PR 2632
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Perry Rhodan Nr. 2632: Die Nacht des Regenriesen

Autor: Wim Vandemaan

Inhalt

Die Sonne ist von der Fimbul-Kruste umhüllt. Selbst schwerer Beschuss kann die rätselhafte Substanz nicht durchdringen. Kunstsonnen spenden Terra und den anderen solaren Planeten gerade so viel Licht, dass es nicht zu einer Katastrophe kommt. Die Durchschnittstemperatur auf der Erde sinkt jedoch ab.

Am 5. Oktober 1469 NGZ kehrt die BOMBAY ins Solsystem zurück. Die Besatzung der CASABLANCA, eines 800-Meter-Raumers der APOLLO-Klasse, ortet die Ankunft des Explorers, der zwar ein Notsignal sendet, aber auf keine Funksprüche reagiert und einen Energieschutzschirm aktiviert hat. Dieser weist Lücken auf, so dass Helia Margaud, Hyperphysikerin von der CASABLANCA, und einige andere Besatzungsmitglieder per Transmitter in die BOMBAY überwechseln können. Kurz nachdem Verstärkung eingetroffen ist - man ist sich einig darüber, dass die BOMBAY eine Bedrohung darstellen könnte - bricht die Transmitterverbindung zusammen. Margaud und ihre Begleiter sind auf sich allein gestellt. Die Schiffssysteme sind gestört und von der Besatzung ist nichts zu sehen. Überall im Schiff sind schwarze, eiförmige Objekte verteilt, die sich auflösen, sobald man sie berührt. Schließlich wird die Besatzung der BOMBAY doch noch entdeckt. Sie liegen in tiefem Schlaf in der Nähe der Zentrale und werden von Medorobotern betreut. Einer davon erklärt, dass der Schlaf nicht natürlichen Ursprungs ist.

Major Achil van Taarnhoi wird aufgeweckt. Seinem Bericht lässt sich entnehmen, dass die VAHANA bei ihrer Rückkehr von der Brückenwelt etwas mit eingeschleppt hat - Nanomaschinen, die Computersysteme und Organismen befallen können. Die Nano-Waffe hat die Systeme der BOMBAY übernommen und die Besatzung in Schlaf versetzt, indem sie das Hormon Melatonin in ihren Körpern erzeugte. Margaud und ihre Begleiter wurden ebenfalls bereits infiziert. Es gelingt ihnen, den Bioanteil der Schiffshyperinpotronik zu deaktivieren und das Schiff zu stoppen. Außerdem wird festgestellt, dass die BOMBAY Daten zu einem bestimmten Punkt im Solsystem gefunkt hat. Der Kugelraumer ist offensichtlich in ein Spähschiff verwandelt worden, quasi in ein Trojanisches Pferd. Die Geleitschiffe können jetzt gewarnt werden - die BOMBAY steht unter Quarantäne.

Wenig später erscheinen 150 Sternengaleonen im Solsystem und greifen an. 78 werden vernichtet, die meisten anderen ziehen sich zurück. Doch dreien gelingt der Durchbruch zur Erde. Sie werden von Geschützforts vernichtet, doch zuvor gelingt es ihnen, unzählige nur vier Millimeter durchmessende Objekte abzuwerfen, die später als "Blendwerfer" bezeichnet werden, sowie Torpedos, die den Namen "Höllenkreischer" erhalten. Die Blendwerfer erzeugen für kurze Zeit grelles Licht, das Menschen erblinden lässt, und elektromagnetische Wellen, die als Hitze wahrgenommen werden. Die Höllenkreischer verursachen schrecklichen Lärm mit 170 Dezibel Schalldruck - also weit jenseits der Schmerzgrenze. Die Wirkung beider Waffen ist zwar nicht tödlich, aber Millionen Menschen wurden schwer traumatisiert.

Die drei Sternengaleonen werden schwer getroffen und scheinen zu explodieren. Tatsächlich haben sie sich selbst gesprengt. Ihre Trümmer gehen in verschiedenen Gewässern nieder, ein Teil stürzt in den Golf von Mexiko. Die "Galionsfigur" vom Bug einer Sternengaleone geht jedoch über Land nieder. Das Objekt ist nicht nur wie ein riesiger Humanoide mit vier Armen geformt - es ist tatsächlich ein Lebewesen namens Nachtaugs Beisohn. Die Galionsfiguren sind mit ihren Schiffen verwachsen und steuern diese. Nur noch in bizarren Träumen erinnern sie sich an ihre Vergangenheit.

