PR 2594
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Perry Rhodan Nr. 2594: Begegnung der Unsterblichen

Autor: Frank Borsch

Inhalt

Endlich haben die Terraner Zugriff auf das PARALOX-ARSENAL. Aber wie soll es über 30.000 Lichtjahre nach Wanderer transportiert werden? Mit der QUEEN OF ST. LOUIS haben die Terraner zwar einen geeigneten Schlepper, doch die vor Ort tobenden Hyperstürme erschweren die Angelegenheit erheblich. Schlimmer noch: Das Chaos wird durch die unfassbare Menge an Psi-Materie des ARSENALS verursacht, was bedeutet, dass die Stürme "mitgeschleppt" werden, so dass sich der Transport stark verlangsamen würde. Piet Rawland will einen abgeschirmten raumtemporalen Saugtunnel erzeugen, um das Problem zu umgehen. Ein weiterer Saugtunnel soll die Psi-Materie ins Innere von TALIN ANTHURESTA befördern. Der Aufbau des Tunnels nimmt mehrere Stunden in Anspruch. Während der Wartezeit erhält Perry Rhodan unerwarteten Besuch. Auf Anraten Satwas will Sinnafoch Kontakt mit den Terranern aufnehmen und ihnen ein Bündnis gegen VATROX-VAMU vorschlagen. Satwa hat andere Pläne. Sie nimmt an, dass sich Rhodan nicht auf einen Pakt mit dem Erzfeind einlassen wird. Sie will daher zu den Terranern überlaufen. Um ihnen etwas anbieten zu können, will sie Philip entführen. Der Okrill ist seit VATROX-DAAGS Ende zwar bewusstlos und seine Induktivzelle arbeitet nicht mehr, aber möglicherweise sind in seinem Geist Reste von Erinnerungen der Entität gespeichert - und die wären für die Terraner sicher von großem Wert.

Mit dem vergleichsweise kläglichen Rest seiner Flotte begibt sich Sinnafoch zur Schneise von Anthuresta. Perry Rhodan lässt sich auf ein Ferngespräch mit ihm ein, aber nicht auf ein Bündnis. Er erklärt sich bereit, die Vatrox vor ihren Feinden zu beschützen. Sinnafoch, der inzwischen vom wieder aufgetauchten PARALOX-ARSENAL erfahren hat, lehnt ab. Eine Flotte von Jaranoc-Raumschiffen taucht auf. Satwa versucht zu fliehen, wird aber von Sinnafoch abgefangen. Um das PARALOX-ARSENAL zu schützen, befiehlt Sinnafoch die Zersplitterung seiner Flotte. Er erklärt die Frequenz-Monarchie für untergegangen. All seine Untergebenen sind frei. Ihre Schlachtlichter fliegen aber zunächst zu per Zufallsgenerator bestimmten Punkten irgendwo in Anthuresta. Auf diese Weise werden die Jaranoc von der Schneise weggelockt. Rhodan muss anerkennend feststellen, dass sein Erzfeind ihm den sicheren Abtransport des ARSENALS ermöglicht hat.

Mit seinem Schlachtlicht VAT-DREDAR fliegt Sinnafoch zum Planeten Yenter, einer Extremwelt wie Oxtorne. Er landet mit einem Beiboot, in dem sich außer ihm nur noch Satwa und der allmählich erwachende Okrill befinden. Der ehemalige Frequenzfolger lässt die Klon-Tefroderin frei. Sie darf zur VAT-DREDAR zurückkehren, die nun auf seine Anordnung hin unter ihrem Kommando steht. Die Waffen der VAT-DREDAR sind aber 24 Stunden lang gesperrt, und Satwa würde sofort von der Mannschaft getötet werden, sollte sie versuchen, zu den Terranern überzulaufen.

Philip erwacht. Er ist nun wieder das Raubtier, das er vor dem Einsetzen der Induktivzelle war. Sinnafoch weiß, dass er für den Okrill nichts weiter ist als Beute. Philip reagiert genauso, wie Sinnafoch es sich gewünscht hat: Er tötet den Vatrox.

Kommentar:

Bekanntlich ignoriert Frank Borsch gerne mal die Gegebenheiten des Perryversums, diesmal widerspricht er sich sogar selbst. Philip ist nicht erst durch das Einsetzen der Induktivzelle "zahm" geworden. Er war zuvor schon der Gefährte eines Oxtorners, und er hat sich freiwillig einen anderen Herrn und Freund ausgesucht, nämlich Sinnafoch. Danach erst wurde ihm durch die Induktivzelle mehr Intelligenz verliehen. Warum also sollte er Sinnafoch jetzt wie ein wilder Okrill töten? Aber Schwamm drüber: Sinnafoch ist nicht mehr, also müssen wir wenigstens keine weiteren Borsch-Romane mit diesem Typen erdulden. Borsch hat immer wieder versucht, aus dieser völlig uninteressanten Figur, die zu Beginn der Serie als böser, böser Feind dargestellt wurde, einen vielschichtigen Charakter zu machen, für den der Leser Sympathie empfinden kann. Netter Versuch, leider ist er total gescheitert. Was ist Sinnafoch doch für ein großherziger Kerl! Er opfert seine Flotte, um den Terranern zu helfen, er lässt Satwa laufen, er sucht einen passenden neuen Planeten für Philip aus und bietet sich dem Okrill obendrein noch als Snack an. Warum sollte er das alles tun? Diese Handlungen kommen mir total unmotiviert vor. Es war wohl einfach nur klar, dass Sinnafoch den Zyklus nicht überleben würde, also wollte sich Borsch vermutlich ein irgendwie rühmliches Ende für ihn ausdenken...

