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Perry Rhodan Nr. 2606: Unter dem Stahlschirm

Autor: Hubert Haensel

Inhalt

Die trotz des FATROCHUN-Netzes zunehmenden Technik-Ausfälle und die aggressive Fauna der nördlichen Regionen Falands machen die Reise der VAHANA zur Planetenbrücke mühsam und gefährlich. Doch schließlich ist das Ziel erreicht, das Passwort wird genannt und der Weg zu der Stadt, die die 1000 Kilometer lange interplanetare Röhre ringförmig umgibt, ist frei. Unbekannte mit Nurflügel-Fluggeräten greifen den SKARABÄUS an, können aber abgewehrt werden. Schließlich langt die VAHANA bei Hascomen an, einer von einem Vielvölkergemisch bewohnten vorgelagerten Stadt. Dort erfahren die Galaktiker, dass die Ringstadt den Namen Alldar-Shath trägt und vor langer Zeit zum Grab der positiven Superintelligenz ALLDAR geworden ist. ALLDAR ist einst in Gestalt verschiedener Avatare als Schutzmacht eines großen Reiches aufgetreten und wurde durch den "Tombarsischen Schock" getötet. Die Fato'Fa - Vorfahren der Favadarei, die die Planetenbrücke konstruiert haben und noch heute dort leben - hatten den Auftrag, den Korpus der Superintelligenz in der Gruft NIMMERDAR zu bestatten. Das gesamte Sonnensystem wurde danach aus Sicherheitsgründen in ein Miniatur-Universum versetzt. Die Allgegenwärtige Nachhut bewacht die Gruft, deren einziger Zugang unter einem riesigen Gebäude liegt, das als Stahlschirm bezeichnet wird.

In Alldar-Shath mischen sich Jenke Schousboe und ihre Begleiter unters Volk und lauschen einer Rede des Hohen Marschgebers Mareetu, des Oberhaupts der Stadt und der Allgegenwärtigen Nachhut. Er gehört zum Volk der Fagesy, die auch für die Angriffe auf die VAHANA verantwortlich sind. Mareetu behauptet, ALLDARS Wiedergeburt stehe unmittelbar bevor, und die Superintelligenz habe einen ihrer Avatare entsandt: Einen Cyborg namens Trogey. Ein Wesen mit perlmuttfarbener Haut hält ebenfalls eine Rede. Plötzlich kommt es zu Unruhe: Widerständler machen auf sich aufmerksam. Eine Razzia folgt, bei der auch die Galaktiker gefangen genommen werden. Nach einiger Zeit erscheint der Fato'Fa Shipa Gajoship und befreit die Galaktiker. Er und seinesgleichen sind Gegner der Fagesy. Die Opposition hält die Geschichte von der bevorstehenden Reanimation ALLDARS für Propaganda, die die Macht der Fagesy sichern soll. Als Shipa erklärt, dass die im Miniaturuniversum herrschenden Technik-Störungen ihren Ursprung in Alldar-Shath haben, ist Jenke bereit, sich in seine Pläne einspannen zu lassen. Die Galaktiker sollen in die Gruft vordringen, um zu erfahren, was wirklich vorgeht.

Zu diesem Zweck wird das in Mareetus Besitz befindliche Intrantum benötigt, eine Art Schlüssel für die Gruft. Unter dem Stahlschirm soll außerdem ALLDARS gesammeltes Wissen aufbewahrt werden; der Zugang zu diesem Archiv wäre sicher hilfreich. Die Fato'Fa sorgen für Ablenkung, indem sie den Cyborg attackieren. Das Wesen mit der Perlmutthaut schreitet ein, kann aber die Entführung Mareetus nicht verhindern. Mit dem Intrantum dringen Galaktiker und Fato'Fa am 22. September 1463 NGZ in die Gruft ein. Doch ALLDARS Schrein ist leer! Wie es scheint, hat die Allgegenwärtige Nachhut versagt. Möglicherweise ist das der Grund für ihr aktuelles Täuschungsmanöver.

