PR 2724
© Pabel-Moewig
Verlag GmbH,
Rastatt



Perrypedia



Archiv-Startseite
PR - Übersicht
Heftromane
Zyklus-Übersicht
« PR 2723 «
» PR 2725 »
Perry Rhodan Nr. 2724: Zeitzeuge der Zukunft

Autor: Wim Vandemaan

Inhalt

Sobald Matan Addaru Dannoer die auf dem Goshun Space Port stehende 232-COLPCOR verlässt, wird er angegriffen. Die Aktion wurde von Arun Joschannan gebilligt, obwohl Perry Rhodan dagegen war. Miniaturisierte autonome Waffensysteme bringen den ultraharten Bodenbelag des Raumhafens zum Kochen, aber dem Atopen wird keine Feder gekrümmt. Kleine Kügelchen fallen um ihn herum zu Boden, die sich langsam auflösen. Wie sich bei einer späteren Analyse herausstellt, kann Dannoer Strahlenschüsse sowie Projektile mitsamt ihrer kinetischen Energie aufnehmen, in materieprojektive Objekte umwandeln und ausscheiden. Er selbst nennt diese Kügelchen Transkremente.

Dannoer geht kommentarlos über den Vorfall hinweg. Für den Prozess gegen die Kardinal-Fraktoren Rhodan und Bostich werden Schöffen und ein Gerichtssaal gebraucht. Die Wahl des Richters für letzteres fällt auf das "Happy Betty", ein halbseidenes Etablissement in Happytown, das er nach eigenem Gutdünken umbaut und mit einer Variante des von Luna bekannten Technogeflechts auskleidet. Als Schöffen sollen alle möglichen Terraner tätig werden, also nicht nur Menschen jeden Alters, sondern auch eingebürgerte Fremdwesen, intelligenzoptimierte Tiere, intelligente Roboter und ein Futugen - das simulierte Bewusstsein einer noch nicht geborenen Person.

Für Cai Cheung wirkt das Ganze wie eine lächerliche Posse, aber es ist bitterer Ernst. Als Dannoer auch noch um Erlaubnis zur Untersuchung Sols und des Leichnams TAFALLAS durch den Raumvater ZAATRO bittet, winkt Cheung ab. Durch eine Volksabstimmung soll über dieses Ansinnen entschieden werden. Dass 51,01 Prozent der Terraner Dannoers Wunsch genehmigen werden, ist für Cheung zu diesem Zeitpunkt noch unvorstellbar, auch kann sie nicht voraussehen, dass Dannoer die Wähler via Trivid paramechanisch in seinem Sinne manipulieren wird. Als hätte Cheung somit nicht schon genug Sorgen, erscheinen nach und nach 1800 arkonidische Kampfschiffe unter dem Kommando der ehrgeizigen Mascantin Getray da Quertamagin am Rand des Kristallschirmes - Bostichs Elitetruppen! Arun Joschannan bittet Cheung, die Anwesenheit der Arkoniden zu dulden.

In der Zwischenzeit lassen sich Rhodan und Bostich, die in der 232-COLPCOR gefangen gehalten werden, vom Wächter Angakkuq durch das Schiff führen. Das nichthumanoide Wesen gibt bereitwillig Auskunft über die Funktionsweise des Schiffes und einige Hintergründe des Prozesses: Es existiert ein dritter, momentan nicht greifbarer Kardinal-Fraktor, den Angakkuq als Adaurest bezeichnet, und GA-yomaad ist nur ein anderer Name für die Milchstraße!

Am 19. September 1514 NGZ registriert der Tender LORETTA-56 die Ankunft des 135-Meter-Walzenraumers GAUPELLAR GUZDRIN. Kommandant ist ein Überschwerer, der sich als Flottenadmiral Fenckenzer vorstellt. Als das Walzenschiff den Kristallschirm problemlos durchdringt, hat der Überschwere Cai Cheungs volle Aufmerksamkeit - erst recht, als sich sein Passagier meldet: Julian Tifflor. Er wird auf Bitten Dannoers im Prozess als Zeuge aussagen.

Attilar Leccore lüftet das Geheimnis seiner Herkunft gegenüber Cai Cheung, als der Atope Gucky zu sprechen wünscht. Leccore nimmt die Gestalt des Mausbibers an und sammelt im Happy Betty so viele Proben wie er kann, vor allem vom Glivtor, einem mysteriösen "Spazierstock", den Dannoer stets bei sich trägt. Dannoer überzeugt sich seinerseits davon, dass "Gucky" keinerlei Parafähigkeiten mehr besitzt. Leccore versucht den Atopen so wahrzunehmen, wie es ein Koda Aratier tut, wenn er ein anderes Wesen kopieren will. Es gelingt ihm nicht ganz, aber er prägt sich Dannoers ÜBSEF-Konstante ein. Seine Erinnerung daran wird später mittels des SEMT-Verfahrens sichtbar gemacht. Sichu Dorksteiger meint, Dannoer sei nur eine Art Aktionskörper für ein anderes Wesen, dessen Persönlichkeit im Glivtor verborgen ist.

