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Perry Rhodan Nr. 2685: Der ARCHETIM-Schock

Autor: Hubert Haensel

Inhalt

Der ARCHETIM-Schock - die Überflutung des Solsystems mit einer Welle quälender Emotionen infolge der Entfernung des Superintelligenzen-Korpus - ist für Paitäcc das Zeichen zum Angriff. Sein vorrangiges Ziel ist die Vernichtung der Kristallkugeln, die den Sextadimschleier aufrechterhalten. Zehntausende Zapfenraumer greifen die wenigen völlig überraschten terranischen Schiffe an, die sich Sol genähert haben, um ARCHETIMS Abtransport zu beobachten. Die Raumer werden vernichtet. Nur Callis Varro, Kommandant des Schweren Kreuzers BAMAKO, entkommt mit einer Rettungskapsel, die auf dem Neptunmond Triton niedergeht.

Millionen Dosanthi übertragen ihre Panik-Impulse auf die Bewohner des Solsystems und ersticken damit jeglichen Widerstand im Keim. Landetruppen greifen die bewohnten Planeten und Monde an. Die auf Triton lebende Gendesignerin Rya Pascoe flieht mit einem alten Shift. Sie findet Varros Rettungskapsel und bringt den Verletzten in Sicherheit.

Reginald Bull findet bei seiner Rückkehr ins Solsystem chaotische Zustände vor. An eine wirksame Gegenwehr ist nicht zu denken. Da meldet sich Anicee Ybarri, die Sprecherin des Umbrischen Rates. Sie befiehlt Paitäcc, alle Kampfhandlungen einzustellen. Der Sayporaner gehorcht. Seine Schiffe deaktivieren sogar die Energieschutzschirme. Verhandlungen werden am 17. Dezember 1469 NGZ eingeleitet.

Die Spenta erfüllen ihren Teil des Pakts mit Reginald Bull. Die Fimbul-Kruste wird entfernt. Sol wird neu gezündet. Rya Pascoe und Callis Varro beobachten den ersten Sonnenaufgang seit Monaten von Triton aus.

Reginald Bull entsendet Schiffe, die den Spenta folgen. Weitere Kontingente werden zur Brückenwelt entsandt. Delorian Rhodan und seine Sternwürdigen übernehmen die Befreiung des Weltenkranz-Systems von der Herrschaft der Akademie für Logistik.

Kommentar:

Hä? Was war das? Ein Wunschtraum Reginald Bulls? Eine reißerische Trivid-Sendung, in der die hoffnungslose Unterlegenheit der Terraner zu Propagandazwecken in einen Sieg verwandelt wird? Eine Pararealität? Die Parodie eines Perry Rhodan-Romans?

Jetzt nochmal ganz langsam zum Mitschreiben. Die Sayporaner dienen QIN SHI. Solche wie Chourtaird, die etwas gegen die Entscheidungen der Akademie für Logistik einzuwenden haben, haben nichts zu melden. Die Sayporaner haben einen unfassbaren Aufwand betrieben, um Terra ins Weltenkranz-System einzugliedern: Entführung des Solsystems in ein Mini-Universum, Vorbereitung des Transfers eines kompletten Planeten, Neuformatierung der Jugendlichen, heimliche Verlegung zehntausender Dosanthi-Raumer nach Neptun, Ausrottung der restlichen Menschheit durch QIN SHI. QIN SHI betrachtet die Terraner bestenfalls als Snack, schlimmstenfalls als lästige Gegner, die vernichtet werden müssen. Das alles wird vermutlich schon seit Jahren in aller Heimlichkeit vorbereitet. Jetzt ist der Zeitpunkt zum Losschlagen gekommen. Gnadenlos vernichten die Dosanthi alles, was ihnen im Weg steht. Dann sagt Anicee Ybarri einfach nur "STOP!" und alles steht still. Nicht nur das - jetzt haben die Terraner die schönste Gelegenheit, um zum Gegenschlag auszuholen, was Reginald Bull auch prompt in Angriff nimmt.

Sind die denn von allen guten Geistern verlassen?

Welche Autorität hat Anicee Ybarri gegenüber Paitäcc? Gar keine! Paitäcc ist immerhin der designierte nächste Dekan der Akademie für Logistik, also der Nachfolger des Haupt-Drahtziehers. Er ist doch derjenige, der den Plan des jetzigen Dekans verwirklichen soll, er hätte Paichander zu gehorchen! Trotzdem befolgt er Anicees Anweisung sofort, ohne auch nur den Hauch eines Widerspruchs, als hätte er nur auf diesen Befehl gewartet. Was wird denn nun aus dem ganzen schönen teuflischen Plan und der Versetzung Terras ins Weltenkranz-System? Alle Sayporaner und Dosanthi im Solsystem sind plötzlich ganz friedlich und scheinen jetzt rein gar keine Rolle mehr zu spielen. Ja, was zum Teufel sollte dann der ganze Aufwand?