Kommentar:

Damit dürfte feststehen, warum das Solsystem entführt wurde und was die "Nagelschiffe" im Inneren der Sonne suchen: ARCHETIMS Korpus. Den benötigt die Allgegenwärtige Nachhut als Ersatz für den verschwundenen Korpus ALLDARS, denn ohne etwas, das es zu beschützen gilt, wäre die Macht der Fagesy wahrscheinlich bald am Ende. Allmählich wird auch deutlich, welche Rolle die Auguren dabei spielen. Ich zweifle nicht daran, dass das Wesen mit der Perlmutthaut, das in diesem Roman auftritt, ebenfalls ein Augur ist. Auf Terra haben sie vielleicht die Aufgabe, die Menschen auf ihre neue Existenz im Miniaturuniversum vorzubereiten. Sie sollen sich wahrscheinlich wie alle anderen Völker der Allgegenwärtigen Nachhut unterordnen.

Hubert Haensel schreibt deutlich uninspirierter als Verena Themsen, geradezu lustlos, so als sei das Schreiben dieses Romans für ihn eine lästige Pflichterfüllung gewesen, der er sich mit minimalen Aufwand entledigt hat. So kommt es mir jedenfalls vor. Daher gelingt es ihm im Gegensatz zu Verena nicht, die Personen und den Schauplatz zum Leben zu erwecken oder auch nur für den Leser interessant zu machen. Außerdem nerven die ständigen Technik-Ausfälle. Gut, das hätte ich schon letzte Woche bei Verenas Roman bemängeln können, aber sie hat das durch die Schilderung der Favadarei-Lowtech gut überspielt. Übrigens verwechselt Haensel die Cranstoun-Zwillinge: Nicht mit Zachary, sondern mit Aiden hat Jenke ein Verhältnis.

Die Galaktiker lassen sich in Angelegenheiten hineinziehen, die sie zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt nicht durchschauen können. Sie kennen die lokalen Verhältnisse ebenso wenig wie die wahren Absichten der beiden Hauptgruppen, mit denen sie es zu tun bekommen. Sie vertrauen der einen Gruppe nur, weil sie von ihr Hilfe erhalten, und lassen sich instrumentalisieren, ohne zu wissen, was sie damit möglicherweise anrichten. Gut, sie haben keine besonders große Wahl, aber irgendwie läuft mir das alles zu glatt und selbstverständlich ab. Und zu "guter" Letzt haben wir es schon wieder mit höheren Mächten zu tun. Wie wäre es mal mit einem Zyklus ohne Superintelligenzen und dergleichen?

J. Kreis, 31.07.2011


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Gastkommentare


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Gastkommentar von Joe (03.08.2011):

Kommentar zum Kommentar des Kommentars:
Superintelligenzen sind okay, solange sie in homöopathischen Dosen auftauchen - wie es in der Frühzeit der Serie der Fall gewesen war. Aber dann übernahm WiVo die Expose-Factory, und er machte den schrecklichen Fehler, SIs und Kosmokraten beinahe alltäglich in die Handlung einzubinden. Überwesen (im Grunde genommen Götter) erklären zu wollen, ist wohl der schaurigste Fehltritt, zu dem einen die schriftstellerische Hybris treiben kann. Das Zwiebelschalenmodell als Friedhof wirklich spannender Science Fiction?
Denn Spannung entwickelt sich nicht aus übermenschlichen Gewalten - das erzeugt höchstens Sense of Wonder, aber eben nur, wenn man sehr sparsam damit umgeht. Die "Wonderer"-Inflation (pun intended) bringt dann bloß Langeweile und Überdruss hervor.
Nein, Spannung entwickelt sich im Gegenteil aus der Beschränkung. Aus der Notwendigkeit, die unzureichenden Mittel klug und zielsicher einzusetzen. Schon Schiller wusste es: In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister. In den ersten PR-Jahren hat die Expose-Factory dies noch gewusst...


