PR 2634
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Perry Rhodan Nr. 2634: Terras neue Herren

Autor: Hubert Haensel

Inhalt

Vor dem Erdbeben in der Zona Mexiko verlässt Reginald Bull die Erde mit der LADY LAVERNA, einem Walzenraumschiff der Society of Absent Friends. Nachtaugs Beisohn wird an die Außenhülle geheftet und abtransportiert. Geronimo Abb und DayScha bleiben zu Gast an Bord. Das Schiff verbirgt sich im Inneren der Ganymed-Baustelle. Dort wird die Befragung von Nachtaugs Beisohn vorbereitet.

Nach dem Beben wird Bulls "Leiche" aus einem Gleiterwrack geborgen. Es handelt sich um einen sorgfältig präparierten Androiden. Die Täuschung ist perfekt, denn das Kunstwesen wurde aus einer Gewebeprobe des Unsterblichen erschaffen, in der Schulter trägt es die Nachbildung eines ausgebrannten Zellaktivatorchips. Da selbst in höchsten Regierungskreisen niemand eingeweiht wurde, glaubt sogar die Erste Terranerin Henrike Ybarri an den Tod des Residenten.

Am 6. Oktober 1469 NGZ kehren die 63 Sternengaleonen ins Solsystem zurück, die die erste Attacke überstanden haben. Der Sayporaner Marrghiz und der Fagesy Chossom melden sich bei Ybarri und verlangen die Kapitulation der LFT. Sie kündigen weitere durch die immer noch in Terras Erdkruste aktiven Nanomaschinen ausgelöste Superbeben an, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen. Die Terraner erhalten Bedenkzeit. Ybarri hält eine Kapitulation für opportun, um anschließend aus dem Untergrund agieren zu können. Sie informiert ihre Kabinettsmitglieder darüber, dass es den Fremden schon vor geraumer Zeit gelungen sein muss, alle Rechenzentren, NATHAN und LAOTSE eingeschlossen, zu manipulieren. Mit knapper Mehrheit schließt sich das Kabinett Ybarris Meinung an. Terra wird besetzt, allen Regierungsmitgliedern werden "Berater" zur Seite gestellt - Menschen, die auf Seiten der Invasoren stehen. Letzte Entscheidungsinstanz sind künftig Marrghiz und Chossom. Die Journalistin Phaemonoe Eghoo wird zur Regierungssprecherin der Invasoren.

Marrghiz behauptet, die Menschheit sei am Ende ihres Weges angelangt und werde in ihrer neuen Heimat, dem Miniatur-Universum, Frieden finden. Außerdem kündigt er die Rückkehr der entführten Jugendlichen an. Dann untersuchen er und Chossom Bulls Leiche, um sich von der Echtheit zu überzeugen. Sie unterhalten sich über ihr wichtigstes Ziel: die Auffindung von ALLDARS verschwundenem Korpus. Sie vermuten ihn im Solsystem. Sie sind nicht erfreut, als sie erfahren, dass nicht nur über 2300 mit Rüstgeleiten patrouillierende Fagesy spurlos verschwunden sind, sondern auch 50 Millionen Bewohner Terranias, darunter Homer G. Adams. Jeder einzelne hat eine weiße Armbinde zurückgelassen - seit der SEELENQUELL-Diktatur und der Gründung der "Gruppe Sanfter Rebell" ein Zeichen des Widerstands.

