PR 2607
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Perry Rhodan Nr. 2607: Der Fimbul-Impuls

Autor: Wim Vandemaan

Inhalt

Den Erkenntnissen der Terraner zufolge ist es das Ziel der Fremden, die mit ihren nagelförmigen Raumschiffen in die Sonne eingedrungen sind, ARCHETIMS Korpus aus Sol zu entfernen. Beim ersten Versuch sind sie gescheitert, was den Terranern die Zeit verschafft, etwas gegen diese Vorgänge zu unternehmen. Reginald Bull begibt sich persönlich zur Sonnen-Forschungsstation AMATERASU. Er fordert Mutanten-Unterstützung vom TIPI an. Man teilt ihm die aus dem Stardust-System stammende Telepathin Shanda Sarmotte zu, die sich derzeit an Rettungsaktionen in den von Meteoriteneinschlägen und anderen Katastrophen heimgesuchten Stadtteilen Terranias beteiligt. Shanda lässt sich in AMATERASU vom Sonnenphysiker Mofidul Huq anleiten und öffnet ihre telepathischen Sinne. Sie nimmt ARCHETIM wahr und erkennt, dass die tote Superintelligenz nicht einfach nur in der Sonne ruht - der Korpus hat sich so sehr mit Sol verflochten, dass beide praktisch eins geworden sind. Und genau das scheint die fremden Besucher zu stören.

Shanda erhält Kontakt mit den Fremdwesen, versteht aber nur wenig von ihren Gedanken. Die Fremden bilden ein körperloses Kollektivwesen und nennen sich Spenta. Sie sind "Sonnenhäusler", Wesen also, die im Inneren einer Sonne leben. Sie haben ein besonderes "Organ", das es ihnen ermöglicht, Energie so umzuwandeln, dass sie jede von ihnen gewünschte materielle Form (Ephemere Materie) annimmt. Die Anwesenheit einer Superintelligenzen-Leiche ist für sie unerträglich, und sie versuchen diese ekelerregende Verschmutzung der Sonne zu beseitigen. Als sich dies als unmöglich erweist, entwickeln sie einen anderen Plan: Sie wollen die Sonne auslöschen. Das scheint ihnen aber nur mit Verstärkung möglich zu sein. Für Bull steht fest: Sollten weitere Nagelschiffe erscheinen, müssen sie mit allen Mitteln angegriffen werden. Gleichzeitig muss für den Fall der Fälle mit der Massenproduktion von Kunstsonnen begonnen werden, denn ohne ihr Zentralgestirn würden alle Planeten des Sonnensystems innerhalb kürzester Zeit zu toten Eiswüsten werden.

Derweil sucht Shamsur Routh wieder einmal nach seiner Tochter. Anicee hat sich eigenmächtig aus dem Krankenhaus entfernt. Er belauscht ein Komgespräch zwischen Anicee und ihrer Freundin Auris, die noch am Leben, aber nicht mehr sie selbst ist: Ihr wurde eine biopositronische Gehirnprothese implantiert. Routh erfährt, dass die Auguren sich selbst als Sayporaner bezeichnen, und dass demnächst ein besonderes Ereignis im Zoo von Terrania ansteht. Mit Hilfe intelligenter Gorillas, die er von früher kennt, entdeckt Routh in deren Habitat eines jener Gebäude, die die Auguren auf verschiedenen Kontinenten errichtet haben. Um die 400 Jugendliche haben sich darin versammelt. Auch Anicee muss in der Nähe sein. Es wird vom "Gang über das Transitparkett" und von einer "Neu-Formatierung auf der Patronatswelt" gesprochen, durch die die Jugendlichen zu einer neuen Elite gemacht werden sollen.

Als Routh versucht, dieses Gnauplon zu betreten, wird er von einem Auguren mit kaum verhüllter Drohung verjagt. Dann verschwinden alle Jugendlichen. Offenbar wurden sie durch eine Art Transmitter versetzt. Routh begreift, dass er wie ein Kind werden muss, um den Schritt durch das Transitparkett ebenfalls tun und seiner Tochter folgen zu können. Zunächst unterrichtet er Henrike Ybarri über seine Entdeckungen. Dann lässt er sein Bewusstsein durch sein Implantmemo "Puc" - Prototyp einer neuen araischen Entwicklung - teilweise löschen. Zum Fünfjährigen retardiert und angeleitet von Puc kann auch er sich vom Transmitter im Gnauplon versetzen lassen.