Die spinnen, die Sayporaner!

Aber wenn es nur das wäre. Der Roman besteht größtenteils aus dem für die Handlung völlig irrelevanten Herumgehampel eines von Rya Pascoe hergestellten Kunstwesens, der pessimistischen Weltanschauung Callis Varros und der breitgetretenen Schilderung diverser schlimmer Erinnerungen irgendwelcher Leute, die unter dem ARCHETIM-Schock leiden. Tränen, Trauer, Verzweiflung, alles ganz furchtbar schröcklich. Diese Passagen kann man nur durch Querlesen ertragen.

Natürlich haben die Terraner nach unzähligen gleichartigen Erfahrungen immer noch nicht dazugelernt. Roboter und Positroniken werden einfach nicht konsequent eingesetzt, so dass die Kampfschiffe hilflos sind, sobald ihre menschliche Besatzung ausfällt. Als ob ein Schwerer Kreuzer einen Teil seiner Schlagfähigkeit einbüßen würde, wenn er nicht von Menschen, sondern von einer Positronik befehligt wird! Ich will jetzt gar nicht alle Beispiele der letzten Jahre auflisten, in denen superschlaue terranische Positroniken in die Handlung eingebaut wurden, die ganz eigenständig agieren konnten. Was spricht dagegen, den Computern die Kontrolle zu überlassen, sobald feststeht, dass die Besatzung nicht mehr handlungsfähig ist? Der Kommandant hätte mit dem Rest klaren Denkvermögens sogar einen entsprechenden Befehl erteilen können. Wenn ein paar tausend Schlachtschiffe der Heimatflotte plus PRAETORIA damit anfangen würden, aus allen Rohren auf die Zapfenraumer zu schießen, dann wäre es völlig egal, wer das Knöpfchen drückt: Der Waffenleitoffizier oder die Positronik. Die Dosanthi hätten in beiden Fällen keine Chance. Und jetzt soll mir keiner mit der dämlichsten Ausrede der Welt kommen, eine Positronik könne niemals so "kreativ" denken wie ein Mensch. Kreativität dürfte in einer Materialschlacht wie der, die sich im Solsystem angebahnt hat, eine weit geringere Rolle spielen als schiere Feuerkraft.

Und zu schlechter Letzt: Was bitte ist denn aus diesem geheimnisvollen Siegel geworden, durch das ARCHETIM in der Sonne festgehalten wird? Hat sich das Ding von selbst aufgelöst, habe ich etwas überlesen oder haben die Autoren es ganz einfach vergessen?

Romane wie dieser verderben mir noch den Spaß an der einzigen wirklich guten Handlungsebene dieses Zyklus.

J. Kreis, 03.02.2013


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Gastkommentare


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Gastkommentar von Claus (08.02.2013):

Wiederholungen von vorangegangenem, seitenweise überflüssiges, Logik auf Kindergartenniveau... Ich frage mich immer wieder, warum ich überhaupt noch an dieser Serie hänge. Warum wird nicht mal gesagt: "Wir machen ein Konzept für 100 Romane und schreiben das ganze in 50 Heften."

Was würden wohl SENECA, die Posbis und der alte Robotregent zu den Lochkartenrechnern auf den terranischen Schiffen sagen...
Und diese Demontage von Ritteraura, ARCHETIM, usw. finde ich auch nicht gut. Warum wurde nochmal das Solsystem gegen TRAITOR beschützt und nicht aufgegeben...? Da wird sich ES freuen. Aber der macht ja auch nichts für sein Geld.


Gastkommentar von Eric (07.02.2013):

Na ja. Qin Shi ist mit anderen Dingen beschäftigt, bei den Sayporanern herrscht ein Machtkampf und wir wissen nicht, was Anicee Ybarri mit den Angreifern besprochen hat. Dann wäre da noch der Plan, Terra zu versetzen. Klingt eher nach einem Ablenkungsmanöver und Bull bleibt ja auch misstrauisch. Der ehrgeizige Paitäcc wird sicher auch nicht so mir nichts dir nichts abtreten, es bleibt also vielleicht doch noch alles offen.

Trotzdem war der Roman ziemlich unspektakulär.


Gastkommentar von kidgforce (03.02.2013):

Richtiger Gedanke. Dass Menschen überhaupt noch auf den Raumschiffen sind, ist eigentlich nur ein Hobby von wenigen Abenteuerlustigen und bringt vielleicht noch im Ernstfall die letzten 2% menschliche Intuition, aber ansonsten müsste die Positronik beim Ausfall der menschlichen Besatzung nach 1 Sekunde Analyse der Lage automatisch auf "Defensivstrategie Robotregent 1C - kompromisslose Verteidigung des Heimatsystems ohne Rücksicht auf weiter entfernte Kolonien" zurückfallen.



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