PR 2592
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Perry Rhodan Nr. 2592: Im Zeitspeer

Autor: Leo Lukas

Inhalt

Julian Tifflor wird auserwählt, den Zeitspeer zu betreten. Perry Rhodan, Icho Tolot und Lotho Keraete folgen ihm zwar eigenmächtig, doch sie werden zurückgeschleudert. Die Mutanten erhalten den Auftrag, nach Tifflor zu suchen. Tanio Ucuz nimmt eine energetische Verbindung wahr, in die er sich einfädeln kann.

Tifflor rematerialisiert derweil in einem verschlossenen Raum, der zum ersten, 300.000 Jahre in der Vergangenheit befindlichen Zeitkorn gehört. Ein Kunstwesen in Gestalt eines Darturka, das sich selbst als "Barbakan" bezeichnet, holt den Terraner aus dem Raum heraus und führt ihn in eine Landschaft, in der sich verschiedene Lebewesen tummeln. Unter anderem die Geschwister Krepsh und Velrit, neunzig Zentimeter große Wesen, die für Tiff wie eine Mischung aus Kriegsordonnanzen und Singuva aussehen. Sie wissen genau, wer er ist - Tiffs Erscheinen wurde vor unvordenklich langer Zeit im "Fährtenbuch" vorhergesagt. Der Prophezeiung folgend geleiten die beiden den Terraner zur KyBaracke, wo er "behandelt" werden soll. Er wird von Urga Chremtaka in Empfang genommen, einem großen Echsenwesen, das etwas mit seinem immer noch nicht funktionsfähigen Zellaktivator anstellt. Die Echse gleicht die besondere Signatur des ZA mit einer von den Zeitkörnern emittierten Taststrahlung ab, was in einer anderen Zeit dazu führen wird, dass in der Schneise von Anthuresta ein Hyperblitz entsteht, die den ZA deaktiviert, sobald dessen Signatur angemessen wird. Somit hat Tiff - wenn auch unfreiwillig - die Voraussetzungen für seine jetzige Lage selbst geschaffen.

Tiffs nächstes Ziel ist die "Große Barriere", ein Schlachtlicht der Frequenz-Monarchie. Dort begegnet er einer weiblichen Vatrox namens Duleymon, die dieses Zeitkorn beherrscht. Von ihr erfährt er, dass die Zeitkörner durch eine Art Korridor miteinander verbunden sind, und dass sie bei ihrer Entstehung Teile von bewohnten Welten mit sich gerissen haben, die sich als "Krusten" um die Nullfeldblasen herum angesammelt haben. Auch später sind noch Lebewesen in diese Krusten gelangt, weil immer wieder Raumschiffe hineingesogen wurden. Duleymon und mindestens 66 Generationen ihrer Vorfahren haben auf Tiffs Ankunft gewartet, denn nur er ist in der Lage, den Korridor zu durchschreiten und die "Perianth-Schlüssel" aller Zeitkörner zu bergen. Die Fragmentierung des PARALOX-ARSENALS in zwanzig Zeitkörner war eine Sicherheitsmaßnahme, und nur mit den Perianth-Schlüsseln erhält man Zugang zu den Kontrolleinrichtungen der Zeitkörner. Natürlich befindet sich in keinem Zeitkorn der dazu gehörende Schlüssel. Tiff soll Duleymon alle Schlüssel bringen, damit sie die Zeitkörner wieder miteinander vereinen und ihrem Volk übergeben kann. Alle früheren Versuche, den Korridor zu durchqueren, sind gescheitert, denn für die Zurücklegung des Weges braucht man mehrere Jahrmillionen, während in den Zeitkörnern nur wenige Stunden vergehen. Höherwertige Technik funktioniert im Korridor nicht, aber er ist mit Vitalenergie geflutet, die Tiffs ZA auflädt, Schlaf sowie Nahrungsaufnahme unnötig macht und alles intakt halten kann, was Tiff am Körper trägt. All das kann Tiff im Fährtenbuch nachlesen. Er ist nicht einmal besonders überrascht, als er feststellt, dass er selbst dieses Buch geschrieben hat... schreiben wird... geschrieben haben wird.