Kommentar:

Terra wird von Feinden erobert und besetzt. Gähn. Wieder einmal wird uns dieses komplett ausgelutschte Szenario zugemutet. Die LFT-Regierung verzichtet auf jegliche Gegenwehr (Weicheier!) und setzt auf Untergrundaktionen. Jeder halbwegs vernünftig denkende Mensch müsste sich darüber im Klaren sein, dass eine Besetzung durch ein technisch weit überlegenes Volk, wenn sie denn erst einmal stattgefunden und sich etabliert hat, nicht durch einen Guerillakampf beendet werden kann. Aber was reg' ich mich auf. Im Perryversum ist alles möglich. Zweifellos werden die Sayporaner und ihre Schergen spätestens am Ende des Zyklus wieder von der Bildfläche verschwinden. Dieser Ablauf ist vorprogrammiert - in der PR-Serie ist gar nichts anderes denkbar. Sicher wird die Society of Absent Friends dabei eine wichtige Rolle zu spielen haben. Auch wieder so etwas, das man sich in der Realität nur schwer vorstellen kann: Eine Geheimorganisation, die ohne jegliche rechtliche Legitimation aktiv wird, wichtiges Material unterschlägt (Nachtaugs Beisohn) und sogar Klone oder ähnliches von hochrangigen Regierungsmitgliedern (Reginald Bull) herstellt - ohne deren Wissen. Da kommt schon einiges an strafbaren Handlungen zusammen. Was natürlich niemanden interessiert.

Immerhin werden die Eroberer wenigstens nicht als blindwütig angreifende, stinkende und hässliche Bösewichte dargestellt. Stattdessen handeln sie planvoll und in aller Ruhe. Außerdem scheinen sie wirklich davon überzeugt zu sein, den Terranern etwas Gutes zu tun. Natürlich könnte es sich bei ihren entsprechenden Verlautbarungen genauso gut um geschickte Lügen handeln. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die Sayporaner/Fagesy nicht mit denjenigen identisch sind, die das Solsystem entführt haben. Sie haben offenbar auch nichts mit der Verdunkelung der Sonne zu tun. Für sie sind die Terraner Invasoren und Diebe (ALLDAR), und da ist sowohl die Entführung der Jugendlichen als auch die Besetzung des Solsystems eine durchaus verständliche Reaktion. Man muss sicherstellen, dass die Fremden (also die Terraner) keine Gefahr darstellen, und dass sie in die Gemeinschaft der im Mini-Universum lebenden Völker eingegliedert werden können. Auf diese Weise gelingt es den Autoren dann doch noch, der ewig gleichen Invasionsgeschichte neue Aspekte abzugewinnen.

Der Roman enthält übrigens eine rätselhafte Stelle. Auf Seite 58/59 ist zu lesen, dass Marrghiz mit dem "Leichnam" Reginald Bulls allein ist. Aus einem Pfahl, den der Sayporaner mit sich führt, wird ein mit einem Dunkelfeld abgeschirmter Liegesitz mit Armen. Letztere entnehmen der Leiche Organe. Dann verschwindet erst der Sayporaner, danach die Organe. Nur der Sayporaner materialisiert wenig später wieder. Am nächsten Tag ist er frisch wie das junge Leben, Ybarri meint, er sehe kräftiger als je zuvor aus. Hat er die Organe etwa in sich aufgenommen, um sich auf diese Weise zu stärken?

J. Kreis, 12.02.2012


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Gastkommentare

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Gastkommentar von Joe (13.02.2012):

Ein durchaus beeindruckender Roman. Die Sitzung des Kabinetts beispielsweise kam ziemlich überzeugend rüber. Und HuHae war wohl auch der Richtige, um dieses Thema darzustellen. Schade, dass wir vor April/Mai nicht erfahren werden, wie es weitergeht. Diese Zersplitterung der Handlungsebenen ist meines Erachtens immer noch die größte Schwäche des Zyklus.

Lustig die Annahme der Seesterne, Terraner (?) hätten den Korpus ihrer SI gestohlen. Heißt das, dass es ohne die Expedition der BOMBAY gar keine Invasion gegeben hätte? Nein, dagegen spricht die langfristige Vorbereitung der Entführung des Solsystems durch die Sayporaner. Aber die Invasoren scheinen nichts von den Spenta zu wissen, da sie offenbar mit der eingewickelten Sonne nichts anfangen können. Das ist schon kurios.

Übrigens, bin ich eigentlich der einzige, den die Sayporaner stark an die Visitors aus dem Fernsehen erinnern?



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