PR 2758
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Perry Rhodan Nr. 2758: Der Tamaron

Autor: Gisbert Haefs

Inhalt

Im Jahre 1489 NGZ werden die Tefroder des Helitas-Systems noch immer von den Jülziish der Accayü-Clans beherrscht. Tamrat Gavac-Semol ist kaum mehr als eine Marionette des eigentlichen Machthabers, des Blues-Botschafters Acyer Cyyth. Vetris-Molaud gilt als tot, aber der von ihm gegründete Widerstand lebt. Die Untergrundorganisation der Vetriden ist aktiver als je zuvor. Tugnal-Orton, der größte tefrodische Forscher auf dem Gebiet lemurischer und alttefrodischer Technik (möglicherweise ein Nachkomme des Meisters der Insel Regnal-Orton), ist nach eigenen Angaben mit der Entwicklung neuartiger, aber altbekannter Technologien beschäftigt. Er behauptet, bald einen Zellaktivator und einen Multiduplikator fertigstellen zu können. Doch das ist nur ein Ablenkungsmanöver. In Wahrheit ist Tugnal-Orton ein Vetride, ebenso wie der Geheimdienstoffizier Oc Shozdor, die Raumschiffskommandantin Ashya Thosso und deren Leibwächter, der Schmerzensteleporter Lan Meota. Sie alle arbeiten am Langzeitplan "Operation Ragnarök", der bald in die Endphase eintreten soll.

Seit nunmehr 15 Jahren führen die Jülziish immer wieder Strafaktionen gegen die Vetriden durch, die sich auch gegen Vetris-Molauds "Wandergrab" auf dem Planeten Gloster richten. Durch das schwere Bombardement wurde unter anderem die Kavernenstadt Thonoriom vernichtet. Am 27. September 1489 NGZ leitet Ashya Thosso eine weitere Strafaktion von ihrem Schiff HENCOR FHAN aus. Dabei wird ein tief unter Thonoriom verborgenes Höhlensystem freigelegt, in dem sich ein mehr als 50.000 Jahre alter lemurischer Stützpunkt befindet. Thossos Erster Offizier Dehodhat Theytin entdeckt dort ein äußerst ungewöhnliches Monument. In einer kreisförmigen Kaverne liegen unzählige tote Lemurer, zerstörte Roboter und Wracks. Sie alle wurden durch eine transparente Substanz konserviert - ebenso wie elf tote Haluter, die rings um eine Anhöhe stehen. Dort erhebt sich das Standbild eines triumphierenden Lemurers vor einer Skulptur, die einen asymmetrischen Stern darstellt. Ähnliche, aber kleinere Sterne liegen zwischen den Halutern herum. Später wird festgestellt, dass es sich um Kampfdrohnen handelt; eine Mischung aus biologischer, mechanischer und hyperenergetischer Waffe, der die Haluter zum Opfer gefallen sind - selbst die Strukturumwandlung ihrer Körper war gegen diese Kristallkrallen wirkungslos.

Theytin erstattet Gavac-Semol persönlich Bericht. Cyyth entscheidet, dass die Untersuchung der Kristallkrallen in den Zuständigkeitsbereich der Flotte fällt, was bei den Agenten der Gläsernen Insel für Unmut sorgt. Die Kristallkrallen werden zur Senke Achimatiou auf Achimat transportiert, einem Mond des Gasriesen Laumhu im Helitas-System. Bei der Audienz im Tamaghat lernt Theytin eine der drei Gattinnen des Tamrats kennen. Ihr Name lautet Toio Zindher. Sie beginnt eine Affäre mit dem charismatischen Offizier und findet schnell heraus, dass er seine wahre Identität verbirgt. Sie gesteht ihm, dass sie dies mit einer Parafähigkeit erkannt hat, die sie geheim hält. Er bestätigt ihren Verdacht. Sein wahrer Name lautet Vetris-Molaud. Die Mola'ud-Skorpione Spälneyers erhalten ihn nicht nur am Leben, sondern verändern auch sein Aussehen, sofern er dies wünscht. Toio Zindher wird zur neuesten Verbündeten des Widerständlers.

Theytin wird von den Medien zum Helden stilisiert. Schon bald genießt er so großes öffentliches Ansehen, dass eine politische Karriere denkbar wäre. Das kommt Cyyth gelegen. Der Botschafter wünscht eine tefroderfreundlichere Politik und eine Entmachtung der korrupten Jülziish-Clans. Theytin soll den alten Tamrat ablösen, dessen Rücktrittserklärung sofort aufgezeichnet wird. Theytin/Vetris-Molaud erbittet sich Bedenkzeit, denn durch Cyyths Angebot eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten für Operation Ragnarök. Schnell werden alle Vorbereitungen getroffen. Die Schadsoftware "Exeget" wird in das Blues-Flaggschiff BLYTTRIC eingeschleust, so dass dieses am 4. Oktober die Senke Achimatiou beschießt, woraufhin der Mond zerbricht und von einem Hyperraumaufriss verschlungen wird. Danach nimmt die BLYTTRIC das Tamaghat unter Beschuss. Weite Teile Apsumas werden vernichtet, bevor es der HENCOR FHAN gelingt, den Bluesraumer abzuschießen. Gavac-Semol, Acyer Cyyth und der tefrodische Flottenkommandeur, dessen Amt umgehend von Thosso übernommen wird, gehören zu den vielen Millionen Todesopfern.

