PR 2702
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Perry Rhodan Nr. 2702: Das positronische Phantom

Autor: Marc A. Herren

Inhalt

Pri Sipiera begrüßt Perry Rhodan in einem von vielen Verstecken des Lunaren Widerstandes. Seine Anwesenheit gibt den Untergrundkämpfern neue Hoffnung. Rhodan erfährt, wie es zur jetzigen Situation gekommen ist, und dass er vom Atopischen Tribunal angeklagt wurde. Mehr Informationen über letzteres hat Pri nicht, denn Shekval Gennerycs Ansprache war auch für die Lunarer überraschend. Plötzlich sieht Rhodan eine Frau, die sich irgendwo zu spiegeln scheint. Es ist das "positronische Phantom", das die Widerständler schon oft gewarnt hat. So auch diesmal: Sicherheitskräfte der Onryonen greifen das Versteck des Lunaren Widerstands an und vernichten das Lunafant-Hotel. Die Widerständler fliehen, wobei sich einer opfert, um die Verfolger aufzuhalten. Sein Leichnam wird reanimiert, und so erfahren die Onryonen von Rhodans Anwesenheit. Die Widerständler und Rhodans Gruppe verstecken sich in der Beer & Mädler-Universität. Erneut erscheint das Phantom - es ist YLA, NATHANS Tochter, und im Gegensatz zu ihrem "Vater" kann sie nicht von den Onryonen beeinflusst werden. YLA scheint Rhodan aufzufordern, zu ihm zu kommen. Man begibt sich in YLAS sublunares Zentrum. Dieser Bestandteil NATHANS wurde weitgehend umgebaut, maßgeblich daran beteiligt war eine geniale Positronikerin namens Leyla Kezziban. Nach YLAS Ansicht entbehren die gegen Rhodan erhobenen Vorwürfe nicht einer gewissen Grundlage, es kommt nur auf den jeweiligen Standpunkt an... YLA meint, auf Luna halte sich nur ein einziger Atope auf. Sein Name ist Matan Addaru Dannoer, und er ist wahrscheinlich kein Onryone.

In der Zwischenzeit erfährt Rhodan, dass Pris Vater Antonin Sipiera den Onryonen seinerzeit angesichts der katastrophalen Beben Zugriff auf NATHAN eingeräumt hatte, so dass die Biopositronik mit dem Genius (dem Zentralrechner von Iacalla) verbunden werden konnte. Mit der zusätzlichen Rechenkapazität war es den Onryonen möglich, Beben vorherzusagen und Verluste zu vermeiden. Außerdem konnte das Reportal erst mit NATHANS Hilfe konstruiert werden, eine Einrichtung, die zur Rückversetzung Lunas ins Standarduniversum dienen sollte. Das immer weiter wuchernde Technogeflecht war Bestandteil dieses Projekts. Durch seine Zusammenarbeit mit den Onryonen, deren Verhältnis zu den Lunarern sich im Verlauf der Jahre immer weiter verschlechterte, hatte sich Sipiera Feinde geschaffen. Zu ihnen gehörte auch Golo Sipiera, der "Drittpartner" in der Ehe mit Tamea Sipiera und Pris genetischer zweiter Vater. Antonin wollte nicht auf Golos Warnungen hören. Golo gründete den lunaren Widerstand. Zu ersten Kämpfen - Menschen gegen Menschen, später auch gegen Onryonen - kam es am 2. Februar 1540 NGZ (Lunare Zeit), als Luna Town I bis VI auf Antonins Anordnung für das Projekt Reportal geräumt wurden. Schließlich war Pri in den Untergrund gegangen und hatte im Jahre 1568 NGZ die Leitung des Widerstands vom inzwischen senilen Golo übernommen. Zwei Jahre später war das Reportal schließlich erfolgreich aktiviert worden.

Rhodan folgt YLAS Rat und beschließt, Luna mit dem Onryonenschiff PYTUU zu verlassen, das demnächst starten soll. Fionn Kemeny, der von YLA fasziniert ist, sowie Shanda Sarmotte und Toufec sollen bei Pri zurückbleiben. Bevor Rhodan mit einem Transport biolumineszenter Anuupi-Quallen in die PYTUU geschmuggelt wird, begleitet er Pri auf einem riskanten Einsatz. Ein für die Onryonen wichtiger Gegenstand, bekannt als "der Balg", soll aus einem Tempel in Luna-City gestohlen werden. Die Aktion gelingt mit Pazuzus Hilfe. Rhodan birgt das wie ein Umhang aus Schlangenhaut wirkende Objekt aus einem Block lunaren Gesteins und nimmt es mit. Niemand weiß, welchem Zweck der Balg dient. Außerdem nimmt Rhodan eine Probe des Materials Patronit mit, das von den Onryonen für die verschiedensten Zwecke benutzt wird. Pazuzu stellt fest, dass Patronit einen sehr starken Abstoßungseffekt aufweist und in der Lage ist, jegliche andere Materie in Patronit zu verwandeln.

Pazuzu opfert einen großen Teil seiner Nanogentensubstanz. Der Ableger täuscht die Eigenschaften der Patronit-Hülle der PYTUU vor und klebt sich wie eine Blase an die Schiffswandung, so dass sich Rhodan unbemerkt darin verstecken kann. Die PYTUU und mehrere Dutzend weitere Schiffe, darunter ein 2100 Meter durchmessender Raumvater, durchqueren den Repulsorwall und liefern sich eine Raumschlacht mit terranischen Einheiten. Es ist kaum mehr als ein vorsichtiges Kräftemessen. Nachdem sich die Verbände voneinander getrennt haben, entfernt sich Rhodan von der PYTUU und nimmt insgeheim Kontakt mit der KRUSENSTERN auf, die ihn einsammelt.

