PR 2665
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Perry Rhodan Nr. 2665: Geheimnis der Zirkuswelt

Autor: Marc A. Herren

Inhalt

Thea, eine ehemalige Freihändlerwelt in der Southside vor der Haustür der Jülziish, wurde vor längerer Zeit von der vorwiegend terranischen Besatzung eines notgelandeten Zirkusschiffes besiedelt. Die renommierte Zirkusakademie Theas hat einige galaxisweit bekannte Dompteure und Artisten hervorgebracht. Hauptwirtschaftsfaktor ist der Warenumschlag, aber der Planet gilt als unbedeutend. Das könnte sich ändern, wenn das Theatrum-System der LFT beitreten würde. Hierfür wirbt Arun Joschannan, der die Zirkuswelt am 9. Februar 1470 NGZ besucht. Zunächst lässt sich der Erste Terraner von Nuggnugg, einem alten einheimischen Topsider, durch die Hauptstadt Dolina Salamonski führen. Die Topsider Tork-Trak und Onttril-Gukzz sind nicht der einzige Schutz, auf den sich Joschannan verlässt. Die JULES VERNE umkreist das System ortungsgeschützt, zehn Posbi-BOXEN stehen in wenigen Lichtjahren auf Warteposition. Ronald Tekener hat beim Verhör des Sayporaners Marrnuur erfahren, dass der Erste Terraner auf einer Zirkuswelt entführt werden soll. Als der Smiler auch noch die Meldung erhält, dass sich Sayporaner auf Thea aufhalten, begibt er sich in Maske nach Dolina Salamonski, um Joschannan zu warnen.

Die Entführung erfolgt während einer Rede Joschannans am 10. Februar. Die Angreifer verfügen über hochwertige Schutzschirme und Waffen. Die LFT-Personenschützer haben dem nichts entgegenzusetzen. Es gibt Tote und Verletzte, Tekener wird paralysiert. Joschannan, sein Sekretär Henar Maltczyk, die beiden topsidischen Bodyguards und weitere Personen werden, wie sich bald herausstellt, zur Insel Osa Mariga gebracht. Tekener folgt den Entführern mit dem Jagdkreuzer NAUTILUS III, aber auf Osa Mariga findet gerade ein Volksfest statt, so dass Tekener keine schweren Waffen einsetzen kann. Ein von ihm geführtes Einsatzteam kommt zu spät. Die Entführten wurden bereits von dem Sayporaner Stradsoider in Empfang genommen und mittels eines Transitparketts zu einem anderen Ort weitertransportiert. Die Terraner heben ein von mehreren Hundert Sayporanern und Badakk bewohntes Dorf aus Pagodenzelten auf der Insel aus. Dort befinden sich außerdem mindestens 40 Kinder, die sich offenbar freiwillig bei den Auguren aufgehalten haben. Zwei 300-Meter-Raumschiffe, die schon vor 17 Jahren als gestohlen gemeldet wurden und jetzt Geneseplasmabecken enthalten, werden untersucht. Am 11. Februar kann ein Flugschreiber ausgelesen werden. Tekener erkennt, dass die Sayporaner auf dem Mond des siebten Planeten eine weitere Basis unterhalten.

Tatsächlich werden Tork-Trak und Onttril-Gukzz dort bereits von dem Sayporaner Chourweydes verhört, der sich wesentlich aggressiver gibt als Stradsoider. Als sich die JULES VERNE der Basis nähert, unternehmen einige der dort geparkten Raumschiffe - darunter zwei Nagelraumer der Spenta - einen Fluchtversuch. Ein Nagelraumer wird abgeschossen, die anderen entkommen. Landetruppen dringen in die Basis ein und schlagen jeglichen Widerstand schnell nieder. Während sich Courweydes kooperativ zeigt, kämpft Stradsoider bis zuletzt und wird niedergestochen. Trotz allem kommt Tekener anscheinend wieder zu spät: Joschannan befindet sich bereits in einem Becken mit Geneseplasma…

Kommentar:

