PR 2646
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Perry Rhodan Nr. 2646: Die Tage des Schattens

Autor: Leo Lukas

Inhalt

QIN SHI meldet sich persönlich bei Marrghiz und spricht mit ihm über die im Solsystem erzielten Fortschritte. Nach Auskunft des uralten Explikators Chourways, der aufgrund seiner Parafähigkeit mit den Spenta kommunizieren kann, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis der Korpus ARCHETIMS endgültig aus der Sonne extrahiert sein wird. Allerdings beschleunigen sich die Zeitabläufe im Inneren der Anomalie, in der das Solsystem gefangen ist. Es gibt drei weitere Fundstellen mit Leichen von Superintelligenzen (Zyorin Zopai, Conybara und Djeenoun), aber dort wurden noch keine durchgreifenden Erfolge erzielt.

Trotz der Guerillaangriffe auf Fagesy-Patrouillen gilt die Lage auf der Erde als ruhig. Die Terraner sollen glauben, dass die Fagesy und Sayporaner nicht als Eroberer gekommen sind, sondern als Freunde, die die Menschheit in eine glückliche, friedliche Zukunft führen werden. Deshalb ist Marrghiz nicht erfreut über Chossoms Alleingänge. Die Fagesy überfallen am 8. November 1469 NGZ die Waringer-Akademie, weil sich dort einem Hinweis aus unbekannter Quelle zufolge ALLDARS Korpus befinden soll. Hunderte Terraner werden verwundet, an die fünfzig Todesopfer sind zu beklagen. Umso größere Popularität gewinnt der so genannte Schatten, als er die Invasoren mit gewaltfreien Aktionen düpiert. So zeichnet er ein riesiges Smiley-Logo auf eine Sternengaleone und deponiert ein Körbchen mit einem neu geborenen weißen Esel auf der Pyramide des Ellert-Memorial, bei dem ihm Fydor Riordan eigentlich eine Falle stellen wollte. Außerdem wird zum zweiten Mal die unautorisierte Benutzung eines Transitparketts registriert.

Phaemonoe Eghoo soll sich deshalb etwas ausdenken, um die Invasoren in ein besseres Licht zu rücken. Die für den 15. November vorgesehene Rückkehr der ersten neu-formatierten Jugendlichen wäre ein guter Anlass für eine entsprechende Aktion. Die Regierungssprecherin bereitet ein Volksfest im Dolan Memorial Park vor.

In der Zwischenzeit macht ein seltsamer Mann im Cafe Triest in Terrania von sich reden. Der neue Stammgast heißt Toufec, kleidet sich wie ein Wüstennomade und unterhält sein begeistertes Publikum mit tiefsinnigen Weisheiten. Er spricht auch Phaemonoe an, blitzt bei ihr aber ab. Kornel Krisch, Oberkellner im Cafe Triest, ist zunächst misstrauisch, aber der Mann sorgt für Stimmung und zahlt gut. Als Zahlungsmittel verwendet er 4500 Jahre alte, ungemein wertvolle Weihrauchperlen.

Die Rückkehr der neu-formatierten Jugendlichen via Transitparkett verläuft zunächst wie geplant. Die Wiedersehensfreude hält sich allerdings auf beiden Seiten in Grenzen. Die Zurückgekehrten verhalten sich reserviert, als ob sie Fremde wären. Anicee Ybarri ergreift das Wort. Sie verkündet, sie und ihre dreißig Gefährten seien die neue Regierung der Terraner. Die Neu-Formatierten bilden den aus Sayterranern bestehenden Umbrischen Rat, Anicee ist seine Sprecherin. Die erste Sitzung soll in drei Tagen erfolgen. Die LFT-Spitze ist somit abgesetzt.

Nach dem Abgang des Umbrischen Rates beginnen die Sayporaner umgehend damit, neue Jugendliche aus dem Publikum zu rekrutieren, aber es gelingt ihnen nicht, sie über das Transitparkett abzutransportieren, denn der Schatten greift ein. Seltsame Tiere, die wie eine Mischung aus Kamel und Löwe aussehen, unterlaufen die aus TARA-Kampfrobotern bestehende Verteidigung. Es handelt sich offensichtlich um Produkte einer überlegenen Technik. Die Schimären verwandeln sich in Bohrtürme und zerstören das Transitparkett. Phaemonoe berichtet live direkt am Ort des Geschehens über den Vorfall und hat sogar eine noch bessere Sensation zu bieten: Der Schatten zeigt ihr sein wahres Gesicht und gibt ihr ein Interview. Es ist niemand anderer als Toufec. Er bezeichnet sich als Emissär oder Vorbote. Angeblich wurde er nach Terra geschickt, um zu verkünden, dass Rettung naht. Es gibt eine Macht, die gegen Fagesy und Sayporaner kämpft. Alle Terraner, die guten Willens sind, sollen sich an die Seite dieser Macht stellen. Dann verschwindet Toufec auf einem fliegenden Teppich.

