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Perry Rhodan Nr. 2611: Gegen den Irrsinn

Autor: Marc A. Herren

Inhalt

Alaska Saedelaere und Eroin Blitzer dringen in den Verwaltungspalast ein. Ihre Ankunft bleibt nicht unbemerkt, aber alle Soldaten, die sich ihnen nähern, leiden sofort unter der immer stärker werdenden Ausstrahlung seines Cappin-Fragments und können ihn nicht aufhalten. Sie beginnen zu halluzinieren und zu toben, bei einigen kommt es zu Organversagen. Die Herzogin befiehlt den Einsatz von Kampfrobotern, aber Pridon widersetzt sich der Anweisung und entsendet Sholoubwa als Unterhändler, denn nur der Terraner kann den Palast aus der Anomalie lenken. Der Cyborg deaktiviert seine biologischen Komponenten und kann sich dem Terraner deshalb relativ unbeschadet nähern. Saedelaere erhält Zutritt zur Zentrale und startet den Antrieb. Der Palast beschleunigt mit Minimalwerten. Er wird die Anomalie zwar aus eigener Kraft verlassen können - bis dahin wären aber vermutlich alle Escalianer durch den schädlichen Einfluss des Cappin-Fragments tot. Während sich der Palast langsam dem Rand der Anomalie nähert, fallen auch die Herzogin und Pridon der Irrsinnsstrahlung zum Opfer. Als Saedelaere verhindert, dass die Herzogin wie von Pridon geplant mit dessen Raumschiff flieht, dreht der Gardeleutnant durch und lässt sich von Sholoubwa zur Zentrale tragen.

Da erscheint die LEUCHTKRAFT. Die Kosmokratenwalze steht noch unter Fallun Vieraufs Kontrolle und schiebt den Palast an. Doch auch dieses mächtige Raumschiff wird durch die in der Anomalie herrschenden chaotischen Bedingungen schwer beeinträchtigt. DAN reagiert nicht mehr. Plötzlich verschwindet das Walzenschiff, als ob es nie existiert habe. Pridon erscheint und feuert auf Saedelaere. Mel-anta-Sel stürzt sich auf den Escalianer und lenkt dessen Waffenarm nach unten. Der Schuss geht fehl und vernichtet Sholoubwa. Pridon erleidet schwere Verbrennungen.

Der Palast erreicht die Librationszone jetzt in kurzer Zeit. Die Irrsinnsstrahlung erlischt sofort. Die Verhältnisse im Palast normalisieren sich. Pridon wird behandelt und hat gute Überlebenschancen, aber Sholoubwa ist nicht zu retten. Ein Firibirim-Stock wird geortet. Mel-anta-Sel könnte zu seinem Volk zurückkehren, will aber lieber bei Saedelaere bleiben. Der Terraner soll nun ins Reich der Harmonie gebracht und geprüft werden - die Herzogin vertraut ihm noch immer nicht. Eroin Blitzer scheint den Verlust der LEUCHTKRAFT nicht verkraftet zu haben. Er versinkt in Apathie.

Kommentar:

Halluzinationen, Visionen, irreale Geschehnisse und sonstiges Durcheinander mit durchdrehenden Escalianern und aufmüpfigen Androiden - das waren für meinen Geschmack einige Kapitel zu viel mit derartigem Inhalt. Die ganze Aktion war ja wirklich von Anfang bis Ende eine einzige Pleite. Ein Armutszeugnis für Alaska, der doch angeblich so ein toller "Logiker" sein soll. Mit Logik hatten seine Handlungen in den letzten vier Romanen nichts zu tun. Jetzt hat er nichts erreicht, sondern alles verloren: Erst die ROTOR-G, dann die LEUCHTKRAFT, am Ende auch noch Sholoubwa. Von dem natürlich keine einzige vernünftige Information zu erhalten war. Dieses künstliche in-die-Länge-ziehen an sich schon kaum interessanter Handlungsebenen geht mir ganz schön auf den Geist. Ob wir je erfahren werden, was es mit der Anomalie auf sich hat? Warum dort Verhältnisse herrschen, die selbst Kosmokratentechnik schädigt?

Warum machen sich die Autoren eigentlich immer wieder die Mühe, unseren Helden irgendwelche supertollen Spielzeuge an die Hand zu geben, wenn sich nur allzu bald herausstellt, dass diese Instrumente zu mächtig sind und deshalb schleunigst wieder entsorgt werden müssen? Dass die ROTOR-G, nur ein Beiboot also, und noch dazu durch die Anomalie beeinträchtigt, durch schweren Beschuss vernichtet werden konnte, kann ich ja zur Not noch hinnehmen. Dass aber die LEUCHTKRAFT praktisch von selbst in die Binsen geht, während der Verwaltungspalast, der ja schon viel länger in der Anomalie herumhängt, überhaupt nicht beeinträchtigt zu sein scheint, ist nicht akzeptabel. Gut, wir wissen nicht, ob das Schiff wirklich zerstört wurde. Vielleicht wurde es einfach nur an einen anderen Ort versetzt, wodurch oder von wem auch immer. Dennoch ist der Nimbus der Unverwundbarkeit, der den kobaltblauen Walzen immer angehaftet hat, in meinen Augen endgültig dahin. Wieder wurde ein Stück Perryversum entmystifiziert.

