PR 2586
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Perry Rhodan Nr. 2586: Die Sektorknospe

Autor: Wim Vandemaan

Inhalt

Texas, Ende des 19. Jahrhunderts alter Zeitrechnung. Der Revolverheld Piet Rawland ist mit vier weiteren Outlaws unterwegs nach El Paso, um die dortige Bank zu überfallen. Vor der Stadt begegnen die Männer einem kauzigen Fremden, der von Schmetterlingen umflattert wird. Rawland freundet sich ein wenig mit ihm an. Der Überfall geht katastrophal schief. Es kommt zu einer Schießerei mit dem Sheriff und dessen Gehilfen. Rawlands Kumpane werden erschossen, er selbst erhält zwei Treffer in die Brust. Doch er findet sich weder in der Hölle noch im Himmel wieder, sondern in Gesellschaft des merkwürdigen Alten. Dieser nimmt ihn mit zu einer phantastischen Reise, deren Ziel die Kunstwelt Wanderer ist. Rawland wird somit zum Gehilfen von ES. Er erledigt einige Dinge für die Superintelligenz; unter anderem lässt er sich im Jahre 1976 von Perry Rhodan erschießen und wird nach Jahrhunderten, die für ihn wie ein Traum vergehen und in denen ihm nur der Roboter "Steambody" Gesellschaft leistet, zum Piloten einer Sektorknospe ausgebildet. ES beabsichtigt, die Sektorknospe eines Tages an Perry Rhodan zu übergeben. Rawland soll als Ersatzmann für den Notfall dienen.

Am 9. Mai 1463 NGZ treffen Perry Rhodan und Mondra Diamond auf Wanderer ein. Sie werden zu einer Westernstadt dirigiert, in der sie Rawland begegnen. Allerdings kann sich Rhodan mangels Ritteraura nicht sofort als er selbst ausweisen. Er muss ein neues Rätsel lösen: Mondra muss den Revolverhelden mit dessen Colt erschießen. Rawland macht das nichts aus; er ist an derartiges inzwischen schon gewöhnt. An Bord der Sektorknospe übergibt Rawland seinen Gästen den "Mnemotischen Leitfaden" - ein Speichermedium, das fremde Erinnerungen ins Bewusstsein seines Trägers einpflanzt. Es sind die Erinnerungen aller früheren Steuermänner der Sektorknospe BATIOVREE.

So erfahren Rhodan und Mondra, dass die Sektorknospen vor 9.870.000 Jahren von den Anthurianern erschaffen wurden, um Tryortan-Schlünde befahren und als Transportmedium nutzbar machen zu können. Die Sektorknospen sind Derivate anthurianischen Erbguts. Das genetische Substrat wurde biomechanisch aufgerüstet und mit Milliarden von Robotern "bemannt". Obwohl die Sektorknospen ein eigenes Bewusstsein besitzen, brauchen sie immer einen Steuermann. Dieser kontrolliert und lenkt die Unmengen von Psi-Materie, die in den Sektorknospen eingelagert sind und für vielerlei Zwecke eingesetzt werden, vor allem für die Antriebsorgane. Der Anthurianer Tataoparan war der erste Steuermann BATIOVREES, und dies war die erste fertig gestellte Sektorknospe. Er durchquerte einen Tryortan-Schlund und setzte Psi-Materie-Sonden aus. So legte er den Grundstein für das Polyport-Netz. Nach der Rebellion der Vatrox wurden 95 Sektorknospen nach Amringhar überführt, wo sie vermeintlich in Sicherheit waren, später aber den Kybb in die Hände fielen, mit Tagg Kharzanis Hilfe nutzbar gemacht wurden und letztlich bis auf wenige Exemplare im Kampf gegen die Terraner untergingen.

