeben, in das die BOX jetzt offenbar eingetreten ist. Die Koordinaten Everblacks sind ADAM bekannt, so dass die Welt angeflogen werden kann. Die Posbis der Oblast raten zur Vorsicht. Die KRUSENSTERN meldet sich deshalb unter der ursprünglichen Kennung BOX-3206. Eine Geschichte über ihren angeblichen jahrhundertelangen Expeditionsflug wird konstruiert. Dazu gehört auch, dass die Ara-Ärztin Jatin den Plasmakommandanten betreut und immer wieder neu geklont wird, wenn sie stirbt. So wird das für einen Fragmentraumer unübliche Vorhandensein von Lebenserhaltungssystemen, Erholungseinrichtungen und dergleichen erklärt. Die eigenwilligen Aufbauten der Außenhülle werden kaschiert. Viccor Bughassidow, Marian Yonder und Peo Tatsanor (der seit seiner Gefangennahme Frondienste für Jatin verrichten muss) verbergen sich im Inneren besonders großer Posbis. Mit eigens rekonstruierten Individualabsorbern werden sie für die Posbis praktisch unsichtbar gemacht. Alle anderen menschlichen Besatzungsmitglieder werden in Hibernation versetzt und in den Tiefen der KRUSENSTERN versteckt.

Die Vorsichtsmaßnahmen sind mehr als angemessen, denn auf Everblack stimmt einiges nicht. Es sieht so aus, als betrachteten die Posbis die Terraner plötzlich als Feinde, die ihre schleichende Ausrottung planten. Die BOX-3206 wird einer Inspektion unterzogen, denn es könnten sich ja eklige Terraner darin befinden. Der humanoide Posbi Tetoon nimmt an der Inspektion teil, ein Exemplar der neuesten Baureihe mit eigener ÜBSEF-Konstante, der auch Jawna Togoya entstammt. Tetoon kennt sich besonders gut mit der terranischen Kultur aus, betrachtet sich selbst als Buddhisten und beschäftigt sich mit der alten Kunst des Ikebana - zumindest war das bis zur Landung der BOX-20125 auf Everblack so. Seitdem unterliegt er in besonders starkem Maße jenem Effekt, den Bughassidow und seine Freunde bald als Posbi-Paranoia bezeichnen. Tatsanors Parafähigkeit ist es zu verdanken, dass die Posbis den Schutz der Individualabsorber nicht durchbrechen können. Die BOX-3206 darf landen, eine Delegation, bestehend aus Bughassidow, Yonder und Tatsanor in Posbi-Tarnung sowie einigen Oblast-Posbis darf sich auf Everblack umsehen. Der Verfolgungswahn der Everblack-Posbis wird immer schlimmer. Der Oblast-Posbi Vescer-67 bringt es auf den Punkt: "Die spinnen, die Everblacker"! Noch dazu stellt Everblack seine Produktion offensichtlich auf Waffensysteme um, die insbesondere gegen Lebewesen wirksam sind. Begriffe wie Paratron-Rüstung, Blendschilde und Zerebral-Irritatoren werden aufgeschnappt.

Tetoons Misstrauen der BOX-3206 gegenüber wurde nicht gemindert. Er beobachtet die Delegation genau und stellt ihr schließlich eine Falle in seiner Unterkunft, die er mit zahlreichen Geschützstellungen bestückt. Doch er hat nicht mit der Kampfkraft der alten Oblast-Posbis gerechnet, deren Energieschirme noch dazu von Tatsanor verstärkt werden. Tetoon wird überwältigt, in die KRUSENSTERN gebracht und untersucht. Es stellt sich heraus, dass sein Bioplasma und die hypertoyktische Verzahnung von prionenartigen Fremdstoffen befallen sind. Es handelt sich zwar um künstlich erschaffene und programmierte Erreger, aber um eine echte Krankheit. Diese Posbi-Seuche wird über die Ver- und Entsorgungsanlagen des Plasmas übertragen und führt zu einer zunehmenden Paranoia. Ein Gegenmittel könnte theoretisch hergestellt werden, aber nicht mit den Bordmitteln der KRUSENSTERN. Vorsorglich werden die KRUSENSTERN-Posbis unter Quarantäne gestellt, auch für ADAM werden Sicherheitsmaßnahmen ergriffen.

