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Perry Rhodan Nr. 2645: Die Stadt ohne Geheimnisse

Autor: Wim Vandemaan

Inhalt

Shamsur Routh sucht in der gläsernen, steril wirkenden Stadt Anboleis nach Anicee. Niemand stört sich an seiner Anwesenheit. Mit dem "Schemenkleid", einem Symbionten, den er von 1113 Taomae erhalten hat, kann er sich im Notfall tarnen und sogar unsichtbar machen. Am 8. November 1469 NGZ, drei Wochen nach seiner Ankunft, entdeckt Routh zwei Bekannte Anicees: Kathiko und Chensit. Er erfährt, wo er Anicee finden kann, und dass ihre Neu-Formatierung fast abgeschlossen ist. Anicee bleibt beim Wiedersehen distanziert, spricht aber mit ihrem Vater und lässt ihn bei sich übernachten. Sie erklärt, sie werde bald zur Erde zurückkehren. Sie und die anderen geistig in Sayporaner verwandelten Jugendlichen werden dort den Umbrischen Rat bilden. So werden sich die Menschen vom Gängelband der Unsterblichen - die nur Marionetten der Superintelligenzen und der Kosmokraten sind - befreien können. Zuvor müssen sich die "Sayterraner" mit dem Universalen Spainkon verbinden, einem gewaltigen Wissensspeicher, der gerade erst Kontakt mit einem weiteren, ebenso umfassenden Archiv aufgenommen hat. Dort werden die Sayterraner alles Wissen der Sayporaner in sich aufnehmen. Auf Benat Achiarys Tod angesprochen, behauptet Anicee, der junge Mann sei unheilbar krank gewesen und habe sterben wollen. Er habe am Dagöer-Syndrom gelitten und sei freiwillig aus dem Leben geschieden, um den Sayporanern seine Organe zu überlassen.

Mit dem Schemenkleid getarnt begibt sich Routh zum Spainkon und durchschreitet eine Art Portal. Ein Mensch namens Zachary Cranstoun spricht mit ihm und erklärt ihm, dass er sich innerhalb des Kontinuierlichen Segments befindet - das Totenhirn der Favadarei ist jenes Archiv, das jüngst vom Spainkon erschlossen worden ist. Routh findet sich körperlich in einer Millionen Jahre alten Erinnerung wieder und "erlebt" die Geschichte der Chaom ingichy chaodas buchesgha. Dieses auf dem Planeten Chaomfachis in der Galaxie Khooch lebende insektoide Volk hat die "Mentroniken" entwickelt: Computer, in die die Gehirne zunächst einzelner, dann mehrerer lebender Wesen aus verschiedenen Völkern implantiert wurden. Aus dem Zusammenschluss unzähliger Mentroniken ist irgendwann die Entität Alldar entstanden. Die Chaom und alle anderen Völker sind immer abhängiger von der umfassenden Einflussnahme Alldars auf sämtliche Vorgänge des Lebens geworden, so dass es einem Schock gleichkam, als die meisten Mentroniken ihre planetaren Basen verließen, um den letzten Schritt hin zur Superintelligenz zu vollziehen. ALLDARS Ende kam irgendwann später, als sich das Schwarze Loch, in dessen Orbit ALLDAR seinen Sitz bezogen hatte, in einen Quasar verwandelte.

Am 13. November kehrt Routh in die Realität zurück. Er hat eine entscheidende Kenntnis gewonnen. Die Anomalie, in der die Erde gefangen ist, ist ein eigenständiges Universum, das ins Standarduniversum "implantiert" wurde. Das Miniatur-Universum ist instabil und kann nur durch den Korpus einer Superintelligenz (ARCHETIM) stabilisiert werden. Das war der Grund für die Entführung des Solsystems. Das Miniatur-Universum soll durch ALLDARS Totenhirn gesteuert werden. Es wäre somit eine Art lebendes Wesen, ein Universum mit einem Gehirn - ein Neuroversum.

Trotz seiner Tarnung wird Routh entdeckt. Er kann mit knapper Not fliehen, wird aber eingekreist. Da erscheint Chourtaird mit seinem merkwürdigen kleinen Raumschiff ANÄIRY und nimmt Routh auf. Der Terraner ist somit in Sicherheit. Chourtaird sagt, Anicee sei eine wichtige Person, unter anderem auch für die Akademie für Logistik auf Druh. Dies sei die heimliche Regierung des Weltenkranz-Systems und der Sitz der Usurpatoren der sayporanischen Kultur. Das Raumschiff verlässt das Weltenkranz-System. Routh glaubt, dass die Reise nach Terra geht.

