PR 2647
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Perry Rhodan Nr. 2647: Der Umbrische Gong

Autor: Leo Lukas

Inhalt

Mit Hilfe des Schattens entkommen Sharoun Beffegor, Barisch Ghada, der Matten-Willy Snacco und der Fagesy Oachono Fydor Riordans Häschern. Toufec zeigt sich Sharoun und verkündet, er arbeite für Rhodan. In Ghadas Wohnung können die Guerilleros nicht zurückkehren. Deshalb nimmt Sharoun Kontakt mit Undine Comerell auf, einer Jahrgangskollegin, die im Gegensatz zu ihr beim TLD geblieben ist. Die beiden waren zwar keine Freundinnen - tatsächlich haben sie sich 1466 NGZ einen echten Zickenkrieg geliefert - aber Undine hat das Vertrauen in Fydor Riordan spätestens nach Chakt-Vachtors Tod verloren. Der Topsider war seinerzeit Sharouns und Undines Ausbilder. Undine geht zu Recht davon aus, dass Riordan ihn ermordet hat. Deshalb verhilft sie Sharouns Gruppe zur Flucht.

Nach dem medienwirksamen Angriff des Schattens auf das Transitparkett im Dolan Memorial Park setzt Riordan alles daran, Toufec in die Hände zu bekommen. Der geheimnisvolle Mann wird zum Staatsfeind Nummer eins erklärt. Toufec stört das ebenso wenig wie seine Fans, die ihn zu imitieren beginnen. Er erregt weiterhin absichtlich Aufmerksamkeit. Mit seiner überlegenen Ausrüstung, die es ihm sogar ermöglicht, wie ein Strukturläufer durch feste Materie zu gehen, dreht er dem TLD und der Polizei immer wieder eine lange Nase. Um Toufec zu zwingen, sich zu stellen, braucht Riordan ein Druckmittel. Er glaubt, Sharoun und ihre Gefährten seien geeignete Geiseln. Schnell stellt er fest, dass es eine Verbindung zwischen Sharoun und Undine gibt. Letztere ist seit dem 5. November 1469 NGZ verschwunden, angeblich im Rahmen eines Zeugenschutzprogrammes für eine Unitherin, die untertauchen musste. Die Sicherheitsmaßnahmen dieses Programms sind so ausgefeilt, dass sich selbst der neue TLD-Chef etwas Besonderes einfallen lassen muss, um seine Opfer zu finden.

Zuvor steht jedoch die erste Sitzung des Umbrischen Rates an. Sie findet am 18. November vor 3000 Zuschauern im Kosmopolitan-Opernhaus statt. Es sind zahlreiche Journalisten anwesend, aber Zwischenfragen sind nicht erwünscht. Die ganze Veranstaltung ist eine Farce. Anicee Ybarri wird offiziell zur Ratssprecherin ernannt. Sie verkündet die Gründung eines neuen Staates der Menschheit namens Formatiertes Terra Umbra (FTU), in dem nichtformatierte Altterraner und Wesen aus anderen Völkern nur geduldet sind. Die ersten Maßnahmen der neuen Regierung bestehen in der Eröffnung zahlreicher Transitparkette, über die weitere Jugendliche zur Neuformatierung ins Weltenkranz-System geschickt werden können, sowie in der Verdunkelung des Sonnenpulks aus Rücksichtnahme auf die Vorlieben der Sayterraner. Als Einstandsgeschenk des Rates wird der Umbrische Gong geliefert. Diese elf Meter durchmessende zartrosa Folie wird in zwanzig Metern Höhe über der Solaren Residenz installiert. Der Gong schlägt Punkt 22 Uhr Ortszeit zum ersten Mal. Der überall hörbare Klang versetzt alle Terraner (sogar Toufec) für einige Minuten in eine angenehme Trance. Laut Pazuzu, Toufecs technischem Dschinn, sind einfache Ohrstöpsel ausreichend, um sich dagegen zu schützen.

