PR 2643
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Perry Rhodan Nr. 2643: TANEDRARS Puppe

Autor: Christian Montillon

Inhalt

Alaska Saedelaere hat TANEDRARS Geschichte gehört und einen Escaran erhalten. Somit ist er kein Fremder im Reich der Harmonie mehr, sondern ein "Harmonischer", der anderen Escaran-Trägern automatisch vertraut und von diesen als Freund akzeptiert wird. Umgekehrt empfindet er Misstrauen gegenüber allen "Unharmonischen", selbst wenn sie zuvor seine Gefährten waren wie Carmydea Yukk. Das wird dem Terraner klar, als er an einem weiteren Bankett in der DRUSALAI eingeladen wird, an dem auch die von TANEDRAR beseelte Prinzessinnen-Puppe teilnimmt. Saedelaere weiß, dass er beeinflusst wird, kann sich aber nicht gegen seine Gefühle wehren. TANEDRAR spricht Rhizinza Yukk, die sich sichtlich erholt hat, von allen Vorwürfen frei. Carmydea bringt vor, dass sie ohne eigene Schuld zur Unharmonischen geworden ist und sich selbst sowie die Jyrescaboro nicht für Feinde des Reiches hält. TANEDRAR will ihr die Gelegenheit geben, sich zu rehabilitieren. Carmydea soll bei einer von Alaska Saedelaere geleiteten Expedition in eine Anomalie teilnehmen. Derartige Anomalien wurden an vielen Stellen innerhalb der vier Galaxien beobachtet, aber nur eine existiert immer noch, weil sie von der Entität SIL stabilisiert wird. SIL soll deshalb aus der Anomalie entfernt oder vernichtet werden. Zu diesem Zweck wird die RHYLINE umgerüstet. Saedelaere interessiert sich besonders für die Anomalie, als er erfährt, dass ein Zusammenhang mit dem Polyport-Netz besteht. Im Falle eines Erfolges, soll der Terraner Hilfe bei der Suche nach Samburi Yura und Informationen über Sholoubwa erhalten - tatsächlich werden zwei von Sholoubwa hinterlassene "Geschenke" in der RHYLINE installiert. Einer der beiden großen Zylinder ist eine Sonnenbombe von gewaltiger Vernichtungskraft. Der Verwendungszweck des zweiten Aggregats ist nicht bekannt, aber als Saedelaere sich ihm nähert, scheint das Gerät seine Anwesenheit (oder die seines Zellaktivators) zu registrieren. In der Sprache der Mächtigen kündigt der Zylinder eine Rekonfigurierung an.

Die RHYLINE dringt in die Anomalie ein. Saedelaere legt zunächst einen Zwischenstopp bei der Space-Jet B-SJ-031 ein, die er schon bei seinem ersten Aufenthalt in der Anomalie entdeckt hat. Diesmal entdeckt er dort einen Überlebenden - jedenfalls gelingt es ihm, Funkkontakt mit einem Koch namens Endreas Konno herzustellen. Der Mann ist jedoch schon lange tot. Er hat die Flucht aus der BASIS und die Versetzung in die Anomalie nur überlebt, weil er als einziges Besatzungsmitglied der Space-Jet in einer Art Zeitfeld gefangen war. Dieses Zeitfeld versetzt Funksprüche von der Vergangenheit in die Zukunft und umgekehrt. Im Unterschlupf Konnos liegt nur noch dessen Leiche. Er muss längere Zeit in völliger Einsamkeit verbracht haben.

Die Unterhaltung mit SIL gestaltet sich schwierig, denn die Entität ist nicht mehr bei Sinnen. Obwohl sich der zweite Zylinder unerwarteter Weise von selbst aktiviert und der Entität Schmerzen zufügt, erklärt sich SIL bereit, die Anomalie zu verlassen. Der Korpus der Entität wird an der RHYLINE verankert und nach draußen transportiert, wo sie sicherheitshalber in ein Fesselfeld gehüllt wird. Die Sonnenbombe wird zurückgelassen und explodiert in der Anomalie. Diese bricht daraufhin zusammen. Saedelaere erhält Informationen, die ihm helfen sollen, Sholoubwa zu finden, sowie ein eigenes Schiff: Die SHEYAR. Kanzler Melwai Vedikk verkündet, Carmydea sei ab sofort offizielle Vermittlerin zwischen TANEDRAR und den Unharmonischen. Verhandlungen sollen eingeleitet werden.

Kommentar:

Ich werde zwar vermutlich nie ein Freund dieser Handlungsebene werden, aber ich kann Christian Montillon nicht vorwerfen, dass er nicht das Bestmögliche herausholt. Die kleine Episode mit dem in einem Zeitfeld festsitzenden Mann, der beim Eintreffen seiner Retter längst tot ist (das Zeitfeld ist ein in meinen Augen etwas unglaubwürdiger Kniff) verfehlt ihre Wirkung nicht, und auch sonst legt Montillon Wert auf eine differenzierte Figurenzeichnung. SILS Wahnsinn wird ebenfalls recht gut vermittelt. Ich finde, man merkt, dass Montillon sich wirklich bemüht, etwas auszusagen und eine gute Geschichte zu erzählen. Das finde ich sympathisch.

