PR 2626
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Perry Rhodan Nr. 2626: Suche im Sektor Null

Autor: Michael Marcus Thurner

Inhalt

Unter der Leitung Ronald Tekeners untersuchen die Wissenschaftler der JULES VERNE den Sektor Null. Die JULES VERNE wird von tausenden Schiffen der LFT und des Neuen Galaktikums unterstützt. Sichu Dorksteiger ist mit an Bord. Sie berichtet vom Entstehen gewaltiger Tryortan-Schlünde beim Antares-Riff, die seit 1467 NGZ bis zum Verschwinden des Solsystems Massen von Hyperkristallen sowie einen Nagelraumer der Spenta ausgespuckt haben. Die ausgestoßenen Hyperkristalle waren mit jenen identisch, die in der BASIS vor deren Entführung erschienen sind. Tekener ist fasziniert von der Ator. Die ebenso schöne wie brillante Frau kommt ihm näher, als ihm lieb ist, und bringt ihn mehr als einmal aus der Fassung. Ein Besuch im Weißen Saal der JULES VERNE bringt keine neuen Erkenntnisse - stattdessen werden Tekener und Dorksteiger an die Grenzen ihrer Belastungsfähigkeit gebracht. Irgendetwas scheint mit dem Saal nicht zu stimmen.

Wenig später erhält Tekener eine Geheimbotschaft des ehemaligen TLD-Chefs Noviel Residor. Tekener folgt einer von Residor ausgelegten Spur bis zu einem Irrläuferplanetoiden in der Nähe von Barnards Stern, der nur sechs Lichtjahre vom Solsystem entfernt ist. Residor hat vor Jahren seinen eigenen Tod vorgetäuscht und haust seither in einer Station, die ein Backup der Datenspeicher NATHANS enthält. Bereitwillig überlässt Residor dem Smiler einige Informationen aus den Speichern. Der Grund für die Kontaktaufnahme besteht aber darin, dass Residor kurz vor dem Verschwinden des Solsystems noch Nachrichten über verdächtige Aktivitäten der Auguren erhalten hat. Diese übergibt er Tekener, der am 14. November 1469 NGZ in die JULES VERNE zurückkehrt. Dann wird das Wrack eines Schiffes der Explorerflotte geortet. Es handelt sich um die GEMMA FRISIUS, einen Kugelraumer, der am 2. September - drei Tage vor dem Verschwinden des Solsystems - im weitgehend unerforschten Grenzgebiet zum Ordhogan-Nebel verschwunden ist.

Die GEMMA FRISIUS wurde seinerzeit im Zielgebiet von einem sechsdimensionalen Energieschauer getroffen. Etwas oder jemand namens "Blütenblatt 37" übernahm nach und nach alle Bordsysteme und tötete zahlreiche Besatzungsmitglieder. Eine ölige Substanz - vermutlich ein intelligentes Wesen namens "Kleber 37" wurde entdeckt. Roboter und andere Anlagen, die in Kontakt mit dieser Substanz gerieten, entwickelten ein unheimliches Eigenleben und wandten sich gegen die Besatzungsmitglieder. Ein gewaltiges, filigranes Gebilde von der ungefähren Form einer Blüte erschien in der Nähe des Schiffes und griff danach. Die Besatzung hatte keine Möglichkeit, Widerstand zu leisten.

Kommentar:

Eigentlich ist dieser Roman komplett überflüssig. Fast alles, was vor uns ausgebreitet wird, wussten wir schon: Dass im Antares-Riff superstarke Hyperstürme toben, die irgendwelches Zeug ausstoßen, dass diese Hyperkristalle auch in der Basis erschienen sind, und dass die Entführer des Solsystems ein mit dem Polyport-Netz verwandtes Transportsystem nutzen - vielleicht sogar auf das Netz zugreifen - das wie dieses im Zusammenhang mit Tryortan-Schlünden funktioniert. Dass Schiffe im Ordhogan-Nebel verschwinden, war auch schon bekannt. Jetzt wird uns eben das Schicksal eines solches Schiffes präsentiert. Ein "Blütenblatt" greift nach dem Schiff. Vielleicht eines der 48 Blütenblätter der Zeitrose, mithin also das BOTNETZ? Das schwarze Zeug, mit dem es die Besatzungsmitglieder der GEMMA FRISIUS zu tun bekommen, erinnert mich irgendwie an die Überreste des Fagesy, die in der VAHANA beobachtet wurden - siehe PR 2618.