Jetzt lässt Vetris-Molaud die Maske fallen. Er wendet sich als rechtmäßiger neuer Tamrat an sein Volk, das voll und ganz hinter ihm steht, und vertreibt die Jülziish aus dem Helitas-System. Das Vermögen der Accayü-Clans wird konfisziert. Die Jülziish kehren zwar mit Verstärkung zurück, doch von Tugnal-Orton entwickelte "Schleicher"-Computerviren sorgen dafür, dass die Energieschirme der Blues-Schiffe ausfallen. Nachdem zwei Drittel von der tefrodischen Flotte vernichtet wurden, flieht der Rest. Vetris-Molaud wird als Retter, Befreier und Bewahrer der Lemurischen Kontinuität gefeiert. Er hat die Vision einer neuen Ära - ein neues Tamanium soll entstehen, eines Tages vielleicht sogar ein milchstraßenweites Kar'Tamanon.

Auch im Jahre 1509 NGZ weiß außer den wenigen Vetrauten Vetris-Molauds noch immer niemand, was vor zwanzig Jahren wirklich geschehen ist, und dass keineswegs alle Kristallkrallen mit dem Untergang Achimats verloren gegangen sind. Tugnal-Orton hat insgeheim einige "abgezweigt". Vetris-Molauds Macht hat sich gefestigt, aber er ist immer noch abhängig von Spälneyers Mola'ud-Skorpionen. Das soll sich nun ändern. Am 15. Februar stellt Toio Zindher ihm jemanden vor, den sie jüngst kennen gelernt hat. Ein Mann im Körper eines Kindes und mit den Kräften eines Oxtorners tritt in Vetris-Molauds Dienste. Sein Name ist Satafar. Das erste seiner vielen Opfer wird Spälneyer sein...

Kringels Meinung:

Ich bin aus Griechenland zurück und beginne jetzt allmählich damit, meinen Lese/Review-Rückstand aufzuholen. Das ist eine Heidenarbeit, deshalb bitte ich um Nachsicht, wenn meine Kommentare jetzt kürzer ausfallen als sonst.

Gisbert Haefs liefert mit seinem zweiten Beitrag zur Erstauflage (der erste war PR 2289) einen Roman ab, der ebenso gut aus Hans Kneifels Feder hätte stammen können. Kneifel-Fans werden begeistert sein, aber mir hat dieser Stil vielleicht noch gefallen, als ich im Teenager-Alter war. Inzwischen finde ich ihn nicht mehr so toll, vor allem nicht die Dialoge fern jeder Realität, diverse Schlüpfrigkeiten und eine ganz bestimmte Marotte: Haefs reiht immer wieder mehrere Begriffe, Synonyme, Adverbien hintereinander, um etwas zu beschreiben, zu illustrieren, zu verdeutlichen. Das hat mich schon beim ersten Mal genervt, irritiert, gestört. Nach der x-ten Wiederholung war ich restlos bedient, hatte ich genug, wollte ich so etwas nicht mehr lesen...

Aber davon abgesehen hat mir der Roman doch ganz gut gefallen, auch wenn es inzwischen nicht mehr nötig gewesen wäre, Vetris-Molauds wahre Natur so deutlich zu zeigen. Ein völlig neues Bild des tefrodischen Machthabers wird ja nicht gezeichnet, es wird nur bestätigt, was wir schon wussten oder zumindest ahnen konnten. Dennoch: Das Geflecht aus Intrigen, Täuschungen und Sabotageaktionen zur Machtergreifung Vetris-Molauds wurde gut ausgearbeitet. So konnte ich der Story trotz des verkneifelten Stils mit Vergnügen folgen. Ich finde es nur erstaunlich, dass Vetris-Molaud Mitwisser am Leben gelassen hat, zum Beispiel Toio Zindher, die jetzt in der Gewalt der Terraner ist. Ob sie reden wird? Man darf gespannt sein - auch darauf, ob die Kristallkrallen noch zum Einsatz kommen werden!

J. Kreis, 10.07.2014


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Holger (12.07.2014):

"Haefs reiht immer wieder mehrere Begriffe, Synonyme, Adverbien hintereinander, um etwas zu beschreiben, zu illustrieren, zu verdeutlichen. Das hat mich schon beim ersten Mal genervt, irritiert, gestört."
Das ist eigentlich eine "Spezialität" von Uwe Anton, die mich grundsätzlich nervt und bei einem handwerklich doch so fähigen Autor nicht vorkommen sollte. Bei Haefs fand ich es jetzt nicht so schlimm. Störend fand ich eher die an ein, zwei Stellen etwas künstlich wirkenden Dialoge.
Inhaltlich war für mich auch nach dem zweiten Roman, der sich ausschließlich um den Werdegang des Vetris-Molaud dreht, nicht nachvollziehbar, was genau dazu geführt hat, dass dieser letztendlich kaltblütig Millionen von Lebewesen opfern kann. Hier fehlte - für mich - doch einiges an Charakterentwicklung.
Die Beziehung zwischen Tahira Ndangi und Neshan Fenelik endete erwartungsgemäß. Das war für mich an dieser Stelle pure Effekthascherei.
Am Ende des Romas fühlte ich mich allerdings dennoch gut unterhalten.
Nach dem absoluten Tiefpunkt dieses Zyklus mit Band 2754 und zwei Gastromanen in Folge würde ich jetzt dennoch gerne wieder etwas mehr Entwicklung in der weiterführenden Handlung des Zyklus sehen.



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