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Perry Rhodan Nr. 2721: Der Paradieb

Autor: Leo Lukas

Inhalt

Toio Zindher, Satafar, Lan Meota und Trelast-Pevor erreichen das Solsystem als blinde Passagiere in Frachtcontainern. Sie nehmen die Identität einer Familie an, die sich seit geraumer Zeit für genau diesen Moment im exklusiven Cosmoledo-Orbital bereitgehalten hat. Die Reise geht weiter nach Terrania. Die vier Mutanten logieren im Luxushotel Croesus Terrania, wo sie eine Explosion verursachen. Damit beseitigen sie einen Kammerdiener, der ihnen zu nahe gekommen ist, außerdem sieht es für die Öffentlichkeit jetzt so aus, als hätten sie selbst den Tod gefunden. In Wahrheit bereiten sie den Angriff auf ihre Zielperson vor: Perry Rhodan. Als Vitaltelepathin kann Toio Zindher die Vitalenergiespur von Zellaktivatorträgern 62 Stunden lang bis auf eine Entfernung von zwei Milliarden Kilometer erkennen. So bemerkt sie Rhodans Landung am 26. August 1514 NGZ. Auch die Ankunft Bostichs und Ronald Tekeners einige Tage später bleibt ihr nicht verborgen.

Prof. Andressou Bouring betreut den komatösen Mausbiber Gucky in der Startac-Schroeder-Klinik. Dort landet auch Severin Fock, ein Mutant vom TIPI, nach einem Sportunfall. Severin hat keine Augen, ist aber nicht blind. Er hat eine Gabe, die er als "Bildersehen" bezeichnet, und die es ihm ermöglicht, durch die Augen aller Personen in seiner Umgebung zu sehen. Ein echter Telepath ist er jedoch nicht, er kann keine Gedanken lesen. Bouring bringt Severin mit seinem prominentesten Patienten zusammen. Der Mutant dringt allmählich zu Gucky durch. Der Mausbiber erwacht am 1. September und ist wohlauf, hat aber alle Parafähigkeiten verloren, obwohl sich sein Psi-Potential eher noch verstärkt hat. Als er Severin berührt, entzieht Gucky dem jungen Mann unabsichtlich sämtliche Vitalenergie und die Parafähigkeit.

Gucky macht sich schwere Vorwürfe wegen Severins Tod und flieht. Die Situation gerät außer Kontrolle, als die Geschwister Shadin und Muaz Riocourt hinzukommen, zwei Freunde Severins vom TIPI. Shadin Riocourt besitzt die Fähigkeit, euphorische Gefühle in anderen Personen hervorzurufen. Muaz ist schwacher Telekinet und strahlt außerdem negative Gefühle aus. Gucky wird hiervon beeinflusst. Er stößt mit Muaz zusammen, absorbiert dessen Vitalenergie und Parafähigkeiten, und will nun Selbstmord begehen. Shadin setzt ihre Kräfte ein, um ihn davon abzuhalten. Sie ist davon überzeugt, dass Gucky sich beherrschen kann. Tatsächlich geschieht nichts, als er zulässt, dass sie ihn berührt. Am 4. September spricht Gucky erstmals mit Perry Rhodan. Der Mausbiber leidet noch unter den jüngsten Erlebnissen, aber Rhodan braucht Guckys Hilfe und will ihn abholen.

Kringels Meinung:

Es gibt schon komische Zufälle: Habe vor ein paar Wochen erst mit der Lektüre der dritten PR-Action-Staffel angefangen. Hauptgegner ist dort ein gewisser Saquola, ein ferronischer Mutant. Mit seiner Divestorenfähigkeit kann er die Paragaben anderer Lebewesen rauben und selbst nutzen. Saquolas erste Opfer verlieren hierbei ihr Leben. Klingt das nicht ganz ähnlich wie der x-te Versuch, Gucky interessanter zu machen, von dem wir hier lesen? Und ist das Ganze nicht bei Marvel geklaut? Schließlich gibt es im X-Men-Universum eine junge Frau namens Rogue, die genau dieselbe Gabe hat wie jetzt Gucky - wenn man denn von einer Gabe und nicht von einem Fluch sprechen möchte.

Den Roman an sich finde ich unterhaltsam, humorvoll und so richtig schön Leo-Lukas-like. Gegen den Roman habe ich also überhaupt nichts einzuwenden. Ich weiß aber nicht, ob es eine gute Entscheidung war, Gucky zum Paradieb zu machen. Zuvor waren seine Psi-Kräfte ziemlich genau definiert und somit limitiert. Natürlich war er als Teleporter, Telekinet und Telepath sehr mächtig, aber manches lag eben einfach außerhalb seiner Möglichkeiten. Das ist jetzt anders. Er kann sich wahrscheinlich alle möglichen Fähigkeiten aneignen und wird somit zur Wundertüte, aus der die Autoren nach Belieben überraschende Lösungen hervorzaubern können, wenn ihnen kein anderer Ausweg mehr einfällt. Da wäre es mir lieber gewesen, Gucky wäre gar nicht erst aus dem Koma erwacht.

J. Kreis, 13.10.2013


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Phil (13.10.2013):

Ohne Frage ist LL (natürlich zusammen mit Wim Vandemaan) der Autor im Team mit dem meisten Witz, der größten sprachlichen Raffinesse und der umwerfendsten Phantasie, insbesondere was kleine und kleinste Details der jeweiligen Personen und Settings angeht. Ich habe nur fast immer ein Problem mit ihm, sobald es dramatisch bzw. tragisch wird. Wie auch in diesem Roman: Da erwacht Gucky nach zwei Jahren aus dem Koma, geht seines kompletten bisherigen Lebens verlustig, es sterben zwei Jugendliche von seinen Händen und am Ende denkt er gar über Selbstmord nach - und ich verspüre beim Lesen nicht den Hauch von Ergriffenheit, nicht eine Spur von Trauer oder Mitgefühl. Geht es nur mir so? Ähnlich war das auch schon beim Jahrmillionenmarsch von Julian Tifflor oder - weniger dramatisch, aber nicht weniger seltsam kalt und oberflächlich - beim Wiedersehen von Icho und Perry vor ein paar Bänden.
LL kriegt meiner Meinung nach nicht die Kurve vom amüsanten Erzählen hin zu ein wenig Pathetik (die es manchmal verdammt noch mal einfach braucht), immer wenn es zwischenmenschlich und/oder "deep" wird (oder werden sollte), werde ich als Leser von ihm an einer merkwürdig kalten, unpassend ironischen Oberfläche zurückgelassen.
Würde mich mal interessieren, ob es anderen auch so geht. Und ob noch jemand der Meinung ist, dass man derartig tragische Themen vielleicht einfach einem anderen Autoren überlassen sollte.



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