Tifflor betritt den Korridor und marschiert Jahrtausende lang dahin. Im Korridor gibt es nichts und niemanden - Tiff ist völlig auf sich allein angewiesen. Von Duleymon hat er einen Detektor erhalten, mit dem er die Schlüssel lokalisieren kann. Das gelingt ihm in verschiedenen Zeitkörnern nach diversen Schwierigkeiten. Einer der Schlüssel befindet sich im Körperinneren eines bizarren Wesens namens Banifour Crumplei, einst Orbiter des Ritters der Tiefe Cryel Des Laox. Auch dieses Wesen scheint Tiff zu kennen. Es muss sich selbst entleiben, damit Tiff an den Schlüssel herankommen kann. Crumplei hat einen letzten Wunsch. Tiff soll Rhodan - sollte er ihm je wieder begegnen - ausrichten, dass er um seine Ritteraura kämpfen soll.

Kommentar:

Ach - war Rhodans Opfer (siehe PR 2499) etwa gar keins? Kann er seine Ritteraura zurückgewinnen? Oh Mann, was soll das? Können die Autoren es nicht ein einziges Mal bei früheren Entscheidungen belassen? Tote werden wieder lebendig, ein Verlust ist nie endgültig. Das ist mir zu billig.

Zeitschleifen, Zeitparadoxa - da qualmt einem bald das Hirn. Die Idee, Tiff endlos lange einfach geradeaus marschieren zu lassen, hat durchaus ihren Reiz. Er dürfte jetzt einige Millionen Jahre alt und somit der älteste ZA-Träger sein. Andererseits ist das aber auch wieder viel zu viel. Weder kann man sich einen solchen Zeitraum vorstellen, noch kann man akzeptieren, dass ein Mensch diese Zeit körperlich bei gesundem Verstand übersteht. OK, die Vitalenergie konserviert irgendwie alles, vielleicht gilt das ja auch für Tiffs Bewusstsein. Diese maßlose Übertreibung hätte nicht sein müssen. Das Ganze ist für den Leser unfassbar, unbegreiflich - und deshalb berührt es ihn nicht. Leo Lukas macht auch gar nicht erst den Versuch, diese absurden Zeiträume irgendwie zu beschreiben. Er blendet den Marsch weitgehend aus und konzentriert sich auf das, was Tiff in den Zeitkörnern erlebt. Ziemlich abgedrehtes Zeug, aber ganz amüsant. Zumindest der folgende Roman wird wohl noch mit dem Abklappern der nächsten Zeitkörner gefüllt. Ich kann nur hoffen, dass das nicht alles ist, was wir bis Zyklusende noch zu erwarten haben.

Tiff kann, wenn er diese Geschichte überlebt, nicht mehr derselbe Mensch sein wie zuvor. Wenn er sich überhaupt an seine früheren Gefährten erinnert, müsste er sich so sehr von ihnen entfremdet haben, dass sie ihm nichts mehr bedeuten. Das Problem dabei wird sein: Die Autoren werden das vielleicht ein paar Hefte lang durchhalten, dann aber wieder ignorieren. Es ist immer dasselbe: Irgendwer denkt sich eine verrückte, spektakuläre, coole Idee aus. Die wird dann irgendwie auf mehr oder weniger gelungene, oft eher gezwungene Weise in die Romane eingebaut, aber niemand macht sich Gedanken über die Konsequenzen. Die Idee sorgt für einen oder zwei interessante Romane, manchmal wird sie auch über einen ganzen Zyklus hinweg gestreckt - und dann hat man das Problem, wie man die gerufenen Geister wieder loswird. So geschehen im Fall der Völker aus den Hyperkokons, genauso mit TRAITOR - und jetzt eben mit einem Julian Tifflor, der sich nach dem Jahrmillionenmarsch grundlegend ändern müsste, das aber mit Sicherheit nicht tun wird.

J. Kreis, 24.04.2011


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