PR 2703
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Perry Rhodan Nr. 2703: Tod im All

Autor: Bernd Perplies

Inhalt

Perry Rhodan wird von der KRUSENSTERN aus dem All gefischt. Er schenkt Viccor Bughassidow so viel reinen Wein ein, wie er sich erlauben kann, und überlässt den Balg der Ara-Medikerin Jatin, Bughassidows Leibärztin. Sie findet heraus, dass der Balg ein quasi-organisches Kunstwesen ist, dessen Zellorganellen Nanomaschinen enthalten. Als Jatins Kollegin Dr. Henna McCorrell mit dem Balg allein ist, erwacht dieser plötzlich zum Leben. Er bildet Pseudopodien sowie einen Stachel aus, mit dem er der Frau Blut entzieht, um sich selbst zu kräftigen. Sie überlebt die Attacke nicht. Danach verschwindet der Balg irgendwo im Schiff. Rhodan beteiligt sich persönlich an der Jagd und erkennt, dass es der Balg auf ihn abgesehen hat. Das Kunstwesen tötet weitere Besatzungsmitglieder. Jedes Mal, wenn der Balg seinen Opfern Blut aussaugt, wird er selbst größer und intelligenter. Es reicht nicht aus, ihn zu verletzen, denn er hat weder ein zentrales Nervensystem, noch kann er durch den Verlust von Körpersubstanz wesentlich geschwächt werden. Der Balg erscheint sogar in der Zentrale und bedroht Rhodans Enkelin Farye Sepheroa. Rhodan setzt sich selbst als Köder ein und lockt den Balg in ein Beiboot, das anschließend von Farye ins All gelenkt wird. Sie bringt sich mit dem absprengbaren Cockpit in Sicherheit. Daraufhin wird das Beiboot von den Geschützen der KRUSENSTERN vernichtet. Vom Balg bleiben nur kleine Überreste, die von Rhodan sicher verwahrt werden.

Auf Terra erhält Sichu Dorksteiger, die sich mit dem Problem der onryonischen Linearraumtorpedos befasst, eine Nachricht von Dr. Lhukas Scalsi. Der Mediker betreut Tasso Cormac, den einzigen Überlebenden des von den Onryonen vernichteten terranischen Hilfskonvois. Der Mann liegt im Koma, aber Scalsi kennt eine Möglichkeit, wie Sichu ihn dennoch "befragen" kann. In Abwandlung der SERT-Technik hat Scalsi das Verfahren der simultanen Emotio- und Mnemo-Transmission (SEMT) entwickelt. Durch zwei miteinander verbundene SEMT-Hauben können die Gedanken einer Person empfangen und auf eine andere übertragen werden. Obwohl die Technik noch nicht ausgereift ist, lässt Sichu aufgrund der besonderen Situation ihren Einsatz zu und stellt sich selbst als zweite Person zur Verfügung. Sie erlebt die Zerstörung der HILDEGARD VON BINGEN durch die Augen Tassos mit und erfährt, dass der mit einer Sensorboje versehene Flugschreiber des Schiffes irgendwo im Trümmerfeld treiben muss. Sichu leitet die Suche nach der Black Box ein.

Dann erhält Sichu eine kodierte Nachricht von der außerhalb des Solsystems geparkten KRUSENSTERN. Bughassidow lädt die Chefwissenschaftlerin LFT ein, mit ihm über die Theorie der Medusa-Planeten zu sprechen. Sie nimmt die Einladung an, denn Rhodans Kennung ist in der Botschaft versteckt. Sichu trifft Rhodan am 24. Juni 1514 NGZ in Bughassidows Privatschiff. Sie erhält die Überreste des Balgs und kehrt nach Terrania zurück. Rhodan begleitet Bughassidow nach Rhea, um den Onryonen aus dem Weg zu gehen.

Kommentar:

Perry geht jetzt selbst davon aus, dass Caadil, die er seit über 40 Jahren nicht mehr gesehen hat, Farye Sepheroas Großmutter ist. Aber wer sind die Eltern, d.h. wer ist Perry Rhodans und Caadils Sohn oder Tochter? Jedenfalls hat Perry es nach wer weiß wie vielen Jahrhunderten endlich geschafft, Opa zu werden. Herzlichen Glückwunsch!

