PR 2605
© Pabel-Moewig
Verlag GmbH,
Rastatt



Perrypedia



Archiv-Startseite
PR - Übersicht
Heftromane
Zyklus-Übersicht
« PR 2604 «
» PR 2606 »
Perry Rhodan Nr. 2605: Die Planetenbrücke

Autor: Verena Themsen

Inhalt

Die EX-33 BOMBAY wagt sich in die 143 Lichtjahre durchmessende Raumblase hinaus, in die das Solsystem versetzt worden ist. Ihr Ziel ist das nur 17 Lichtjahre von Sol entfernte Next Stop-System. Der Flug ist aufgrund der in der Raumblase tobenden hyperphysikalischen Störungen mit großen Schwierigkeiten verbunden. Die stellvertretende Kommandantin Jenke Schousboe, eine Irmdomerin, verliert zwei der vier zur Erkundung ausgesandten SKARABÄUS-Beiboote, aber immerhin wird festgestellt, dass sich der Weltraum selbst irgendwie zu "verdicken" scheint, wenn man zu hohe Energiegradienten erzeugt.

Im System der weißen Sonne Next Stop angekommen, bietet sich der Besatzung der BOMBAY ein faszinierendes Bild. Zwei mit je 11.211 Kilometern Durchmesser genau gleich große Planeten - eine Sauerstoffwelt und ein Giftgasplanet - umkreisen die Sonne auf einer gemeinsamen Umlaufbahn, und sie sind durch eine 1000 Kilometer durchmessende Röhre miteinander verbunden. Der Tubus hat eine Länge von genau dem Zwanzigfachen des Planetendurchmessers. Eine gigantische Stadt bedeckt Teile der Röhre, und offenbar geht von ihr ein noch unbekannter Störeinfluss aus, denn als sich die BOMBAY ihr nähert, beginnen die Schiffssysteme auszufallen. Deshalb landet Schousboe mit dem SKARABÄUS VAHANA auf der Sauerstoffwelt. Mit an Bord ist der "Kulturdiagnostiker" Zachary Cranstoun, mit dessen Zwillingsbruder Aiden die Irmdomerin ein Verhältnis angefangen hat, ohne zu ahnen, dass die Zwillinge durch ein derart inniges telepathisches Band miteinander verbunden sind, dass sie immer genau wissen, was der jeweils andere erfährt.

Die VAHANA gerät in ein Störfeld und baut eine Notlandung. Es kommt zum friedlichen Kontakt mit den freundlichen Bewohnern des Planeten, den Favadarei, die ihre Welt Faland nennen. Die Favadarei sind mehr oder weniger humanoid, größer als Terraner und haben einen sehr schlanken, flexiblen Körperbau. Ihre Köpfe sind relativ klein und knollenförmig. Sie haben kein Gesicht, sondern Sinneszacken und eine Sprechmembran. Die Favadarei sind begabte Erfinder, und alle streben seit langer Zeit ein gemeinsames Ziel an. Sie wollen die Planetenbrücke (das Shathrona) erreichen, wozu ein besonderes Gefährt namens FATROCHUN gebaut werden muss. Da ihr Technologie-Level lediglich die Nutzung der Dampfkraft umfasst, liegt dieses Ziel noch in weiter Ferne. Doch Shimco Patoshin, einer der begnadetsten Erfinder seiner Zeit und Mitglied des Komitees, das die Galaktiker willkommen heißt, erkennt schnell, dass die Fremden den Favadarei bei der Erreichung ihres Ziels helfen können.

Die VAHANA wird soweit flott gemacht, dass sie für eine Expedition zum Nordkontinent Povgheuc genutzt werden kann. Je mehr sich die Expedition dem Shathrona nähert, desto mehr hochwertige Geräte versagen - erst der SKARABÄUS, dann die SERUNS. Während des anschließenden Fußmarsches wird Zachary Cranstoun von einem Raubtier getötet. Aiden, noch immer an Bord der BOMBAY, erleidet einen Schock. Die Expedition wird abgebrochen. Einer uralten Tradition der Favadarei folgend, wird Zacharys Gehirn im "Kontinuierlichen Segment" der Totenstadt Amgheuc beigesetzt. Die wurmartigen Gheucen bewahren dort die Gehirne aller verstorbenen Favadarei vor der Verwesung. Kurz nach der Bestattung wird Aiden vom Bewusstsein seines Bruders übernommen. Die Favadarei-Gehirne leben noch immer; sie haben sich miteinander verbunden. Zacharys Hirn wird in dieses Kollektiv einbezogen und kann seinem Bruder das gesamte Wissen der Ahnen übermitteln. Dazu gehören Informationen, die es den Galaktikern ermöglichen, die VAHANA zu einem FATROCHUN umzubauen. Ein Netz, an dessen Knotenpunkten besondere Hyperkristalle eingebunden sind, bewahrt den SKARABÄUS vor dem vom Shathrona ausgehenden Störeinfluss.

