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Perry Rhodan Nr. 2574: Das Lied der Vatrox

Autor: Susan Schwartz

Inhalt

Im Zeitalter der ersten Hyperdepression haben die Vatrox alle Planeten ihres Heimatsystems besiedelt, aber von einem großen Sternenreich - geschweige denn von einem Machtblock wie der Frequenz-Monarchie - kann keine Rede sein. Die Entitäten VATROX-DAAG, VATROX-CUUR und VATROX-VAMU existieren noch nicht, aber aufgrund einer noch unerforschten Besonderheit, möglicherweise verursacht durch die Ausstrahlungen der Sonne Vatar, können alle weiblichen Vatrox (aber nur wenige Männer) auf mentalem Wege miteinander verschmelzen und Gedanken lesen. Die Vatrox neigen nicht zu Sentimentalitäten und haben eine sehr pragmatische Einstellung zum Tod. Der Tod ist schlicht und ergreifend das Ende von allem - von der Existenz einer unsterblichen und zur Wiedergeburt fähigen Seele (dem Vamu) haben die Vatrox keine Ahnung. Bei den Vatrox herrscht eine relativ strikte Geschlechtertrennung. Die Frauen sind das "starke Geschlecht". Sie stellen die Regierung und einen mächtigen Orden, der sich der Erforschung der Parafähigkeiten verschrieben hat. Alle neunzig Jahre feiern die Frauen ein planetenweites Fest und schließen sich zu einem "Großkreis" zusammen - sie bilden also einen gewaltigen Parablock. Dieses Fest fällt stets mit einer besonderen Konstellation der Sonne, der Hauptwelt Vat und des braunen Zwergs Pem zusammen. Diese Himmelskörper erreichen zu derselben Zeit ihre größte Annäherung.

Lucba Ovichat, eine bedeutende Historikerin und Lehrerin, hat bei ihren Geschichtsforschungen herausgefunden, wie es zur Entstehung der Psi-Fähigkeiten der Vatrox-Frauen vor fünf Jahrtausenden gekommen ist. In einer Holo-Präsentation, bei der Ereignisse der Vergangenheit auf unglaublich realistische Weise simuliert und direkt in den Geist des Auditoriums projiziert werden, teilt sie ihre Erkenntnisse der (weiblichen) Öffentlichkeit anlässlich des 90-Jahr-Festes mit. Lucba spricht von einem tiotronischen Hyperimpuls, der vor Jahrmillionen von einem unbekannten Ort aus abgestrahlt worden sei und sich seitdem durch das gesamte Universum ausbreite. Der Impuls habe das Vatar-System zu einem Zeitpunkt erreicht, als Vatar, Vat und Pem in Konjunktion gestanden hätten, und sei deshalb für einen bestimmten Zeitraum in diesem System eingefangen worden. In dem Hyperimpuls seien unglaubliche Mengen von Informationen enthalten gewesen. Dieses Wissen sei an die Vatrox weitergegeben worden. Zwar sei es ihnen noch nicht gelungen, es gezielt nutzbar zu machen, aber Rückstände des Hyperimpulses hätten sich in der Art eines "Hintergrundrauschens" bis heute im System gehalten, außerdem habe der Impuls die Ausstrahlungen der Sonne verändert. So seien die Psi-Fähigkeiten der Vatrox erweckt worden.

Nach dieser Aufsehen erregenden Mitteilung lässt Lucba drei Ereignisse der Vergangenheit in Simulationen neu erstehen. Vor 4722 Jahren: Cagra Honovoch entdeckt als erste Vatrox das Gedankenlesen, als sie ihre Schwester aus Raumnot rettet. Ihre Nachfahrin Gaha Honovoch ist knapp 400 Jahre später an einem Experiment beteiligt, bei dem die Vernichtung eines ganzen Dorfes in Kauf genommen wird. Die Vatrox haben erkannt, dass bei Katastrophen mit vielen Todesopfern eine Verstärkung des systemweiten "Hintergrundrauschens" eintritt, das sie erst jüngst entdeckt haben. Bei solchen Ereignissen sind sogar Emotionen wahrnehmbar. Vor 2187 Jahren: Der Vamu-Orden ist bereits extrem mächtig. Psi-begabte Frauen werden gezielt gezüchtet und inzwischen können die Vatrox nicht nur Gedanken lesen, sondern haben auch Suggestivkräfte entwickelt. Aufgrund der Opferbereitschaft der Ordensschwestern schreitet die Entwicklung immer weiter voran.

