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Perry Rhodan Nr. 2748: Die Himmelsscherbe

Autor: Michael Marcus Thurner

Inhalt

Reginald Bull sollte tot sein, doch er findet sich in einem schreiend bunt eingerichteten Haus wieder - nackt und ohne zu wissen, wie er die Vernichtung der JULES VERNE überlebt hat. Bulls Gespräche mit den kleinen teleportierenden Froschwesen in den Terrarien, die im Haus aufgestellt sind, bleiben einseitig. Bull wagt sich erst nach draußen in den Eissturm, nachdem er eine an die Wand geklebte Folie gefunden hat, die sich als Mimikry-Tuch mit Translatorfunktion erweist. Eingehüllt in dieses Tuch, das ihm die Gestalt einer menschengroßen, aufrecht gehenden Fledermaus verleiht, kann er der klirrenden Kälte problemlos trotzen und mit den anderen Riesenfledermäusen sprechen, die die Provinzstadt Gonnter bevölkern, in der das Haus steht. Bull nennt sich Rowdy Yates nach einer von Clint Eastwood verkörperten Figur aus der uralten Fernsehserie Rawhide. Informationen erhält er von den Auskunfteien. Das sind Stadtbewohner, die das Wissen ihres Volkes bewahren - diese Version der Informationsübermittlung wird genutzt, weil große Teile des Planeten Buq und sämtliche Datenspeicher vor 35 Jahren durch den "Kristallblitz" vernichtet worden sind. Die Buquer leiden noch heute und selbst in großer Entfernung von den unmittelbar betroffenen Gebieten unter einem Einfluss, der ihnen die Vitalität zu entziehen scheint.

Bulls Ansprechpartner und künftiger Begleiter ist der Redselige Ostrateus, ein in die Jahre gekommener Auskunftei-Mitarbeiter, der bald erkennt, dass Rowdy Yates nicht der Buquer ist, der er zu sein scheint. Für Bull steht fest, dass die Himmelsscherbe, die den Kristallblitz ausgelöst haben soll, ein auf Buq abgestürztes Raumschiff sein muss. Seine Vermutung wird vom Ruppigen Zafelloyk bestätigt, der ein Wrackteil besitzt. Bull setzt nun alles daran, den Absturzort im Land Clecveyz zu erreichen. Er stellt den Buquern sein technisches Wissen zur Verfügung, gewinnt Investoren, schart gut zwei Dutzend Abenteuerlustige um sich (darunter Zafelloyk, Ostrateus und dessen freche Urenkelin Omye, die zu Bulls rechter Hand wird) und konstruiert ein Luftschiff, das am 43. Tag nach Bulls Ankunft auf Buq startet. Nach einigen Tagen wird die "Devitalisierungsstrahlung" zu stark. Zafelloyk stirbt. Bull reist mit einem dieselbetriebenen Dreirad allein weiter und erreicht schließlich das Raumschiffswrack. Selbst er, der durch einen Zellaktivator geschützt wird, bleibt von der Strahlung nicht unbeeinflusst.

Im Inneren des Wracks, in dessen Metall merkwürdige bernsteinfarbene Elemente eingeschlossen sind, hört Bull Schüsse und Explosionen. Er gerät zwischen die Fronten eines Kampfes und wirft improvisierte Granaten. Damit vertreibt er einen der beiden Kontrahenten. Der andere ist Quick Silver. Das Kunstwesen behauptet, Bull gerettet zu haben. Sein Gegner ist die allmählich durchdrehende KI des abgestürzten Schiffes. Bull soll Quick Silver bei der Bergung des Mnemotektonischen Steuerwerkes helfen. Quick Silver verrät nicht, warum dieses Relikt der Letzten Ersten so wichtig ist, verspricht jedoch, im Falle eines Erfolges ein gutes Wort für Bull in Pha Gashapar, der Stadt Allerorten, einzulegen. Vielleicht wird es Bull dann möglich sein, in die Milchstraße zurückzukehren. Quick Silver benutzt Bull als Lockvogel für die Teilwächter des Raumers - jene Einschlüsse im Metall, die Bull bereits bemerkt hat. In ihrer Masse bilden sie die Aktiv-Funktionen des Schiffes. Quick Silver überlässt Bull eine Waffe und einen Schutzschirm. Dann verschwindet er, während die Angreifer anrücken...

Kringels Meinung:

Zum Glück ziert sich MMT nicht lange, die Katze aus dem Sack zu lassen, und verschont uns mit sinnlosem Rätselraten. In der heutigen Zeit ist es so gut wie unmöglich, bestimmte Dinge nicht zu früh zu erfahren, zum Beispiel Bulls "Wiedergeburt". Der Verlag hat sich aber auch wenig Mühe gegeben, das zu verschleiern, und so wusste ich schon vor der Lektüre dieses Romans, wer "Rowdy Yates" wirklich ist. Ich habe ja schon damals nicht an Bullys Ende geglaubt (siehe PR 2706), denn die Zeichen waren relativ eindeutig. Schade, dass man es nicht geschafft hat, Bullys vermeintlichen Abgang und seine Rückkehr effektvoller in Szene zu setzen! Ein Überraschungseffekt ist nicht entstanden.

MMT entledigt sich der Aufgabe, Bully in die Handlung zurückzubringen und von A nach B zu transportieren, durchaus anständig. Die Buquer und ihre Heimatwelt werden gewohnt ideenreich, phantasievoll und mit viel Humor vorgestellt. Ich fand die Story aber nicht besonders spannend und ich gehe davon aus, dass die Buquer nach dem Ende dieses - wie ich jetzt schon behaupten kann - etwas aufgeblähten Doppelromans, dem eine Straffung nicht geschadet hätte, keine Rolle mehr spielen werden.

MMT schildert im Report dieser Woche, wie er beim Schreiben eines Romans vorgeht. Angeblich plant er wenig im Voraus. Er lässt sich lieber treiben und hofft, Lösungen dann zu finden, wenn er mit einem Problem in der Handlung konfrontiert wird. Das merkt man, finde ich, jedenfalls dann, wenn die ad-hoc-Lösungen nicht überzeugen können. Ich halte es zum Beispiel für wenig glaubwürdig, dass es Bull innerhalb weniger Tage gelingt, nicht nur Geldgeber für seine Luftschiff-Expedition zu finden (was haben die davon?), sondern auch Verrückte, die bereit sind, ihn in den sicheren Tod zu begleiten. Jahrzehntelang hat sich niemand auch nur in die Nähe von Clecveyz gewagt, jetzt wollen die Buquer bis zur Quelle der tödlichen Strahlung vorstoßen? Nur um dann doch nicht weiter zu reisen, sobald es den ersten Toten gibt? Also bitte!

J. Kreis, 19.04.2014


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