Kommentar:

Da ist es wieder, mein Problem mit Hartmut Kasper. Seitenweise ergeht er sich in der ausufernden Beschreibung höchst merkwürdiger Orte, wirft mit möglichst fremdartig klingenden Namen und Bezeichnungen um sich, führt bizarre neue Völker ein und lässt seine Protagonisten komisches Zeug reden. Exotik nur um des Effektes Willen? Führt die Neu-Formatierung der Menschen denn automatisch dazu, dass sie nur noch kryptische, geschraubte Sätze von sich geben und jegliche menschlichen Regungen vermissen lassen? Jedenfalls kann man sich zwar über Kaspers brillante Formulierkunst freuen und seinen unglaublichen Einfallsreichtum bewundern, am Ende habe ich mich aber gefragt: Hatte das alles jetzt irgendeine Relevanz, oder war es doch nur sinnloses, wenn auch eloquent zu Papier gebrachtes Blabla?

Immerhin hat Kasper nun schon einen zweiten Schlüsselroman geschrieben. Der letzte war PR 2619, in dem endlich klar geworden ist, was es mit der Neu-Formatierung der Jugendlichen auf sich hat. Die Infiltrierung der Menschheit mit geistig in Sayporaner verwandelten Artgenossen, die aufgrund pubertärer Abnabelungsbestrebungen nur zu gern bereit sind, sich gegen ihr eigenes Volk zu wenden... das ist ein wirklich originelles Konzept. In den letzten Absätzen des Romans dieser Woche erfahren wir, dass die sayporanische Kultur usurpiert wurde. Ist es den Sayporanern also genauso ergangen wie jetzt den Terranern? Werden die jungen Menschen also gar nicht zu Sayporanern gemacht, sondern zu geistigen Ebenbildern eines anderen Volkes, das irgendwann in der Vergangenheit auch die Sayporaner unterwandert hat? Wenn ja: Wer sind diese Unbekannten?

Aber zurück zum Thema "Schlüsselroman". Diesmal wird eine Frage beantwortet, die ich zufälligerweise letzte Woche gestellt habe. Jetzt wissen wir endlich, was mit dem Begriff "Neuroversum" gemeint ist. Auch wieder eine faszinierende Idee, nur frage ich mich, welchen Nutzen jemand (QIN SHI?) aus einem "denkenden" Universum wird ziehen können. Die hinter dem ganzen Aufwand steckenden Absichten sind mir immer noch nicht klar.

Die Sayporaner, die Utrofar und die Spenta werden erwähnt. All diese Völker scheinen für ALLDAR gearbeitet zu haben. Die Utrofar sind neuerdings Galionsfiguren für Raumschiffe. Die Spenta haben den Ephemeren Wall errichtet, was auch immer damit gemeint sein mag. Die Sayporaner sind erst kurz vor ALLDARS Ende auf der kosmischen Bühne in Erscheinung getreten. Außerdem war ALLDAR den Lenkern eines Sternenschwarms in der Galaxie Paory behilflich. Alles kleine, quasi im Nebensatz eingestreute Informationsschnipsel. Man müsste eine ganze Reihe von lange zurückliegenden Romanen noch einmal lesen, um zu begreifen, wie alles zusammenhängt. Dazu habe ich ehrlich gesagt keine Lust. Vielleicht könnt ihr, liebe Leser, mir helfen? Ein Klick auf den Button "Deine Meinung" genügt, und schon könnt ihr mir eure Interpretationsversuche zukommen lassen.

J. Kreis, 29.04.2012


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Gastkommentare

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Gastkommentar von Eric (04.05.2012):

Der "Mensch namens Zachary Cranstoun" ist kein Unbekannter, sondern der auf der Brückenwelt "gestorbene" Zwillingsbruder, der danach im Totenhirn "lebt", siehe bd. 2605 und 2618.