Gastkommentar von Dirk W. (01.08.2011):

Ein Kommentar zum Kommentar: Ich sehe das ja einigermaßen genauso - das Herumreiten auf Übersinnlichem und Überirdischem wie es "höhere Mächte" und "Superintelligenzen" darstellen schmeckt mir nicht allzu gut. Das ist so ähnlich wie in dem Fantasy-Genre, wo jedes noch so unlogische Handlungselement mit Übersinnlichem und Magischem jederzeit plausibel gemacht werden kann. Auf diese Art benötigt der Autor weniger Gedanken an die Logik und Plausibilität des Textes zu legen. Das "kleine Wunder" wird es dann schon regeln.
Trotzdem muss ich sagen: wie möchte man eine Serie nach 1000en von Bänden noch mit realistischen Szenarien weitertreiben? Alleine die phantastischen Elemente, die nicht auf der Realität sondern auf den extremsten noch vorstellbaren Gedanken beruhen können noch etwas inhaltlich bringen. Zerstörte Welten, imperiale Sehnsüchte und das Zwischenmenschliche haben wir doch in der Realität genug - und es wiederholt sich und wiederholt sich...


Gastkommentar von Joe (01.08.2011):

Sehe ich etwas anders. Also gut, gegen Ende lässt der Roman deutlich nach, aber über etwa drei Viertel der Strecke hat HuHae doch tatsächlich eine gut lesbare Abenteuergeschichte geschrieben. Vermutlich liegt das nicht zuletzt daran, dass er die ganzen absurden Aliens so weit es ging ignoriert hat und sich auf den Vorstoß des Skarabäus konzentrierte. Hätte MMT mit 2602 mal auch machen sollen.

Denn ehrlich, wir haben jetzt also Monstermaden, kosmische Maiskolben, aggressive Mini-Nilpferde, wandelnde Bohnenstangen und fliegende Seesterne. Ehrlich, es reicht! Mal ganz abgesehen davon, dass Evolution nicht so funktioniert (selbst die guten alten Topsider sind so gesehen schon ziemlich fragwürdig), es funktionieren auch Spannung und Exotik nicht so. Aber das sagte ich bereits früher.

Nicht gut durchdacht die Episode mit dem Eisrochen, der mit der VAHANA Fußball spielt. Eine Fregatte der Bundeswehr kommt auf etwa 3000 bis 7000 Tonnen, je nach Baureihe. Und etwa da würde ich einen Skarabäus auch einordnen - eher noch etwas drüber. Da müsste dieser Rochen schon ein Monster sein, das einem Marschiere-Viel gleichkommt, und das ginge aus der Story weder hervor, noch scheint es sonderlich glaubhaft zu sein.

Aber ich will den recht ordentlichen Eindruck nicht zerreden, den der Roman hinterlassen hat. Für mich ist es wohl der bisherige Spitzenreiter des Zyklus...


Gastkommentar von Ulrich Werth (31.07.2011):

Dass Verena Themsen "in a league of her own" spielt, spürt man, wenn man dieses Heft von Hubert Haensel liest, sofort. Sie hätte beide Hefte als Doppelfolge schreiben sollen. Aber sicherlich wollte man sie erst einmal "testen", völlig unnötig, sie schlägt alle Autoren um Längen. Egal, nach der Hälfte des Romans fühlte ich mich dennoch gut unterhalten, trotz der Ungereimtheiten und Aiden / Zachery-Verwechslungen. Ich mag einfach exotische Welten, fremdartige Lebensformen und Rätsel, und das haben die beiden letzten Romane zur Genüge. Genau das will ICH lesen, keine Schlachten und Technobabble. Ich glaube allerdings nicht, dass ARCHETIM geraubt werden soll, um die leere Gruft von ALLDAR wieder zu füllen. Ich denke, IRGENDJEMAND sammelt tote SI für welchen Zweck auch immer. Vielleicht QIN SHI?



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