PR 2694
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Perry Rhodan Nr. 2694: Todeslabyrinth

Autor: Susan Schwartz

Inhalt

Shamsur Routh wurde in die Ralph-Artur-Klinik in Terrania verlegt, denn sein Zustand verschlechtert sich rapide. Stationsleiter Saram Ialtek und der Pfleger Palko, der sich mit Routh anfreundet, können kaum etwas für ihren Patienten tun, denn sie wissen nicht, warum nach und nach alle Synapsen im Gehirn des Reporters absterben. Sein Kurzzeitgedächtnis ist bereits schwer in Mitleidenschaft gezogen, und oft ist Routh so verwirrt, dass er nicht weiß, wo oder wer er ist. Klare Momente, in denen sich Routh seiner Situation schmerzlich bewusst ist, werden immer seltener. Körperliche Beschwerden kommen hinzu.

In dieser Situation bietet Chourtaird seine Hilfe an. Gegenüber Ialtek behauptet er, Routh habe noch eine wichtige Rolle zu spielen. Der Stationsleiter glaubt, der Sayporaner wolle lediglich Organe seines Patienten inkorporieren, und bleibt misstrauisch. Chourtaird darf aber in der Klinik auf Rouths Ende warten. Durch den Einsatz von Nanomaschinen wird Routh ein letztes Mal aus dem Abgrund des Vergessens herausgeholt. Seine Tochter Anicee besucht ihn, um Abschied von ihm zu nehmen. Henrike Ybarri ist zu beschäftigt; sie trifft am 14. Januar 1470 NGZ erst ein, als Routh bereits gestorben ist. Sie stellt fest, dass Chourtaird Rouths Gehirn mit Anicees Billigung entnommen und in Suspension versetzt hat. Nach anfänglichem Entsetzen lässt sie zu, dass Rouths Gehirn ins Kontinuierliche Sediment auf Faland integriert wird. Sie will ihre Regierungsgeschäfte ruhen lassen, um über ein Transitparkett selbst dorthin zu reisen. Mit Aiden Cranstouns Hilfe wird es vielleicht möglich sein, Kontakt mit Routh aufzunehmen.

Nach seinem Tod findet sich Routh in einem alptraumartigen Labyrinth wieder, in dem er von schattenhaften Gestalten bedrängt wird. Ein Unbekannter, in dem Routh erst nach einiger Zeit Zachary Cranstoun erkennt, dem er auf Gadomenäa schon einmal begegnet ist, steht ihm bei. Routh wird vor die Wahl gestellt, entweder endgültig zu sterben oder wie Cranstoun im Totenhirn aufzugehen. Er entscheidet sich für letzteres, wobei er einen Teil von sich selbst aufgibt, der daraufhin für immer vergeht. Routh erfährt, dass Delorian Rhodan hinter der Entführung von ALLDARS Korpus steckt. Die tote Superintelligenz ist bereits Bestandteil des Totenhirns.

Kommentar:

Wer erwartet hat, dass sich in der Zyklus-Endphase die epochalen Höhepunkte geradezu überschlagen, dass eine spektakuläre Enthüllung nach der anderen folgt, oder dass es zu entscheidenden Raumschlachten kommt, der wird von den letzten beiden Romanen möglicherweise enttäuscht sein. Ich finde es zwar auch nicht toll, wenn sich (wie sich allmählich abzeichnet) alles im letzten Roman eines Zyklus aufklärt, aber wenn ein Roman es schafft, mich zu berühren - und das ist Uschi Zietsch definitiv gelungen - dann brauche ich keine Geschehnisse von kosmischer Bedeutung, um ihn zu den Höhepunkten des Zyklus zu zählen.

Rouths Dahinschwinden, das wir zugleich aus seiner Sicht als auch anhand der Reaktionen seiner Umwelt miterleben, wird so einfühlsam und bewegend geschildert, dass ich mich frage, ob Uschi hier etwa eigene Erfahrungen verarbeitet. Sie schildert ja in der ersten Hälfte des Romans nichts anderes als den auf wenige Tage komprimierten Verlauf einer Demenzerkrankung. Wer so etwas einmal miterlebt hat, vielleicht wie ich in der eigenen Familie, der weiß genau, was das bedeutet. Klasse, wie viel Uschi mit wenigen Absätzen zur Figurenentwicklung z.B. Anicee Ybarris beiträgt. Zu Science Fiction wird der Roman erst in der zweiten Hälfte. Rouths Erlebnisse im "Jenseits" sind ebenfalls sehr eindrucksvoll. Wie in einem echten Alptraum entsteht eine Atmosphäre der Bedrohung, vor der Routh nicht davonlaufen kann.

Außerdem werden ja durchaus einige interessante Informationen vermittelt. Zum Beispiel erfährt man, dass die Besatzung der BOMBAY (vgl. PR 2632) mit sayporanischer Hilfe völlig geheilt werden konnte. Endlich wird auch wenigstens einmal kurz erwähnt, dass die Entführung des Solsystems negative Auswirkungen auf die Wirtschaft hat. Derartige Probleme wurden bisher fast völlig ausgeklammert.

Tja, und dann kommt ganz am Ende noch ein hübscher Knalleffekt, über den man einmal genauer nachdenken muss. Dass Delorian hinter dem Verschwinden der Superintelligenzenleiche steckt, hätte ich nicht gedacht. Ich hatte angenommen, die Sayporaner hätten das Ding geklaut und über die Ephemere Pforte in die Anomalie eingespeist, um diese zu stabilisieren. Wieder einmal zeigt sich also, dass Delorian mit gezinkten Karten spielt. Jetzt wissen wir, dass er Schuld an der Besetzung Terras durch Fagesy und Sayporaner ist! Die Fagesy haben geglaubt, der Korpus sei auf Terra versteckt. Delorian hätte das aufklären können. Somit hat Delorian jene Krise, in der Toufec glänzen und Sympathiepunkte bei den Terranern sammeln konnte, erst herbeigeführt! Wer hat also die Vernichtung von Mexico City (PR 2633) sowie alles Leid, das die Fagesy über Terra gebracht haben und wegen der Anschläge der terranischen Untergrundkämpfer selbst erfahren mussten, letzten Endes zu verantworten? Mal sehen, ob Henrike Ybarri noch einmal mit Routh wird sprechen können, und ob er diese Information dann an sie weitergibt...

Wir erfahren nicht, warum ALLDARS Korpus dem Totenhirn hinzugefügt wurde. Die Superintelligenz ist schließlich praktisch nicht mehr vorhanden, jedenfalls wird sie dem Totenhirn vermutlich nicht bei der Denkarbeit helfen können - oder was immer das Totenhirn tun muss, damit das Neuroversum entstehen kann. Welchen Zweck hatte die Aktion also?

J. Kreis, 07.04.2013


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Gastkommentar von Hairybird (08.04.2013):

Uschi Zietschs Doppelpack kann einen wirklich wieder mit der Serie versöhnen. Kein Lückenfüller, wie so viele Doppelbände, sondern sogar zwei voneinander unabhängige spannende Stories. Gut recherchiert, ausgezeichnet erzählt, farbig, bunt und lebensnah. Fesselnd von der ersten bis zur letzten Zeile.
So macht PR wieder Spass.



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