Kommentar:

Ein köstlicher Roman! Ich habe mich bestens amüsiert. Leo Lukas schlägt humoristische Töne an, er übertreibt es aber nicht. Den Kapiteln sind Szenen aus Designerträumen vorangestellt, die sich Phaemonoe zu Gemüte führt. Beim letzten Beispiel zeigt sich, dass die Sayporaner offenbar auch schon dabei sind, die Träume der Menschen zu unterwandern. In dem Traum geht es darum, dass die Menschen jeglicher Technik abgeschworen haben. Die Unsterblichen sind nur noch Witzfiguren in einer Art Karneval...

Der Schatten/Toufec dreht den Invasoren eine lange Nase und unternimmt alles, um die Terraner auf seine Seite zu ziehen. Sicherlich werden die meisten Menschen seine neuesten Aktionen sympathisch finden, noch mehr werden sie darüber erfreut sein, dass Toufec die Rekrutierung neuer Kids durch die Sayporaner verhindert hat. Die Frage ist: Haben die Terraner wirklich Verbündete, von denen sie bisher noch nichts wussten, oder sind Toufecs Handlungen und Worte nur Fassade? Geht es der unbekannten Macht gar nicht darum, den Menschen beizustehen, sondern nur um den Kampf gegen die Sayporaner bzw. QIN SHI - oder um etwas ganz anderes? Toufecs körperliche Gestalt kann ein bewusst gewähltes Mittel zum Zweck sein. Wer weiß, wer oder was er wirklich ist. Er verhält sich ganz menschlich - aber ist er ein Mensch? Kommt er aus der Vergangenheit, wie angedeutet wird? Er gebietet über ein ganzes Arsenal mächtiger Werkzeuge, zum Beispiel besitzt er einen "technischen Dschinn" namens Pazuzu. Warum kommen mir die beiden Namen nur so bekannt vor? Toufec - Taurec, Pazuzu - ???

Bei der Unterhaltung mit Chourways fragt Marrghiz, wie lange QIN SHI noch mit "der Zündung" warten wird. Eine Antwort erhält er nicht. Was da wohl gezündet werden soll? Vielleicht ist eine Art Initialzündung gemeint, durch die das Neuroversum zum "Leben" erweckt werden soll.

Die Zeitabläufe in der Anomalie beschleunigen sich. Sollte das Solsystem jemals ins Einsteinuniversum zurückkehren, wird dort also womöglich weniger Zeit vergangen sein.

J. Kreis, 06.05.2012


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Gastkommentare

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Gastkommentar von Joe (08.05.2012):

Ich liebe LL - und wenn es nur wegen eines einzigen Buches ist, nämlich wegen seines Shadowrun-Romans "Wiener Blei". Formulierungen sind da drin, zum Sterben schön. Zum Beispiel (wirklich nur eines, obwohl ich viele bringen könnte): "Dann liegt der Alte Donner da, und Pepi heult vor Angst und Wut und schlägt und tritt ihn so lange, bis er freiwillig wieder zu atmen beginnt, und damit fängt die ganze Scheiße an."

Ich könnte noch stundenlang schwärmen - mit LLs PR-Romanen jedoch werde ich oft nicht recht warm, so auch diesmal nicht. Ja, der Roman hat humoristische Glanzmomente - das Traumangebot mit Gucko und dem Bullbold zum Beispiel. Oder die Sache mit dem Smilie.

Aber mal ernsthaft: Ist es das, was ich mir unter einem PR-Heft vorstelle? Ehrlich gesagt nicht. Das ist eher sowas wie früher bei "Akte X": In jeder Staffel eine völlig absurde Folge. Dort okay - hier nicht so mein Fall.


Gastkommentar von Steffen (07.05.2012):

Mhmmm Pazuzu könnte auch ganz einfach ein Rückgriff auf die arabische Mythologie sein. Pazuz war ein böser Dämon der mesopotanischen Sagenwelt. Könnte also nur ein Stilmittel sein. Aber es wäre ja nicht das erste Mal, dass PR in der irdischen Mythologie klaut und denn Namen übernimmt. Siehe Seth-Aphophis.

Da fällt mir noch eine weitere Namensgleicheit auf

QIN SHI = Qin Shi Huangdi, der erste Kaiser von China? Der ist zumindest in der klassischen chinesischen Überlieferung ein ziemlicher Schlächter und wird dort als das Paradebeispiel eines bösen Herrschers verwendet.


Gastkommentar von tiefpass (06.05.2012):

Nach diesem Roman vermute ich, dass Toufec und Ennerhahl für den gleichen Auftraggeber arbeiten (wer auch immer das ist).



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