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Perry Rhodan Nr. 2756: Das Schiff der Richterin

Autor: Marc A. Herren

Inhalt

Eine Barkasse der CHEMMA DHURGA bringt Perry Rhodan zum Raumschiff der Richterin Saeqaer. Ab sofort sind die Onryonen nicht mehr für ihn zuständig. Das Beiboot wird vom Schwarzen Bacctou gesteuert, einem Kunstwesen mit humanoidem Oberkörper und einem kantigen Block anstelle der Beine. Bacctou sieht aus, als sei er aus einem einzigen schwarzen Marmorbrocken gehauen worden. Er gibt sich freundlich und versucht Rhodan zu imitieren, beantwortet die meisten Fragen aber bestenfalls zurückhaltend. Das Richterschiff besteht aus zwei schneeweißen, kristallin wirkenden Globen. Ein elliptischer Reifen umfasst beide Kugelzellen. Rhodan muss im fünf Kilometer durchmessenden Globus Zwei bleiben, darf sich in dieser als Hohlwelt gestalteten Zelle aber frei bewegen. Globus Eins hat einen Durchmesser von einem Kilometer, ist Sitz der Richterin und für Rhodan tabu.

In der folgenden Zeit begleitet Bacctou Rhodan buchstäblich auf Schritt und Tritt. Dabei wird er dem Terraner immer ähnlicher. Rhodan macht die Bekanntschaft verschiedener Völker. Unter anderem leben in Globus Zwei die vielarmigen Siwives und die humanoiden Valvdiger. Rhodan findet viele neue Freunde, die Valvdigerin Kharingo verliebt sich sogar in ihn. Überall herumliegende Raumschiffswracks lassen darauf schließen, dass all diese Wesen irgendwann von Saeqaer als Schiffbrüchige aufgelesen worden sind. Niemand aus der jetzigen Generation kann sich noch an diese Zeit erinnern. Alle Schiffbrüchigen betrachten die CHEMMA DHURGA (die "Wiege der Liebe") als ihre Heimat. Rhodan verschafft sich Respekt durch seine umfassenden technischen Kenntnisse. Deshalb darf er an einer Versammlung der Sprecher aller Heimstätten teilnehmen. Zu seiner Überraschung stellt Rhodan fest, dass dabei Antworten auf die drei Ultimaten Fragen erörtert werden - allerdings haben diese Fragen einen anderen Wortlaut:

Was ereignet sich hinter dem Horizont des GESETZES?
Auf welcher Seite des Spiegels der Schöpfung existiert der Fragesteller?
Wem gehört die Zeit?

Bacctou meint, die Ultimaten Fragen seien Bestandteil dessen, was den Kosmos im Innersten zusammenhält. Er geht davon aus, dass die hiesigen Fragen im Kern dieselben sind, die Rhodan kennt - sie haben lediglich einen anderen "Aggregatzustand" angenommen.

Mit Hilfe seiner neuen Freunde konstruiert Rhodan ein Fluggerät, mit dem er die Hohlwelt erkundet. Eine Fluchtmöglichkeit findet er dabei nicht. Dann erhält er eine Audienz bei Saeqaer. Die Richterin ist eine Reptiloide, und anscheinend ist sie schwanger. Wie Bacctou spricht sie in Rätseln. Rhodan versucht sie zu provozieren, erreicht damit aber nur, dass sie die Audienz beendet. In einem zweiten Gespräch erfährt Rhodan, dass sich die Jenzeitigen Lande "außerhalb" der Zeit befinden und nur mit einem Richterschiff erreicht werden können. Als Saeqaer behauptet, ein Richterschiff könne nur von jemandem gelenkt werden, der schon einmal jenseits der Materiequellen war, bemüht sich Rhodan, nicht an Atlan zu denken, denn die Atopin scheint den Arkoniden nicht zu kennen - oder kennt sie ihn etwa doch und hat eine geschickt konstruierte Falle gestellt, in die Atlan (der womöglich mit dem dritten Kardinalfraktor der Milchstraße identisch ist) tappen soll? Rhodan weiß nicht, was er von der Sache halten soll, aber ihm ist klar, dass Atlan eine wichtige Rolle im Kampf gegen das Atopische Tribunal zu spielen haben wird.