Die Präsentation ist ein voller Erfolg. Lucba wird praktisch von einem Moment zum anderen zur prominentesten Vatrox aller Zeiten. Als die Feierlichkeiten ihren Höhepunkt erreichen und der Großkreis gebildet wird, erklingen aus dem "Hintergrundrauschen" plötzlich Stimmen. Alle Vatrox, die jemals gestorben sind, haben ihr Vamu in das "Hintergrundrauschen" eingespeist. Sie haben die Lebenden beobachtet und unbemerkt auf ihre Entwicklung eingewirkt. Auf diese Weise ist auch Lucba zu ihren Erkenntnissen gebracht worden. Die Toten behaupten, Lucba sei die "Höchste des Vamu" und diene ihnen als Katalysator. Nur durch sie sei die Kontaktaufnahme überhaupt möglich gewesen.

Der Kontakt mit den Toten stellt einen Wendepunkt in der Geschichte der Vatrox dar. Lucba wird als Erlöserin und Schöpferin der Unsterblichkeit gefeiert. Doch die Begeisterung der Massen nimmt bedrohliche Ausmaße an. Ordensschwestern stürzen sich auf ihre Heilsbringerin und drohen sie zu zerreißenů

Kommentar:

Na sowas! Da hat die von den Soberern ausgesandte Prior-Welle doch glatt ein drittes unerwartetes Ergebnis gehabt: Nicht nur die Entstehung der Kaiserin von Therm und die Beeinflussung der Kelosker, sondern auch eine entscheidende Veränderung der Vatrox.

Wir erinnern uns: Das Großreich der Soberer ist vor etwa 37 Millionen Jahren aufgrund des Versagens der tiotronischen Großrechner, von denen praktisch alle Soberer abhängig waren, zugrunde gegangen. Um nicht spurlos zu verschwinden, haben sie die Prior-Welle ausgesandt, der das gesamte Wissen ihrer Zivilisation aufgeprägt war. Irgendwann ist die Prior-Welle von einem stellaren Nebel aufgefangen worden, aus dem sich dann ein Sonnensystem mit der Kaiserin von Therm gebildet hat. Diese Superintelligenz war vor gut 3 Millionen Jahren bereits aktiv. Tja, und irgendwann zuvor muss die Prior-Welle eine Zeit lang im Vatar-System "Pause" gemacht haben.

Zwar werden diese Zusammenhänge im Roman nicht beim Namen genannt (Lucba verwendet lediglich mal den Begriff "Tiotronik" - woher kennt sie den überhaupt?), aber es kann anhand der Beschreibung keinen Zweifel daran geben, dass die Prior-Welle gemeint ist. Nun wissen wir also, warum die "Unsterblichkeit der Seele" bei den Vatrox keineswegs nur eine religiöse These, sondern greifbare Realität ist. Nächste Woche werden wir wohl erfahren, dass sich die mentalen Fähigkeiten der Vatrox-Frauen durch den Kontakt mit den Toten so sehr verstärkt haben, dass irgendwann die drei Entitäten daraus entstanden sind. Das wäre dann auch die Erklärung für die Abwesenheit der Vatrox-Frauen in der Gegenwart: Sie haben sich vermutlich alle vergeistigt. Wie Lucba Ovichat es wohl geschafft haben mag, sich selbst in das psi-materielle Artefakt eines Anthurianers zu integrieren?

Wieder einmal werden also Zusammenhänge mit früheren Ereignissen des Perryversums hergestellt, aber diesmal wirkt das Ganze weniger gezwungen als es sonst oft der Fall war. Eigentlich ist die Idee sogar ziemlich gut. Die Umsetzung ist ebenfalls gut gelungen. Wie es von Uschi Zietsch nicht anders zu erwarten war, schildert sie die Erlebnisse und Emotionen der Vatrox-Frauen auf eindringliche und gefühlvolle Weise. Durch die verschiedenen Rückblicke wirkt der Roman aber ein bisschen zu episodenhaft für meinen Geschmack. Aber das war jetzt ja auch erst die Hälfte des Doppelromans.

J. Kreis, 19.12.2010


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