Das Gerichtsverfahren beginnt und endet am 20. September in Abwesenheit der Angeklagten. Nach terranischem Rechtsverständnis ist der Prozess eine Farce, denn das Urteil steht schon seit langer Zeit fest. Tifflor sagt aus, ARCHETIMS HORT habe es ihm ermöglicht, den Weltenbrand (also den Hauptanklagepunkt) mit eigenen Augen zu sehen. Den Ursprung der Ekpyrosis konnte er nicht erkennen, weil das Solsystem in der Epoche der Präekpyrosis von einem Korpuskalen Dunst getrübt ist. Tifflor meint, TAFALLA sei hieran nicht beteiligt. Schuld seien eher Rhodan und einige andere. Dannoer hört einige Schöffen an, dann verkündet er seine Entscheidung. Rhodan und Bostich werden zu 500 Jahren Mobilitäts- und Autoritätsentzug verurteilt, abzusitzen auf einer Welt des Atopischen Tribunals.

Nach der Urteilsverkündung spricht Dannoer mit den beiden Delinquenten. Durch geschickte Gesprächsführung bringt Rhodan den Richter dazu, wichtige Informationen preiszugeben. So wird klar, dass die Atopen selbst nicht wissen, was Rhodan und Bostich getan haben - oder vielmehr tun werden - um die Ekpyrosis auszulösen. Für Rhodan steht fest, dass das Atopische Tribunal keineswegs aus moralischen Gründen in der Milchstraße einmarschiert ist, sondern aus reinem Selbstschutz: Die Ekpyrosis würde die Existenz der Atopen bedrohen. Rhodan nimmt außerdem an, dass die Atopen einen Ersatz für ein eigenes Transportsystem brauchen und deshalb ihre Hände nach dem Polyport-Netz ausgestreckt haben.

Bevor die 232-COLPCOR das Solsystem am 23. September verlässt, wird es Rhodan gestattet, sich von Farye Sepheroa zu verabschieden, die mit der KRUSENSTERN nach Terra gekommen ist. Sie soll sich um seine Wohnung in Terrania kümmern. Dannoer hält eine Abschiedsrede. Die Milchstraße soll entmilitarisiert werden. Alle besetzten Welten gehen gemäß der Atopischen Ordo zurück an die Ureinwohner. Die Flotten der Onryonen sollen für innere und äußere Sicherheit sorgen. Mit Hilfe OTHERWISES entlarvt Sichu Dorksteiger Dannoers Holobild als Fälschung. In Wahrheit sieht der Atope aus, als sei er dem Tode nahe.

Gucky wird von Attilar Leccore ins 106. Stockwerk des TLD-Tower geführt. Dort liegt Toio Zindher im Koma. Als Paradieb könnte Gucky ihre Fähigkeit der Vitaltelepathie übernehmen, womit er sie gleichzeitig töten würde...

Kringels Meinung:

Wird Gucky zugreifen, um als Vitaltelepath Rhodans und Bostichs Spur folgen zu können? Wenn Dannoer nur ein (jetzt anscheinend "verbrauchter") Aktionskörper für eine andere Entität ist, wer ist er dann wirklich? Wohin werden Rhodan und Bostich gebracht, was erwartet sie dort? Warum haben die Atopen ein so großes Interesse an TAFALLAS Korpus, dass Dannoer eine Volksbefragung manipuliert und sich dabei sogar erwischen lässt? Welche Ziele verfolgt Getray da Quertamagin? Wer ist der Adaurest?

Diese offen bleibenden Fragen sind nur einige von vielen Faktoren, die mich den nächsten Romanen geradezu entgegenfiebern lassen. Das ist ein Gefühl, das ich in den letzten Jahren, wenn überhaupt, nur sehr, sehr selten bei der Perry Rhodan - Serie hatte! Ein Viertel des Zyklus liegt hinter uns, und PR 2724 ist genau der Schlüsselroman, den man zu diesem Zeitpunkt erwarten durfte. Die wichtigsten Aspekte sind wohl die von Tifflor und Dannoer preisgegebenen Informationen sowie die Ausblicke auf das Schicksal der Milchstraße.