Endlich wird auch mal die Frage gestellt, warum TANEDRAR manchen Lebewesen keinen Escaran verleiht, so dass diese Personen automatisch zu Feinden des Reiches werden, ohne das zu wollen oder etwas Böses getan zu haben. Leider scheint die Superintelligenz selbst nicht zu wissen, warum das so ist. TANEDRAR vermittelt alle Informationen nur tröpfchenweise und lässt sowohl Saedelaere als auch den Leser zappeln. Diesmal kann ich es akzeptieren, denn TANEDRAR braucht eine Karotte, die sie Saedelaere vor die Nase halten kann, um ihn zur Mitarbeit zu motivieren.

Mir ist nicht klar geworden, was es mit Sholoubwas zweitem Geschenk auf sich hat. Wurde die Anomalie denn nun durch die Einwirkung des zweiten Zylinders aufgelöst, oder wurde das durch den Einsatz der Sonnenbombe bewirkt? Was das zweite Geschenk denn nun im Einzelnen macht, wird nicht gesagt - ist aber auch egal. Irgendeine Hyper-Psi-Magie wird da schon wirksam gewesen sein. Damit lässt sich im Perryversum alles erklären, das muss man einfach hinnehmen.

J. Kreis, 15.04.2012


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Gastkommentare

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Gastkommentar von Joe (15.04.2012):

@ Joe: GdvZ zu dieser Analyse der dramaturgisch äußerst unbefriedigenden Situation in der EA. Die monatelangen Cliffhanger sind keine gute Idee. Und auch richtig: Die Autoren sollten mal wieder lernen, eine eigene Geschichte mit gut charakterisierten Personen, einem Anfang, einer Entwicklung, einem Höhepunkt und einem spannenden Finale zu erzählen. Okay, das führte früher zum Voltzen, zu Rorvic/a Hainu oder zum Monster der Woche, aber immer noch besser als gar keine in sich interessante Story, die einen bei der Stange hält. Ein Schnipsel aus der endlosen Geschichte ohne eigene Existenzberechtigung ist mir zu wenig. Da sind ja selbst die oft geschmähten "Lückenfüller" besser. Ziel eines Autoren müsste es doch sein, eine eigene SF-Story innerhalb des PR-Kosmos zu erzählen. Als Schilderung einer strangen Gesellschaft mit anderen Werten, womöglich als Satire auf unsere; als Komödie über die Tücken futuristischer Technik, von mir aus auch einfach als spannendes Kriegsabenteuer (die an der Zentrumspest Erkrankten, die als Himmelfahrtskommando im MdI-Zyklus nach Andromeda geschickt wurden und als Duplos zurückkamen finde ich heute noch klasse) oder - anderes Extrem - als surreale Sense-of-Wonder-Erfahrung wie Tifflors Wanderung. Einfach den nächsten Expose-Schnipsel auf 64 Seiten auszuwalzen ist mir zu wenig.


Gastkommentar von Joe (15.04.2012):

Üblicherweise fällt es mir nicht schwer, etwas zu den PR-Heften zu sagen. Diesmal schon. Die Geschichte ist nicht schlecht, aber auch nicht gut. "Lau" ist das Wort, das mir noch am ehesten zu passen scheint.

Also sage ich vielleicht mal was Allgemeines. Etwas das mir immer wieder negativ auffällt, schon im vorigen Zyklus. Die Autoren versuchen offenbar, eine mehr oder weniger homogene Geschichte in 100 Heften über zwei Jahre hinweg zu erzählen. Das wirft zwei Probleme auf: Erstens kommt es durch die andauernden Schauplatzwechsel zu Unterbrechungen von drei oder gar vier Monaten. Das ist tödlich - GERADE dann, wenn man eine homogene Geschichte erzählen will. Zweitens wird der Spannungsbogen der einzelnen Hefte sträflich vernachlässigt. Man liest ein weiteres Kapitel aus der großen Geschichte - aber man liest in der Regel nicht eine eigene kleine Story, die sich in die große einfügt. Auch das ist auf die Dauer tödlich.

Neo verfolgt ein ähnliches Konzept, aber dort ist der Rahmen eine 8er-Staffel, die in vier Monaten abgehandelt ist, außerdem dauern Schauplatzunterbrechungen höchstens mal einen oder anderthalb Monate. Das sind die Gründe, warum bei Neo bis zu einem gewissen Grad funktioniert, was bei der EA regelmäßig in die Hose geht. Bedauerlicherweise hat Neo wieder andere Probleme, aber dazu mehr an anderer Stelle.



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