Bevor die VAHANA aufbricht, übermittelt Zachary seinen Freunden Anweisungen, wie sie am Torwächter des Shathrona vorbeikommen können, und warnt vor der "Allgegenwärtigen Nachhut". Dann zieht sich sein Geist endgültig ins Bewusstseinskollektiv der Toten zurück. Shimco darf den Befehl zum Aufbruch des FATROCHUN geben.

Kommentar:

Der erste Roman der neuen Teamautorin Verena Themsen hat mir gut gefallen. Es ist nicht ihr erster Beitrag zum Perryversum. Neben einem PR-Action-Roman, den ich noch nicht kenne, stammt auch PR-Extra Nr. 11 aus ihrer Feder - ein Roman, an den ich mich noch immer gern erinnere. Damals schon war ich der Meinung, dass Verena eine Bereicherung des Autorenteams wäre, und ihr erster Roman gibt mir Recht. Ich kann im Grunde nur wiederholen, was ich zu PR-Extra 11 geschrieben habe. Der Roman hat alles, was mir im vergangenen Zyklus gefehlt hat: Dynamik, Spannung, Humor und eine gut strukturierte Handlung. Auch ein bisschen Action, aber keine übertriebenen Kämpfe. Effektvoll eingesetzte High-Tech, aber kein Technobabble. Die Emotionen der Protagonisten kommen auch nicht zu kurz, ohne dass das Ganze in Gefühlsduselei ausartet. Gut gemacht!

Hinzu kommen ein faszinierender neuer Schauplatz und ein sympathisches neues Volk, mit dem endlich mal nicht gekämpft, sondern Freundschaft geschlossen wird. In den Kapiteln, die aus der Sicht der Favadarei erzählt werden, kommt aufgrund ihrer Low-Tech, die zu einigen interessanten Erfindungen geführt hat, sogar eine richtig schöne Steampunk-Atmosphäre auf. Der Erstkontakt zwischen Favadarei und Galaktikern wird aus der Perspektive der ersteren geschildert, und so kann man sich über einige amüsante Beschreibungen des für die Favadarei völlig fremden menschlichen Körperbaus freuen. Die Auflösung kommt zwar nicht ohne einen gewissen Deus-ex-Machina-Effekt aus, trotzdem ist der Roman gute Unterhaltung und weckt die Neugier auf die kommenden Ereignisse. Ein erstes Highlight im neuen Zyklus. Sehr schön!

J. Kreis, 24.07.2011


« PR 2604 «
» PR 2606 »






Gastkommentare


Gastkommentare werden nicht von J. Kreis verfasst und dürfen nicht auf anderen Homepages oder in Printmedien weiterverwendet werden.


Gastkommentar von Reiner Scherpenstein (27.07.2011):

Schönes Heft, hat mir gut gefallen. Es geht also doch.


Gastkommentar von Joe (25.07.2011):

Erstmal ein Dankeschön an UA dafür, dass das Schiff BOMBAY heißt und nicht MUMBAI!

Zum Roman: Trotz aller vordergründiger Exotik ein seltsam farbloser und vor allem unspannender Roman. Liegt vielleicht daran, dass VT in dieselbe Falle tappt wie MMT mit seinen Monstermaden von Orontes: Exotik und atemlose Spannung erzeugt man eben nicht dadurch, dass man Kopfknollen, Greifgeflechte oder Sinneszacken erfindet. Das schafft höchstens Distanz.

Da fand ich ehrlich gesagt den einen Roman im letzten Zyklus, in dem PR auf die Tryonische Allianz trifft und sich in doppelbödigen Dialogen gegen den Kommandanten (?) des anderen Schiffes behaupten muss, wesentlich spannender.

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass VT ein Faible dafür zu haben scheint, die Teile der Geschichte auszublenden, in denen etwas geschieht und stattdessen seitenlange Kaffeekränzchen zu beschreiben. Nun ja, darin gleicht sie ja HuHae, der den Nachfolgeband verfasst hat - insofern ist kein Stilbruch zu erwarten...


Gastkommentar von Ulrich Werth (24.07.2011):

Dies ist endlich mal ein Roman nach meinem Geschmack! Nach jeder Seite ist man gespannt, wie es beim Umblättern weitergeht. Neben einem tollen Schreibstil und viel Phantasie passiert in diesem Roman auch richtig viel. Mit Abstand das beste Heft in diesem Zyklus. Ich komme aus dem Schwärmen kaum noch heraus. Das Heft erinnert mich an die Glanzzeiten von William Voltz. Ich hoffe Verena Themsen schreibt nicht nur ab und an mal einen Roman, sondern regelmäßig und in hoffentlich sehr kurzen Abständen.



Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)