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Perry Rhodan Nr. 2590: Der Tote und der Sterbende

Autor: Michael Marcus Thurner

Inhalt

10. Mai 1463 NGZ. Die Sicatemo-Allianz hat Markanu zurückerobert. Es wird festgestellt, dass APHANURS Korpus auf unbekannte äußere Einflüsse reagiert. Die Schneise von Anthuresta, Schauplatz heftiger Gefechte zwischen Vatrox und Jaranoc sowie der Suche der Terraner nach den Zeitkörnern, wird von einem gewaltigen Hyperblitz durchzuckt. Hyperkristalle materialisieren entlang seines lichtjahreweiten Ausbreitungsgebietes. Eine Scheibenwelt - möglicherweise Wanderer - wird vorübergehend sichtbar. Aus TALIN ANTHURESTA wird jedoch gemeldet, dass alle Scheibenwelten noch an ihrem Platz sind. Nach einem zweiten, schwächeren Hyperblitz stellt Julian Tifflors Zellaktivator seine Tätigkeit ein. Somit bleiben Tiff nur noch etwas mehr als 60 Stunden, bevor er zu Staub zerfallen wird. Er argwöhnt, ES habe sich die Energie des ZA einverleibt, aber die Geräte Rhodans und Tolots funktionieren nach wie vor.

Tolot ortet eine Hyperstrahlung, deren Pulsfolge den Terranern bekannt vorkommt. Sie scheint mit der Ausstrahlung der Psiqs im Kosmonukleotid DORIFER verwandt zu sein und ähnelt frappierend jener vom Mini-Black-Hole Anansar emittierten Strahlung, der die Nakken ihre besonderen Fähigkeiten verdanken. Rhodan nimmt an, es handele sich um eine gezielt für die Terraner ausgelegte Spur. Als Urheber kommt nur Lotho Keraete in Frage, der bei der Suche nach dem PARALOX-ARSENAL ums Leben gekommen sein soll. Tolot kennt die Quelle der Hyperstrahlung. Es ist der Mond, auf dem sich Kardo Tarba und Rekner Lurrio duelliert haben. Dort sind inzwischen Flotten der Jaranoc und Vatrox aufmarschiert. Silberkugeln starten und locken die Feinde weg. So haben die Terraner gerade genug Zeit, einen Gesteinsbrocken zu bergen, der dieselben Energiesignaturen wie ein Sextadim-Schleier aufweist.

Angeleitet von Tanio Ucuz desintegriert Rence Ebion den Brocken mit seiner Parafähigkeit vorsichtig Schicht um Schicht, bis eine fünf Meter durchmessende Kugel zum Vorschein kommt. Es ist eine Oldtimer-Silberkugel, und sie wird von einem Sextadim-Schleier umhüllt. Als Perry Rhodan ihn berührt, löst er sich auf. Die Silberkugel schrumpft auf wenige Zentimeter zusammen und gibt eine humanoide Gestalt frei: Lotho Keraete. Der vermeintlich tote Bote von ES öffnet Augen und Mund. Ein wurmartiges Etwas kommt aus dem Mund hervor und steuert direkt auf Tifflor zu.

Derweil hat Piet Rawland Probleme mit dem Eigenbewusstsein der Sektorknospe. Er wollte die KI zu mehr Eigenständigkeit animieren, um einen Gesprächspartner zu haben. Die Sektorknospe wird jedoch aufsässig und verweigert die Zusammenarbeit mit dem Revolvermann. Sie will ihn nicht als befehlsberechtigt anerkennen. In der künstlich erschaffenen Umgebung einer Westernstadt kommt es zum Duell zwischen Rawland und dem personifizierten Widerstandsgeist der Sektorknospe in Gestalt von Rawlands Großmutter. Der Revolvermann wendet schmutzige Tricks an, die Oma Henri ihm einst selbst beigebracht hat, und besiegt seinen Widersacher. Die KI gibt sich geschlagen.

Kommentar:

Huch, habe ich diesmal etwa zum falschen Heftchen gegriffen und irrtümlich einen Lassiter-Western gekauft? Hm, doch nicht. Revolvermann-Duelle in irrealen Umgebungen, erschaffen von einer aufsässigen KI aus den Erinnerungen eines Toten - nun ja. Warum nicht? In der SF ist schließlich alles möglich. Nur: Warum gibt die Sektorknospen-KI klein bei? Rawlands Sieg war doch allenfalls ein symbolischer. Und warum hat sie überhaupt rebelliert? Rhodan hat ihr doch den eindeutigen Befehl gegeben, Rawland als Steuermann anzuerkennen? Was soll's, nennen wir es "dichterische Freiheit".