Thurner baut hier wieder einiges an unnötiger Gewalt ein. Ein Besatzungsmitglied der GEMMA FRISIUS wird von einem Holofeld enthauptet. Hallo? Wie soll das funktionieren? Selbst wenn der Holoprojektor von "Kleber 37" übernommen wurde, dürfte es einem solchen Gerät wohl kaum möglich sein, ein tödliches Energiefeld zu erzeugen. Thurner verleiht dem Bioanteil der Hyperinpotronik dieses Schiffes einen wenig überzeugenden Charakter. Das Ding wehrt sich dagegen, von der Positronik getrennt zu werden. Wie glaubwürdig ist es wohl, dass der für die Sicherheit hunderter oder tausender Besatzungsmitglieder zuständige Zentralrechner solche Zicken macht?

Das größte Ärgernis dieses Romans besteht für mich aber in der unglaublichen Geschwätzigkeit, mit der Thurner den Ich-Erzähler Tekener dessen Überlegungen rekapitulieren lässt. Tek ergötzt sich quasi die ganze Zeit selbst an seinen diversen Winkelzügen, Manipulationen und pseudo-psychologischen Tricks, mit denen er Höchstleistungen aus den Wissenschaftlern der JULES VERNE herauskitzeln will. Abgesehen davon, dass solche Mätzchen vielleicht in der Phantasie eines SF-Autors funktionieren können, in der Realität der Arbeitswelt aber eher nicht, ist dieses Geschwätz (und die diversen Wortgefechte, die sich Tek und Sichu Dorksteiger liefern) einfach nur langweilig. Was Sichu Dorksteiger von Tek will, und warum sich der mit allen Wassern gewaschene Galaktische Spieler bei all seiner Lebenserfahrung derart von ihr verunsichern lässt, wird wohl Thurners Geheimnis bleiben. Leider ist das nicht das erste und einzige Beispiel für Thurners oft sehr freien Umgang mit Gegebenheiten des Perryversums. Schreibfehler und Formulierungsschwächen, die ich nur erwähne, weil sie in solch überdurchschnittlich hoher Anzahl auffallen, geben dem Heft den Rest.

J. Kreis, 18.12.2011


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Gastkommentare

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Gastkommentar von Joe (18.12.2011):

Romane, die ein wenig abseits der großen Ereignisse stattfinden, gehören oft zu den interessanteren. Dieser hier nicht. Die Tekener-Selbstbehudelung hätte man entweder gar nicht benötigt oder ganz anders und auf Heftlänge gebracht als eigenständigen Roman aufziehen müssen.

Die Geschehnisse auf der GEMMA FRISIUS wiederum haben alle Voraussetzungen für ein furioses Heft a la WiVos Klassiker PR 74 (Das Grauen), aber MMT erzählt sie huschhusch und mit weitgehend blassem und farblosem Personal. Wenn einer mal deutliche Charakterzüge aufweist (wie der Kommandant), dann wirken sie aufgesetzt und unglaubwürdig.

Man kann es drehen und wenden wie man will: Dieser Roman ist einer der schwächsten überhaupt von MMT und sogar einer der drei oder vier besonders schwachen im bisherigen Zyklus.

Was die Fehler angeht, muss ich allerdings widersprechen: Die Fehlerliste dieses Heftes ist im Gegenteil sogar ungewöhnlich kurz. Andere Autoren schlagen da ganz anders zu, auch MMT selbst...



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