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Perry Rhodan Nr. 2735: Das Kontrafaktische Museum

Autor: Leo Lukas

Inhalt

Perry Rhodan und Bostich, immer noch als Shetorner maskiert, machen die Reise der HOPTCHER-VOIC zum Kontrafaktischen Museum auf Axxallia-Annor mit. Jeder Lare unternimmt diese Pilgerreise mindestens einmal, denn bei jedem Besuch des Museums erhält man Sozialkreditpunkte, ohne die ein Aufstieg in höhere Positionen unmöglich ist. Die beiden Galaktiker gewinnen endgültig das Vertrauen des Kommandanten Voruder-Paac, als sie ihn vor einem bevorstehenden Anschlag der Proto-Hetosten warnen, von dem sie durch Neacue erfahren haben. Anschlagsziel ist der Radiusinduktor, eine Variante des Technogeflechts, das die Überlichtkonverter und andere technische Einrichtungen jedes larischen Raumschiffes überzieht. Das Induktorgeflecht sorgt dafür, dass die Gesamtreichweite der Schiffe auf 10.000 Lichtjahre und die Länge einer Überlichtetappe auf 100 Lichtjahre gedrosselt wird. Man bezeichnet dies als den "Ordischen Radius". Bostich beendet die Attacke der Terroristen, indem er den Schädel der Anführerin Krywen-Vaarden mit seinem neuen Haluter-Arm einschlägt. Nun beginnt sich auch der mitreisende onryonische Historiker Gesspyr Hocctosser für die vermeintlichen Shetorner zu interessieren.

Das Kontrafaktische Museum besteht aus mehreren gigantischen Komplexen. Wer es betreten will, muss einen Neuro-Skaphander anlegen. Dieser klobige Anzug lässt seinen Träger Geschehnisse aus der 500 Jahre zurückliegenden Epoche der Verdunkelung nacherleben. Man wird quasi zu Amtyphar-Tae, einer larischen Wissenschaftlerin aus dem Team des genialen Hyperphysikers Bassaron-Taak, dem es damals gelungen war, einen neuartigen Überlichtantrieb zu entwickeln: den Bassaron-Traktor. Zu Ehren des Erfinders zeigen alle damit ausgerüsteten Raumschiffe seitdem Bassaron-Taaks Gesicht - sie sind Antlitzraumer. Das Militär hatte Bassaron-Taaks Forschungsergebnisse an sich gerissen und eine Waffe daraus gemacht. So war das auch als Gravokompressor bezeichnete Bassaron-Katapult entstanden. Damit konnten Hyperenergieballungen in den Mittelpunkt eines gegnerischen Objekts geschleudert werden, so dass Hyperraumaufrisse entstanden, die extrem starke Gravitationseffekte verursachten. So konnten nicht nur Raumschiffe auf einen Schlag vernichtet werden, sondern auch ganze Planeten und sogar Sonnen. Der neue Projektleiter Puyar-Keotost hatte ein Verhältnis mit Amtyphar-Tae begonnen, sie aber fallen gelassen, sobald das Katapult fertig gestellt war und ihre Mitarbeit nicht mehr benötigt wurde.

Um zu verhindern, dass die Laren ihre Brudervölker mit dem Katapult unterdrückten, hatte Amtyphar-Tae die Konstruktionspläne öffentlich zugänglich gemacht. Doch dadurch war es erst recht zu schrecklichen Kriegen gekommen. Als erster von vielen Planeten war die paradiesische Wasserwelt Laccbogon dem Gravokompressor zum Opfer gefallen. Flüchtlingsströme hatten sich in die Nachbargalaxien ergossen. Dann war es zu einer Zunahme starker Hyperstürme gekommen - die Erhöhung der Hyperimpedanz hatte sich angekündigt. Überall in Larhatoon hatten sich Sonnen aus unerklärlichen Gründen in Schwarze Löcher oder Pulsare verwandelt. 1331 NGZ, im Jahr des Hyperschocks, war ein Tryortan-Schlund mit einem überschweren Bassaron-Katapult beschossen worden. Dadurch war ein neues Gebilde entstanden, das Sonnen vernichtete und sich vermehrte, während es durch die Galaxie und durch die Zeit zurück sprang. Dieser Sternenhammer war der ultimate Hetork Tesser. Aus Larhatoon war innerhalb weniger Jahre ein einziges Schwarzes Loch geworden. Dasselbe Schicksal hatte den Nachbargalaxien gedroht.