Am 20. November besuchen Riordan und Ve Kekolor, die dem Residenz-Ministerium für Mutantenfragen vorsteht, das TIPI. Der parabegabte Terraner Ofner Kiwanika soll bei der Aufspürung der Guerilleros helfen. Der 22jähirge Mann ist traumatisiert und geistig zurückgeblieben, besitzt aber eine Fähigkeit, die der Orter-Gabe des Mutanten Fellmer Lloyd ähnelt. Kiwanika kann nur Personen orten, die ihm etwas bedeuten. Er muss sie allerdings nicht persönlich kennen. Deshalb zeigt man ihm im TLD-Tower, wie einem Fagesy zwei Arme abgetrennt werden (Oachono ist es genauso ergangen), während Kiwanikas Parafähigkeit gleichzeitig durch die Gabe einer experimentellen Hyperdroge gesteigert wird. Er spürt Oachono im Weltraumhabitat Nuevo Quito Orbital auf. Riordan leitet den Zugriff am Folgetag persönlich, aber Sharouns Gruppe kann sich rechtzeitig durch einen Käfigtransmitter absetzen. Undine hatte bereits Kontakt mit einem Mittelsmann der Society of Absent Friends aufgenommen. Die Flüchtlinge treffen sich am Heathrow Spaceport mit Homer G. Adams, der sie ins Kastell einlädt. Gemeinsam fliegen sie mit der LADY LAVERNA dorthin.

Am selben Tag schlägt der Umbrische Gong zum zweiten Mal. Er wird jedoch von Falken vernichtet - die "Tiere" bestehen aus Nanomaschinen und wurden von Toufec entsandt. Marrghiz steckt den Rückschlag lächelnd weg. Er glaubt, durch diese Aktion habe Toufec einiges an Popularität eingebüßt. Außerdem sollen neue Gongs installiert werden. Toufec legt jedoch nach. Er gibt Phaemonoe Eghoo (die bei dieser Gelegenheit öffentlich ihr Amt niederlegt) ein neues Interview, das auf allen Kanälen gesendet wird. Toufec warnt vor QIN SHI und dem drohenden Untergang der Anomalie. Er verkündet erneut, Rettung durch seinen Herrn, der sich bereits im Solsystem befinde, sei nahe. Der Name von Toufecs Herrn ist Rhodan! Nach dem Ende der Übertragung erschafft Pazuzu ein kleines Raumschiff. Toufec und Phaemonoe brechen damit auf, um Rhodan entgegenzufliegen.

Alle Ereignisse auf Terra werden aufmerksam vom Kastell aus beobachtet. In dieser bestens ausgestatteten und abgeschirmten Station inmitten der Baustelle des entstehenden Mondes Neu-Ganymed, in der sich Reginald Bull versteckt hält, werden die 23 schlafenden Besatzungsmitglieder der BOMBAY unter Quarantäne gehalten. Kirte Otorongo, Chefmediker des Kastells, bemüht sich, sie aufzuwecken. Nachtaugs Beisohn wird von Geronimo Abb und DayScha betreut. Er ist auf dem Wege der Besserung. Am 22. November werden Morsezeichen empfangen. Jemand bittet um Einflugerlaubnis für die TOLBA - gezeichnet: Rhodan! Bull erteilt die Erlaubnis, aber als er die TOLBA sieht - eine 110 Meter durchmessende transparente Sphäre mit einer darin eingebetteten, 75 Meter durchmessenden Kugel - kommen ihm Zweifel...

Kommentar:

Endlich mal ein Doppelroman, den ich mir nicht kürzer gewünscht hätte. Im Gegenteil! Es dürfte gleich so weitergehen! Aber nein: Der Viererblock ist ja zu Ende, also muss schleunigst die Handlungsebene gewechselt werden...

"Formatiertes Terra Umbra", "Umbrischer Gong"... was damit wohl gemeint ist? Umbra ist ein brauner Farbstoff, aber ich glaube nicht, dass die Farbe in diesem Zusammenhang eine Rolle spielt - ebenso wenig die italienische Region Umbrien. Als Umbra werden aber auch die dunklen Kerne der Sonnenflecken bezeichnet. Ich könnte mir vorstellen, dass hier ein Zusammenhang besteht, denn Sol ist ja komplett von einem Mega-Sonnenflecken bedeckt, wenn man so will, und auf Terra ist's derzeit ziemlich schattig.

Die Solsystem-Handlungsebene wurde, wie ich irgendwo gelesen habe, von Wim Vandemaan konzipiert. Ich finde, das merkt man deutlich. Alles ist gut durchdacht, immer wieder werden faszinierende neue Enthüllungen eingebaut und es zeichnen sich interessante Entwicklungen ab. Toufec behauptet, sein Herr sei Rhodan. Den Vornamen nennt er nicht. Perry kommt meiner Meinung nach nicht in Betracht, der ist ja erst am 17. November mit Ramoz in eine Anomalie eingeflogen (PR 2639). Gut, die TOLBA könnte eines der dort versteckten Schiffe sein, aber dann müsste es auch eine Direktverbindung zur Anomalie des Solsystems geben.