Inzwischen drehen die Everblacker komplett durch, Tetoon hat es besonders schwer erwischt. Er empfindet nur noch Hass für die Terraner. Bughassidow hat schon eine dumpfe Ahnung, wer für die Posbi-Paranoia verantwortlich sein könnte. Die Vermutung bestätigt sich, als die Everblacker anfangen, von der Ankunft eines Erlösers zu schwadronieren - auch das ist ein Symptom ihrer Hirnerweichung. Tatsächlich erscheinen die VOHRATA und weitere Tefroderschiffe bei Everblack. Der Maghan ist auf dem besten Wege, die ältesten und treuesten Verbündeten der Terraner "umzudrehen" und für seine eigenen Zwecke einzusetzen, denn es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich die Posbi-Paranoia über die gesamte Roboterzivilisation ausbreitet. Da es momentan ohnehin keine Alternativen gibt, bleibt die KRUSENSTERN vorerst auf Everblack, um weiter zu beobachten.

Kringels Meinung:

Übertreibe ich, wenn ich behaupte, dass Leo Lukas von allen Autoren das beste Händchen dafür hat, die liebenswerte Fremdartigkeit der Posbis rüberzubringen? Tetoon ist ein Musterbeispiel dafür. Wie er ein Pflanzengesteck fertigt und sich anschließend in biopositronische Meditation versenkt - unnachahmlich. Und jetzt ist Vetris-Molaud dabei, die Posbis den Terranern wegzunehmen! Das ist starker Tobak, da wird an den Grundfesten der Serie gerüttelt. Aber ich finde das gut. Ich finde es sogar großartig, wenn die Expokraten und Autoren den Mut haben, so etwas wirklich durchzuziehen. Wie zuletzt mit Tekeners Tod und dem Niedergang des Kristallimperiums geschehen! Wenn es zur Handlung passt und gut geschrieben ist, was meiner Meinung nach bei den erwähnten Beispiel definitiv der Fall ist, dann gibt es für mich in der PR-Serie keine heiligen Kühe, keine unantastbaren Hauptfiguren und keine in Stein gemeißelten Regeln. Wo bleibt die Spannung, wenn die Terraner immer gewinnen, wenn keiner Hauptfigur dauerhafter Schaden zugefügt werden darf (vom Tod ganz zu schweigen) und wenn im Prinzip alles beim Alten bleibt? Ich bin mir aber nicht sicher, ob Vetris-Molauds neuester Streich bis zur letzten Konsequenz Erfolg haben wird.

Eine Allianz des Atopischen Tribunals mit den Tefrodern, die die Posbis in der Hand haben (und womöglich noch andere Gemeinheiten, ich denke da an die Kristallkrallen), wäre wieder so ein übermächtiger Gegner, den man nur schwer los wird, ohne grenzwertige Klimmzüge wie im Falle von TRAITOR machen zu müssen. Dass das Atopische Tribunal siegreich bleiben und am Zyklusende nicht wieder aus der Handlung verschwinden wird, dass also die Terraner in eine ähnlich tiefe und nachhaltige Krise gestürzt werden wie seinerzeit, als das Solare Imperium zerschlagen wurde - darauf wage ich kaum zu hoffen. Denn es gibt ja die große Zahl der Leser, die lesen wollen, wie die Terraner am Ende doch noch triumphieren. Für die sich nichts Entscheidendes ändern darf. Für diese Lesergruppe wäre ein solches Szenario natürlich der reine Horror. Ich fände es klasse.

Zurück zum Roman. Leo Lukas vollbringt gleich mehrere Kunststücke. So wird die KRUSENSTERN wieder sinnvoll in die Handlung integriert, dasselbe gilt für Peo Tatsanor. Sein eigenwilliges Verhältnis zu Jatin, seiner Domina, ist nur eine von vielen köstlichen Vignetten, die mich immer wieder schmunzeln lassen. Charmant finde ich auch, wie LL die für PR-Romane oft unvermeidliche Technobabble-Klippe umschifft. Er lässt Marian Yonder referieren, stellvertretend für den nicht so technik-affinen Leser erträgt Jatin das Gelaber quasi mit verdrehten Augen. Wunderbar.

J. Kreis, 12.07.2014


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Michael (02.08.2014):

Etwas verspätet mein Kommentar zu diesem Roman von LL. Kann JK nur voll zustimmen: Ein toller Roman, der mir richtig Spaß gemacht hat beim Lesen.

Im übrigen wage ich zu hoffen, dass die jetzigen Expokraten diesmal nicht das gleiche Handlungsschema wie üblich durchlaufen, sondern die Handlung über 2799 fortgeführt wird, vielleicht sogar bis Band 3000 (vergleichbar mit 650 bis 1000).



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