Die Milchstraßen-Handlungsebene ist zurzeit richtig stark. Marc A. Herren setzt den an sich schon guten Roman der Vorwoche noch besser fort. Besser, weil es so ein Fremdkörper-Kapitel wie in PR 2664 hier nicht gibt. Am Ende des Romans bleibt unklar, ob Joschannan bereits mit einem Badakk-Symbionten ausgestattet wurde, oder ob die Umwandlung wie bei Tormanac unvollständig geblieben ist. Es wäre jedenfalls schade, wenn diese in den letzten beiden Heften so gut eingeführte Figur schon wieder abserviert werden würde. Man hatte ja kaum Zeit, sich an ihn zu gewöhnen. Klar ist dagegen, dass Badakk und Sayporaner schon erheblich länger in der Milchstraße unterwegs sind als bisher gedacht. Schon vor 17 Jahren wurden Raumschiffe gestohlen und so umgebaut, dass die Sayporaner ihre Propagandamissionen unter dem Deckmantel künstlerischer Vorstellungen mit ihnen durchführen konnten. Wer weiß, auf welchen Welten sie das Becken der wahren Gedanken schon zum Einsatz gebracht haben...

Marc A. Herren setzt bei der Figurenzeichnung darauf, den Charakter der Personen durch deren Taten zu verdeutlichen. Er verlässt sich in der Regel nicht auf langatmige Erläuterungen, und das gefällt mir. Joschannan ist offensichtlich jemand, der sich nicht einschüchtern lassen will. Mit seinem Besuch auf Thea will er außerdem deutlich machen, dass es für ihn keine unwichtigen Welten gibt. So lässt sich erklären, warum er so leichtsinnig ist, ausgerechnet genau die Welt zu besuchen, auf der er entführt werden soll - wie er sehr wohl weiß. Nur einmal weicht Marc A. Herren von dem von mir bevorzugten Prinzip "show, don't tell" ab. Da hält Joschannan nämlich ein paar rüpelhaften Raumfahrern, die einen diskriminierenden Namen für Topsider verwendet haben, eine empörte Moralrede. Da lässt der Erste Terraner ein wenig zu sehr den Gutmenschen heraushängen. Das wäre gar nicht nötig gewesen.

Ronald Tekener wird meiner Meinung nach leider ganz und gar nicht so gut charakterisiert wie Joschannan. Gut, dass er über Dao hinweg ist, kann man problemlos akzeptieren. Von dem alten Schwerenöter erwartet man schon fast, dass er sich mit Damen vergnügt, ohne ihnen größere Gefühle entgegenzubringen. Aber dass er die Frau nach einem One-Night-Stand eiskalt abserviert, hätte ich dann doch nicht erwartet. Tek mag ein Macho sein, aber ein Arschloch ist er nicht. Dachte ich jedenfalls bisher. Noch schlimmer finde ich allerdings seine Fehler. Dass er zum Beispiel beim Kampf gegen die drei Diskusraumer nicht mit der JULES VERNE eingegriffen hat, könnte ich gerade noch hinnehmen - die anderen Schiffe haben sich ja wacker geschlagen. Aber hätte die JV nicht schon beim Angriff auf Joschannans Korvette einschreiten müssen? Und dann seine Fahrlässigkeit bei Joschannans Rede auf Thea! Das passt nicht so recht zu dem mit der Erfahrung von Jahrhunderten gesegneten USO-Spezialisten.

J. Kreis, 16.09.2012


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Gastkommentare

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Gastkommentar von kidgforce (21.09.2012):

Sch... aber auch, dass sich Tek gerade jetzt nicht mehr mit Depressionen und Abgelenktsein wegen Dao herausreden kann. Der Smiler geht zu hohe Risiken ein, obwohl er tausendmal gewarnt ist. Selbst kurz vor dem Desaster hätte er noch alles retten können, indem er erstmal das ganze Sayporanerdorf von oben paralysieren lässt. Aber nein, erstmal auf eigene Faust mit dem Gleiter hinrasen. Unprofessionell. Vor allem für einen Unsterblichen.

A propos: auch Perry müsste inzwischen einiges besser wissen, Bully ist eh zu emotional für den Job.... hm, eigentlich ist Atlan der einzige Profi.



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