Nachtaugs Beisohn wird von dem 15-jährigen Terraner Geronimo Abb und dessen Au-pair-Mädchen Dayszaraszay Schazcepoutrusz (genannt DayScha), einer 23 Jahre alten Cheborparnerin, entdeckt. Geronimo und DayScha sind auf sich allein gestellt, denn die Eltern des Jungen waren zum Zeitpunkt der Entführung des Solsystems im Wega-System unterwegs. Der ältere Bruder Geronimos ist einer der Jugendlichen, die den Auguren über die Transitparketts gefolgt sind. Das Haus der Familie auf der Halbinsel Yucatan wurde infolge der Gravoerratik-Phänomene, unter denen Terra noch immer leidet, fast völlig zerstört. Die beiden jungen Leute campen deshalb im Wald. Sie hören den Lärm des Absturzes und finden das humanoide Wesen auf einer Lichtung. Zur gleichen Zeit entsendet Reginald Bull Suchtrupps in die Absturzregionen.

Kommentar:

Heute habe ich nur eins zu bemängeln, nämlich (nicht zum ersten Mal) die Zerrissenheit dieses Zyklus. Vor mehr als drei Monaten haben wir zuletzt etwas über die BOMBAY gelesen (PR 2618), und die Handlungsebene "Solsystem" haben wir vor fast vier Monaten verlassen (PR 2617). Das ist eine viel zu lange Zeit. Wenn schon so lange Abstände zwischen den einzelnen Handlungsblöcken liegen, dann würde ich mir wünschen, dass diese Blöcke länger wären. Sie erstrecken sich ja fast immer nur über vier Hefte - warum gönnen die Autoren uns nicht mal einen Achter- oder Zwölferblock? Dann könnte sich vielleicht wirklich eine zusammenhängende, fesselnde Geschichte entwickeln.

An Hartmut Kaspers Roman habe ich dagegen rein gar nichts auszusetzen. Er ist ein einziger Genuss, und es ist schade, dass nicht auch die nächsten drei Romane aus Kaspers Feder stammen. Denn den Autoren der restlichen Hefte des aktuellen Viererblocks traue ich einfach nicht zu, dass sie es schaffen

- eine derart dichte Atmosphäre des Unheimlichen zu erschaffen, wie sie bei der Erkundung der BOMBAY entsteht
- den Eindruck absoluter Fremdartigkeit zu erzeugen, wie sie durch Nachtaugs Erinnerungsträume vermittelt wird
- eine so ungewöhnliche und dennoch glaubwürdige Beziehung wie die zwischen Geronimo und DayScha gleichzeitig hintersinnig und warmherzig zu schildern.

Vom eloquenten, prägnanten und einfach schönen Schreibstil Hartmut Kaspers ganz zu schweigen.

Hinzu kommen viele kleine Details aus der hochtechnisierten Alltagswelt der Terraner, launige Gespräche z.B. zwischen Bull und Henrike Ybarri, sowie einige Informationen über die Cheborparner bzw. deren Heimatwelt. Über beide wissen wir ja recht wenig.

Hartmut Kasper in Höchstform. So macht PR Spaß!

J. Kreis, 29.01.2012


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Gastkommentare

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Gastkommentar von Joe (02.02.2012):

Ein zwiespältiger Roman. WiVa ist wirklich ein Könner, und einige Szenen sind absolut bemerkenswert. Beispielsweise (aber keineswegs nur) die Beschreibung des Spähtrupps in der BOMBAY: So geht ein schauriger Raumschiffs-Invasions-Roman, Herr MMT.

Aber weite Teile der Geschichte befassen sich dann mit einem Halbwüchsigen - und die langweilen mich schlicht und einfach, wenn sie nicht zufällig Harry Potter heißen. Wenngleich auch hier ein paar brillante Dialoge die Langeweile versüßen: Humor ist so ziemlich das Schwierigste beim Schreiben. LL kann das manchmal, aber meistens übertreibt er es. WiVa hingegen schafft es immer wieder, einige im engeren Wortsinn amüsante und geistvolle Dialoge zu schreiben.

Aber ehrlich gesagt passt das 60-Seiten-Format für diese Erzählweise nicht wirklich. In Neo könnte das schon eher funktionieren. Überhaupt Neo: Obwohl es auch da eine ordentliche Mängelliste gibt, spielt Neo doch in einer ganz anderen Liga als die EA. Ich überlege ernsthaft, mein Abo der EA im Sommer nicht mehr zu verlängern und komplett auf Neo umzusatteln...


Gastkommentar von Ulrich Werth (29.01.2012):

Kann Dir nur in vollen Zügen zustimmen. Hartmut Kasper ist auch mein uneingeschränkter Lieblingsautor und er hat es in diesem Roman glanzvoll unterstrichen.

Ja, auch ich glaube nicht, dass die anderen Autoren die Geschichte zufriedenstellend weiterführen können, wobei ich noch bei HuHä die größten Chancen sehe.

Mit den 4er-Blöcken ist niemand zufrieden, dazu gibt es im PR-Forum seitenlange Diskussionen, die absolute Mehrheit ist dagegen. Das Problem sind die vielen Handlungsebenen, bei 8er- oder 12er Blöcken müsste man noch länger auf die Fortsetzung der einzelnen Handlungsebenen warten.



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