Die Sektorknospe erkennt Rhodan an, als er seinen Controller einsetzt. Der Terraner will sich mit der Rolle des Kommandanten begnügen, Rawland soll Steuermann werden. Auf seinen Vorschlag hin wird die Sektorknospe auf den Namen QUEEN OF ST. LOUIS getauft - eine Reminiszenz an Rawlands alten Traum, einmal einen Flussdampfer zu steuern. Zurück in TALIN ANTHURESTA wird ein Transferkamin ins Stardust-System geschaltet. 3000 LFT-BOXEN, 1000 Fragmentraumer der Posbis und 2000 Haluter-Schiffe werden als erstes Kontingent von Andromeda via FATICO nach Anthuresta verlegt. 489 Krathvira-Behälter werden überstellt und nach Wanderer gebracht, wo das Vamu von Milliarden Vatrox und VATROX-CUUR in ES eingespeist wird. Die Superintelligenz erholt sich ein wenig und kann mit Rhodan sprechen. ES wiederholt aber nur die bekannte Forderung nach dem PARALOX-ARSENAL. Delorian Rhodan ist kurz zu sehen.

Kommentar:

Spätestens seit dem Atlan-Taschenbuch Totentaucher habe ich Hartmut Kaspers Romane in leichter Abwandlung immer gleich kommentiert: Sie sind Ideenreich, hervorragend formuliert, manchmal experimentell und immer interessant - aber voller oft störender Abschweifungen und meist viel zu geschwätzig. Er kann aber auch anders, wie er mit diesem Roman beweist. Es ist natürlich ein bisschen gewöhnungsbedürftig, dass ein PR-Roman eine Wildwestgeschichte enthält, aber sie ist wirklich gut geschrieben und offenbart uns Einblicke in Piet Rawlands Vergangenheit. Außerdem erfahren wir, wie die Sektorknospen - und somit, wie zu erwarten auch die Kybb-Titanen - entstanden sind und welchem Zweck sie ursprünglich dienten. Das Polyportnetz, so könnte man sagen, basiert auf gezähmten Hyperstürmen. Sehr schöne Idee. Und dabei lässt Kasper es bewenden, d.h. er versucht nicht, hundert Geschichten gleichzeitig zu erzählen. Er hält seine Fabulierwut etwas im Zaum. Das tut dem Roman sehr gut.

ES stirbt, hat aber noch Zeit für Spielchen und Rätsel. Wahrscheinlich sollte einfach der Verlust der Ritteraura mal wieder erwähnt werden. Nun gut. Ich kann mich nur wiederholen: Die Autoren behaupten immer wieder, ES müsse gerettet werden. Sie zeigen uns nicht, warum das so wichtig ist. Sie setzen einfach voraus, dass dem Leser etwas am Schicksal der Superintelligenz liegt. Das funktioniert so nicht. Erwartungsgemäß wird das durch Völkermord gesammelte Vamu an ES verfüttert. Ich rechne es Kasper hoch an, dass er nicht völlig kommentarlos über diesen unglaublichen Zynismus hinweggeht. Die Frage ist: Wie viel Zeit hat Rhodan sich damit erkauft? Und was wird es aus ES machen? Wie werden sich die Vatrox und VATROX-CUUR in ES integrieren? Wird daraus ein neuer Konflikt entstehen, so etwas wie ein neues ANTI-ES vielleicht?

Na egal: Nach einer wochenlangen Durststrecke war dieser Roman endlich mal wieder ein kleiner Lichtblick.

J. Kreis, 13.03.2011


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Gastkommentare


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Gastkommentar von Poldi (13.03.2011):

Ja, ich stimme dir zu. Ein Lichtblick nach einer Durststrecke. Warum ES gerettet werden muss und wie das uns Lesern verkauft wird? Ich finde, so schwer ist das nicht zu beantworten. Inhaltlich erinnere ich mich an Seelenquell. Die kleine negative Superintelligenz, die die verwaiste Mächtigkeitsballung von ES sehr anziehend fand. Wer kann schon sagen, wie der neue Herr im Hause sein wird, insbesondere mit den alten Angestellten? Dann vielleicht doch den alten Chef behalten, da weiß man wenigstens was man hat. Es ist also keine Hilfe der Terraner aus purer Nostalgie oder Barmherzigkeit. Es ist eher Hilfe aus Eigennutz. Einmal, ich glaube es war im Band 2522 "Winter auf Wanderer", wurde das als Argument verwendet.


Gastkommentar von Bernd (13.03.2011):

Ja, aber nur ein kleiner (Lichtblick). Wie Du auch schon angemerkt hast: alles zu sehr gesetzt und nicht genug entwickelt. Jedoch: come rain, come shine (Billy Holliday).



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