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Perry Rhodan Nr. 2616: Countdown für Sol

Autor: Arndt Ellmer

Inhalt

Korbinian Boko und seine Zwillingsschwester Lia sind "Funkenkinder" - ihre Mutter wurde einst vom Goldenen Funkenregen berührt. Lia ist Nahdistanz-Teleporterin, aber Korbinian scheint keine Parafähigkeit zu haben. Die Kinder wachsen auf dem Planeten Aveda im Stardust-System auf. Ihre Eltern haben psychische Probleme und schotten die Familie ganz von der Umwelt ab. Im Juli 1415 NGZ - die Zwillinge sind sechs Jahre alt - brennt das Haus der Familie nieder. Lia sucht nach ihrem spurlos verschwundenen Bruder und erleidet aufgrund der Rauchvergiftung einen Hirnschaden. Korbinians Vater findet seinen Sohn später in den Trümmern des Hauses. Das Kind kauert völlig unversehrt unter einem Tisch und hat einige Spielsachen bei sich, darunter auch die Steuereinheit der Haus-Servoeinheit, die den Brand eigentlich hätte verhindern sollen. Es ist klar, dass der Junge das Gerät irgendwie ausgebaut haben muss, was eigentlich unmöglich ist, und somit die Katastrophe unwissentlich verursacht hat. Aber wie konnte er den Brand überleben?

Drei Jahre nach dem Brand zieht die Familie nach Zyx um. Lia ist schwerstpflegebedürftig, sie liegt im Wachkoma. Im Alter von zwanzig Jahren erfährt Korbinian durch einen Abschiedsbrief seiner Eltern, die mit einem Gleiter verschwinden und vermutlich Selbstmord begehen, was seinerzeit wirklich geschehen ist. Ihm ist klar, wie er überleben konnte, denn im Verlauf der Jahre hat er entdeckt, dass er parabegabt ist. Er kann eine Art Miniaturuniversum erschaffen, das ihn selbst und alle Objekte aufnimmt, die er mitnehmen will. Diese "Klause", wie er sie nennt, kann er mit einiger Übung immer weiter vergrößern. Korbinian zieht nach Terra um und kümmert sich in den folgenden Jahren mit Hilfe einer ferronischen Pflegerin Namens Ve um Lia. Er gibt die Hoffnung auf Besserung nie auf. Er wird zu einem Sternekoch in einem angesehenen Restaurant und verliebt sich in Ve.

Durch die Vermittlung befreundeter Terraner begegnet Korbinian im Jahre 1468 NGZ dem Sayporaner Stradprais. Dieser behandelt Lia mit Musik aus seiner Phenube. Zur Überraschung aller Ärzte verbessert sich Lias Zustand schnell. Sie kommt zu Bewusstsein und kann nach einiger Zeit wieder ein annähernd selbstständiges Leben führen. Stradprais verlangt kein Geld, sondern eine besondere Gegenleistung. Korbinian muss seinen Job im Restaurant kündigen und bei der Flotte anheuern. Seine neue Arbeitsstelle ist die Forschungsstation AMATERASU im Sonnenorbit, deren Besatzung er bekocht. Zu gegebener Zeit, so erfährt Korbinian von Ve, die offenbar ebenso im Bann des Sayporaners steht wie seine terranischen Freunde, wird er durch einen Mikro-Empfänger in seinem Ohr ein Signal erhalten. Dann muss er aktiv werden.

Nach der Entführung des Solsystems kommen Reginald Bull und Shanda Sarmotte nach AMATERASU. Die Nagelschiffe der Spenta erscheinen und beginnen mit der Konstruktion des Fimbul-Netzes, das die Sonne auslöschen soll. Während auf allen solaren Planeten verzweifelte Notfallmaßnahmen eingeleitet werden, versucht Shanda mehr über die "Sonnenhäusler" herauszufinden. Am 13. September 1469 NGZ treffen weitere elf Nagelraumer ein, so dass das Fimbul-Netz bald vor der Vollendung steht. Shanda kann zwar mentalen Kontakt mit den Spenta halten, aber die versammelten Kampfschiffe der Terraner sind nicht in der Lage, die Nagelraumer oder die Netzstationen zu orten. Als Shanda deren Standorte endlich bestimmen kann, erweist es sich als unmöglich, diese Information an die Flotte zu funken. AMATERASU befindet sich im Inneren der von Korbinian erschaffenen Klause. Kurz danach wird der Fimbul-Impuls ausgelöst...

Kommentar:

...und somit endet ein weiterer Roman mit einem völlig sinnlosen Cliffhanger. Es sollte mich doch sehr wundern, wenn die Sonne tatsächlich (dauerhaft) erlöschen würde. Ich hätte eigentlich gar nichts dagegen einzuwenden, denn dann würde vielleicht mal etwas wirklich Interessantes in diesem Zyklus geschehen. Wenn die Spenta dann noch ARCHETIMS Korpus und alles, was sich sonst noch in der Sonne befindet, entfernen sollten, dann könnte ich auch das nur gutheißen!