Doch zunächst einmal müsste man aus der CHEMMA DHURGA entkommen. Bevor Rhodan dazu übergehen kann, verwertbare Teile aus den Raumschiffswracks zu bergen, nähert sich Bacctous Metamorphose der Vollendung. Das Kunstwesen erhält Beine und wird zu einem perfekten Doppelgänger Rhodans. Rhodan versucht Saeqaer unter Druck zu setzen, indem er Bacctou mit Kharingos Hilfe in das Fluggerät verfrachtet und einen Selbstmordversuch vortäuscht, bei dem Bacctou vernichtet werden soll. Die Sache geht schief. Der Flieger stürzt ab, Rhodan verliert das Bewusstsein. Er kommt in einem Fiktivtransmitter zu sich, der wahrscheinlich in Globus Eins steht. Auch Bacctou hat überlebt. Saeqaer verkündet, dass sie noch große Pläne mit Rhodan hat. Dann wird der Terraner in Schlaf versetzt. Er träumt von seiner Enkelin Farye Sepheroa und von Vetris-Molaud.

Kringels Meinung:

Obwohl Perrys Erlebnisse in Globus Zwei für den Fortgang des Zyklus im Grunde fast ebenso wenig Bedeutung haben wie die letzten vier Romane, so ist die Story doch interessant, amüsant und unterhaltsam genug, um mich ein wenig mit der Handlungsebene Larhatoon zu versöhnen. Marc braucht nur wenige Absätze, um dem Leser neue Figuren vorzustellen und Sympathie für sie zu erwecken (Bacctous Wandlung fand ich besonders interessant), einen neuen Schauplatz plastisch auszuarbeiten oder eine Situation deutlich zu machen. Er ist aber auch in der glücklichen Lage, ein paar Bomben platzen lassen zu dürfen! Mit solchen Pfunden konnten die Autoren in den letzten Wochen nicht wuchern.

Die "anderen" Ultimaten Fragen halte ich dabei für weniger wichtig. Damals, als dieser Themenkomplex in der PR-Serie aktuell war, hatte ich schon den Eindruck, dass die Fragen eben doch nicht so "ultimat" sind, wie Perry und seine Freunde dachten, und dass die Fragen bzw. die Antworten an sich keineswegs von ausschlaggebender Bedeutung für die Entwicklung des Kosmos (oder so) sind. Stattdessen könnte man sagen: "Der Weg ist das Ziel". Durch die Suche nach den Antworten wurde ja so einiges in Gang gesetzt, und das war wohl der Sinn der Sache. Und so ist es nicht verwunderlich, dass es noch andere Ultimate Fragen gibt.

Der eigentliche Knaller ist natürlich die Sache mit dem Richterschiff-Piloten, der schon einmal jenseits der Materiequellen gewesen sein muss. So kommt Atlan, der zurzeit vermutlich auf Wanderer zwischengeparkt ist, endlich wieder ins Spiel. Obwohl Gesil und Eirene ebenfalls geeignete Anwärter wären, aber die beiden dürften wohl unerreichbar sein. Jedenfalls zeichnet sich ab, dass meine Antwort auf die Dritte Ultimative Frage richtig ist. Die Frage lautet ja: "Wer hat das GESETZ initiiert und was bewirkt es?" Antwort: Das GESETZ wurde von den Expokraten initiiert, und es bewirkt, dass jeder PR-Zyklus in den ewig gleichen Bahnen abläuft. Dazu gehört, dass die Waffen des Feindes irgendwann gegen diesen eingesetzt werden. Für den aktuellen Zyklus bedeutet das, dass Perry mit Atlans Hilfe ein Richterschiff kapern, in die Jenzeitigen Lande vordringen und dort das Atopische Tribunal besiegen wird.