Kommentar:

Der dritte Roman mit bodenständiger Science Fiction in Folge, bei dem sich der Autor wie die beiden Vorgänger viel Zeit lässt, um neue Hauptfiguren ausführlich vorzustellen (Pri Sipiera ist mir jetzt schon sympathisch) und Situationen eingehend zu beschreiben. Das ist ein vergleichsweise geruhsamer, fast behäbiger Zyklusauftakt - aber genau das gefällt mir! Auf Schwarzweißmalerei wird weitgehend verzichtet. Natürlich sind die Onryonen als Gegner zu betrachten und sicherlich verheimlichen sie den Lunarern sehr viel, aber sie versklaven die Lunarer nicht und gehen lediglich konsequent gegen die Widerständler vor, die aus ihrer Sicht wohl nichts anderes als Terroristen sind. Und eins muss man den Onryonen lassen: Sie haben insoweit die Wahrheit gesagt, als es ihnen gelungen ist, den Mond ins Standarduniversum zurückzuversetzen. Nur: Warum haben sie das getan? Um den Lunarern und sich selbst zu helfen? Oder dient ihnen der Mond, wie Pri meint, als Waffe?

Es gibt allerdings ein paar Kleinigkeiten, die mir nicht so sehr behagen. An erster Stelle steht Pazuzu. Die Eigenschaften des Nano-Dschinns wurden nie genau festgelegt, und so dient er oft als fast allmächtiges Allzweckwerkzeug, um ansonsten aussichtslose Situationen zu bereinigen und wenig erfolgversprechende Unternehmungen doch noch gelingen zu lassen. Wenn es der Handlungsentwurf anders will, dann ist Pazuzu plötzlich doch überfordert oder hat nicht genug Nano-Substanz, um etwas Bestimmtes zu tun. Das ist eine Krücke, die immer dann zum Einsatz kommen kann, wenn den Autoren nichts Besseres einfällt. Jetzt kommt eine neue Wundertüte hinzu, nämlich YLAS umgebauter Bereich innerhalb NATHANS. Warum der so komisch aussieht wie er aussieht? Warum dort Musik gespielt wird? Wie das alles funktioniert und so weiter? Das wird uns natürlich vorenthalten, und so wird uns YLA zweifellos noch mit einigen erstaunlichen Fähigkeiten überraschen.

Hinzu kommen ein paar Kontinuitätsfehler. Der Roman der Vorwoche endet am 20. Juni mit dem Händeschütteln von Perry und Pri. Der jetzige Roman beginnt an genau dieser Stelle, aber jetzt ist es plötzlich der 21. Juni. Loolons Körpergröße wird im Roman der Vorwoche nicht erwähnt, er wird lediglich als "Zwerg" bezeichnet. Er ist aber immerhin so groß, dass er nur den Arm ausstrecken muss, um Rhodan mit der Hand übers Gesicht zu streicheln. In Marcs Roman ist Loolon nur handspannengroß. Das sind allerhöchstens 30 Zentimeter, wenn man riesige Pratzen hat. Also ein Ding der Unmöglichkeit. Und schließlich heißt es in Antonins Tagebuch, die Ursache der Mondbeben sei nicht bekannt. Dabei wurde schon zu einem früheren Zeitpunkt im letzten Roman festgestellt, dass die Beben von den Gravitationsvagabunden ausgelöst werden. Ich kann mich in diesen drei Punkten irren, aber das glaube ich nicht. Solche Anschlussfehler von Roman zu Roman sollten nicht vorkommen!

Bei der Raumschlacht zwischen Onryonen und Terranern wird eine terranische Einheit zum Wrack geschossen. Marc schreibt, die Schlacht sei ohne nennenswerte Verluste ausgegangen. Na, was kostet wohl so ein Kampfschiff? Selbst wenn niemand ums Leben gekommen sein sollte, würde ich den Verlust eines Schiffes wohl durchaus als nennenswert bezeichnen...

J. Kreis, 02.06.2013


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Reiner (31.05.2013):

Drei Hefte ist der neue Zyklus alt, und es ist noch nicht viel passiert, aber so ist das am Anfang ja immer. Trotzdem hab ich die drei Hefte gerne gelesen, denn sie waren lesbar. Ein normaler Text ohne die Anhäufung von unlesbaren Technobegriffen, ich würde mich freuen, wenn das so bleiben würde. Drei Hefte ohne Superintelligenzen, und auch Alaska wurde nur ein Mal erwähnt. Auch der gute alte Whisper ist aus der Mottenkiste zurück. Ich mochte ihn damals nicht, heute finde ich die Erinnerung an ihn niedlich. Zum Material aus dem das Technogeflecht ist wurde etwas gesagt, ich denke hier immer noch an Eschbachs "Herr aller Dinge", wir werden sehen. Eine kleine, vielleicht später wichtige PR-Revolution fand immerhin statt und verbindet nun PR Welt mit Star Trek Welt. Beschleunigen in Überlicht aus Nullgeschwindigkeit und Beschuss der Raumschiffe bei Überlichtgeschwindigkeit. Wer den neuen Star Trek Film gesehen hat, weiß dies.
Freue mich schon auf den nächsten Band.



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