Als Ybarri reagiert, ist es bereits zu spät. 50.000 bis 200.000 Jugendliche sind überall auf Terra verschwunden. Am 12. September 1469 NGZ hält Reginald Bull eine auf alle Planeten übertragene Rede, in der er die Bevölkerung über die neuesten Ereignisse informiert.

Kommentar:

Die sind ja ausgebufft, die Expokraten! Eigentlich bilden PR 2604 und PR 2607 nämlich einen Doppelroman. Damit das nicht so auffällt, und damit Leute wie ich nicht über die Häufung von Doppelbänden motzen, wurden trickreicherweise einfach PR 2605 und PR 2606 (natürlich ebenfalls ein Doppelband, hehe) dazwischengeschoben. Wirklich gewitzt! Da muss man erst mal drauf kommen.

Just kidding. Ich will damit eigentlich nur sagen, dass ich hier genau das wiederholen müsste, was ich zu PR 2604 geschrieben habe. Eine gar nicht mal so unspannende Geschichte ohne "Mythenmetz'sche Abweichungen" (Walter Moers-Leser wissen, was ich meine), die aus zwei Blickwinkeln geschildert wird: Aus der Sicht der "großen Leute" auf der einen, aus der Sicht des "einfachen Volkes" auf der anderen Seite. Dazu noch ein bisschen terranische Alltagstechnik, ein ungewöhnliches neues Volk, das ARCHETIMS Leiche in der Sonne genauso eklig findet, wie unsereins nicht erfreut über eine tote Maus in der Bierfasche wäre...

Besonders gut hat mir gefallen, dass mit Shanda Sarmotte eine Figur aus dem vergangenen Zyklus herübergerettet wurde. Die junge Frau, einst unsicher und ziemlich schwer von Begriff, hat sich ganz schön gemausert. Offenbar ist die Ausbildung im TIPI wirklich erstklassig! Shanda ist selbstbewusst und anscheinend etwas schalkhaft veranlagt. Sie hat keine Probleme damit, ihre Paragabe genauso unverschämt einzusetzen wie Gucky. Gefällt mir! Hoffentlich verschwindet sie nicht gleich wieder in der Versenkung.

Ein netter Roman also, aber es gibt (abgesehen davon, dass das x-te Bedrohungsszenario für das Sonnensystem ein wenig nervt) zumindest einen Punkt, der mich immer noch stört. Ich kann nicht glauben, dass es den Auguren gelungen ist, völlig unbemerkt überall auf Terra insgesamt mindestens sechs große (ca. 24 Meter Höhe - das ist schon sehr ordentlich) Gebäude zu errichten, komplett mit der dazu benötigten Infrastruktur und den Energieversorgungseinrichtungen zum Betrieb von Transmittern. Und dazu wahrscheinlich noch einige kleinere Ausgaben derselben Gebäude, zum Beispiel auf einem Hamburger Friedhof. Der TLD-Chef sollte umgehend seinen Rücktritt einreichen…

J. Kreis, 07.08.2011


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Gastkommentare


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Gastkommentar von Joe (14.08.2011):

Respekt, Respekt! Selbst wenn nicht alles Gold ist (die Augurenbeschleichung durch einen Reporter statt durch den TLD finde ich zum Beispiel immer noch ziemlich daneben), so handelt es sich hier doch um den bislang klar besten Roman des Zyklus. WiVa hat es sogar geschafft, eine telepathische Erkundungsmission glaubhaft und nachvollziehbar zu schildern - und hat dabei ganz nebenbei aus der grauen Maus Sarmotte eine echte Persönlichkeit gemacht.

Ich bin gespannt, wie es weitergeht und freue mich auf weitere Romane der Terra-Handlungsebene - mit diesem Heft im Rücken werde ich vielleicht sogar die grauenhaften "Alraska"-Romane überleben, die uns nun bevorstehen.

Aber noch eins. Ich habe es schon früher gesagt und werde es weiter sagen, bis Abhilfe geschaffen ist: WiVa ist ein herausragender Sprachjongleur - aber er benötigt einen Schlusskorrektor, der weiß, was er tut!



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