Auf Seite 40 verlangt Pridon von einem Untergebenen, er solle alle Leute um sich sammeln, die noch nicht ihren "Manen" erlegen seien. Hä? Woher kennen die Escalianer die guten Geister der Toten aus der altrömischen Mythologie? Und warum sollte jemand ihnen erliegen? Oder ist es ein einfacher Tippfehler - sind "Manien" gemeint?

J. Kreis, 03.09.2011


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Gastkommentare


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Gastkommentar von eric (11.09.2011):

Vielleicht ist die LEUCHTKRAFT ja in die Vergangenheit gehopst, die Nekrophore ist hochgegangen und verantwortlich für die Zerstörung der Galaxie. Das wäre mal eine fiese Wendung.
Vielleicht hätten es nicht unbedingt 4 Hefte sein müssen, aber ich fand die ganze Geschichte ganz ok zu lesen. Aber zum Schluss war's dann doch gut, dass es endlich vorbei war.


Gastkommentar von kidgforce (06.09.2011):

@Ulrich Werth: Ja, eigentlich wäre die Story interessant, aber wenn die Hälfte des Hefts verbraten wird mit Herumstolpern in falschen Realitäten, wo sowieso nichts einen Sinn ergeben muss egal ob nun PSI-Effekt- oder... hmm Alaskas Maske ist wohl auch ein PSI-Effekt.
Jedenfalls: Wenn sich die Handlungsträger schon sinnlos verhalten, muss das zumindest innerhalb der Gesamtstory einen Sinn ergeben, nicht nur Zeilen schinden.
So gesehen fand ich damals, als der Smiler und ein Trupp künstlich Verblödete das Humanidrom infiltriert haben eigentlich eine tolle Metaphger für das, was uns immer wieder als Handlung serviert wird. :-)


Gastkommentar von Ulrich Werth (06.09.2011):

Zitat JK: "Dieses künstliche in-die-Länge-ziehen an sich schon kaum interessanter Handlungsebenen geht mir ganz schön auf den Geist."

Die Handlungsebene finde ich so uninteressant nun nicht und Logikfehler gab es schon in den Heften vor 40, 50 Jahren, aber der Inhalt der 4 letzten Hefte hätte locker in ein Heft gepasst.

In-die-Länge-ziehen passt sehr gut. Meine Vision: Zykluslänge nur 30 Hefte, Erscheinung nur alle 14 Tage, also mehr Zeit etwas Sinnvolles und Durchdachtes stringent zu schreiben, dann wäre PR sicher wieder topp. Aber was will man erwarten, wenn jeder Autor auf hundert Hochzeiten tanzt, jede Woche irgendein Heft oder was auch immer schreiben muss und der Verlag Geld verdienen will, also jede Woche ein Heft mit dünnem Inhalt raus und darauf bauen, dass die Leser dabei bleiben, weil man ja wissen will, wie es weiter geht. Funktioniert doch.


Gastkommentar von kidgforce (05.09.2011):

Man wundert sich, dass Alaska nicht schon vor tausend Jahren den Anzug der Vernichtung durch irgendwelche Dummheiten .... hmmm, "vernichtet" hat. "Ups, Ganerc, hier hab ich noch ein paar Teile davon, sorry!" Man darf dem Mann einfach keine Kosmokratentechnik in die Hände geben ich würde ihm nicht mal mein Auto leihen!


Gastkommentar von Joe (03.09.2011):

Also, dieser "Irrsinn" kann es locker mit jedem PSI-Geschwabbel aus dem vorherigen Zyklus aufnehmen. Aber auch abgesehen davon, dass es sich um niederen Blödsinn handelt, ist das Heft in puncto Story einfach schlecht durchdacht. Warum zum Beispiel hat sich AS nach dem Auftauchen der LEUCHTKRAFT nicht einfach per Wunderfenster in diese versetzen lassen? Den Androiden schadet die Maske ja offenbar nicht, der Palast wäre auf der Stelle gerettet gewesen (denn es war ja eh nur AS, der ihm zugesetzt hat), und die LEUCHTKRAFT wäre ebenfalls noch da. Aber nein, das Schiff sollte ja weg, gell? Also musste man sich irgendeinen fadenscheinigen Vorwand einfallen lassen. Na, egal. Gott sei Dank ist das Elend jetzt erstmal für eine Weile vorbei. Ich weiß nicht, welches der bisher schlechteste Roman des Zyklus ist, aber sicher sind die vier Alaska-Titel ganz weit unten zu suchen...



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