Der Roman enthält noch weitere Beispiele für Borschs… hm… künstlerisch freien Umgang mit der inneren Schlüssigkeit der PR-Serie. Erst sinniert Perry Rhodan darüber, dass es nicht opportun wäre, Sinnafoch gefangen zu nehmen oder sich persönlich mit ihm zu treffen, da der Vatrox die günstige Gelegenheit nutzen könnte, um Rhodan in einem Selbstmordanschlag zu töten - Rhodan meint, Sinafoch könne danach ja wiedergeboren werden. Das ist natürlich Quatsch. Im Gespräch mit Sinnafoch wird das noch deutlicher: Rhodan weiß genau, dass die Zeit der Wiedergeburten für die Vatrox seit der Vernichtung der Hibernationswelten vorbei ist. Was also sollte das Ganze? Warum versucht Sinnafoch die Jaranoc aus der Schneise wegzulocken? Wenn er sich und seinesgleichen opfert, kann es ihm völlig egal sein, ob sich VATROX-VAMU das ARESNAL einverleibt oder nicht. Dann die Sache mit dem Kampf der Schlachtlichter gegen die Kegelstumpf-Raumer. Letztere vernichten eben mal im Vorbeiflug mehrere Schlachtlichter. OK, die waren wahrscheinlich etwas angeschlagen. Aber wo bitte ist ihre zu Beginn des Zyklus propagierte absolute Unbesiegbarkeit geblieben? Das passt alles nicht zusammen.

Und dann beginnt Mondra Diamond auch noch damit, ihr unwürdiges Gehabe aus dem Auftaktband des Zyklus aufzuwärmen. Wieder mal bezeichnet sie Sinnafoch als "Massenmörder" und schmollt, als sich Rhodan auf ein Gespräch mit ihm einlässt. Ist ihr (bzw. Borsch) immer noch nicht klar, dass Sinnafoch nichts anderes ist als ein Heerführer? Genau wie Perry Rhodan? Beide sind davon überzeugt, das Richtige zu tun. Beide nehmen unzählige Opfer zur Verwirklichung ihrer Ziele in Kauf, aus Spaß an der Freude töten aber beide nicht. Wer hat wohl mehr Tote auf dem Gewissen: Sinnafoch oder Rhodan? Man denke nur an die überflüssige Zerstörung der Hibernationswelten, die mit Sicherheit nicht nur Millionen Todesopfer unter den Vatrox gefordert hat, sondern auch unter den Darturka, Okrivar und anderen Völkern. Ich nehme an, Mondras völlig überzogene Reaktion sollte den Leser darüber hinwegtäuschen, dass ein Bündnis der Terraner mit den Vatrox durchaus sinnvoll gewesen wäre. Aber nein: Abgesehen von TZA'HANATH existieren jetzt wahrscheinlich wirklich nur noch einzelne versprengte Reste der Frequenz-Monarchie. Somit ist das Ziel erfüllt, das zu Beginn des Zyklus schon feststand: Der Gegner wurde abserviert. Bleibt nur noch VATROX-VAMU. Aber der Titel von PR 2598 lautet ja "Tod einer Superintelligenz". Wir sind uns wohl darüber einig, dass damit nicht ES gemeint ist?

J. Kreis, 08.05.2011


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Gastkommentare


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Gastkommentar von kidgforce (10.05.2011):

Das Heft der fatalen strategischen Fehlentscheidungen: Wenn mir ein besiegter Gegner schon ein Bündnis anbietet, frage ich doch zumindest "Was hast du mir anzubieten?" Sinnfachoch hatte vieles: Erstmal den Okrill, der, wie Satwa richtig erkannt hat (hätte sie auch Sinnafoch einfach erzählen können, statt hier einen Alleingang zu versuchen), Informationen über VATROX-DAAG haben könnte. Dann TZA'HANATH – immerhin 8 funktionsfähige Handelssterne und ein Top-Forschungszentrum. Allein schon die ganze Technologie, die man sich da aneignen könnte! Und mit einem Top-Controller könnte man das Ding auch schnell zerlegen und z.B. nach Stardust schaffen.
Und nicht zuletzt: Alle Informationen der Vatrox über VATROX-VAMU, den jetzt gefährlichsten Gegner. Sowas Dummes, wie diesen Vorschlag von Sinnafoch abzulehnen!



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