Wäre nicht die unselige Sache mit Tiffs ausgefallenem ZA, könnte man den Roman als gut lesbar bezeichnen. Immerhin geht es mit der Handlung ein wenig voran, wenn ich auch sagen muss, dass mir die ganze Schnitzeljagd, bei der Hyperstrahlung anstelle von Papierschnitzeln verwendet wird, doch sehr konstruiert und an den Haaren herbeigezogen vorkommt. Wenigstens ist in dem Mond nicht, wie ich im Kommentar zu PR 2587 argwöhnte, gleich ein Zeitkorn verborgen, sondern nur Lotho Keraete. Der entweder gar nicht so tot ist, wie angenommen wurde, oder dem guten Tiff doch wenigstens den letzten Teil seiner Lebensgeschichte übermitteln wird. Der Wurm, den er erbricht, hat sicherlich genau diese Funktion. Und zweifellos wird das Ding auch Tiffs ZA reparieren, denn wer bitteschön soll denn glauben, dass die Autoren den Mut haben, wirklich einen Unsterblichen zu opfern? Würden sie es tun, dann müsste ich ihnen immer noch vorwerfen, dass sie das Ganze auch sinnvoller hätten aufziehen können. Warum fällt Tiffs ZA einfach mal so eben aus, alle anderen aber nicht? Kommt mir ziemlich sinnlos vor.

Der Roman enthält einige lustige Stilblüten. Ein paar Beispiele:

Seite 6: "Auf einer physiognomisch optimierten Liege" Hä? Ein Möbelstück mit Gesicht? Oder eins mit Aussparung für die Nase, damit man sich mit dem Gesicht nach unten drauflegen kann?

Seite 7: "In Überlegungen verhangen" Klar! Man sagt ja auch: "Mitgefangen, mitgehangen"!

Seite 33: "Das Universum dreht sich einfach weiter" Einverstanden: Tiffs ZA ist ausgefallen. Wenn er jetzt noch einen über den Durst trinkt, dann dreht sich das Universum wahrscheinlich wirklich. Aber auch nur um ihn.

J. Kreis, 10.04.2011


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Gastkommentare


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Gastkommentar von Kapaun (14.04.2011):

@kidgforce: Ja, ich gebe es zu, es gab auch Lichtblicke. Ich schätze beispielsweise WiVa an sich sehr - und ich glaube, er könnte richtig gut werden, wenn man ihn ein bisschen an die kurze Kette nimmt. Oder Dorksteiger - wirklich mal eine interessante Figur. Aber ich fürchte, sie wird genauso schnell die Bleichsucht kriegen wie Whistler.

Ich hoffe jedenfalls sehr, dass das leidige Kosmokratenthema dann ab 2600 wirklich aus und vorbei ist. Wenn ich in den kommenden 100 Heften die Wörter "Kosmokrat", "Superintelligenz", "ES", "ESTARTU", "PSI", "Mutant" oder sonst irgendwas in der Art lesen muss, werde ich Schreikrämpfe kriegen und ganz bestimmt mein Abo bei Reader's Planet kündigen.

Und bitte, bitte, bitte, liebe Expose-Factory: Werdet kleinteiliger! Bitte! Lasst den Kontakt zu Stardust wieder abbrechen! Macht dann was mit der isolierten Stardust-Menschheit. Oder macht mal was mit einer der vielen Kleingalaxien in der lokalen Gruppe. Wo es mangels Sonnentransmitter allein schon eine Herausforderung ist, dorthin zu kommen. Lasst die JV explodieren! Werdet realistischer und nachvollziehbarer, kommt näher und konzipiert ein tolles Abenteuer, bei dem man mitzittern kann - auch wenn es nicht um das Schicksal Terras oder des Universums geht...


Gastkommentar von kidgforce (12.04.2011):

jetzt muss ich mal einen... hm... halben Einspruch einlegen.

Klar hat der Zyklus zu etlichen unlesbaren Romanen mit unverständlichem Herungestolpere in PSI-Pseudorealitäten geführt. Klar ist das endlose "ES friert, aber mehr verrate ich nicht"-Geraune nervtötend, das sinnlose "endgültige" Abservieren von Altmutanten ohne überhaupt auf sie einzugehen, ein katastrophaler Fehler, TALIN ANTURESTA und die Silberkugeln das Gegenteil von "Stoppt den Gigantismus und die Überwaffen", das in der Hyperimpertinenz behauptet, aber nie eingelöst wurde. Klar ist das Stadust-System als unendlich weit entfernte, ganz andere Entwicklungslinie der Menschheit gleich wieder voll verschenkt worden.

Trotzdem habe ich eine Menge guter Romane in Erinnerung. Die diversen Scheibenwelten fand ich klasse, Sinnafochs Wanderung auf Oxtorne und überhaupt die ganze Vatrox-Gesellschaft richtig gut konzipert - erstens weil Perspektive der Gegenseite, zweitens weil nicht übermächtig und selbst von sich als die Guten überzeugt, "Kleiner Stern von Chatria" eine echt schockierende Tragödie, "Mit den Augen der Gaids" eine klasse Volkbeschreibung, Die Besuche auf alten MdI-Welten eine angenehme Erinnerung. Die Sichu Dorksteiger-Romane eine prima Nebengeschichte. Den mit Induktivzelle plötzlich denkenden Okrill und den aus einem bösen System entkommen wollenden Okrivar super Charaktere mit eigenen Handlungssträngen die so nebenbei laufen, aber alles erst richtig nachfühlbar machen. Die Besuche auf diversen Polyporthöfen mit unterschiedlichen Kulturen und politischen Situationen hochinteressant. "Das Mahnende Schauspiel" großartige SF mit enormer Relevanz innerhalb des Rhodan-Kosmos. Tifflors ZA-Ausfall spannend und endlich mal wieder eine Charakterrolle, auch wenn man befürchten muss, dass nach sowas gleich der Serientod kommt. Letztes Aufbäumen der Autoren, quasi. Siehe Myles Kantor.
Selbst die beiden großen Schlachtbeschreibungen, in Andomeda und dann die zwischen Jaranoc und Frequenzmonarchie beide notwendig, auch wenn man's besser hätte ausführen können.