Dass sich Perry ausgerechnet von der KRUSENSTERN einsammeln lässt, kommt mir ein bisschen plotdriven vor. Leider bin ich über einige allzu blumige, fragwürdige oder schlicht falsche Formulierungen gestolpert. Ansonsten kann ich aber sagen: Bernd Perplies, der mit seinem ersten Beitrag zum Perryversum (PR Neo Nr. 15) einen wirklich guten Einstand hatte, liefert einen ordentlichen Roman ab, der sich nahtlos in die meiner Meinung nach gelungene Anfangsphase des neuen Zyklus einfügt. Keine Superintelligenzen, kein Psi-Geschwurbel, stattdessen handfeste Science Fiction und ein agierender, nicht nur reagierender Perry. Das gefällt mir! Ein Teil der Handlung dieses Romans ist natürlich bei Alien geklaut, aber vielleicht ist es ja als Hommage gemeint. Die Frage ist: Warum verwahren die Onryonen den Balg, also ein Ding, das ein Lebewesen imitiert, in einem Tempel?

Die Terraner haben jetzt also die technische Telepathie entwickelt. Klingt interessant, aber der erste Einsatz ist unglücklich geraten. Gilt der hippokratische Eid im 16. Jahrhundert NGZ nicht mehr, oder warum kommt der behandelnde Arzt eines schwer verwundeten Mannes auf die Idee, seinen Patienten als Versuchskaninchen einer noch nicht ausgereiften, mit Sicherheit noch nicht anerkannten und zweifellos gefährlichen Technik zu missbrauchen? Welche Autorität hat Sichu, um das abzusegnen? Es wäre schön, wenn in einem der nächsten Romane zu lesen wäre, dass sich beide für diese Tat verantworten müssen, denn die kann nicht rechtens gewesen sein.

J. Kreis, 09.06.2013


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Gastkommentare


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Jörg Scheffler (11.06.2013):

Bei Kombattanten im Krieg gelten auch außerhalb der PR Serie andere Regeln, als bei Soldaten und Zivilisten im Frieden. Diese Regeln sind zwar von Land zu Land unterschiedlich. Die Anwendung einer neu verfügbaren Methode zur Gewinnung kriegswichtiger Informationen halte ich daher nicht für unwahrscheinlich.

Jetzt kann man natürlich noch diskutieren, ob sich die Terraner und die Onryonen im Krieg befinden. Im realen Leben werden Kriege ja auch in friedenserhaltende Missionen umdefiniert. Eine solche Diskussion wäre aus meiner Sicht aber übertrieben. Die Romane dienen schließlich der Unterhaltung und nicht der Untersuchung von Rechtsproblemen.


Joe (11.06.2013):

Ich habe den Roman ja nicht gelesen und kenne daher die Situation nur aus deiner Beschreibung. Aber natürlich ist es auch heute so, dass man auf den Menschen bezogene neue Techniken (z.B. Medikamente) irgendwann auch an Menschen testen muss. Und dafür gibt es Regeln, insbesondere die Freiwilligkeit.

Im Falle von experimentellen Therapien, die einem handlungsunfähigen Patienten helfen könnten (ich weiß nicht, ob das die Situation im Heft trifft), gibt es sicherlich auch etablierte Vorgehensweisen - etwa Einwilligung der Angehörigen ...


Reiner (08.06.2013):

PR 2703 Tod im All

Nach Eschbachs Nanorobotern, und den bereits letzte Woche beschriebenen Angleichungen an die Star Trek Welt (LG aus Geschwindigkeit Null u. Raumschiffbeschuss bei Überlichtgeschwindigkeit) nun auch Alien-Elemente. Genau wie schon einige Aliens zuvor wird der böse Alien-Nanoroboter letztlich durch Explosion des Raumschiffs getötet, da die Menschen seiner ansonsten nicht habhaft werden konnten (Hallo Ripley). Das war alles schon Mal da, aber nicht bei PR. Die SF Welten wachsen zusammen. Gastautor Perplies machte seine Sache gut und schrieb ein lesbares Heft. Besonders interessant waren die Gedankenaufzeichnungen des einzig überlebenden Besatzungsmitglieds. Jetzt gibt's doch noch einen Flugschreiber, der wird wohl bald gefunden werden. Mir ist noch nicht klar, ob ein Raumschiff bei Eintritt in den Linearraum die Schutzschilde aufgebaut hat, wenn ja wären diese Torpedos echte Kracher. Die müssten dann auch im Normalraum kurzen Prozess mit den Terranern machen. Vielleicht funktionieren herkömmliche Schilde im Linearraum nicht. Dazu wird bald bestimmt was kommen. Der umgebaute Posbi-Raumer ist mir etwas dick aufgetragen, der Milliardär passt mir auch zu genau gerade jetzt hierhin, und ob das mit der Enkelin was wird glaube ich nicht. Normale Verwandschaftsverhältnisse schildern konnte bisher noch kein PR Autor. Jetzt mal die zweite Handlungsebene abwarten die nächste Woche beginnt.



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