Tifflors Stippvisite (ich nehme nicht an, dass er dauerhaft in die Handlung zurückkehrt) war ein sehr gelungener Aha-Effekt, vor allem ist es Hartmut Kasper ganz gut gelungen, seine Fremdartigkeit herauszustellen. Aber Tifflors Aussage ist eigentlich nicht geeignet, die gegen Rhodan und Bostich erhobene Anklage zu erhärten. Er sagt ja, das Wort "Schuld" sei nicht ganz zutreffend, weil zu oberflächlich. Und überhaupt: Schuld woran? An der Ekpyrosis, oder doch nur daran, dass die wahre Ursache der Ekpyrosis nicht erkennbar ist? Der Romantext ist an dieser Stelle etwas zweideutig. Außerdem lässt Tifflor durchblicken, dass die Zukunft, die er gesehen hat, nur eine von vielen möglichen Entwicklungen darstellt. Dannoer arbeitet wie alle Typen seines Schlages stets mit Gegenfragen, Ausflüchten, Anschuldigungen und anderen rhetorischen Tricks, wenn man versucht, ihn festzunageln. Aber diesmal zahlt Rhodan es ihm mit gleicher Münze heim, während Bostich (zur Ablenkung?) den übellaunigen Polterer gibt. Als Rhodan den Atopen auffordert, ihm einfach zu sagen, wodurch die Ekpyrosis ausgelöst wird, damit er genau das vermeiden kann, muss Dannoer zugeben, dass er es selbst nicht weiß. Natürlich wird dadurch die ganze Farce, die sich Gerichtsverhandlung schimpft, ad absurdum geführt. Rhodan zieht sicher die richtigen Schlüsse, wenn er annimmt, dass es den Atopen ausschließlich um die Sicherung der eigenen Existenz geht. Das ganze Gerede über die Sicherung von Ordnung, Frieden und Gerechtigkeit dient womöglich nur dazu, Hilfsvölker wie die Onryonen bei der Stange zu halten.

Dannoers Pläne für die Zukunft der Milchstraße passen da genau ins Bild. Durch die Entmilitarisierung wird jede denkbare Bedrohung für die Atopen beseitigt, denn die ihnen hörigen Onryonen wären dann die einzigen Waffenträger. Außerdem sollen die Terraner und Arkoniden alle Kolonialwelten räumen, sofern es Wesen gibt, die ältere Rechte an diesen Planeten haben. Damit kommen die Tefroder wieder ins Boot, denn Vetris-Molaud meint, gemäß der Atopischen Ordo müsste praktisch die gesamte Milchstraße geräumt und den Tefrodern überlassen werden. Schließlich sind die Tefroder die Nachkommen der Ersten Menschheit - der Lemurer. Das ist allerdings eine etwas gewagte Forderung, denn die jetzigen Terraner sowie die Arkoniden können von sich selbst das Gleiche behaupten. Von den Akonen ganz zu schweigen. Und die Lemurer waren ja nun einmal nicht das erste Intelligenzvolk in der Milchstraße. Wer war denn vor ihnen da? Mir fallen da zum Beispiel die Motana ein, deren Nachkommen jetzt in Anthuresta leben...

J. Kreis, 02.11.2013


« PR 2723 «
» PR 2725 »






Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


Gastkommentare werden nicht von J. Kreis verfasst und dürfen nicht auf anderen Homepages oder in Printmedien weiterverwendet werden.


Joe (04.11.2013):

Wenn ihr beim jetzigen Stand des Zyklus mal zurückblickt - kann mir eigentlich jemand erklären, warum die Invasoren diese kariöse Vorgehensweise mit dem Mond benutzt haben, um in der Milchstraße aufzuschlagen? Das frage ich mich schon eine ganze Weile ...


hairybird (04.11.2013):

JA ! JA ! JA !
Begeisterung pur. Dieser Roman ist ein Meilenstein der Serie.
Und der Zyklus ein grosser Wurf.
Danke Jo, dass deine Seite mich über die vielen ausgelassenen Hefte des letzten Zyklus hinübergerettet hat. Das Wochenende beginnt für mich seit 3 Monaten wieder mit dem Kauf des neuen Hefts.


MMT (04.11.2013):

Schön, diese Kommentare und doch sehr positiven Rezis zu den letzten Romanen zu lesen! Weiterhin viel Spaß beim Mitfiebern und -bangen.

Michael T.


Phil (02.11.2013):

Was das Entgegenfiebern angeht: Mir geht es genau so. Ertappe mich seit ein paar Wochen dabei, dass ich schon am Donnerstagabend extra mit der Tram zum Bahnhofskiosk am Alex fahre (wohne in Berlin), um das Heft einen Tag früher zu haben. Und im letzten Zyklus habe ich mich noch gefragt, ob ich nicht mittlerweile zu alt für den Scheiß bin...
Also, ihr Autoren- und Expo-Jungs und -Mädels, falls ihr hier manchmal auf die Seite gucken solltet: Was ihr zurzeit abliefert ist echt HAMMER.



Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)