Wen hätten wir noch? Delorian bietet sich an, schließlich sind wir ihm in diesem Zyklus schon begegnet. Als ehemaliger Chronist von ES hatte er womöglich Gelegenheit, sich am Technik-Fundus der Superintelligenz zu bedienen, und vielleicht ist Toufec jemand aus der Vergangenheit wie Piet Rawland. Von Michael (Roi Danton) haben wir schon lange nichts mehr gehört, er ist seit Zyklusbeginn mit der SOL verschollen (PR 2600). Wie wäre es mit Kantiran? Man beachte: Bully denkt an ein Goldfischglas, als er die TOLBA sieht. Das erinnert an den Weltweisen von Azdun, den neuen Mentor der Friedensfahrer (PR 2499). Der Weltweise war ein Quallenwesen in einer Sphäre, die an ein von Schneegestöber erfülltes, 70 Meter durchmessendes Goldfischglas erinnert... Gut, er hat sich vergeistigt, aber er kann immer noch körperliche Gestalt annehmen. Vielleicht ist die größere Sphäre ein Transportmittel für den Avatar des Weltweisen?

J. Kreis, 13.05.2012


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Gastkommentare

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Gastkommentar von lichtman (15.05.2012):

Am besten passt alles auf Delorian Rhodan, obwohl ich erwartet hätte, dass er auf der BASIS ist, wenn die PHANES-Schaltung in 2650 aktiv wird.

Die Bemerkung "an einen Rücktransport des Solsystems ist nicht zu denken" - merkwürdige Formulierung - erinnert an Delorian, obwohl er in 2600 meinte, die Entführung könnte rückgängig gemacht werden.

Nachdem er 18 Mio Jahre ein(!) Chronist von ES war, hat er am ehsten Infos, woher er sich die den Sayporanern überlegene Nanotechnik besorgen kann. Ich befürchte, sie selbst arbeitet mit irgendwelchen temporalen Effekten.

Auch wäre es ihm ein Leichtes gewesen, Toufec vor ca. 4500 Jahren zu rekrutieren - oder ggf. später von Wanderer mitzunehmen.

Eigentlich erstaunlich, dass die Verbindung zu den Friedensfahrern und Kantiran abgebrochen zu sein scheint trotz Bahnhöfen und Universaler Schneise.

Wohin die Lange Fahrt der SOL ging ist immer noch offen. Aber Far Away und Chanda sind zu weit weg und die Position war damals noch nicht bekannt, als Roi aufbrach.

Wenn Suzanne mit ihrem Mann ES-TALIN davongelaufen wäre :)

Ärgerlich empfand ich den ad-hoc-Mutanten. Haben die Freunde keine Funkenkinder rekrutiert?

Der Bau eines Neo-Ganymed mit einem Gerüst fand ich sehr anachronistisch.

manfred

PS: Ich muss bei Toufec immer an Betty Toufry denken.


Gastkommentar von Trendy Spacer (14.05.2012):

Vielleicht erklärt sich die Bezeichnung "Umbrischer Gong" daraus, dass "umbra" auf Lateinisch "Schatten" bedeutet?


Gastkommentar von Joe (13.05.2012):

Der Anfang war gar nicht so übel, der Mittelteil eher fad, und das Ende kam ziemlich holterdipolter. Man gewinnt den Eindruck, ein paar Seiten mehr hätten dem Schluss nicht geschadet - aber das ist natürlich ein Irrtum, denn dann wär's ja alles keine Überraschung mehr gewesen, beginnend mit der Flucht aus dem Orbital. Mir kommen solche Methoden allerdings eher platt vor.

Nun ja, die Schilderung Riordans, der bislang eher clever und zwielichtig daherkam, als Obersimpel der sinistersten Bösewichte ist auch ziemlich platt, insofern passt das schon zusammen, aber eigentlich nicht zu LL. Oder womöglich doch? Je mehr PR-Hefte ich von ihm lese, desto mehr zweifle ich jedenfalls an ihm (und das schließt ausdrücklich seinen Beitrag für Neo ein).

Übrigens, nachdem die Bedeutung des Eigenschaftswortes "umbrisch", die der Duden kennt (nämlich auf die italienische Region Umbrien bezogen) hier keinen rechten Sinn ergibt, hätte ich ja eigentlich erwartet, dass sich im Roman mal jemand drüber wundert. Aber vermutlich ist es so, dass nichtmal die Romanfiguren sich trauen, UA'sche Ratschlüsse anzuzweifeln...



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