J. Kreis, 15.06.2014


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Gastkommentare


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Friedrich (25.06.2014):

An diesem Roman kann ich jetzt garnicht so viel aussetzten - genau genommen garnichts. Der war richtig gut.
Perry hat zwar die Atopen (mal wieder) unterschätzt, aber ich sehe keine Möglichkeit, wie er sich dem "Kopier-Vorgang" durch Bacctou hätte entziehen können. UND der Roman hat auch einige interessante Ansatzpunkte für Spekulationen geliefert: Der schwarze Material-Batzen, aus dem Bacctou hergestellt wurde, sind vermutlich "ungeprägte" tt-Progenitoren, also dasselbe Material aus dem die Richterschiffe, das Technogeflecht und die Richter selbst wohl auch bestehen. Vermutlich bestehen auch alle anderen "Schiffbrüchigen" in der "Wiege der Liebe" aus ihnen, d.h. alles nur Kopien (was auch deren lückenhafte Erinnerung erklärt). Tja - und jetzt gibt's eben auch einen Perry aus "Richter-Material". Was man mit dem alles anfangen kann, überlasse ich Eurer Phantasie.
Interessant ist aber für mich die Frage, was denn eigentlich "die Atopen" dann sind? Das Kollektiv der tt-Progenitoren? Sind sie dann so etwas wie eine de-zentrale Maschine die sich als multikulturelle Zivilisation/Organisation tarnt?
(Na, vielleicht erweist sich in 2-3 Heften meine Speku ja als 120%iger Bullsh** ;) )


Michael (16.06.2014):

Dem Kommentar von Phil kann ich nur beipflichten. Es hat mir einfach Spaß gemacht diesen Roman zu lesen. Bei den drei (neuen) ultimaten Fragen habe ich allerdings Bedenken, dass hier wieder kosmische Geschehnisse eingeläutet werden und die relativ bodenständige SF der letzten 50 Romane in den Hintergrund drängt. Bitte nicht! Ab und zu ein Einsprengsel ist für mich ok, aber wenn es irgendwann wieder darauf hinausläuft, gegen SI und Kosmokraten zu Felde zu ziehen, steige ich aus der Serie sehr wahrscheinlich wieder aus.


MAH (16.06.2014):

Danke für die wohlwollende Kritik, Phil & Mr Kreisz!

PS: Da du die dritte ultimate Frage beantworten konntest, weißt du nun auch, weshalb Perry diese Antwort nicht überlebt hätte. ; )


Phil (16.06.2014):

Insbesondere die erste Hälfte des Romans, wo noch keine Bomben geplatzt sind, ist ein Musterbeispiel dafür, wie man auch mit einem eher dürftigen Exposé blendende Unterhaltung liefern kann. Charaktere, die mit ein paar wenigen Zeilen sofort lebendig werden, ein flüssiger, stringenter Stil, eine konsequente Erzählhaltung, intelligenter Humor - alles Dinge, die in den anderen Heften dieser Handlungsebene, v.a. in 2952 bis 2654, vollkommen gefehlt haben. Ich sags ja immer: Solange der Stil stimmt, solange der Autor wirklich schreiben kann, ist es mir vollkommen wurscht, ob ich einen sogenannten Lückenfüller vor mir habe oder nicht.
Ganz besonders gut fand ich die Dialoge: Pointiert, scharf, intelligent und ohne dauernde "erklärende" Einwürfe - einfach mal laufen lassen. Ganz besonders Mr. Pulp Christian Montillon sollte sich diese Dialoge mal ganz genau durchlesen, um zu verstehen, dass weniger ganz oft mehr ist. Thanx, Mr Herren!



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