Ehrlich gesagt, vor allem waren neben Castors Datenblatt-Romanen das endlose Herumgeschwurbel in PSi-Pararealitäten, der Welt der Toten oder wo auch immer, unerträglich. Sowie Perry Rhodans permanente Gedankenlosigkeit, was Prioritäten setzen und vorausschauendes Handeln angeht. Da muss dringend was passieren, dass das besser wird, lieber Uwe!


[Anmerkung Kringel: Gemeint ist Uwe Anton, nicht der Verfasser des nächsten Kommentars]


Gastkommentar von Uwe (12.04.2011):

Leider kann ich den Vorkomentatoren nur zustimmen. Nach der Beschreibung der handelnden Personen habe ich das Heft gar nicht erst gelesen und mir gleich die letzte Seite vorgenommen.

Ich befürchte, dass die nächsten 50 Hefte das Paralox-Arsenal betreffen werden. Vielleicht bis 2600 mal ein Zeitkörnchen finden und dann wieder endloses Geschreibsel um das ach so wichtige Teil, wobei der Anfordernde (ES) in blödsinnigen Rätseln schwelgt. Wenn sich das bewahrheitet, ist für mich definitiv erst mal Schluss.

MfG aus Hamburg in meine alte Heimat Mainz.


Gastkommentar von Kapaun (11.04.2011):

Ich bin noch nicht bei 2590, noch lange nicht. Aber ich beginne bereits zu bereuen, dass ich mein Ebook-Abo auf die zweiten 50 Hefte des Zyklus verlängert habe. Am Anfang ist er gesprungen wie ein Tiger, aber schon seit einiger Zeit gibt er nicht mal mehr einen Bettvorleger her. Wie soll das erst werden, wenn UA seinen ersten selbstständigen Zyklus designt?

Gut, es besteht die Hoffnung, dass ab 2600 dann wirklich endgültig Schluss ist mit diesem PSI-Gesülze und all den dämlichen Kosmokraten und Superintelligenzen. Aber leider ist der Zyklus nicht nur in der Konzeption schwach, sondern auch im Detail. So viele Hefte, die man eigentlich komplett neu schreiben müsste, um sie lesbar zu machen, so viele Hefte mit so vielen uninteressanten Handlungsträgern (Curi Fecen, Captain Kush, all die Vatroxe und ihre Schergen, diese lächerlichen Lost Boys, Old Boys, New Boys, Young Boys oder wie sie nun heißen, ach, die Liste geht endlos weiter...). Überhaupt viel zu viele Nebenhandlungen. Hin und wieder kommt dabei zwar ein interessantes Heft heraus, aber ehrlich gesagt, wenn ich Experimentelles lesen will, greife ich eigentlich nicht zu PR, gell, WiVa?

Ganz eigenartig ist, dass der Zyklus sowohl an zu großem Tempo als auch an zu lange dahindümpelnder Handlung leidet. Gleichzeitig! Das muss man erstmal hinkriegen! Irgendwie fehlt derzeit das Gespür dafür, welche Teile des Zyklus-Exposes sich zu wirklich spannenden Geschichten verarbeiten lassen und welche man besser kurz abhandelt...

Was ich gern hätte, wäre ganz traditionelle Hard-SF mit Heften, die eben auch Geschichten erzählen und nicht handlungslosen Textbrei liefern. Es kann mal eine PSI-Fähigkeit vorkommen oder meinetwegen auch ein Military-Touch, wenn es grad in die Handlung passt. Aber bitte mit kleinerem Maßstab! Es muss nicht immer um das ganze Universum gehen! Wie oft hat die Autoren-Fabrik diesen Rat wohl schon bekommen? Aber alle Hyperraum-Impertinenzen nützen nichts, weil sich die Autoren sofort wieder aus der Beschränkung rausschreiben - stets wird es nur noch gigantomanischer, was bloß zu einer weiteren Distanz zwischen Leser und Handlung führt.

Der Stardust-Ansatz schien anfänglich sehr gut zu einer solchen Maßstabsverkleinerung zu passen, und ich hatte mich schon sehr gefreut, aber leider war es mal wieder nix. Seufz...


Gastkommentar von Bernd (10.04.2011):

Nein, nein. Du bist noch zu mitleidig. Die mangelnde erzählerische Kontinuität, zufällige Ereignisfolgen, usw. verhunzen die Serie immer mehr. Vielleicht wirds ab 08/11 besser. Wir werden sehen.



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