Damit endet die Geschichte. Sie wird überall im Kontrafaktischen Museum gezeigt und ist das, was dem Universum ohne das Eingreifen des Atopischen Tribunals bevorgestanden hätte. Die Richterin Saeqaer war seinerzeit in Larhatoon erschienen und hatte den Frieden gebracht. Keines der auf die Vernichtung Laccbogons folgenden, in der Geschichte erzählten Geschehnisse ist wirklich eingetreten. Kein Besucher des Museums kann sich des bewegenden Eindrucks erwehren, den diese Geschichte hinterlässt, auch nicht Perry Rhodan. Er hat darüber hinaus eine wichtige Information erhalten. In der Geschichte wurde etwas erwähnt, das für die Laren offenbar sehr wichtig ist: Das Vektorion. Möglicherweise gibt es einen Zusammenhang mit dem Ersten Hetran und Larhat, der Ursprungswelt der Laren. Mehr darüber weiß vermutlich der Hauptdirektor des Museums, der Greiko Baudencerc.

Kringels Meinung:

Ein sehr schöner Roman mit vielen interessanten Informationen über die frühere und jetzige Lage in Larhatoon, aber auch mit netten Episoden wie einem Kindheitserlebnis Amtyphar-Taes auf Laccbogon, bei dem die kleine Larin eine Sonnenfinsternis miterlebt. Ein traumatisches, aber auch prophetisches Erlebnis. Die aktuelle Handlung wird dagegen nicht viel weiter gebracht, aber das macht nichts.

Am Ende bleibt die Frage: Ist das Kontrafaktische Museum eine gigantische Gehirnwaschanlage, die so geschickt in das larische Gesellschaftsgefüge eingepasst ist, dass niemand ihrem Einfluss entgehen kann? Handelt es sich bei der Story, die den Laren da aufgetischt wird - offensichtlich verbunden mit einer milden hypnosuggestiven Beeinflussung (dass die Atopen das drauf haben, wissen wir ja, seit Matan Addaru Dannoer die Volksbefragung auf Terra manipuliert hat, siehe PR 2724) - um ein Lügenmärchen? Oder wäre Larhatoon wirklich untergegangen, wenn die Atopen nicht gekommen wären? Wer in Larhatoon was werden will, muss das Kontrafaktische Museum wahrscheinlich regelmäßig aufsuchen. So wird er immer wieder neu indoktriniert, die Dankbarkeit für die Retter seiner Heimat wird aufgefrischt. Und wer würde schon gegen die Wohltäter einer ganzen Galaxie rebellieren, auch wenn man gewisse Einschränkungen wie die verminderte Reisefreiheit in Kauf nehmen muss? Es wäre interessant zu erfahren, welche Infrastruktur wohl eingerichtet wurde, damit jedermann - egal aus welchem entlegenen Winkel der Galaxie er stammt - das Kontrafaktische Museum erreichen kann. Im Roman wird übrigens erwähnt, dass die Drosselung der Raumschiffsantriebe früher noch viel schlimmer war. Eine Zeitlang gab es wohl höchstens interplanetare Raumfahrt, d.h. man konnte das eigene Sonnensystem nicht verlassen. In einem wirtschaftlich und sozial eng vernetzten galaktischen Gemeinwesen muss das fürchterliche Folgen gehabt haben.

Fest steht jedenfalls, dass das Atopische Tribunal in Larhatoon genauso vorgegangen ist wie in der Milchstraße. Eine möglicherweise nur erfundene Bedrohung wird vorgeschoben, um das Wirken der Atopen moralisch zu begründen. Hier die Sonnenhämmer, dort die Ekpyrosis. Alles Lug und Trug, Propaganda eben? Oder kennen die Atopen die Zukunft und verhindern Katastrophen universalen Ausmaßes? Gesspyr Hocctosser behauptet, er könne beweisen, dass das Kontrafaktische Museum mehr als bloße Simulationen bietet. Was meint er damit? Erhält man Einblick in eine potentielle Zukunft, die sich ohne das Eingreifen der Atopen auf jeden Fall genau so entwickelt hätte? Vorerst bleibt er den Beweis aber schuldig.

J. Kreis, 19.01.2014


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hairybird (21.01.2014):

Da haben die Expokraten aber auch einen interessanten und passenden Titel gewählt, es lohnt sich, mal bei Wikipedia unter "Kontrafaktische Geschichte" nachzuschlagen...



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