PR 2669
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Perry Rhodan Nr. 2669: Wettstreit der Konstrukteure

Autor: Marc A. Herren

Inhalt

4235 Jahre nach der Gründung ihres Reiches führen die humanoiden Mowener in der Galaxie Karn-Legrek Krieg gegen die Orfenar. Im Kampf um den unbedeutenden Planeten Nunngar erleidet der junge Industriellensohn Cholaquin Port'aldonar - besser bekannt unter dem Namen Sholoubwa, Autor des vor Patriotismus triefenden Gedichtbandes "Liebe in Zeiten des Überflusses" - eine schreckliche Bauchverletzung. Eine flugfähige Medodrohne rettet dem im Sterben liegenden Mowener das Leben, aber für den Rest seines Lebens muss Cholaquin einen Medikamentencocktail zu sich nehmen, um das instabile Geflecht künstlicher Organe in seinem Leib funktionsfähig zu erhalten. Seine Kriegserlebnisse verarbeitet Cholaquin gegen den Widerstand seines Vaters, der ihn schließlich enterbt, in neuen, alles andere als patriotischen Gedichten. Damit eckt er schnell an, denn die Kriegsbegeisterung seines Volkes hat nicht abgenommen. Desillusioniert beendet er seine Schriftstellerkarriere und tritt nun doch noch in die Fußstapfen seines inzwischen bankrotten Vaters. Sein eigenes Genie als Konstrukteur übertrifft das seines Vaters bei weitem.

Schon während der Rekonvaleszenz hat Cholaquin die alte Medodrohne, von der er sich nie trennen wollte, umfassend perfektioniert. Jetzt befasst er sich mit der Erschaffung von Großtransmittern und entdeckt den so genannten "Nullkanal" - eine Art Dimensionstor, durch das zwei beliebige Punkte permanent miteinander verbunden werden können. Eine dabei frei werdende tödliche Strahlung verhindert die Nutzung des Nullkanals durch Lebewesen. Cholaquin lässt sich auf eine Wette ein. Er setzt seinen Konzern gegen die Hand der Ehefrau seines Konkurrenten Husen, der die Entwicklung von Biopositroniken anstrebt. Cholaquin muss die Kapazität der Medodrohne extrem steigern, wenn er die Wette gewinnen und beweisen will, dass Biopositroniken nicht so leistungsfähig sind, wie Husen behauptet. Cholaquin betrügt, indem er die Drohne per Nullkanal mit einer Großpositronik verbindet. Er gewinnt, verliert aber schnell das Interesse an Husens Frau. Jahre später bemerkt er, dass sich die Schaltkreise der Drohne infolge der Nullkanal-Strahlung auf nicht reproduzierbare Weise verändert haben. Die Drohne ist jedem Großrechner weit überlegen, denn sie kann kreative Ideen entwickeln. Cholaquin verbessert die Drohne immer weiter und gibt ihr den Namen Sholoubwa.

Im Jahre 4255 NRG wird Cholaquin von einem Boten der Kosmokraten aufgesucht. Mit der Entwicklung des Nullkanals hat sich der Konstrukteur dafür qualifiziert, in die Dienste der Ordnungsmächte zu treten. Als Cholaquin nach der Bezahlung fragt, reagiert der Bote mit Unverständnis. Cholaquin schickt ihn hohnlachend weg. 18 Jahre später steht Cholaquins Konzern vor der Zwangsverstaatlichung. Sholoubwa, der inzwischen einen Mowener-Körper besitzt, soll zerstört werden. Sholoubwa wehrt sich und tötet die Abgesandten der Regierung eigenmächtig. Cholaquin bleibt nur die Flucht. Er und Sholoubwa verdingen sich bei jeweils einem von zwei verfeindeten Völkern und führen somit eine Art Krieg gegen sich selbst. Cholaquin baut spezielle Subroutinen in Sholoubwa ein, denn dessen gefühllose Eigenständigkeit ist ihm unheimlich geworden. Außerdem hat der Schüler den Meister längst überflügelt.

Im Alter von 93 Jahren erkennt Cholaquin, dass sein Tod unmittelbar bevorsteht. Da sein Körper nicht zu retten ist, will Cholaquin sein Gehirn in Sholoubwas Körper verpflanzen und über eine seinerzeit von Husen entwickelte Schnittstelle mit der Superpositronik verbinden. Sholoubwa selbst soll den neuronalen Transmitter bauen. Er veranschlagt die Bauzeit mit 72 Jahren. Cholaquin überbrückt diese Zeit mit einem Dilatationsflug. Im Jahre 4379 angekommen, will er die Subroutinen einsetzen, um Sholoubwa quasi zu töten und seinen Platz einzunehmen. Doch er wird betrogen. Sholoubwa hat die Programme längst unschädlich gemacht und den Bau des neuronalen Transmitters schon nach 22 Jahren eingestellt. Cholaquin stirbt.

Kommentar:

"Toll, da steht mir schon wieder eine Lebensgeschichte bevor", dachte ich letzte Woche, als ich las, dass es Eroin Blitzer gelingt, Sholoubwas Erinnerungen zu bergen. Ich mag Lebensgeschichten eigentlich nicht; es ist mir lieber, wenn die in derartigen Romanen zusammengefassten Informationen (auf die man meist schon lange gewartet hat) auf andere Art vermittelt und besser in die laufende Zyklushandlung eingebettet werden. Nicht selten haben diese Lebensgeschichten nämlich nur Alibifunktion. Es wird halt jemand gebraucht, dessen Leben irgendwie im Zusammenhang mit den im Zyklus aufgebauten Geheimnissen steht. Wer derjenige ist, ist völlig egal, und warum sollte ich mich deshalb für sein Leben interessieren?

In diesem Fall ist das aber ganz anders. PR 2669 ist Science Fiction vom Feinsten, wie ich sie auch außerhalb der Perry Rhodan - Serie gern lese. Nicht nur irgendeine an den Haaren herbeigezogene Story über einen Typen, von dem man noch nie gehört hat und der nie wieder irgendeine Rolle spielen wird. Sondern die Lebens- und Leidensgeschichte eines in sich zerrissenen Mannes, der gleich mehrere tiefgreifende Wandlungen durchmacht und am Ende scheitert. Und von seiner Schöpfung, die sich auf ungewöhnliche Art und Weise selbständig macht. Ich war von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Toll!

Dabei ist Cholaquin alles andere als sympathisch. Er ist ein Egomane, der sich an der eigenen Großartigkeit ergötzt, sich allen überlegen fühlt, über Leichen geht und so weiter. Marc A. Herren versteht es sehr gut, ihm die nötige Tiefe und Ambivalenz zu verleihen, so dass er nicht zum 08/15-Bösewicht wird. Cholaquin ist zwar ein ziemlicher Arsch, aber wie er den Kosmokratenboten abblitzen lässt, der doch tatsächlich der naiven Überzeugung ist, den Bewohnern der Niederungen sei die Ehre des Dienstes für die Hohen Mächte Lohn genug - das hat was.

Jetzt kann man sich fragen: Ist der Sholoubwa, mit dem wir es bisher zu tun hatten und der das BOTNETZ gebaut hat, etwa der von Cholaquin erschaffene Superroboter? Oder hat Cholaquin irgendwie überlebt? Wurde sein Gehirn doch mit Sholoubwas Positronik gekoppelt? Wir werden es wohl nächste Woche erfahren - ich freue mich schon auf die zweite Hälfte des Doppelromans aus Marcs Feder!

J. Kreis, 14.10.2012


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