Gastkommentar von NAN (01.05.2012):

Habe nun den Roman gelesen. Insbesondere zu Anfang geballt wunderschöne Wortmalerei, meiner Meinung nach aber nicht nur schön, sondern auch etwas anstrengend. Nicht zuletzt, weil kein rechter Spannungsbogen aufgebaut wird. Der psychisch durchaus etwas angeschlagene Routh wandert halt durch die Gegend und erlebt seltsame Sachen. Schön geschildert, überzeugend geschildert, aber ich habe den Roman mehrfach abgesetzt.
Ab dem Eintauchen Rouths in den "Universalen Spainkon" (also ca. Seite 26) wurde die Geschichte dann für mich interessant. Die Entstehungsgeschichte ALLDARS entspricht zwar dem gängigen Schema, aber die Details geben dem Ganzen halt doch eine interessante Note. Der Autor schrieb dabei weiter sehr gut. Möglicherweise etwas weniger intensiv mit den Worten malend, aber das war denke ich eher von Vorteil für die Geschichte.
Nach dem Lesen des Romans erscheint mir meine Spekulation bezüglich dem Warum des Neuroversums trivial, steht ja alles im Heft geschrieben (na ja, fast).
Interessant fand ich in diesem Zusammenhang die Stelle im Roman, an der Anicee darüber spricht, wie die Terraner an den Fäden der Zellaktivatorträger hängen, diese wiederum an den Fäden von ES und dieser wiederum an den Fäden der Kosmokraten. Ein denkendes Universum mag für QIN SHI einfach den Reiz haben, dass es ihm erlaubt, selbst der oberste Fädenzieher zu sein? Was wiederum interessant ist, falls das Thema des Zyklus sein sollte, sich durch Neuroversen von den ganzen "Hohen Mächten" loszusagen. Am Ende hätte man lediglich eine Abhängigkeit durch eine andere eingetauscht.
In dem Zusammenhang frage ich mich, ob das Perry Rhodan - Team mit dem Zyklus die Hohen Mächte aus der Serie rausschreiben möchte. Falls ja, ginge das auch sehr viel schneller: Die Hohen Mächte denken ja so wie in der Serie bisher geschildert in ganz anderen Zeiträumen. Es wäre durchaus plausibel, wenn sie Perry Rhodan und Co. einfach mal ein paar hunderttausend oder mehr Jahre in Ruhe lassen würden.
Aber nun, zurück zum Roman: der hat gefallen. Kaufe mir wahrscheinlich auch den Folgeband von Leo Lukas.


Gastkommentar von Joe (30.04.2012):

Ein zwiespältiger Roman. Der Background, der hinter dieser Handlungsebene steht, ist schlicht atemberaubend. Ich meine, irgendwo gelesen zu haben, dass WiVa in erster Linie dafür verantwortlich ist. Da kann man ihm wirklich nur gratulieren.

Dass WiVa der große Stilist des PR-Hühnerhaufens ist, muss nicht extra erwähnt werden. Die Dialoge sind teils brillant und durchaus nicht unspannend. Aber dann ist es erneut so ein historistischer Teilchen-Roman. Das hatten wir doch erst vor ganz Kurzem. Auch wenn wir mal wieder die Geburt einer SI erleben - die wievielte ist das jetzt?

Und noch eins: Ich habe gelegentlich schon mal geschrieben, dass WiVa der einzige PR-Autor ist, dem es hin und wieder gelingt, wirklich fremde Intelligenzen glaubwürdig darzustellen. Nicht so hier. Hier kann man eher das wiederholen, was ich vor einiger Zeit in Bezug auf einen Roman von CM sagte: Er "müht sich redlich, ein überzeugender Käfer zu sein, aber der Humanoide linst ihm halt an allen Ecken und Enden durch die allzu fadenscheinige Maske."

Wenngleich, ich muss es zugestehen, dass die WiVaschen Käfer trotz allem deutlich besser sind als die CMschen...


Gastkommentar von NAN (30.04.2012):

Danke für die gute Arbeit, die Du hier machst, Johannes. Lese Deine Heft-Besprechungen immer wieder gerne. In diesem Fall hat sie mich neugierig genug gemacht, um mir das Heft zu kaufen. Bin allerdings noch nicht zum Lesen gekommen.
Warum ich mich trotzdem bereits melde: Deine Frage nach dem Sinn eines Neuroversums:
Wenn im "normalen" Universum Kosmonukleotide notwendig sind, um zu verhindern, dass ein Chaotisches Universum entsteht, nun, dann ist vielleicht in so selbst geschaffenen Universen etwas ähnliches notwendig. Vielleicht wird ja in diesem Zyklus noch die dritte Ultimate Frage beantwortet.



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