Ansonsten gefällt mir der Roman eigentlich ganz gut. Das kann natürlich daran liegen, dass sich jeder Roman angenehm von der totalen Katastrophe der letzten Woche unterscheiden würde. Korbinians Lebensgeschichte wird ganz einfühlsam erzählt, gleichzeitig wird auf diese Weise ein bisschen was vom Leben "normaler" Menschen im 15. Jahrhundert NGZ vermittelt. Solche Episoden sind meiner Meinung nach, wenn sie denn gut geschrieben sind, alles andere als Lückenfüller. Sie können das Perryversum mit Leben füllen, und etwas Bodenständigkeit kann unter all dem Gefummel mit Hyperenergien, Überwesen und dergleichen nie schaden.

Kocht Arndt Ellmer gern, oder hat er zu viele der unzähligen Koch-Fernsehsendungen gesehen? Der Roman enthält einige ausführliche Koch-Kapitel. Dagegen ist grundsätzlich nichts zu sagen. Ist mal was anderes. Allerdings frage ich mich, wozu Korbinian in dem Restaurant überhaupt gebraucht wird. Die Arbeit wird dort von Robotern erledigt, Korbinian scheint nichts anderes zu tun, als ihnen Anweisungen zu erteilen. Das könnte er auch ein einziges Mal tun - d.h. er könnte die Roboter entsprechend programmieren - dann müsste er nie mehr anwesend sein. Auch kommt es mir etwas unwahrscheinlich vor, dass Sterneköche für die Flotte verpflichtet werden. Die dann auch noch mit frischen Lebensmitteln arbeiten können. Homer G. Adams hätte zu dieser Geldverschwendung sicher ein Wörtchen zu sagen...

Und dann wieder mal die Sayporaner. Über welche Fähigkeiten verfügen diese Wesen eigentlich? Sie können offensichtlich Mutanten aufspüren und Menschen heilen, die selbst für die Medizin des 15. Jahrhunderts NGZ noch hoffnungslose Fälle sind. Indem sie um sie herumtanzen und Dudelsack spielen. Schon seit mindestens 1468 NGZ können sie, wie es scheint, nach Belieben auf Terra schalten und walten. Da sollten allmählich mal ein paar vernünftige Informationen folgen.

J. Kreis, 09.10.2011


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Gastkommentare


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Gastkommentar von Claus (09.10.2011):

Da sieht man mal wieder, es gibt unterschiedliche Geschmäcker. Ich habe den Roman nur quer gelesen...


Gastkommentar von Joe (09.10.2011):

Nun ja, ich habe schon schlimmere AEs gelesen. Dieser war einfach nur über etwa drei Viertel der Strecke sterbenslangweilig, bis allmählich die Zusammenhänge klar wurden - ein viel zu hoher Preis. Aber immerhin habe ich im Wesentlichen der Handlung folgen können, das ist auch nicht selbstverständlich.

Abgesehen davon ist das Heft ein gutes Beispiel dafür, dass es mit den Handlungsebenen so nicht weitergeht. Erstens sind es viel zu viele, zweitens wird willkürlich umgeschaltet, statt bei handlungsinduzierten Zäsuren umzublenden. Die Folge davon ist beispielsweise, dass man erst spät kapiert, wer Boko ist, weil seit seiner letzten Erwähnung zwei Monate verstrichen sind.

Wesentlich besser wäre eine Haupthandlungsebene mit gelegentlichen Abstechern!


Gastkommentar von Ulrich Werth (08.10.2011):

Dies war zum Glück wieder ein toller Roman. Ich habe ihn gleich nach dem Kauf in einem verschlungen, obwohl ich auch noch andere Dinge zu tun gehabt hätte. Dies ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass mir der Roman gut gefallen hat und mich absolut fesseln konnte. War in diesem Zyklus nicht oft der Fall, auch wenn ich anders als viele anderen hier nicht so viel am bisherigen Zyklusverlauf auszusetzen hatte. Schöne sich langsam entwickelnde Geschichte, die auf den Höhepunkt zusteuert ohne unnötigen Lücken und Füller, einfühlsam erzählt, man fühlt sich mittendrin. Zum Glück wurden nicht zu viele Seiten mit den für mich langweiligen Geschehnissen in der Sonne, dem ganzen ephemerem Kram, Sarmottes Psychotrip und den Spenta-Wesen vergeudet. Konnte auch keine Logikfehler oder sonstigen Ungereimheiten feststellen wie in manchen Romanen zuvor. So darf es weitergehen.



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